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Glass Hammer

The Middle Earth Album

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2001
Besonderheiten/Stil: Folk
Label: Arion Records
Durchschnittswertung: keine Wertung (3 Rezensionen)

Besetzung

Steve Babb vocals, bass, additional keys, percussion
Fred Schendel vocals, main keys, guitars, mandolin, percussion, wind instruments

Gastmusiker

Walter Moore vocals
Susie Bogdanowicz vocals
Felicia Sorensen vocals
Sarah Snyder vocals
Dr. Thomas Hammett vocals
Dr. David Luther vocals
Tim Starnes violin
Jamie Watkins backing vocals
Brad Marler vocals
Bob Stagner extra percussion on 11

Tracklist

Disc 1
1. Elrenn and Endereth 2:33
2. The old troll 1:56
3. The old troll and the maiden 5:58
4. Dwarf and orc 3:53
5. The king's beer 2:41
6. The ballad of Balin Longbeard 4:11
7. The man in the wood 3:27
8. Mirkwood 2:12
9. As I walk 2:34
10. The last ship 2:41
11. Mithrandir (this fading age) 5:08
12. Sweet Goldberry 4:41
13. No crown for Balin 3:07
Gesamtlaufzeit45:02


Rezensionen


Von: Henning Mangold @ (Rezension 1 von 3)


Mit "Chronometree" hatten Glass Hammer gezeigt, was sie können – danach war wohl erst mal Zeit für einen kleinen Spaß. Aber das Problem ist: man muss auch Spaß vertragen können...

Es könnte sich nämlich jemand fragen, was dieses Album überhaupt auf diesen Seiten zu suchen hat; als ich es zum ersten Mal hörte, überlegte ich auch, wann ich jemals etwas von einer Progband gehört hatte, wo so wenig Prog drin war. Erst jetzt, nachdem ich das Teil für diese Rezi mehrfach gehört habe, kommen mir (ganz langsam) etwas andere Denkweisen in den Sinn. Und ich kann dieses Album noch immer nur auf die Art beschreiben, dass ich mir wie ein Sophist vorkomme, der erst Argumente dafür und sofort im Handumdrehen welche dagegen findet. Ich nenne mal die Standpunkte, die mir einfallen, und beginne mit den ablehnenden, weil das auch meine ersten waren:

"Vorsicht!", werde ich da ausrufen, "diese Musik ist kein Prog, sie ist nicht mal so was Ähnliches wie Prog, sie hat so wenig mit Prog zu tun wie Ernst Motz und die Original Oberammergauner was mit Prog zu tun haben. Sie hat was mit Tolkien zu tun (na und?), aber auch das in einem Zusammenhang, den keiner erahnen würde, wenn er das Cover sieht: man stelle sich eine Gruppe angetrunkener Hobbits in einer Kneipe in Mittelerde vor, sagen wir im Auenland, sagen wir doch gleich: im "Prancing Pony" in dem Dorf Bree. Da gibt's nun welche, die alte Volkslieder singen, Lieder über alte Geschichten von Zwergen, Trollen, alten Königen und berühmten Helden des ersten und zweiten Zeitalters von Mittelerde. Und während sie singen, werden sie begleitet: von Flötentönen, Fideln, Handtrommeln, Klampfen und einer Art Spinett – und von Zurufen, Summen, Lachen, Brüllen und Gläserklimpern der übrigen Zecher. Ein Lied jagt das nächste, alle sind kurz, die feuchtfröhliche Suffstimmung bleibt die ganze Zeit erhalten. So weit, so schlecht, so banal, so aufdringlich auf gute Laune getrimmt. Wer sich das antut, hat selbst Schuld"

