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24551 Rezensionen zu 16784 Alben von 6538 Bands.
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Symphony X

Symphony X

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1994 (erschien 1996 bei InsideOut)
Besonderheiten/Stil: Progmetal
Label: Inside Out Music
Durchschnittswertung: 8.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Michael Romeo guitars
Rod Tyler vocals
Michael Pinnella keyboards
Thomas Miller bass
Jason Rullo drums

Tracklist

Disc 1
1. Into the dementia 1:01
2. The raging season 5:01
3. Premonition 5:37
4. Masquerade 4:28
5. Absinthe and rue 7:16
6. Shades of grey 5:41
7. Taunting the notorious 3:20
8. Rapture or pain 5:05
9. Thorns of sorrow 3:54
10. A lesson before dying 12:07
Gesamtlaufzeit53:30


Rezensionen


Von: Henning Mangold @ (Rezension 1 von 2)


Es gibt Musiker, die legen alles, was sie draufhaben, einzig und allein in ihr Debütalbum, weshalb sie später dessen Qualität nie wieder erreichen werden. Und es gibt welche, über deren Debüts man so viele Augen zudrücken muss, dass spätere Fans sie wahrscheinlich oft nur der Vollständigkeit halber kaufen, ohne sie ernsthaft noch einmal anhören zu wollen.

Das Debüt von Symphony X liegt in einer angenehmen Mittelposition zwischen diesen Extremen: einerseits ist es schön zu wissen, dass die Band sich mittlerweile enorm gesteigert hat; andererseits würde das Debütalbum heute wahrscheinlich längst zu den Klassikern des Progmetal gehören, wenn die Band sich nicht mehr gesteigert oder gar getrennt hätte. Aus heutiger Perspektive ist es leicht zu sagen, das erste Album sei noch nicht so ausgereift gewesen, aber wenn ich mir Mühe gebe, es wirklich mal isoliert vom jetzigen Überblick zu hören, wird mir klar, wie gut es ist. Ich schicke diese Vorbemerkungen voraus, damit gewisse kritische Bemerkungen gleich im richtigen Rahmen erscheinen:

Shadow Gallery war die Band gewesen, die schon mal in ein Booklet den Satz "Long Live Freddie Mercury" reingeschrieben hatte. In Symphony X's Erstling findet sich ein solcher Satz nicht, aber er hätte gepasst. Die Gruppe, die hier noch mit anderem Sänger und Bassisten auftrat als später, spielt mit Queen-Arrangements, dass es die reine Freude ist: schon in "The raging season" findet sich die May-Gitarre neben Vokalsätzen a la Queen, und auch im weiteren Verlauf des Albums tauchen diese Elemente immer wieder auf, freilich innerhalb eines soliden Metallgerüsts, so dass die Musik insgesamt weniger spielerisch oder gar humorvoll rüberkommt als beim großen Vorbild, aber das ist sicherlich beabsichtigt.

Dieses Album macht Spaß: es fordert den Metalhead zum Rocken auf und den Progfan zum Mitfreuen über die Frickeleinlagen vom Keyboard und von Romeos (schon hier) unverwechselbarer Gitarre, die zum Teil dem Stil von Yngwie Malmsteen nacheifert. Mit allzu hohen Erwartungen sollte man jedoch noch nicht an die Scheibe herangehen, wenn man bisher vor allem die "Divine wings" oder die "Odyssey" gehört hat, aber wer die Gruppe mag, sollte dieses Album keineswegs links liegen lassen.

Zweifellos finden sich hier und da kleine Schwächen, z.B. das Ausblenden am Ende von "Premonition" sowie im Schlusstrack, das m.E. den unbefriedigenden Abschluss eines ansonsten sorgfältig aufgebauten Songs darstellt; auch sind manche Stücke letztlich zu lang, weil sie durch gelungene Instrumentalübungen aufgepeppt werden, obwohl man sich den wiederholten Refrain längst übergehört haben kann – das fällt mir z.B. auf in "Absinthe and rue" und "Rapture or pain". Innerhalb einer so simplen Liedstruktur zu frickeln bedeutet, die Virtuosität unter Wert verkaufen zu müssen, ohne dass der Song an Wert gewinnt. All diese Songs sind zwar eingängig, dürften aber nach mehrmaligem Hören einen stärkeren Abnutzungseffekt im Ohr hinterlassen als spätere Werke der Gruppe.

Immerhin ist schon ein meisterhafter Longtrack zu finden: "A lesson before dying" bettet in ein fast lyrisches Liedgerüst einen Instrumentalteil ein, dessen Qualität deutlich aus dem Album heraussticht: hier entwickelt sogar der Bass ein bemerkenswertes Eigenleben, wie es auch in anderen Songs wünschenswert gewesen wäre. Aber das Reizvolle an Debütalben guter Bands liegt ja oft gerade in deren Unfertigkeit, die auch der anspruchsvolle Hörer mal schmunzelnd und wohlwollend in Kauf nehmen kann.

Anspieltipp(s): Masquerade
Vergleichbar mit: Queen im Heavy-Frickel-Gewand
Veröffentlicht am: 18.11.2003
Letzte Änderung: 10.10.2013
Wertung: 9/15

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Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 2 von 2)


Zum Debütalbum von Symphony X gibt es folgende, sehr wahrscheinlich falsche Entstehungsgeschichte: Michael Romeo soll mit seinem Soloalbum "The Dark Chapter" bei einer japanischen Plattenfirma derart viel Eindruck geschunden haben, dass man dem Gitarristen einen größeren Deal in Aussicht stellte unter der Bedingung, dass er eine live-taugliche Band zusammenstelle. Nun, ob's wirklich so war? Immerhin würde das erklären, dass die Band seit jeher auf ebenjenen Michael Romeo und Keyboarder Michael Pinella (der ja auf "The Dark Chapter" ebenfalls ausgeholfen hatte) zugeschnitten ist und zudem praktisch keine nennenswerte Vorgeschichte vor "Symphony X" hat.

