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The Pineapple Thief

137

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2002
Besonderheiten/Stil: ArtPop; Independent / Alternative; Psychedelic
Label: Cyclops
Durchschnittswertung: 10/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Bruce Scoord guitars, vocals, keyboards, samples, programming, strings arrangements
Adrian Scoord mellotron, keyboards, piano, misc synths
Nick Lang drums, percussion, backing vocals
Mark Harris bass guitar

Tracklist

Disc 1
1. Lay on the tracks 4:44
2. Perpetual night shift 5:27
3. Kid chameleon 6:56
4. Incubate 3:28
5. Doppler 7:33
6. Ster 4:05
7. 137 5:09
8. Release the tether 5:09
9. How did we find our way? 3:54
10. Preserve 5:44
11. Warm me 3:36
12. PVS 11:29
13. Md one 3:48
Gesamtlaufzeit71:02


Rezensionen


Von: Henning Mangold @ (Rezension 1 von 2)


Wäre ich schreckhaft, könnte ich folgenden Alptraum erleiden:

Ich liege auf der Couch eines strengen Psycho-Progtologen, der mit mir das beliebte Spiel "Freie Assoziationen zu vorgegebenen Begriffen" spielt. Zunächst halte ich mich ganz gut im Rennen: Sagt er "The Knife", antworte ich mit "Forgotten Sons", auf "Ummagumma" antworte ich brav "Mammagamma", auf "Nights in white satin" kontere ich gekonnt mit "Poor man's Moody Blues". Aber dann sagt er "Pineapple Thief", und ich weiß nicht weiter. Das heißt, ich weiß schon was, aber es geht mir nicht über die Lippen; DAS kann doch nicht die erwartete Antwort sein, es ist viel zu einfach. Und die Musik von Pineapple Thief kenne ich in dem Traum gar nicht, ich kann nur vom Bandnamen ausgehen. Ich stottere erst mal was von "Apple Records", er schüttelt missbilligend den Kopf; ich versuch's mit "When the apple blossoms bloom in the windmills of your mind....", und er greift unter den Worten "ELP – so'n Stuss" schon in den Schrank mit den Psychopharmaka; schließlich merke ich, dass ich mit den Äpfeln hier nicht weiterkomme, während er schon was von Elektroschocks in seinen Bart murmelt. Und während er mir fast die ersten Elektroden reinrammt, stoße ich mit letzter Kraft "Porcupine Tree" hervor, und er lächelt mich nur an: "Warum nicht gleich so?"

War das wirklich so schwer zu erraten? Die Bandnamen haben gleiche Silbenzahl, die Initialen PT passen auch überein, und die Musik sowieso. Und mehr muss dazu nicht gesagt werden?

Doch, es muss. Pineapple Thief sind für mich so etwas wie die poppige Retro-Version von Porcupine Tree, was aber nicht heißt, dass sie wirklich retro wären und Pop produzierten, sie bemühen sich nur nicht ganz so sehr darum, Avantgarde hervorzubringen, obwohl es genau das ist, was ihre Musik bisweilen vermittelt, und in der Britpop-Disco haben sie auch ein Chillout-Zimmer gemietet, aber der Mietvertrag ist noch nicht unterschrieben, und deshalb haben sie keinerlei Hemmungen, einfach mit dem Mellotron zu proggen...

Na gut, ich sag's noch deutlicher: Pineapple Thief schaffen es, die Atmosphäre von Porcupine Tree mit der Spielfreude der Beatles zu kombinieren, jedenfalls auf diesem Album (das folgende sollte deutlich melancholischer ausfallen). Nun ist "137" sehr lang geraten und enthält viele Songs; dabei bleibt nicht aus, dass manche etwas zu leicht geworden sind. Scoord selbst sagt auf der Band-Website, dass er die Titel 4 und 11 komplett weglassen würde, wenn er das Album noch mal einspielen sollte. Diese Songs gehören in der Tat zu den Schwächen des Albums, sie sind aber nicht die einzigen dieser Machart; gelegentlich scheint es, als seien die Niveaukontraste von Track zu Track absichtlich so unterschiedlich angelegt worden, damit Fans aus beiden Richtungen beim ersten Hören den Eindruck bekommen, immer wieder etwas für ihren jeweiligen Geschmack geliefert zu bekommen.

