SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
19.6.2013
La Coscienza di Zeno - Sensitività
18.6.2013
Arilyn - Shadows Of The Past
Millenium - Ego
17.6.2013
Moon Safari - [blomljud]
16.6.2013
Boris Kovac - Ritual Nova I & II
Jack O'The Clock - All My Friends
Mr. So & So - Truths, Lies & Half Lies
State Urge - White Rock Experience
15.6.2013
October Equus - Permafrost
Pekka Pohjola - Visitation
ATRINA - In Planetary Sugar
Little Atlas - Automatic Day
Schl@g! - Werk
Vienna Circle - Silhouette Moon
14.6.2013
Telergy - The Legend Of Goody Cole
Thieves' Kitchen - One For Sorrow, Two For Joy
Rhùn - Ïh
13.6.2013
Postures - Postures
ARCHIV
STATISTIK
19285 Rezensionen zu 13078 Alben von 4952 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Captain Beefheart

Lick My Decals Off, Baby

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1970
Besonderheiten/Stil: Blues; Jazz; RIO / Avant; Zappaeskes; sonstiges
Label: Reprise Records
Durchschnittswertung: 14/15 (1 Rezension)

Besetzung

Bill Harkleroad "Zoot Horn Rollo" guitars
Mark Boston "Rockette Morton" bass,guitar
John French "Drumbo" drums,percussion,broom
Art Tripp "Ed Marimba" marimba,drums,percussion,broom
Don Van Vliet "Captain Beefheart" vocals,saxes,bass clarinet,harmonica

Tracklist

Disc 1
1. Lick my decals off, baby 2.38
2. Doctor Dark 2.46
3. I Love you, you Big Dummy 2.54
4. Peon 2.24
5. Bellerin' Plain 3.35
6. Woe-Is-uh-Me-Bop 2.06
7. Japan in a Dishpan 3.00
8. I wanna find a woman that'll hold my big toe till I have to go 1.53
9. Petrified Forest 1.40
10. One red rose that I mean 1.52
11. The Buggy Boogie Woogie 2.19
12. The Smithsonian Institute Blues (or the Big Dig) 2.11
13. Space-Age Couple 2.32
14. The Clouds are full of wine (not whiskey or rye) 2.50
15. Flash Gordon's Ape 4.57
Gesamtlaufzeit39:37


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @


Was klingt nach einer Verbindung von Blues, Avantgarde und Free-Jazz, wobei jede Note genau vorgegeben ist, mit Songs, die meistens 2-3 Minuten lang sind? Richtig, das kann wohl nur Captain Beefheart und seine Band von Neulingen (er hat bewußt Halbamateure in die Band geholt, um Egoprobleme zu vermeiden) sein, die Beefhearts verrückt-genialen, mit rhythmisch und melodisch zueinander versetzten Schichten und ständig wechselnden (darunter wie auf dem Titeltrack meisterhaft verzögerten) Rhythmen arbeitenden Einfälle mal etwas unsicher wirkend, meistens jedoch souverän umsetzt. Immer wieder eingestreute Blues-Versatzstücke, oder ansatzweise repetitive Motive werden von den mehrschichtigen Strukturen absorbiert und zerlegt.

Dazu gibt es die legendäre Bass-Stimme von Don "Van" Vliet (auch "Captain Beefheart" genannt, "Van" in seinem Namen hatte sich der Captain irgendwann mal selbst zuerkannt), die mal brüllend, mal kreischend, oder sich im selbstvergessen wirkenden Sprechgesang übend, die seltsamsten Texte schmettert. Aber nicht nur für alle bis auf den Verfasser bedeutungslose Wortspielereien bzw. Surreales wird dargeboten: "Petrified Forrest" widmet sich textlich-dichterisch den ökologischen Fragen, die Captain sehr wichtig waren und immer noch sind. Genauer gesagt war Mr.Vliet ("Beefheart") damals schon der Ansicht, dass unsere Gattung ähnlich wie die Dinosaurier dem Untergang geweiht ist, weil wir uns um unsere natürliche Umwelt kaum scheren.

"I love you big dummy" ist beispielsweise eine Art dissonante Blues-Nummer mit mehrfach gebrochenen Rhythmen, in "Peon", dem komplexen Instrumental für Bass und Gitarre, scheinen die Rhythmen beinahe so schnell wie die einzelnen Noten zu wechseln, was auf dieser Platte keine Seltenheit ist. Auf "Doctor Dark" folgt Hi-Hat-Becken kurzzeitig einer Gitarre, während Bass und das restliche Schlagzeugkit andere Rhythmen erzeugen. Mit solchen Beschreibungen könnte man einige Seiten füllen, und damit dürfte klar sein, dass die ca.38 Minuten von "Lick My Decalls Off, Baby" gehaltvoller sind als die meisten Doppelalben, "Trout mask replica" natürlich ausgenommen. "Ballerin' Plan" bleibt mit den kurzen, wie alles hier - vielleicht bis auf die seltenen anarchistischen Saxsolos - durchkomponierten, kammermusikalisch-jazzigen, zappaesken (Captain B. war der Meinung, dass Zappa einige Ideen von ihm geklaut hat. Hmmm, beispielsweise das Intro zu "The Clouds" erinnert mich schon sehr an spätere Gitarrensolos oder komponierte Einfälle von Zappa) Marimba-Gitarren-Parts, seinen freejazzigen Saxeinwürfen, und teilweise mehrschichtigen Rhythmen unübertroffen und zugleich repräsentativ für dieses Album. "Flash Gordon's Ape" zeichnet sich u.a. durch die kakophonisch gespielten Blasinstrumente, die bisweilen auch den Gesang übertönen. Es wird berichtet, dass Beefheart 2 oder 3 Saxophone gleichzeitig zu spielen pflegte.

Insgesamt ist "Lick my decalls off, baby" eine etwas kompaktere Fortsetzung von "Trout mask replica". Leider ist der Gitarrist Jeff Cotton (von Beefheart "Antennae Jimmy Semens" getauft) nicht mehr dabei, dafür ist mit Art Tripp (ex-Mothers of Invention), ein zweiter, Marimba spielender Schlagzeuger hinzugekommen.

Mein zurückhaltendes Fazit: Meisterhaft!!

Anspieltipp(s): alles natürlich
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 24.1.2004
Letzte Änderung: 24.1.2004
Wertung: 14/15

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Captain Beefheart

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1967 Safe As Milk 8.33 3
1968 Strictly Personal 10.50 2
1969 Trout Mask Replica 14.00 1
1971 Mirror Man 11.00 1
1972 Clear Spot 8.00 1
1972 The Spotlight Kid 9.00 1
1974 Unconditionally Guaranteed 4.00 1
1974 Bluejeans & Moonbeams 3.00 1
1978 Shiny beast (Bat chain puller) 10.00 1
1980 Doc at the radar station 13.00 1
1992 I may be hungry but I sure ain't weird 11.00 1
1999 Grow Fins (Rarities 1965-1982) - 1
2012 The Lost Broadcasts 9.00 1

Zum Seitenanfang

© 1999-2013; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum