Affenstunde
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Informationen
Allgemeine Angaben
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| Label: |
Liberty Records |
| Durchschnittswertung: |
9.5/15 (4 Rezensionen) |
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Besetzung
| Florian Fricke |
Synthesizer |
| Holger Trülzsch |
Percussion |
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| Frank Fiedler |
Synthesizer-Mixdown |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Ich mache einen Spiegel
1. Dream Part 4 8:40 2. Dream Part 5 4:50 3. Dream Part 49 7:35
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21:05
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| 2. |
Affenstunde
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18:57
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| Gesamtlaufzeit | 40:02 |
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Rezensionen

"Affenstunde", das Debütalbum von Popol Vuh, gehört zu den frühesten Werken der Krautrock-/Elektronik-Szene. Laut einem im Internet gefundenen Artikel soll es sogar die erste Platte einer Rockgruppe sein, auf der der große Moog Synthesizer verwendet wurde.
Das dreiteilige "Ich mache einen Spiegel" beginnt im ersten Teil als strukturloses Synthesizer-Stück. Keine Melodie, kein Rhythmus, lediglich eine Abfolge sanfter, meditativer Klänge. Der zweite Teil ist ausschließlich mit verschiedenen Schlaginstrumenten, hauptsächlich Tablatrommeln, instrumentiert. Den dritten Teil bilden dann wieder freie elektronische Klänge, gerade dieser Teil erinnert stark an das, was einige Jahre später "Kosmische Musik" genannt werden sollte, wie Tangerine Dreams "Zeit": kaum hörbare, raunende Klänge tauchen aus dem Nichts auf, um dorthin alsbald wieder zu verschwinden.
Das Titelstück bietet ebenfalls keine leichte Kost. Erst hört man nur Trommeln und ein dumpfes elektronisches Pulsieren, dann dominieren wieder freie Klänge, aus denen sich nur gelegentlich mal der Ansatz von so etwas wie einer Melodie herausschält.
An sich stehe ich ja kosmischen Klängen wie dem erwähnten "Zeit" sehr aufgeschlossen gegenüber, aber selbst für mich ist "Affenstunde" doch ein ganzes Stück zu überdreht. Überwiegend klingt es doch so, als hätten die Musiker mehr oder weniger wahllos alle Knöpfchen am Synthesizer durchprobiert und dabei vielleicht noch mächtig einen gekifft. Dennoch hat "Affenstunde" eine gewisse historische Bedeutung für die Entwicklung der deutschen elektronischen Musik, so dass Freunde dieser Musikrichtung das Album zumindest mal gehört haben sollten.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
frühe Tangerine Dream |
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| Veröffentlicht am: |
1.1.2004 |
| Letzte Änderung: |
14.9.2006 |
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Nach und nach erscheinen die klassische Werken von Popol Vuh und Florian Fricke als remasterte Neuausgaben bei SPV. Das bietet mir die Gelegenheit, die in meiner Sammlung fehlenden CDs in einwandfreier Qualität zu erwerben.
So habe ich endlich das Debüt der Band in meinem Player und im Gegensatz zu Jochen finde ich das Werk ungemein gelungen. Vom Aufbau erinnert es mich sogar an Bali Agung von Eberhard Schoener.
Wenn ich mir vorstelle, welche Musik um 1970 populär war, kann ich mir vorstellen, wie befremdlich diese Klänge auf den Hörer wirkten. In "Dream Part 4" pulsieren tiefe Moog-Basstöne in langen Wellen durch den Raum und der Sputnik zirpt verloren durch diese Welt. Das nimmt Tangerine Dream oder Klaus Schulze vorweg. "Dream Prt 5" ist eine reine Percussionsorgie, während abschließend klaustrophobische Moogklänge zum ersten Teil dieses Stückes zurückkehren.
"Affenstunde" verbindet beide Klangvorstellungen miteinander. Moog und Percussions treffen aufeinander und nachdem es dunkel, bedrohlich beginnt, kristallisiert sich im Verlauf des Stückes eine immer friedfertigere Atmosphäre heraus. Hier nimmt Fricke seine akustischen Vorstellungen späterer Werke vorweg.
Der Bonustrack "Train through time" scheint um die gleiche Zeit entstanden zu sein. Hier gibt es hohe Synthietöne zu hören, die von schnellen Percussions unterlegt werden (die klingen wie ein Gamelanorchester mit Überschallgeschwindigkeit). Im Verlaufe des Songs kommen schwebende, an ein Saxophon gemahnende Klänge hinzu und Congas verstärken die schon schnelle Rhythmik. Trotzdem klingt der Titel nie nervend, sondern strahlt die Friedfertigkeit von Frickes Musik aus. Für mich mit "Affenstunde" der schönste Titel dieser CD.
Fazit: ein gelungenes Stück Krautrock
| Anspieltipp(s): |
Train through time, Affenstunde |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
5.6.2005 |
| Letzte Änderung: |
5.6.2005 |
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"Affenstunde" von Popol Vuh, 1970 auf dem United-Artists-Schwesterlabel Liberty Records erschienen, war wohl die erste LP aus Deutschen Landen, auf der von einer "Rockgruppe" der grosse Moog-Synthesizer zum Einsatz gebracht wurde. Florian Fricke, Kopf und einzige Konstante in der bis zu seinem Tod im Dezember 2001 gut 30-jährigen Bandgeschichte, Pianist, Musikkritiker und Filmemacher, hatte den Synthesizer Ende der 60er über Eberhard Schoener (damals Chef-Dirigent der Münchner Kammeroper) kennengelernt, der - nach einem Studienaufenthalt bei Bob A. Moog - das Instrument nach München gebracht hatte. Fricke war beeindruckt (Zitat: "Die Musik, die man mit dem Moog machen kann, umfasst schlechthin die Empfindungsmöglichkeiten des Menschen"). Beeindruckt waren wohl auch die Macher von Liberty, die das um Fricke entstandene Trio zur Aufnahme einer LP "aufforderten". Damit ermöglichten sie die Produktion eines der Pionieralben des Krautrock und der Elektronischen Musik.
