Magnification
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Informationen
Allgemeine Angaben
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| Label: |
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| Durchschnittswertung: |
8/15 (9 Rezensionen) |
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Besetzung
| Jon Anderson |
lead vocals |
| Chris Squire |
bass, vocals |
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| Alan White |
drums, percussion, piano |
| Steve Howe |
gtr, vocals |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Magnification
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7:33
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| 2. |
Spirit of Survival
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5:48
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| 3. |
Don't Go
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4:24
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| 4. |
Give Love Each Day
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7:42
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| 5. |
Can You Imagine
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2:58
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| 6. |
We Agree
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6:08
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| 7. |
Soft as a Dove
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2:17
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| 8. |
Dreamtime
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10:45
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| 9. |
In the Presence of
1. Deeper 2. Death of Ego 3. True Beginner 4. Turn Around and Remember
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10:23
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| 10. |
Time is Time
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2:08
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| Gesamtlaufzeit | 60:06 |
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Rezensionen

Am Beginn dieses Albums steht ein Wald hoher Erwartungen, der am Ende weitgehend abgeholzt ist. Der Name des Holzfällers lautet Alan White.
Es mag umstritten sein, ob sich der Klang einer Rockband durch den Einsatz eines Orchesters bereichern läßt. Versuchen kann man es. Wer sich aber schon ausgefallene Arrangements auf die Fahnen schreibt, sollte dabei nicht vergessen, dem Drummer den Knotenstock zu entwinden, mit dem er auf alle feineren Geflechte einzuprügeln gewillt ist, bis nur noch ein formloser Klumpatsch übrig bleibt.
Diese Platte ist weitgehend dadurch verdorben, daß ein ganzer Sektor musikalischen Inputs fast völlig auf der Strecke bleibt - nämlich ein abwechslungsreiches, auch klanglich differenziertes Schlagzeugspiel. Da dies jedoch unabdingbar ist, um ambitionierter Rockmusik das notwendige Leben einzuhauchen, bietet Magnification über weiten Strecken nur dürres Totholz.
Es ist erstaunlich, wie restlos unsymphonisch eine Platte klingen kann, die doch unter dem ausdrücklichen Signum der "Yessymphonics" daherkommt. Über den Stücken 1 bis 7 weht auf weite Strecken - und obwohl Trevor Rabin fern ist - der pure "YesWest"-Geist. Was aber auf 90125 in sich noch einigermaßen logisch wirkte, führt hier in der Regel dazu, interessantere Ansätze schon im Keim zu ersticken. Wahrhaft nervtötend ist Track 3 "Don´t go", aber selbst der akzeptabel beginnende Titelsong stürzt bald in melodische und rhythmische Belanglosigkeit ab, die ausgerechnet bei den Worten "Magni-, Magnification" besonders penetrant wird. Von den Stücken 1-7 erscheint mir nur "Give Love Each Day" einigermaßen bemerkenswert, obwohl in den Refrain leider eine Wendung von erheblichem Schmalzgehalt eingebaut wurde und Yes hier dem in der Popmusik weitverbreiteten Hang zur dauernden Wiederholung einzelner Phrasen folgen, den ich hasse. Bei den Stücken 2 "Spirit of Survival" und 6 "We Agree" handelt es sich um nichts weiter als um belanglosen AOR. Wenn man diese Musik hört und gleichzeitig erfährt, daß die Veröffentlichung des Albums in den USA bis Dezember verschoben wurde, um eine große Promotionskampagne zu ermöglichen, muß man fast fürchten, "Magnification" könne einen künftigen Grammy-Kandidaten darstellen.
Doch weiter: "Track 5 "Can you imagine" fällt weniger durch besondere kompositorische Qualität als vielmehr dadurch auf, daß hier die Stimme Andersons gegenüber den Vocals seiner Mitstreiter zurücktritt. Auf Nr. 7 - "Soft as a dove" - ist endlich einmal Alan White zum Schweigen gebracht. Das Stückchen ist allerdings leider auch von der kompositorischen Anlage her arg soft und bietet dem Hörer nicht den Widerstand, der Musik erst wirklich interessant macht.
