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Kingdom Come

Galactic Zoo Dossier

(Archiv-Tipp 7/2011)
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1971 (CD-Reissues von Sanctuary Records und Esoteric Recordings)
Besonderheiten/Stil: Folk; HardRock; Klassischer Prog; Rock / Pop / Mainstream; Psychedelic; RIO / Avant; sonstiges
Label: Polydor
Durchschnittswertung: 12/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Arthur Brown Voice
Julian Brown VCS3 Synthesizer
Andrew Dalby Guitars,Vocals
Desmond Fisher Bass
Michael Harris Organ
Martin Steer Drums
Denis Taylor Lights

Tracklist

Disc 1
1. Internal Messenger 5.08
2. Space plucks 3.21
3. Galactic zoo 2.32
4. Metal monster 2.06
5. Simple man 3.03
6. Night of the pigs 1.04
7. Sunrise 6.51
8. Trouble 2.07
9. Brains 0.53
10. Medley

1. Galactic zoo (Part 2)
2. Space plucks (Part 2)
3. Galactic zoo (Part 3)

3.18
11. Creep 0.46
12. Creation 3.19
13. Gypsy Escape 7.37
14. No time 6.27
15. Metal monster (Alt. version)   (Bonustrack CD-Reissue) 1.49
16. Space plucks dem bones   (Bonustrack CD-Reissue) 5.53
17. Sunrise (Alt.Version)   (Bonustrack CD-Reissue) 6.33
Gesamtlaufzeit62:47


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 2)


Erinnert sich noch jemand an den schrägen, gerade noch chartskompatiblen, Song "Fire" von Crazy World of Arthur Brown Ende der 60er? Derselbe Mann, der damals durch seine außergewöhnliche, hysterische Stimme und seine Bühnenpräsentation auffiell, hat, nachdem ihn die Musiker (darunter Vincent Crane und Carl Palmer) wegen Untätigkeit verlassen hatten, Anfang der 70-er eine theatralische Progband Kingdom Come gegründet. Der Gesang des "Madman" (Selbsteinschätzung des Musikers) Arthur Brown, ist auf dem Debütwerk der Band gleich geblieben: Ungeheuer variabel, zwischen spitzen Schreien und schwülstig klingenden tiefen Lagen wechselnd. Unverändert ist auch Browns Vorliebe für bizarre Texte und Bühnenverkleidungen. Passend zum Song "Creation", der sich mit dämonischer Göttlichkeit beschäftigt, ließ sich Brown schon mal auf der Bühne kreuzigen. Nur symbolisch versteht sich. Bei so viel Theatralik kam die Musik aber keineswegs zu kurz.

Mainstreamig ausgerichtete Songthemen werden immer wieder durch proggige Orgel-Passagen und solche mit durchkomponierten Orgel/Gitarre-Dialogen unterbrochen. Die dunklen, zerbrechlichen Gesangsthemen mit leiser Orgelbegleitung verraten geistige und musikalische Verwandschaft mit Van der Graaf Generator. Die rhythmisch verspielten Fragmente scheinen wiederum einige Ähnlichkeit mit Captain Beefhearts Musik zu besitzen. Die psychedelischen, freakigen Studio-Spielereien weisen den Weg zu einigen beeindruckenden anarchistischen Momenten.

Für meine Begriffe ist "Galactic Zoo Dossier" eine der außergewöhnlichsten Platten des Jahres 1971.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 4.12.2003
Letzte Änderung: 9.12.2003
Wertung: 12/15

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 2 von 2)


1969 gab es The Crazy World of Arthur Brown nicht mehr, Vincent Crane und Carl Palmer hatten sich verabschiedet, um mit Nick Graham Atomic Rooster aus der Taufe zu heben. Brown tat sich wieder mit dem ehemaligen Crazy-World-Schlagzeuger Drachen Theaker zusammen (der einige Monate zuvor auf Cranes Initiative für Palmer gehen musste) und startete das Projekt Puddletown Express, eine ziemlich freiformatigen Improvisationstruppe, die mit "Strangelands" auch ein Album eingespielt hat, welches erst 1988 posthum veröffentlicht wurde (allerdings unter dem Bandnamen Crazy World Of Arthur Brown).