Meine beiden Vorschreiber haben die auf "Affenstunde" zu findenden Klänge ja schon ausführlich beschrieben. Ich will trotzdem auch noch ein paar Sätze dazu verlieren. Im Gegensatz zu den zeitgleich tätigen, deutschen Elektronikern (Kluster, Tangerine Dream, Ash Ra Tempel, Kraftwerk und etwas später Klaus Schulze), die sich erst einmal der elektronischen Verfremdung und Bearbeitung von "herkömmlichen" akustischen oder elektronischen Instrumenten widmeten (der Synthesizer war entweder gar nicht vorhanden oder spielte noch keine bedeutende Rolle), gibt es auf "Affenstunde" nur den Moog und diverse perkussive Sounds (kein Schlagzeug) zu hören (dazu kommen noch einige wenige Tonbandeinspielungen - Vogelzwitschern, Wasserplätschern, Feuerknistern), alles natürlich auch verfremdet und im Studio bearbeitet (Frank Fiedler war offenbar für die endgültige Abmischung zuständig). Das Ergebnis ist eine eher delikate, wenn auch fremdartige und dissonante Musik, eine Aneinanderreihung von filigranen Klangspielereien und fiependen, pulsierenden, auf- und abwogenden, dahinwabernden Tongespinsten, im Titelstück (und dem Bonustrack) begleitet von der dahinklappernden Perkussion. "Ich mache einen Spiegel - Dream Part 5" bietet dagegen nur perkussive Sounds. Allzu grosse Monotonie oder Repetition vermeiden Popol Vuh und das Ganze kann man als einigermassen abwechslungsreich bezeichnen. In der Bonusnummer "Train Through Time" wird es sogar hektisch und laut (fast wüst). Monotone Klangmassen, wie sie z.B. die Tangs mit "Zeit" und "Atem" auf den Hörer einstürzen lassen, oder komplexe Lärmorgien à la Kluster und Cluster (auf den ersten beiden Alben) gibt es hier nicht zu hören.
"Affenstunde" ist sicher eine sehr eigenartige Platte mit früher Elektronischer Musik, die ich aber erstaunlicherweise ziemlich unterhaltsam, zumindest sehr interessant finde. Zusammen mit dem mächtigen Nachfolger "In den Gärten Pharaos" bietet die Scheibe meiner Meinung nach das Beste, was Popol Vuh gemacht haben. Krautrock- und Elektronikliebhaber sollten das Album kennen!
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
1.11.2006 |
| Letzte Änderung: |
28.11.2006 |
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1970 der Urknall. Irgendwann, Menschwerdung, Ichwerdung, wir sind auf dem Weg. Vogelgezwitscher, ein Bach plätschert. Die Idee des Paradieses manifestiert sich im Kosmos. Es pluckert und zischt und wabert, der Kosmos formt sich, die Idee wird konkret und mündet in das Leben, so gehört in "Ich mache einen Spiegel - Dream Part 4". Der Kosmos findet sein Echo im Menschen. Dieser gibt Antwort. Ekstatisch erhebt er sich in Trance zu seinem Schöpfer. Geist trifft Geist in einem wilden Tanz. Der Mensch wird. Er löst sich von dem/seinen Affen und tanzt sich zum Menschen. Affenstunde - Menschheitsstunde, "Ich mache einen Spiegel - Dream Part 5". "Ich mache einen Spiegel - Dream Part 49", Aufstieg. Der Mensch wird zum Spiegel einer losen Idee. Auch der Kosmos wirkt jetzt geordnet, jetzt gibt es jemanden der ihn beobachtet. In der "Affenstunde" werden Kosmos und Mensch eins. In "Die Erde und ich sind eins" wird Florian Fricke diesen Gedanken noch einmal aufgreifen. Der Mensch singt dem Schöpfergeist und dieser antwortet. Zum Abschluss eine Zugfahrt "Train through Time". Vorbei an den Tänzern, den Sternen, den Menschen und den Affen und am Ende, wieder das Paradies. Ist der Mensch? Er wird, er wird. Einen passenderen Bonustrack hätte man nicht wählen können.
Und die Musik? Wild. Fremdartig. Ungeschliffen manchmal unheimlich. Aber es macht Sinn, wenn man ihm denn Sinn gibt. Keine Melodien und trotzdem harmonisch. Die Weltmusik ist schon in ihrer rhythmischen Urform vorhanden, die später nochmals ihren farbigen Klangfächer öffnet. Die Musik wird filigraner werden, die Spiritualiät, die ausnahmslos jede Popol Vuh Scheibe durchströmt, wird spürbarer, lieblicher. Aber im noch glühend heißen Kern ist schon alles vorhanden, was die Band einmal ausmachen wird. Ein Brocken. Aber nach dem Urknall sah unsere Erde auch nicht anders aus.
| Anspieltipp(s): |
Affenstunde |
| Vergleichbar mit: |
frühen Tangerine Dream aber sanfter |
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| Veröffentlicht am: |
22.8.2012 |
| Letzte Änderung: |
22.8.2012 |
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