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Kingdom Come

Kingdom Come

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1973
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog; Psychedelic; Zappaeskes; sonstiges
Label: Polydor
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Arthur Brown vocals
Andy Dalby guitar,vocals
Phil Shutt bass,vocals
Goodge Harris keyboards,vcs3
Slim Steer drums

Tracklist

Disc 1
1. The Teacher 1.55
2. A Scientific Experimental Featuring "Lower Colonic Irrigation" 7.25
3. The Whirlpool 4.17
4. The Hymn 8.44
5. Water 8.10
6. Love Is (The Spirit That Will Never Die) 4.20
7. City Melody 6.10
8. Traffic Light Song 2.43
9. Traffic Light Song (Alternative Version) 2.41
10. The Hymn (Alternative Version) 5.58
11. A Scientific Experimental Featuring "Lower Colonic Irrigation" (Alternative Version) 8.43
Gesamtlaufzeit61:06


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @


Die zweite Scheibe von "Kingdom come" ist ähnlich vielschichtig und abwechslungsreich wie "Galactic zoo dossier" ausgefallen. Mit dem Unterschied, dass Browns Gesang nicht mehr so dominant ist (er läßt ab und zu mal andere singen) und der Keyboarder sich diesmal mehr von Keith Emerson beeinflusst zeigt, als von Atomic Roosters Vincent Crane.

Das Vaudeville-artige "The Teacher" (das noch aus der "The Crazy World of Arthur Brown"-Zeit stammt) wird unvermittelt von Gentle Giant-änhlichen, keyboardorientierten Passagen von "A Scientific Experiment Featuring "Lower Colonic Irrigation" unterbrochen. Dieses Stück ist ein gutes Beispiel für die Bandbreite dieser Platte, bzw. dieser Band zu jener Zeit: proggige Orgelpassagen (ein Thema erinnert mich stark an gewisse Teile der "Thick as a brick"-Suite von Jethro Tull), die sich mit theatralischen Comedy-Gesängen, zappaesken Klangeffekten, Studiospielereien und Hörspielelementen abwecheln. Auf "The Whirlpool" kommen verstärkt psychedelisch-anarchistische Akzente zur Geltung. Am Anfang von "The Hymn" trägt Brown ein Gedicht zu dissonanten Pianoeinwürfen und leisem Mellotronhintergrund vor. Nach zahlreichen bruchstückhaften, oder hektischen Einfällen, beinhaltet "The Hymn" im weiteren Verlauf erst einmal progrockig orientierte, ausgespielte Songstrukturen mit diesmal zahmem Gesang von Arthur Brown und songdienlichen Gitarrenparts. Mit "Water" folgt ein entspannt...fließender Song. Gegen Ende tauchen unvermittelt Piano, Harmonium und Mellotron mit einem abrupt abgebrochenen (charakteristisch für diese Platte: man wünscht sich oft ein Thema etwas länger zu hören) Outro auf, das einer frühen Anthony Phillips-Platte entstammen könnte. Ähnlich wie "Water" ist der balladeske Song "Love is the spirit" ein krasses Gegenteil zu den dichten 15 ersten Minuten des Albums. Der theatralische Anfang von "City Melody" greifft textlich ein Thema auf, das sich scheinbar um einen hoffnungslos sturen Schiffskapitän (gespielt von Arthur Brown) dreht. Danach erklingt eine The Nice-meet-Atomic Rooster-Instrumentalpassage, die von seltsamen Stimmen und verstörenden Synthieklängen unterbrochen wird. Es folgen wirre Soundcollagen (man hört u.a. Kirchenglocken, diverse Stimmen, Alltagsgeräusche, sowie einen Chor, der kurz "God save the queen" anstimmt). Der auf einem Gitarrenriff basierender "Traffic Light Song" spart nicht mit witzigen Zitaten und erinnert mich mit seinen schrägen Gruppengesängen an Frank Zappa.

Die zweite Scheibe von Kingdom Come bleibt ein zu Unrecht unbekanntes Werk aus der Blütezeit des Prog, das hoffentlich durch die CD-Wiederveröffentlichung (2003 mit Bonus Tracks) einige neue Hörer finden wird.

Anspieltipp(s): A Scientific Experiment Featuring "Lower Colonic Irrigation"
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 13.12.2003
Letzte Änderung: 13.12.2003
Wertung: 12/15

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