"Magnification" wirkt beim ersten Mal etwas einheitlicher als "The Ladder". Daß die Platte vielleicht mehr Aufmerksamkeit verdient, könnte jedoch - wenn es denn überhaupt stimmt - nur den Tracks 8 und 9 zugeschrieben werden. Nr. 8 "Dreamtime" bricht am stärksten aus dem vorgegebenen Korsett aus. Hier gibt es mehr harmonische und melodische Raffinesse, mehr "Symphonik", aber auch mehr Tempo und damit mehr Rock. Das anschließende "In the Presence of" führt sich durch eine klavierbegleitete Eröffnungsmelodie ein, die mich beim ersten Hören wirklich bestürzte, so verpennt klingt sie. Es spricht für die Professionalität der Band, daß der Track schließlich doch noch auf eine gewisse Höhe geführt wird, wenngleich eine echte Klimax fehlt. Da mit den Tracks 8 und 9 jedoch immerhin rund 20 Minuten annehmbarer Musik hintereinander geboten werden, kann man "Magnification" nicht rundheraus als schlecht bezeichnen. Víele Yesfans werden hier sicher auf ihre Kosten kommen, wenngleich die Gipfel der 70er Jahre weit entfernt erscheinen. Sollte sich die Studioarbeit von Yes indes so fortsetzen wie mit "The Ladder" und "Magnification" eingeleitet, wird man sich frühestens in etwa fünf Jahren ein ganz ordentliches "Best of" zusammenschneiden können. Möge sich die Band derweil noch möglichst lange ihre Qualitäten als Liveact bewahren, um in ihren Konzerten alle mediokren Vergrößerungen durch das Öffnen der Tore des Deliriums vergessen zu machen.
Ach ja, Stück 10: "Time is Time". Zwei Minuten lang ein nettes Liedchen, wie man es als Zwischeneinblendung auch auf den Alben der frühen 70er hätte finden können. Auf "Magnification" sollte es wohl die "Zigarette danach" sein - nach den großen Orgasmen, die man sich offenkundig von "Dreamtime" und "In the Presence of" versprochen hat. Wenn sie nicht recht schmecken will, liegt das kaum an ihrer simplen Machart. Eher dürfte dafür die zuvor arg gebremste Ekstase verantwortlich sein.
(September 2001)
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
1.5.2002 |
| Letzte Änderung: |
1.5.2002 |
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An dieser Stelle kommt von mir leider kein Widerspruch. Zwar hat mich Alan Whites gewohnt, äh, 'solides' Schlagzeug-Spiel nicht so sehr gestört wie Ralf (allerdings muss ich Ralf voll Recht geben: wirklich hörenswert ist Whites Arbeit auf "Magnification" zu keiner Zeit!), aber das nur, da er nicht so in den Vordergrund gemischt ist wie auf früheren Platten des öfteren (siehe "Drama", "Talk", "Keys To Ascension").
Ansonsten kann man festhalten: Yes können immer noch hübsche Melodien schreiben. Nur leider bleibt es dabei: viel mehr als einige hübsche Melodien hat "Magnification" eben nicht zu bieten. Alles wirkt trotz Unterstützung durch ein volles Orchester merkwürdig zurückhaltend. Vielleicht ist das das Alter, wer weiss, aber wo bleibt die Power und der Druck, wie sie bei aller Verspieltheit und kompositorischen Rafinesse die Alben der sogenannten 'Main-Sequence' (etwa "The Yesalbum" bis "Relayer") hatten? Lediglich "Dreamtime" deutet an, dass Yes noch ein bisschen rocken können und ergibt folgerichtig schon den Höhepunkt des Albums, nach dem "In The Presence Of" und vor allem das schleimige "Time Is Time" wieder ganz schön die Luft rauslassen. Schade.
