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Pink Floyd

Delicate Sound of Thunder (Video)

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1989
Besonderheiten/Stil: live; Melodic Rock / AOR
Label: EMI-Picture Music International
Durchschnittswertung: 4/15 (1 Rezension)

Besetzung

David Gilmour guitars, vocals
Nick Mason drums
Richard Wright keyboards, vocals

Gastmusiker

Jon Carin keyboards, vocals
Tim Renwick guitars, vocals
Guy Pratt bass, vocals
Scott Page saxophones
Gary Wallis percussion
Margret Taylor backing vocals
Rachel Fury backing vocals
Durga McBroom backing vocals

Tracklist

Disc 1
1. Shine on you crazy diamond (Intro)
2. Signs of life
3. Learning to fly
4. Sorrow
5. The dogs of war
6. On the turning away
7. One of these days
8. Time
9. On the run
10. The great gig in the sky
11. Wish you were here
12. Us and them
13. Comfortably numb
14. One slip
15. Run like hell
16. Shine on (Reprise)   (läuft während der End-Credits)


Rezensionen


Von: Henning Mangold @


Was will man eigentlich sehen, wenn man sich ein Konzertvideo anschaut? Die Musiker oder deren Image? Nun, wer auch immer diese Konzertausschnitte gefilmt hat, hat sich entschieden (bzw. ist entsprechend angewiesen worden): er hat das Pink-Floyd-Image auf Spielfilmlänge gebracht.

Ich persönlich sehe Konzertvideos recht gern, weil ich (der trockene Theoretiker, der kein einziges Instrument spielt) daraus etwas lernen kann – zum Beispiel, welches Instrument für welchen Effekt eingesetzt wird. In dieser Aufnahme kann ich diese Absicht komplett vergessen. Ich sehe: Lichter und Laser (wozu mir assoziativ der Name der George-Lucas-Firma "Industrial light and magic" einfällt), Gilmours Gesicht (weniger seine Hände), Wright ganz selten (und fast nur dann, wenn er mal was singt), Mason (dann, wenn er recht bequem von links nach rechts trommelt). Ach ja, nicht zu vergessen: Ich sehr natürlich auch die drei Background-Sängerinnen (und eine von denen – die ganz rechts – sieht echt umwerfend gut aus!), wie sie herumtänzeln. Und ab und zu kommen die Gastmusiker ins Bild, wenn sie sich mal richtig ins Zeug legen müssen (am besten während "One slip"; nur der Saxophonist hat das Glück, öfter von der Kamera erfasst zu werden).

Zur Musik dieses Albums habe ich mich ja schon geäußert. Ich kann nun ganz getrost hinzufügen: die visuelle Umsetzung ist noch schlimmer. Da kommt zu Beginn das "Shine on"-Intro, wird aber nach Gilmours anfänglichem Solo abrupt abgebrochen (schon das ist eine Frechheit sondershausen), um ein zweites "Intro" in Form von "Signs of life" anzuhängen (natürlich nur aus zwei Gründen: weil das damals aktuelle Album "A momentary lapse of reason" damit beginnt und weil jetzt die runde Videowand mit dem Ruder-Schönling vorgeführt werden muss). Diese Projektionsfläche (die optisch aus einem riesigen Gong der Pf-Frühphase hervorgegangen ist) kommt dann im Folgenden andauernd zum Einsatz – z.B. in "On the run", das so, wie es hier präsentiert wird, eigentlich völlig kontextfrei und damit sinnlos ist (siehe Tracklist), aber das Auge will ja auch was haben: Videos gucken und ein Konzert dabei hören – was will der MTV-Konsument mehr?

Wer bis jetzt aufmerksam gelesen hat, dürfte längst mitbekommen haben, dass die sich die Tracklist des Videos von der auf der CD unterscheidet: klar, der Kunde soll schließlich Beides kaufen! Und die hier zusätzlichen Tracks scheinen hauptsächlich wegen der Videofilme hinzugefügt worden zu sein – was ich über "On the run" geschrieben habe, gilt auch für die "Dogs of war". Es gibt auch den "Great gig in the sky" nicht auf der Audio-CD: Klar, denn die drei attraktiven Damen will der Video-Fan nach Meinung der Band wahrscheinlich lieber sehen als nur hören. All das scheint viel wichtiger genommen zu werden als die Musiker und ihr Handwerk.

Und wenn dann zum Schluss bei "Run like hell" die Feuerwerke abgebrannt werden und sogar der Bühnenrand flackert, dann wird endgültig klar, wie dicht dieser Konzertfilm am Stil gefilmter Auftritte von Leuten wie Madonna oder Kylie Minogue dran ist, wo es auch nur auf Sänger und Bühneneffekte ankommt; dieses Dokument liefert gute Indizien für den Verdacht, dass Pink Floyd wohl doch eher nicht zum Prog gezählt werden sollten, jedenfalls nicht mehr seit Waters' Ausstieg.

Fazit: Für ernsthaft musikinteressierte Progfans ist dies eins der überflüssigsten Konzertfilme, die ich kenne.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: irgendeinem gepflegten Gala-Abend
Veröffentlicht am: 13.11.2003
Letzte Änderung: 27.3.2013
Wertung: 4/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Pink Floyd

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1967 The Piper at the Gates of Dawn 9.50 5
1968 A Saucerful Of Secrets 10.00 6
1969 More 9.75 4
1969 Ummagumma 11.33 4
1970 Atom Heart Mother 11.33 4
1971 Meddle 12.00 3
1971 Relics 9.00 2
1972 Obscured By Clouds 9.67 4
1973 The Dark Side of the Moon 12.29 7
1974 Masters Of Rock - 1
1975 Wish You Were Here 11.00 8
1977 Animals 13.00 6
1979 The Wall 8.40 7
1981 A Collection Of Great Dance Songs 11.00 1
1983 The Final Cut 8.75 8
1987 A Momentary Lapse of Reason 6.75 4
1988 Delicate Sound of Thunder 9.33 3
1994 The Division Bell 5.40 5
1995 London '66-'67 - 1
1995 P.U.L.S.E. 9.00 3
2000 Is there anybody out there? - The Wall live 1980/81 7.00 1
2003 Live at Pompeii (DVD) 12.00 4
2003 The Pink Floyd & Syd Barrett Story (DVD) 7.00 1
2005 London 1966/1967 (DVD) - 1
2006 P.U.L.S.E. (DVD) 10.00 2
2011 Discovery - 1
2014 The Endless River 10.00 5

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