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Glass Hammer

Perelandra

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1995
Besonderheiten/Stil: Neoprog; RetroProg
Label: Arion Records
Durchschnittswertung: 7.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Stephen DeArqe vocals, keyboards, basses, zoomitar, rhythm programming
Fred Schendel vocals, keyboards, guitars, drums, programming
Walter Moore vocals, 12-string acoustic guitar, electric guitar

Gastmusiker

Michelle Young vocals
Milton Hamerick steel guitars
Randy Burt saxophones
Tracy Cloud backing vocals, speaking
David Carter 12-string acoustic guitar

Tracklist

Disc 1
1. Now arriving 2:02
2. Time marches on 10:37
3. Lliusion 9:05
4. The way to her heart 4:48
5. Felix the cat 2:31
6. Now departing 1:06
7. Perelandra 8:07
8. Le danse final 5:19
9. That hideous strength 3:57
10. Enda the lion 1:03
11. Into the night 4:40
12. Heaven 8:38
Gesamtlaufzeit61:53


Rezensionen


Von: Henning Mangold @ (Rezension 1 von 3)


Diese Band kommt mir immer vor wie eine Gruppe kleiner Jungs, die sich vorgenommen haben, heute statt "Cowboy" mal "Progger" zu spielen.

Nun hat ja eine gewisse Kindlichkeit immer was durchaus Sympathisches – auch bei Glass Hammer. Aber die Herangehensweise der Band an ihre inhaltlichen Sujets ist so typisch freundlich-naiv: da prägt man das Debütalbum mit dem Dauerbrenner-Thema Tolkien ("Journey of the Dunadan"), dann muss ein neues her, und welcher Fantasy-Autor eignet sich als nächstes? Natürlich C.S. Lewis: ähnliche Erscheinungszeit wie Tolkiens Werke, ähnlich märchenhaft, und natürlich Progger-freundlich: Steve Hackett hatte Lewis' Titel "Narnia" schon verwendet (auf "Please don't touch"), ferner den Lewis-Titel "Till we have faces" für ein ganzes Album, und die böse Queen des Landes Charn ist wohl auch nicht umsonst eine Namensbase der Band "Jadis".

Aber das Konzept des Albums geht m.E. nicht so weit auf, dass man es als richtig ernsthaftes Konzeptalbum bezeichnen sollte, allein deshalb nicht, weil ein Song von "Dunadan" hier mit demselben Text wiederverwendet wird ("Way to her heart"), wenn auch neu aufgenommen und mit mehr (und sauberer gespielter) Gitarre; aber wenn der Inhalt des Songs so allgemeingültig sein soll, dass er gleich 1:1 in zwei Konzepte übernommen werden kann, ist das schon merkwürdig – oder, wer weiß, womöglich gerade eine gute Idee?!

Jedenfalls ist Lewis' "Perelandra" der zweite Teil seiner "Cosmic Trilogy" und spielt auf dem Planeten Venus, der Schauplatz für eine kosmische Auseinandersetzung wird. Es geht darin um Versuchung und Verführung, ähnlich wie im Paradies des Alten Testaments, und ein Löwe kommt auch vor (wie schon in "Narnia").

Nun zur Musik: auch hier gibt's den kindlichen Ansatz: Die Stimme ist eher schwach (außer man hört mal Michelle Young), wird aber trotzdem gelegentlich Yes-mäßig arrangiert (vor allem im bewusst fragmentierten Text des Mittelteils von "Time marches on", das soll offensichtlich an den Schluss von Yes' "Siberian Khatru" erinnern), aber das macht ja nichts, weil sowieso die Keyboardwolken alles dominieren, und die erinnern teils an Parsons, manchmal an Camel (in der "Stationary Traveller"-Phase), dann kommen Emerson- und Wakeman-Akzente vor, sogar durch starken, an Yes erinnernden Bass unterstützt. Was meistens fehlt, ist eine pointierte Gitarre, aber das ist auch nicht so schlimm, denn dadurch fällt sie umso mehr auf, wenn sie überraschend eingesetzt wird – so in der Neufassung des poppigen "Way to her heart".

Schlecht ist das Album ganz und gar nicht, aber es scheint in eine Zeit zu gehören, als Proghörer noch weniger anspruchsvoll waren – in den schwierigen 80er Jahren wäre dieses Album ein erfreuliches Bekenntnis zum Synthie-Prog entgegen dem verbreiteten Punkstil gewesen. Anno 1995 dagegen könnte es schon dem einen oder anderen Hörer als viel zu seicht erscheinen – mit einer Ausnahme:

"Le danse finale" mit dem folgenden "That hideous strength" (auch ein original Lewis-Titel) ist wirklich was Besonderes: zuerst der melancholische Song mit dem deprimierenden Text ("It seems she never had a chance – when her innocence betrayed her and she began her final dance"), begleitet von einem ganz unerwarteten Saxophon, und dann der bissige Dialog mit dem Löwen, untermalt von hart kratzender Gitarre, schneidendem Keyboard und kalter, blubbernder Elektronik – kein Hörer, der bis hierhin durchgehalten hat, hätte mit so was rechnen können.

Noch drei Fußnoten:

- Das instrumentale Titelstück "Perelandra" erinnert zu Beginn sehr stark an Van Morrisons "Scandinavia", was natürlich Zufall sein kann. Ansonsten ist das Stück aber recht gut: nach diesem Beginn, der eher New Age erwarten lässt, wird's noch recht proggig.

- In den Danksagungen wird ein gewisser David Lynch erwähnt; ich weiß nicht, ob das DER David Lynch ist (nämlich der berühmte Regisseur), aber es könnte passen – in "Enda the lion" hört man nämlich eine derart verfremdete und absichtlich verzerrte Stimme des Löwen, wie sie als Toneffekt für Lynchs Filme typisch wäre.

- Die Frau auf dem Coverbild sieht wirklich verdammt gut aus...

Anspieltipp(s): Le danse final
Vergleichbar mit: Parsons meets Camel meets Emerson & Wakeman...meets anybody
Veröffentlicht am: 30.9.2003
Letzte Änderung: 9.5.2013
Wertung: 8/15

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Von: Kristian Selm (Rezension 2 von 3)


Mit ihrem Debüt "Journey of the Dunadan" machten Glass Hammer bereits 1993 auf sich aufmerksam. War ihr Erstling eher ein musikalisches Hörspiel, so wurden die geräuschtechnischen Einlagen bei "Perelandra" deutlich zurückgefahren und man bekommt sehr melodischen Neo Prog geboten, der vor allem von den Keyboards dominiert wird. Nicht verwunderlich, da die beiden Köpfe der US Band, Stephen DeArque und Fred Schendel, sowohl für Gesang, als auch für die Keyboards zuständig sind. Die Einlagen von Gitarre und Bass sind eher im Hintergrund anzusiedeln, die Tastendominanz ist das Hauptstilmittel.

Man beginnt mit einem typischen Klischee, nämlich dass wohl jede brauchbare Prog Scheibe mit einem dramatischen Intro beginnen sollte. Glass Hammer greifen hier auf ihre Hörspielerfahrung von der ersten CD zurück. Da klirrt Glas, Maschinengewehrsalven dröhnen, jemand geht durch ein Treppenhaus und schreiende Kinder sind zu hören. Jedoch steht dieses Intro etwas verloren im Raum, da es meiner Ansicht nach keine Bindung zum ersten Stück hat. Dafür ist "Time marches on" gleich ein verheißungsvoller Beginn. Auf 10½ Minuten wird alles für den Liebhaber melodischen Neo Progs geboten: sinfonisch-bombastische Keyboards, die auch mal solistisch glänzen, gekonnt gespielt und sehr gut produziert. Das folgende "Lliusion" bietet abwechslungsreiche Breaks und weiterhin vorherrschende Keyboarddominanz. Eingestreute Soli geben dem Lied seinen weiteren Reiz. Schwachpunkt ist der etwas gleichförmige Gesang, der nicht unbedingt bestechend klingt.

Danach mit "The way to her heart" ein halbakustischer, eher radiotauglicher Lovesong. Es folgt mit "Felix the cat", eine recht lasche Klassikadaption Mendelsons und nach einer kurzen Hörspieleinlage dann der Titeltrack. Dieser offenbart nun jedoch die Schwäche dieser CD. Auf 8 Minuten wabbern recht soundtrackmäßig die Keyboardakkorde vor sich hin. Sehr schön und atmosphärisch, doch einfach zu langatmig. "Le danse final" kommt aus dem Bereich ruhiger Rock und wird durch Saxophon ergänzt. "That hideous strength" ist dann auch mehr Rock als Prog, weißt aber mehr musikalisches Volumen und Dramatik auf. Die Keyboardeinlagen verleihen dem Lied einen leicht orientalischen Touch und endlich ist auch mal die Gitarre zu hören. Nach einer weiteren Hörspieleinlage erklingt "Into the night", das wie bereits die anderen zwei Lieder zuvor an Pink Floyd ab "The dark side of the moon" erinnert. Zum Ende mit "Heaven" ein schöner Abschluss im Stile der davor erklungenen Lieder, mit deutlichter Tendenz zum Prog und tollen Soli.

Glass Hammer greifen auf viel Altbekanntes zurück, so dass man, sofern man melodischen Retro Prog bzw. Neo Prog mag, solide und brauchbare Musik geboten bekommt. Mir fehlt es zwar am letzten Biss und die harmonischen Klangbilder sind einfach zu dominant, trotzdem bieten die Amerikaner unbestritten einen guten Standard.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 30.4.2005
Letzte Änderung: 9.5.2013
Wertung: 8/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 3 von 3)


Im Vergleich zum Erstling Journey of the Dunadan agieren Glass Hammer hier stilsicherer. Fans melodiösen NeoProgs wird hier solide Kost geboten. Die Referenzen an andere Bands hat Henning bereits erwähnt, die eigene "Coverversion" (Way to her Heart) ebenso. Ergänzend möchte ich erwähnen, dass eine Melodie aus Lliusion später in Revealer recyclet wird. Wegen der grösseren Geschlossenheit gegenüber dem Debutalbum gibts von meiner Seite eine leicht bessere Bewertung.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 10.2.2008
Letzte Änderung: 10.2.2008
Wertung: 7/15
teilweise auch 8

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Glass Hammer

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1993 Journey of the Dunadan 5.00 2
1997 Live And Revived 5.50 2
1998 On To Evermore - The Story Of Ariana And The Sculptor 8.33 3
2000 Chronometree 12.00 4
2001 The Middle Earth Album - 3
2002 Lex Rex 11.67 3
2004 Lex Live (DVD) 7.00 1
2004 Live at NEARfest 11.75 4
2004 Shadowlands 9.75 4
2005 The Inconsolable Secret 8.50 4
2006 Live At Belmont (DVD) 7.00 2
2007 The Compilations 1996 - 2004 10.50 2
2007 Culture of Ascent 8.80 5
2008 Live At The Tivoli (DVD) 8.00 1
2009 Three Cheers For The Broken Hearted 4.00 2
2010 IF 8.33 6
2011 Cor Cordium 7.67 3
2012 Perilous 10.50 2
2014 Ode To Echo 11.00 2
2015 The Breaking Of The World 11.50 2
2015 Double Live 10.00 1
2016 Valkyrie 10.50 2
2017 Untold Tales 12.00 1

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