Naja, genug gemosert. Auf der Haben-Seite bleibt festzuhalten, dass "Magnification" wenigstens einen hervorragenden Sound hat und - wie von Ralf angedeutet - einheitlicher, geschlossener wirkt als das unausgegorene Sammelsurium "The Ladder". Nichtsdestotrotz habe ich inzwischen die letzten Reste an Hoffnung abgelegt, dass Yes sich noch einmal zu einem Hammeralbum auf einer Stufe mit ihren besten Leistungen aufraffen könnten. Magnification ist durchaus solide, aber absolut unspektakuläre Standard-Kost, die auch ein Orchester nicht zu einem 3-Sterne-Menü aufzuwerten vermag.
| Anspieltipp(s): |
Dreamtime |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
6.6.2002 |
| Letzte Änderung: |
6.6.2002 |
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Lange habe ich überlegt, soll ich oder soll ich nicht schreiben? Immerhin haben mir Udo und Ralf eigentlich schon aus der Seele gesprochen. Wo Oliver Komplexität sieht, frage ich mich schon. Jetzt habe ich das Teil dreimal durchgehört, und nix ist hängengeblieben – die Songs plätschern ohne Spannung und Höhepunkt dahin. Soll wohl weihevoll klingen, ist aber nur hohler Bombast.
Wie Ralf stört mich Alan Whites Gehaue (ich hätte gestern nicht Bruford/Levin BLUE NIGHTS hören sollen). Das Orchester spielt in meinen Augen eine völlig unnötige Rolle, so was haben die Moody Blues schon 1967 besser gemacht, statt dessen hätten sich Yes besser einen anständigen Keyboarder suchen sollen. Nette Melodien sind schon vorhanden, allerdings habe ich die nun schon so oft ähnlich auf diversen Yes- und Anderson-Platten gehört, dass ich mich frage: wann kommt mal wieder was Neues? Das einzig Positive war der Doppelgesang Anderson/Squire auf "Can you imagine" – sollten sie öfter machen. Ansonsten das gleiche Fazit wie Udo: ich erwarte nichts mehr wirklich Großes von der Gruppe.
| Anspieltipp(s): |
Can you imagine |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
7.6.2002 |
| Letzte Änderung: |
23.3.2013 |
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Yes-Fans was wollt Ihr mehr?
Näher als mit diesem Album werden die Prog-Dinos wahrscheinlich nicht mehr an ihre Wurzeln heranreichen. Dieses Album hat alles, was das Yes-Herz begehrt: Komplexität, ausgefeilte Arrangements, wundervolle Gesangslinien (Jon Anderson singt immer noch wie ein junger Gott), treibenden Squire-Bass und vorzügliche Howe-Einlagen.
Das ganze mit einer unaufdringlichen Portion Kommerzialität kombiniert und mit einem kompletten Symphonie-Orchester eingespielt. Dies gibt dem ohnehin schon kraftvollen Soundgewand eine zusätzliche bombastische Note (Kopfhörerpflicht!).
Einzelne Songs rauszupicken macht aufgrund der außerordentlichen Gesamtleistung eigentlich keinen Sinn. Das Werk sollte in seiner Gesamtheit genossen werden. Lediglich das exzellente 'Can You Imagine' fällt durch seine Squire-Vocals noch einmal besonders positiv auf (an dieser Stelle erinnere ich an das vorzügliche Squire Soloalbum 'Fish out of Water' von 1975).
Ich freue mich auf die Tour und die Aussicht, endlich einmal das gottgleiche 'Gates of Delirium' vom Klassiker 'Relayer' livehaftig zu erleben!
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
5.8.2002 |
| Letzte Änderung: |
29.8.2002 |
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Lieber Ralf, auch wenn ich beim Gedanken an den Holzfäller schmunzeln musste, möchte ich der inhaltlichen Kritik an Alan White doch widersprechen. ich finde sein Spiel ebenso unauffällig wie unaufdringlich, finde es solide, trocken und sauber. Es passt sich dem Stil des Gesamtwerks "Magnification" an, welches ebenfalls grundsolide ist. Das Wesentliche ist eigentlich schon gesagt: immer noch verstehen es Yes, schöne, eingängige Melodien zu komponieren, sie können ab und zu richtig rocken und ich finde durchaus, dass sich hier wieder mehr Abwechslung findet, als auf manchem Vorgänger. Im Gegensatz zu Udo bin auch der Meinung, dass Magnification recht druckvoll daherkommt. Vor allem die wiederholten Stakkato-Orchester-Einsätze krachen doch herrlich aus den Boxen. Der Sound ist dicht und satt. Squires Bass ist tief und scharrend wie zu besten Zeiten, bisweilen werde ich an Drama erinnert.