Aber: wenn man dieses Teil gehört und erschrocken wieder weggestellt hat, hindert einen ja trotzdem nichts daran, noch mal drüber nachzudenken (falls man nichts Wichtigeres zu bedenken hat:-)). Und wenn ich das tue, frage ich (mal wieder), was eigentlich mit Recht progressiv genannt werden sollte. Dann sammle ich mal nebenbei alle möglichen Assoziationen zu dem Begriff und frage mich: Hat es nicht was mit Überraschung zu tun, mit dem Musizieren, das auch mal an den Erwartungen der Hörer vorbeigehen kann? Ferner mit dem Versuch einer Band, mal einen Musikstil auszuprobieren, der so gar nicht in ihrer Natur zu liegen scheint (Amerikaner spielen altenglischen Folk)? Vor allem auch mit der Idee, sein Instrumentarium zu erweitern und das typische Prog-Arsenal auch mal für was Anderes einzusetzen? Und wenn ich dann speziell an das Thema "Tolkien und kein Ende" denke: wenn sich eine Band davon so angezogen fühlt wie Glass Hammer, ist es dann nicht besser, mal nur eine einzige Idee musikalisch umzusetzen (z.B. die Kneipe), anstatt immer wieder die alte Geschichte von Frodos Reise zu erzählen und sich daran einen Bruch zu heben (wie Glass Hammer selbst auf ihrem Debüt)?

Genug gegrübelt, jetzt wird's Zeit, die Scheibe wieder auszukramen: ich höre sie wieder, ertrage den Blödsinn, dann noch mal, dann fällt mir auf: das Album endet mit dem Kneipengegröle, aber es beginnt in den ersten Tönen nicht damit. Ab dem Ende von Track 1 bis einschließlich Track 6 wird gesungen und gegrölt, insgesamt also auf sechs Songs, aber dann folgen sechs weitere, die irgendwie anders sind: jetzt gibt's zum Teil weibliche Leadvocals, die Instrumentierung ist lyrischer als beim Kneipensingsang: in eine Kneipe passt das gar nicht, dann schon eher zu einem kleinen Trupp fahrender Sänger (ein Schelm, der jetzt an Blackmore's Night denkt). Und der sechste Song in diesem Block (Track 12): ist der nicht fast etwas proggig arrangiert? Ist da nicht sogar mal das ganze Drumkit drin? Hätte man bei einem musikalischen Blinddate hier nicht sogar Glass Hammer wiedererkannt? Und rahmt der Kneipensong zum Schluss nicht das ganze Konzept immerhin so gut ein, dass es als solches deutlich werden kann (wenn auch nur beim x-ten Hördurchgang, weil man den Widerwillen gegen dies Zeugs erst mal überwinden muss)?

Ich werde mich hüten, diese Fragen auch noch zu beantworten. Hör es einfach selbst, lieber Leser, und BILD dir deine Meinung...

Anspieltipp(s): Mirkwood (besonders für Blackmore's Night-Fans :-)
Vergleichbar mit: Es gibt einen Song von Mostly Autumn's erstem Album, der nicht umsonst "Out of the inn" heißt: der Anfang davon gibt die Stimmung dieses Albums ganz gut wieder - nur ist bei Mostly Autumn die Produktion so, dass man gleich hört: es ist nicht so ernst
Veröffentlicht am: 8.10.2003
Letzte Änderung: 9.5.2013
Wertung: keine Ich lass das mal: nach Prog-Kriterien kann ich das nicht bewerten, und andere fallen mir dazu nicht ein...

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Von: Kristian Selm (Rezension 2 von 3)


Seit ihrem 1993er Debüt "Journey of the Dunadan", welches im Stil einer Tolkien-inspirierten Rock-Oper gehalten war, kamen immer wieder Nachfragen von den Fans, wann Glass Hammer endlich mal wieder ein ähnliches Album herausbringen würden. Angesichts der Verfilmung von "Der Herr der Ringe" schien der richtige Augenblick gekommen zu sein und so setzt "The middle earth album" diese Tradition fort. Es handelt sich also keineswegs um eine neue Richtung der Band, sondern um etwas, was die Band sowieso irgendwann mal wieder machen wollte.