Betrachtet man die Bandgeschichte seitdem rückwärts, sticht "Symphony X" natürlich als "das Album ohne Russell Allen" heraus. Deshalb wäre es auch sinnvoll, zunächst einmal auf Rod Tyler einzugehen: Die Stimmlage ist eigentlich ähnlich, wenn nicht gar etwas höher, nur hat der Junge offenbar etwas weniger Volumen in der Stimme als sein Nachfolger. Kräftig-tiefe Passagen, wie sie seit "The Odyssey" immer mehr in Mode gekommen sind, aber auch vorher zweifelsohne schon vorhanden waren, entfallen also. Umgekehrt erlaubt gerade diese etwas höhere und reibungsarme Stimme problemlos Passagen wie den kurzen Queen-artigen Kanon in "The Raging Season" oder der Chor in "Thorns Of Sorrow".

Ansonsten fällt noch die etwas schwachbrüstige Produktion auf. Sobald Michael Romeo mal ins Solieren kommt, hängt seine Gitarre im Klangbild deutlich zurück (besonders übel: das regelrecht verwaschene Solo in der Mitte von "Shades Of Grey"), lediglich die Riffs machen einigermaßen Druck. Ansonsten haben wir es hier mit den üblichen Früh-90er-Mangelerscheinungen zu tun: Pappiges Schlagzeug, dünne MIDI-Keyboards, und es liegt an Gesang und Bass, das ganze irgendwie zusammenzuhalten. Auch spielerisch ist die Band noch nicht ganz auf der Höhe, immer wieder mal kommt die Musik etwas ins Stocken (man achte beispielsweise mal im Outro von "Premonition" auf das Schlagzeug, oder den versuchsweise auf groovig getrimmten Part ab ca. 1:25 Minuten in "Shades Of Grey").

So, haben wir die Designargumente erst mal abgehakt und kommen nun zum Kern. Denn ein Album steht und fällt ja mit der Qualität seiner Songs. Und hier zeigen Symphony X schon eine beachtliche Frühform: Alles da, was man auch von den Folgealben kennt, also dieser Gegensatz von schweren, groove-lastigen Riffs, neoklassischem Keyboardbombast und eingeschobenen Frickelpassagen, eine Prägung von nichttrivialen Harmonien und ein Hang zur Polyphonie - ihren Stil hat die Band hier im Prinzip schon gefunden. Lediglich die Schwächen in Produktion und Durchführung verhindern hier, dass einige Passagen in "Absinthe And Rue" oder "Masquerade" den gleichen Zug entwickeln wie ihre Konterparts auf "The Divine Wings Of Tragedy".

Nun, das wäre allerdings auch noch nicht alles zu den Kompositionen auf "Symphony X". Denn wie ab und an mal auffällt, hat die Band indes das Gespür für die Gewichtung noch nicht ganz drauf. So endet "Absinthe And Rue" im Prinzip nach 4:11 Minuten, ehe dann ein wie angepappt klingender Instrumentalpart folgt, hernach der Refrain noch mal aufgewärmt wird und wieder so ein agglutiniertes Outro folgt. Da ist die Balance beispielsweise in "Premonition" (mit schön langem Intro) oder die gänzlich auf streckende Elemente verzichtenden "Taunting The Notorious" und "Thorns Of Sorrow" (hier ist gerade das Ende bezeichnend) wesentlich besser. Abgesehen hiervon fällt vielleicht noch auf, dass "A Lesson Before Dying" einige für Bandverhältnisse merkwürdig süßliche Melodien aufweist. Ah ja, und für einen Longtrack klingt die Nummer ebenfalls ein wenig gestreckt - zumindest dümpeln einige Instrumentalpassagen so vor sich hin.

Also, unterm Strich ist Symphony X vor knapp 21 Jahren ein Debütalbum gelungen, das schon einen guten Einblick in das gab, was die Band in den Folgejahren erreichen wollte und auch erreichte. Die Mängel dagegen sind für so ein frühes Album wohl typisch und wurden, wie sich schließlich gezeigt hat, auf den Nachfolgealben mittelfristig eher nicht wiederholt. Somit ist "Symphony X" als Album an sich zwar passabel, wenn auch nicht essenziell, als Debüt und Standortbestimmung aber zumindest aufschlussreich.

Anspieltipp(s): Premonition, Thorns Of Sorrow
Vergleichbar mit: Yngwie Malmsteen, Stratovarius (die frühen), Queen
Veröffentlicht am: 10.10.2015
Letzte Änderung: 10.10.2015
Wertung: 8/15
Die besseren Songs verdienen so eine 10-11

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Symphony X

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1995 The damnation game 8.00 2
1997 The Divine Wings of Tragedy 12.67 3
1998 Twilight in Olympus 9.00 2
2000 V (The new mythology suite) 11.67 3
2001 Live on the edge of forever 10.00 1
2002 The Odyssey 12.50 2
2007 Paradise Lost 9.50 4
2011 Iconoclast 4.50 2
2015 Underworld 12.00 1

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