Und überhaupt: gab es bei Yes schon mal so viel Flöte, so viel Orchester mit Bläsern, gab es eine "After crying/Isildurs Bane"-attitude wie in "give love", gab es je eine wehmütige Violine wie in "dreamtime"? Auf Magnification gibt`s doch endlich wieder mal was einigermassen Neues von Yes. Man sollte das würdigen und nicht bei jedem Album auf ein neues Close To The Edge warten. Ich finde, dass sich dieses Album deutlich von der 80er-Rabin-Zeit unterscheidet. Ich finde es nicht zuletzt durch den orchestralen Einsatz relativ eigenständig und in dieser Form neu. Magnification ist der After Crying-Remix von Drama.
| Anspieltipp(s): |
Spirit of survival, Dreamtime |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
6.3.2004 |
| Letzte Änderung: |
7.3.2004 |
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So übel finde ich "Magnification" gar nicht. Vielleicht liegt das daran, dass ich gar nicht erst mit großen Erwartungen an dieses Album herangegangen bin... Jedenfalls stellt es mit Sicherheit keinen Höhepunkt im Schaffen von Yes dar, und es gibt auch ein paar richtig schwache Songs drauf ("Don't Go"). Es stimmt schon, dass gerade über der ersten Hälfte von "Magnification" der Geist von Yes-West schwebt, aber: "Magnification" erscheint mir nicht so überproduziert, glattgebügelt, mit Gewalt auf AOR getrimmt wie die Platten der Rabin-Ära, auf denen mir Whites Geklopfe viel mehr auf den Senkel geht. Und auch gibt es in der ersten Hälfte durchaus gelungene Sachen wie "Give Love Each Day".
Das Orchester finde ich durchaus geschmackvoll in den Gesamtsound integriert. Es gibt so viele Fälle, in denen die Hinzunahme eines Orchesters die Musik mit bombastischem Kitsch zukleistert, da gefällt mir der eher zurückhaltende Einsatz auf "Magnification" wesentlich besser. Und in der zweiten Hälfte wird es mit Titeln wie "Dreamtime" dann auch um einiges abwechslungsreicher.
Insgesamt erscheint mir "Magnification" deutlich besser als alles, was Yes nach "Drama" herausgebracht haben, mit Ausnahme der beiden Teile von "Keys To Ascension". Andererseits, so viel heißt das jetzt auch wieder nicht...
| Anspieltipp(s): |
Give Love Each Day, Dreamtime, In The Presence of |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
6.3.2004 |
| Letzte Änderung: |
7.3.2004 |
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Hui... schon 7 Rezensionen, eigentlich sind um dieses Album damit schon genug Worte gemacht worden. Ich bitte um Entschuldigung, aber nachdem ich dieser Tage ein etwas eigenartiges Erlebnis mit diesem Album hatte, möchte ich trotzdem noch ein paar Worte verlieren:
Nachdem ich "Magnification" sofort nach Erscheinen erworben hatte, war ich nach ein paar Mal anhören nicht weiter begeistert, aber auch nicht enttäuscht. Ich habe das Album dann lange nicht mehr gehört, bis ich es vor einer Woche mal wieder ausgepackt und dann mehrfach beim Autofahren in Arbeit gehört habe. Und ich muss sagen: Plötzlich hat es so etwas wie *Klick* gemacht.
Der Yes-Symphonic-Ansatz funktioniert plötzlich - zumindest in einigen Titeln - für mich. Das Orchester ist durchweg gelungen integriert und bereichert den Yes-Sound um einige interessante Klangfarben wie Violinen, Flöten, Trompeten usw. Dies kommt wesentlich interessanter als der üblicherweise zu erwartende Keyboard-Bombast (auch wenn ich sonst diesem durchaus zugeneigt bin). Die orchestrale Integration klappt auf den Studioalbum viel besser als wie auf der anschliessenden Tour. Auch der subtile Orchestereinsatz im Gegensatz zum manchmal geforderten Bombast ist in meinen Ohren die richtige Entscheidung (wer richtigen Bombast will, möge bitte Therion antesten).