Musikalisch braucht man sich nicht auf die Suche nach Bombast, Komplexität, Instrumente wie Hammond oder Mellotron zu begeben, "The middle earth album" findet sich die in einer der Taverne von Middle Earth wieder, wo die Gefährten einfach einen lustigen Abend verbringen und ein Lied nach dem anderen anstimmen. Die CD hat somit den Charakter eines musikalischen Hörspiels, die ausgelassene Trinkatmosphäre in einer dunklen Spelunke. Musikalisch geht es deutlich Richtung lebenslustigen, einfach gestrickteren Folk, der mal mittelalterlich oder auch keltisch klingt. So steht bei den meist relativ kurzen Songs auch nicht die Musik, sondern mehr der Text, die Stimme im Vordergrund, wozu auch die diversen, augenscheinlich klassisch ausgebildeten Sänger/-innen ihren Teil beitragen. Nach dem Ausflug in die Taverne mit den schunkeligen Trinkliedern folgen noch einige, progressiv angehauchtere Songs, die zwar auch fast rein akustisch gehalten sind, musikalisch jedoch vielschichtiger und abwechslungsreicher, mit mehr Schwung daherkommen.

Somit ist "The middle earth album" deutlich ruhiger, folkiger, akustischer angelegt und repräsentiert damit auf leichtfüßige Weise die andere, nicht immer ganz so spannende Seite von Glass Hammer.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 5.12.2004
Letzte Änderung: 5.12.2004
Wertung: keine

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 3 von 3)


Soeben bin ich der Zeitmaschine "Chronometree" entstiegen und ...platsch..., werde ich kalt abgeduscht. Das geht gar nicht, was Glass Hammer uns hier im Windschatten der Peter Jackson-Trilogie unterjubeln.

Henning hat sich die Mühe gemacht, das "warum" dieses Albums ergründen zu wollen. So weit kann und will ich nicht gehen. Ich würde wohl kläglich scheitern. Er hat die Musik ausführlich beschrieben. Von mir nur ein paar stichwortartige Assoziationen: Folk, Musical, The Pogues, drei Nüsse für Aschenbrödel, Dead can Dance, Monotonie, Cotton Eye Joe... Vor allem die erste Hälfte des Albums erfordert sehr viel Durchhaltevermögen.

Wer sich da irgendwo wiederfinden kann, wen die eine oder andere Assoziation reizt, der mag an diesem Album eventuell seine Freude haben. Wer etwas im Stile des Vorgängers erwartet, wird ähnlich enttäuscht sein, wie ich.

Ich habe sehr viel von Tolkien gelesen (u.a. weite Teile der "history of middle earth"), aber so uniform und langweilig wie auf diesem Album war's da nirgendwo. Ich würde mich in keinster Weise als ausgewiesenen Kenner der Folkmusik bezeichnen. Aber da gibt's für meinen Geschmack spannendere Sachen im Bereiche des Prog als diese Platte (z.B. Jethro Tull, Ritual oder sogar Kate Bush).

Es lohnt sich in jedem Fall, zuerst mal in das Album reinzuhören.

Anspieltipp(s): Mithrandir
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 29.11.2010
Letzte Änderung: 9.5.2013
Wertung: keine

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Glass Hammer

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1993 Journey of the Dunadan 5.00 2
1995 Perelandra 7.67 3
1997 Live And Revived 5.50 2
1998 On To Evermore - The Story Of Ariana And The Sculptor 8.33 3
2000 Chronometree 12.00 4
2002 Lex Rex 11.67 3
2004 Lex Live (DVD) 7.00 1
2004 Live at NEARfest 11.75 4
2004 Shadowlands 9.75 4
2005 The Inconsolable Secret 8.50 4
2006 Live At Belmont (DVD) 7.00 2
2007 The Compilations 1996 - 2004 10.50 2
2007 Culture of Ascent 8.80 5
2008 Live At The Tivoli (DVD) 8.00 1
2009 Three Cheers For The Broken Hearted 4.00 2
2010 IF 8.33 6
2011 Cor Cordium 7.67 3
2012 Perilous 10.50 2
2014 Ode To Echo 11.00 2
2015 The Breaking Of The World 11.50 2
2015 Double Live 10.00 1
2016 Valkyrie 10.50 2
2017 Untold Tales 12.00 1

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