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Tempano

Atabal-Yémal

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1979 (1998 wiederveröffentlicht)
Besonderheiten/Stil: Jazzrock / Fusion; Klassischer Prog
Label: Musea
Durchschnittswertung: 12/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Pedro Castillo Gitarre, Gesang
Giuglio Cesare Della Noce Keyboards
Miguel Angel Echevarreneta Bass, akust. Gitarre
Gerardo Ubieda Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. Cascada 6:31
2. Hecho de Horas 5:00
3. Las Olas (Virginia Woolf) 7:27
4. Atabal-Yémal 10:09
5. Anhelos 3:32
6. Presencias y Ausencias 9:31
7. KTR 3:09
8. Un Nueva Encuentro

1. Saludo
2. Compartiendo las Mismas Cosas
3. La Eterna Amistad

10:35
9. Arbol de la Vida

1. Germinación
2. Crecimiento Espiritual
3. Recuerdos
4. Ocaso y Ascensa a la Eternidad

10:08
Gesamtlaufzeit66:02


Rezensionen


Von: Horst Straske @ (Rezension 1 von 2)


Auch der südamerikanische Kontinent hat Vertreter des Progressive Rocks hervorgebracht und insbesondere Argentinien sowie Brasilien besaßen in den 70er Jahren eine funktionierende Progszene. Auch im nördlich gelegenen Venezuela formierte sich 1977 die Band Tempano, die 1979 ihr Debüt "Atabal Yémal" veröffentlichte, das in der besten Tradition der symphonischen Rockmusik steht. Das Quartett hatte sich frühzeitig einem erlesenen Progsound gewidmet, der von schwelgerischen Instrumentalpassagen geprägt ist und sich überaus verspielt präsentiert.

Die Kompositionen wirken bis in das kleinste Detail durchdacht und entfalten eine kaum zu beschreibende Eleganz. In diesen verschnörkelten Symphonic Sound sind bisweilen auch jazzige Tendenzen eingegliedert und in den elegischen Grundcharakter schleichen sich somit ganz behutsam improvisierte Instrumentalteile ein, die von den vier Protagonisten in Perfektion dargeboten werden.

Trotz dieser hochkomplexen Elemente ist aber stets ein ein sehr melodischer Einfluss vorhanden und die bereits erwähnte symphonische Eleganz zieht sich wie ein roter Faden durch das Album. Somit herrscht ein entrückter Schönklang vor, der mit einer wohl dosierten Komplexität eine nur ganz selten anzutreffende Verbindung eingeht. Ja, diese scheinbar gegensätzlichen Elemente stellen eine berückend schöne Einheit dar.

Hierin ist der sehr sparsam eingesetzte spanische Gesang des Gitarristen Pedro Castillo eingebettet, der insbesondere in den gefühlvollen Passagen eindrucksvoll zur Geltung kommt. Seine ausdrucksstarke Saitenbearbeitung trägt zusammen mit den perlenden Keyboardläufen seines Mitstreiters Giuglio Cesare Della Noce zum farbigen Gesamtsound bei. Auch die Rhythmussektion kann ihre Akzente setzen. Dabei ordnet sich aber jeder Instrumentalist eindeutig dem Gruppencharakter unter und gerade die exerzierte instrumentale Zurückhaltung ist die Stärke von Tempano. Ohne vordergründige Bombastsounds entwickelt sich eine zartgliedrige Symphonik.

Wer jetzt nach vergleichbaren Bands fragt, dem kann ein bloßes Schulterzucken entgegengebracht werden. Es liegt hier eine höchst eigenständige südamerikanische Definition der progressiven Rockmusik vor. Wen man sich aber dennoch zu einem Vergleich hinreißen lässt, so können die Italiener PFM herangezogen werden. Insbesondere die auf dem Meisterwerk "Per Un Amico" vorhandene Stimmung ist mit der des Debüts von Tempano vergleichbar.

Was die perfekte Verschmelzung einer ausschweifenden Symphonik mit moderaten Jazzeinflüssen betrifft, so kommen auch gewisse Erinnerungen an die Amerikaner Happy The Man auf.

Die hier vorliegende Musea-Wiederveröffentlichung aus dem Jahr 1998 kommt noch mit drei Bonustiteln daher, die sich nahtlos in den Geamtsound einfügen. Diese aus den späten 70er Jahren stammenden Kompositionen wurden von der Band im Rahmen einer Reunion im Mai 1998 aufgenommen.

Ohne jegliche Übertreibung liegt hier ein unerwartetes Highlight des gesamten Musea-Programms vor, das jedem Freund des opulenten Symphonic Sounds empfohlen werden kann. Auch die Anhänger des komplexen Fusion Sounds sollte dieser Wiederveröffentlichung mal ein Ohr schenken. Es lohnt sich auf jeden Fall!

Anspieltipp(s): Presencias y Ausencias
Vergleichbar mit: ein wenig PFM und Happy The Man
Veröffentlicht am: 31.8.2003
Letzte Änderung: 31.8.2003
Wertung: 13/15

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Von: Kristian Selm @ (Rezension 2 von 2)


1979 veröffentlichten Tempano als erste Band aus Venezuela ein sinfonisches Rockalbum, welches als Reissue von Musea zum ersten mal im CD Format vorliegt. Neben den 6 Titeln des ursprünglichen Albums, gibt es zusätzlich noch drei Bonustracks, die damals aus Platzgründen keine Berücksichtigung fanden und von den Originalmitgliedern der Gruppe 1998 neu eingespielt wurden.

Los geht's mit dem Instrumental "Cascada" - wobei man aber auf dem Rest des Albums auch seltenen spanischen Gesang geboten bekommt - welches ganz deutlich die Richtung auslotet, in der sich die vier Südamerikaner musikalisch bewegen. Entgegen dem Artwork, was auf den ersten Blick eher einen Marillion Clone vermuten lässt, sind es mehr sinfonische, melodische, hintergründig leicht schwermütige Elemente, die durch Latin Jazz Rock Wurzeln durchtränkt sind. Wie bei vielen südeuropäischen Bands kommt das Ganze recht locker rüber, ohne dass die Bandmitglieder mit den Pfründen wuchern müssen. Die Keyboards geben die sanfte Melodieführung vor, weiche, jazzig angehauchte Gitarrensoli bieten Paroli, untermauert von einer handwerklich ausgezeichneten Rhythmusabteilung.

Einiges erinnert hier an Santanas Spätjazzrockphase Mitte der 70er, wie überhaupt die Spielweise der Instrumente mehr dem Jazz Rock Bereich entliehen ist. Durch die ausladende Interpretation und butterweiche Keyboardteppiche gelingt jedoch durch intensives Zusammenspiel der Brückenschlag zur sinfonischen Rockmusik.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 5.11.2005
Letzte Änderung: 5.11.2005
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Tempano

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1999 Childhood's end (El fin de la infancia) 13.00 1
2008 Selective Memory 11.00 1

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