Ich empfehle, dass man sich mal kurz vom Anspruchsdenken der 70er Jahre und der Hoffnung, dass Yes mal wieder ein "Close To The Edge II" 'raushaut, verabschiedet, sondern versucht, das Album als für sich selbst stehend zu betrachten. Dann gibt es für mich keinen wirklichen Totalausfall, jeder Song hat einen gewissen Charme und dient nicht als Skip-Kanditat (auch "Don't Go"). Man kann das Album auch in 2004 noch durchaus mit Genuss hören. Okay, Alan Whites Spiel ist nicht gerade ein Pluspunkt, aber insgesamt in Ordnung. Ausserdem bieten Chris Squire und vor allem auch Steve Howe sehr schöne instrumentale Leistungen, die das wieder ausgleichen.
Daneben gibt es mit dem Opener "Magnification" (der erste gelungene Kontakt mit dem Orchester-Sound, sehr schöne Melodien), mit "Spirit Of Survival" ((hier besticht vor allem der geniale Einstieg mit Jon Andersons ruhigem Gesang, der einsetzenden Akustikgitarre und dem dann folgendem Orchester, ein Gänsehaut-Moment und auch Squires Bass kommt prächtig, überhaupt der Song rockt), mit "Dreamtime" (Yes können noch rocken...) und dem hymnischen "In The Presence Of" richtig gute Songs der Yes-Neuzeit.
Einen Sonderpunkt möchte ich fast noch für das stimmungsvolle "Can You Imagine" vergeben, welches mit sehr schönem zweistimmigen Gesang von Anderson und Squire daherkommt.
Daumen hoch für ein durchaus gelungenes Album, dass man geniessen kann, wenn man es von historischem Ballast befreit.
| Anspieltipp(s): |
Magnification, Spirit of Survival, Dreamtime |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
2.10.2004 |
| Letzte Änderung: |
27.9.2011 |
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Wie verquer doch manchmal die Selbsteinschätzung eines (ehemaligen?) Künstlers sein kann, zeigen immer wieder die Interviews mit den Mitgliedern von Yes. Mittlerweile hat schon der leichtgläubigste Fan mitbekommen, daß man auf die zeitnah zu einem Release gegebenen Interviews nichts geben darf, weil sie außer Werbesprücherei nichts enthalten. Stattdessen liest man lieber mit genüßlichem Lächeln die (selbst)kritischen Einlassungen Steve Howes, des einzigen noch halbwegs glaubwürdigen Bandmitglieds, die dieser meist ein Jahr später zu lesen gibt, Einlassungen wie etwa die:
Open Your Eyes really was a nightmare. And The Ladder was a similar nightmare, and Magnification was a nightmare too.[...] The type of problems we had making those records was motivated by the story of the '80s and '90s [...] "Owner of a Lonely Heart", which is basically a pop song by Yes, and what that left was a scar that could not be removed. The group was desperate for a hit, and I was not. I did not care about having a hit [...] I want Yes to write symphonies, orchestrally, in a large format, and not be worried about radio play, about a cliche pop song [...]. Those songs were so far beneath Yes's talents. Yes's talent is not in writing hit singles, we are not that sort of group and never would have gotten anywhere being so. I think the Yes legacy has more to do with the '70s.
Oder die:
"[We should] not waste time on songs like "Don't Go". It was a mistake, we do not have to push into the world of pop music".
Daß von den anderen vier Jon Anderson nicht der Allerklarste im Ausdruck ist, wußten wir ebenfalls bereits. Seine allzu realitätsferne Selbsteinschätzung zu "Magnification", einige Jahre nach dem Release (2005) zu Protokoll gegeben, dürfte allerdings sogar altgediente Fans überraschen:
"We wanted to really break into a bigger audience again [wozu denn noch?] and I thought that album was perfect for breaking into a newer audience [wie kann man denn bloß darauf kommen!]. But, unfortunately there wasn't the pop song, the radio song that everybody wanted [wasn't? Da gibt's doch kaum was anderes auf dem Album!]. [...] You look at it 6 months later and wish we'd've thought about maybe making a more accessible song in the commercial sense." [Weil Ihr was wollt? Mit sechzig, grauen Haaren und Wohlstandsbauch einen Welthit haben? Wo lebt Ihr denn!]
Ich denke, diese verquere Selbsteinschätzung spricht für sich, angehörs eines Albums, das seine Identität als lose mit Filmmusikklischees verbrämtes Poprockrelease allenfalls dem von Anderson dreißig Jahre lang schwindlig geredeten Fan verhehlen kann (und mein Vorredner hat völlig recht mit seinem Hinweis darauf, daß "Magnification kein "Close to the Edge 2" ist - als genau das will man uns aber neue Yes-Alben immer wieder verkaufen). Daß man mit solchen Platten weder den Popfan, der mehr mit dem, bzw. auf den Bauch, den gepiercten 18jährigen nämlich, äh - lauscht, noch den Progfan, der nach dreißig Jahren akustischer Spreu und Weizen beides zu trennen gelernt hat, zu Jubelarien hinreißen kann, ist offensichtlich nur vier Personen auf der Welt noch unbekannt. Ich habe Howe mal ausgenommen.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
Open Your Eyes |
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| Veröffentlicht am: |
10.3.2006 |
| Letzte Änderung: |
10.12.2010 |
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"Magnification" wird möglicherweise die letzte Yes-Scheibe bleiben, die unter der Beteiligung von Jon Anderson entstanden ist. Als solche wird die unter einigen toleranteren Yesfans einige ganz besonders ausgeprägte Nostalgiegefühle auslösen. Darauf scheint man auch bei Sireena Records aus Lübeck zu hoffen. Möglicherweise deshalb wurde dort 2013 eine Doppel-LP-Version von "Magnification" veröffentlicht. Die ersten 1000 Exemplare der 180g schweren Vinylscheiben kommen in einer farbigen Lila-Ausführung! Ich könnte mir keine passendere Farbe für eine Prog-LP vorstellen! Ob es andere "Magnification"-LP-Farben außer Lila zu kaufen gibt ist mir nicht bekannt. Die Farbe Lila verstehe ich als eine etwas hellere Version des ursprünglichen Cover-Artworks. Auch wenn sowas möglicherweise niemand wirklich braucht, so darf ich feststellen, dass "Magnification" von Sireena Records die erste Lila-LP ist, die sich auf meinem Plattenteller gedreht hat. Zwecks besserer Qualität hat das Label die Musik auf drei LP-Seiten verteilt.
Es gibt ja auch durchaus Hörer, die der Musik auf "Magnification" etwas Gutes abgewinnen können. Diese dürfen sich nun das Artwork im augengerechten Format anschauen und die Songtexte auf dem aufklappbaren Innencover ohne Lupe verfolgen. Bei der Gelegenheit ist mir aufgefallen, dass es hinten auf dem Cover einen Frauenkopf zu sehen gibt, den ich im CD-Format nicht bemerkt habe.
Vor der Veröffentlichung las und hörte man, dass die Band den Spagat zwischen der Fortführung der eigener epischen Tradition und dem kommerziellen Erfolg anstreben möchte. So ging man danach auf eine Tour mit Orchesterbegleitung, die auch für mich die letzte Möglichkeit darstellte Yes mit Mr. Anderson zu sehen.
Möglicherweise wollten einige nicht direkt als sparsam geltende Yes-Bandmitglieder mit einem millionenfach verkauften Single-Hit vermeiden, dass sie - wie viele jüngere Retroprogmusiker - sich einen zusätzlichen Job suchen müssen, weil die CD-Verkaufszahlen heutzutage kaum einen aufwändigen Lebensstil finanzieren können. Nachdem ein Single-Hit ausgeblieben ist, meinte Mr. Anderson die Band würde bis auf weiteres keine Studioalben mehr aufnehmen. Auch wenn der legendäre Sänger bekanntlich schon immer in seiner ganz eigenen Welt lebte, so hielt ich seine irritierende Aussagen damals für eine Talentverschwendung. Vielleicht war der Sänger gar nicht so weltfremd, wie er nach außen tat, sondern ihm ist nur schmerzhaft klar geworden, dass die Band kompositorisch nicht mehr an ihre Meisterwerke anknüpfen konnte. Wie sonst ist seine schon einige Jahre vor "Magnification" in einem Interview gemachte Aussage zu verstehen "...in the seventies they called us boring old farts and now we are..."
Vielleicht sollte man als Musikhörer die Versuche aufgeben, sich mit den Gedanken und Entscheidungen der Musiker identifizieren zu wollen und sich stattdessen auf die eigene subjektive Wahrnehmung der Musik zu konzentrieren.
Immerhin halte ich die Entscheidung "Magnification" mit einem Orchester aufzunehmen für einen mutigen Schritt. Doch man konnte schlussendlich in den Arrangements nicht eine gewisse Verwässerung des klanglichen Gesamtbildes vermeiden, die sowohl das Orchester, als auch die Band etwas dünn wirken lassen. Da fehlte eindeutig ein als Arrangeur erfahrener Keyboarder, wie Wakeman, oder Moraz. Die Arrangements von "Magnification" zeigen ganz drastisch, welche Rolle diese Herren auf den früheren Yes-Alben erfüllt haben müssen. Wenn schon kein kompetenter Keyboarder, so hätten die wenigstens bei einem wie Robert John Godfrey anfragen sollen. Der weiss, wie man ein Orchester effektiv einsetzt. Was sollte der in den weiten, zwischen Orchester und Rockband klaffenden Lücken alleine gelassene Schlagzeuger sonst tun, als sich mit simplen Rhythmen aus der unmöglichen Affäre zu ziehen? Verglichen mit Brufords E-Drums auf "Anderson, Bruford, Wakeman, Howe" ist die Leistung von White auf "Magnification" sogar als relativ geschmackvoll zu bewerten. Eigentlich hat er sich nur der rhythmischen Einfallslosigkeit untergeordnet, die von einigen Songs ausging. "Was bei John Lennon ausreichte" - wird er sich gedacht haben - "wird auch für diese Scheibe gut genug sein". Denn so genial John auch war, er ging oft rhythmisch den einfachen Weg.
Die Orchesterarrangements sind sehr unterschiedlich ausgefallen. Während sie in dem eröffnenden Titelsong eine kreativ ergänzende Rolle spielen und der kompositorische Mittelmaß von "Spirit of Survival" durch keine Arrangements zu retten wäre, wirkt das Orchester in "Don't go" reichlich überflüssig. Dem wie immer hinterher unzufriedenen Steve Howe wird die Tatsache ganz besonders missfallen haben, dass seine Gitarren regelmäßig von dem Orchester übertönt wurden.
Falls man das immer wieder symphonisch ausladende "Magnification" mit dem kompakten "Open your eyes" vergleichen möchte, so kann man genauso gut "Tales from Topographic Oceans" mit "90125" vergleichen.
Ob die Musik von einer Lila-LP, oder von einer CD kommt, "Magnification" kann weder kompositorisch noch in den Arrangements wirklich überzeugen. Aber es gibt auch durchaus gelungene kompositorische Einfälle, wie "Give love each day", "In the Presence of" und "Can you imagine", die die frühere Klasse erahnen lassen, und die immer noch als ewige Inspiration für einige Retroprogbands ausreichen. Und wenn die Stücke noch von dem unerreichten "Duo" Anderson/Squire (stellenweise sogar von Squire alleine) gesungen werden, so kann man zumindest von einigen "Magnification"- Minuten sprechen, die jeder Yesfan im Gedächtnis behalten sollte. Hübsch auch die akustischen Gitarren/Orchester-Arrangements von "Soft as a dove".
"Magnification" bleibt ein abschließendes Tondokument einer Ära und wenn so ein Werk einige positive Aspekte aufweist, so halte ich es als eine Art Yesfan gewissermaßen für meine Pflicht auf diese hinzuweisen. Etwas Vergleichbares könnte ich von "In the hot Seat" unmöglich behaupten.
| Anspieltipp(s): |
Give love each day |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
16.3.2013 |
| Letzte Änderung: |
17.3.2013 |
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