Um das Jahr 1970 herum versuchte Brown dann eine neue, etwas geordnetere Band zusammenzustellen. Mit Hilfe von Dennis Taylor, der einst als Roadie für The Crazy World begonnen hatte, inzwischen aber zum Koordinator der Licht- und Bühnenshows der Brownschen Projekte aufgestiegen war, suchte Brown sich eine neue Band zusammen. Kingdom Come wuchs schließlich zum Sextett heran (plus Taylor), das neben Bass, Schlagzeug und E-Gitarre mit Julian Brown (kein Verwandter) und Michael Harris gleich zwei Tastendrücker beinhaltete.

1971 erschien mit "Galactic Zoo Dossier" das erste Album von Browns Projekt und das ist eine ziemlich bemerkenswerte Scheibe. Im Grunde macht Brown hier da weiter, wo er mit The Crazy World aufgehört hat. "Internal Messenger" klingt noch sehr nach dem protoprogressiven Orgelprog von The Crazy World: Wilde Hammond-Linien, druckvolles Getrommel, ein knurrender Bass und der exaltierte Gesang des Meisters. Im weiteren Verlauf des Albums bewegt sich die Musik aber immer mehr in klassisch progressive, teilweise auch in reichlich bizarre, psychedelisch-wirre, mitunter auch leicht experimentelle Gefilde. Eine wichtige Rolle spielt hier der originelle Einsatz des von Brown bedienten VCS3 Synthesizers, der - auch wenn die Orgel klar das dominierende Tasteninstrument ist - immer wieder zischend, fiepend und hupend durch das klangliche Geschehen wabert.

Ziemlich wirr geht es meist auf "Galactic Zoo Dossier" zu, lösen sich hier im 1-2-3-Minutentakt Themen und Ideen ab (auch innerhalb der längeren Nummern). Dazwischen finden sich aber immer wieder ruhigere, fast lyrische Inseln, wie z.B. das wunderschöne "Simple Man" oder das locker dahin gleitende "Trouble". Im Zentrum des Albums steht das dramatische "Sunrise", eine mächtige protoprogressive Ballade, in der Brown sein grandioses Organ bluesig-desperat in Szene setzt. Ansonsten wird hier ein sehr abwechslungsreiches Gemenge an erdig-komplexem angebluestem Gerocke, progressiven Tasteneinlagen, sakralem bis klassischem Georgel, leicht jazzigen Einlagen, druckvollen E-Gitarrenausflügen, psychedelisch-durchgeknallten Klangspielereien, expressiven Textdeklamationen, elektronischen Synthesizerseinschüben, allerlei Effekt- und Tonbandspielereien und freiformatigem Instrumetaldurcheinandern (die mitunter ganz schön schräg ausgefallen sind - man höre das wüste "Creation") geboten.

"Galactic Zoo Dossier" ist eine sehr spannende und farbige Scheibe einer heutzutage weitestgehend obskuren Band, deren Musik in jeder Beziehung - zumindest im Jahre 1971 - progressiv ausgefallen ist. Insbesondere die sehr variantenreichen Gesangseinlagen Browns sind absolut hörenswert und zeitlos. Das derzeit neueste CD-Reissue von Esoteric Recordings, brillant remastert von Paschal Byrne, bietet zudem drei Bonusnummern (Alternativversionen von Albummaterial) und ein sehr informatives Beiheft. Wer spinnerten Kram aus den frühen 70ern schätzt, der sollte dieses unterhaltsame Album nicht verpassen!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 27.6.2011
Letzte Änderung: 4.8.2011
Wertung: 12/15

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