Falls sich das nun aber so liest, als sei das Album durch Billigzugaben gestreckt worden, muss ich betonen, dass es erstens mit 71 Minuten ohnehin ziemlich lang ausgefallen ist (fehlten die Popsongs, wäre es immer noch ausreichend lang) und dass die guten Stücke wirklich ohne Einschränkung sehr gut sind, allen voran "Kid Chameleon", "Doppler", "PVS" und das Titelstück "137". Diese Songs sind schon fast das ganze Album wert, jedenfalls für Fans der Steven-Wilson-Sparte (der Schluss von PVS erinnert sogar ein wenig an no-man). Es finden sich auch die typischen Porcupine-Tree-Merkmale wie starke Gitarren, substanzreiche Bässe und gelegentliche Loops und Samples. Allenfalls Schlagzeug-Fetischisten dürften mit Pineapple Thief nicht völlig zufrieden sein, klingt doch das Drumset irgendwie recht dumpf und kontrastarm abgemischt; das kann allerdings sogar Absicht sein, um die postmoderne Depri-Stimmung des Gesamteindrucks besser zu betonen. Auf jeden Fall ist diese Band aber noch ausbaufähig und könnte mit den Jahren immer besser werden.

Anspieltipp(s): Kid Chameleon
Vergleichbar mit: Porcupine Tree
Veröffentlicht am: 27.11.2003
Letzte Änderung: 17.3.2014
Wertung: 9/15

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Von: Kristian Selm (Rezension 2 von 2)


Schon komisch, dass die für das Cyclops Label musikalisch ziemlich untypischen CDs, auch zu den interessantesten gehören. Erst waren es Henry Fool mit ihrem Debüt, jetzt sorgen Pineapple Thief mit ihrem schlicht "137" betitelten zweiten Werk für erneutes Aufsehen.

Ist es nur Zufall oder Absicht, dass sich sowohl Pineapple Thief, wie auch Porcupine Tree mit PT abkürzen lassen? Wie dem auch sei, auf jeden Fall findet man einiges vom musikalischen Ansatz von Porcupine Tree auch bei Pineapple Thief wieder, die man grob als melancholische Schnittmenge aus Radiohead, Porcupine Tree, Smashing Pumpkins und einem kleinen Schuss Travis einordnen könnte. Natürlich tut man damit den Briten wirklich unrecht sie mit diesen Vergleich zu belasten, denn sie bewegen sich dennoch auf eigenem Terrain, schaffen es auf sehr interessante Weise eingängige, poppige Ideen mit psychedelischen Kanten, progressiven Wendungen, aber auch jeder Menge schrammelnden Gitarren Rock zu vereinen. Und trotz mancher sehr griffiger Melodie klingen Pineapple Thief in keinem Moment flach oder nach schon tausendmal Gehörtem.

Mit einer traurigen, das ganze Album durchziehenden Atmosphäre, mit fließenden, fast schon schwebenden Soloteilen, etlichen elegant verwobenen Dynamiksprüngen schafft man Kontraste, ohne abzustoßen. Dazu kommt die elegante Verbindung zu den Sounds der Vergangenheit, denn neben den dominierenden Gitarrenakkorden, darf es auch mal u.a. etwas Mellotron oder Fender Rhodes sein.

Eigentlich war Pineapple Thief zunächst nur ein Nebenprojekt von Vulgar Unicorn Musikern. Doch inzwischen dürften sie damit den Erfolg ihrer eigentlich Band unbeabsichtigt überflügelt haben. Zwar bewegen sich Vulgar Unicorn im Vergleich auf etwas anderem musikalischen Terrain, doch bei Pineapple Thief klingt inzwischen alles sehr schlüssig, in sich stimmig.

Somit kann man "137", wie natürlich auch das Debüt "Abducting the unicorn" für offene Ohren wärmstens empfehlen, auch wenn das Debüt noch etwas überzeugender ausgefallen ist.

Anspieltipp(s): Kid Chameleon, Doppler, PVS
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 23.9.2004
Letzte Änderung: 12.10.2004
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von The Pineapple Thief

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1999 Abducting the unicorn 12.50 2
2003 Variations on a Dream 12.00 2
2005 10 stories down 10.00 2
2005 4 stories down (EP) 10.00 1
2006 Little Man 12.00 2
2007 What we have sown 11.50 2
2008 Tightly Unwound 9.75 4
2010 Someone here is missing 11.00 2
2012 All The Wars 11.00 2
2013 Build a World 11.00 1
2014 Magnolia 10.50 2
2016 Your Wilderness 8.00 2
2017 Where We Stood 11.00 1

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