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Nektar

The Prodigal Son

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2001
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog; Melodic Rock / AOR
Label:
Durchschnittswertung: 5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Roye Albrighton guitars,vocals
James Allan Freeman keyboards
Ray Hardwick drums

Tracklist

Disc 1
1. Terminus / Oh My 9:09
2. Now 6:14
3. I Can't Help You 4:50
4. The Drinking Mans Wine 5:53
5. Shangri-la 5:33
6. Salt And Vinegar And Rhythm And Blues 6:18
7. The Prodigal Son 6:44
8. Be Tonight 4:00
9. Day 9 5:19
Gesamtlaufzeit54:00


Rezensionen


Von: Thorsten Gürntke @ (Rezension 1 von 2)


NEKTAR sind eine Progressive Rock Legende. Zumindest den Namen sollte man schonmal gehört haben. Die Band hat seit Anfang der 70er bereits zahlreiche Alben veröffentlicht. Zu meiner Schande muß auch ich gestehen, noch niemals etwas von der Band gehört zu haben.

Denn diese Art der Rockmusik ist heutzutage viel zu rar gesät. NEKTAR führen auf "The Prodigal Son" den Progressive Rock und den Melodic Rock sehr nah zusammen. Irgendwo zwischen diesen beiden Stilrichtungen bewegt sich die Band. Ich denke mal, dass eine Mischung aus PALLAS und DEEP PURPLE durchaus zutreffen könnte. So dominieren auf dem Album sehr viele Grooves. Bass und Schlagzeug haben einen druckvollen Sound, unterlegen die Songs mit einem teilweise zähen Beat. Ein wenig mehr Virtuosität hier und da hätte jedoch dem ein oder anderen Song sicherlich nicht geschadet. Gitarre und Keyboard verstecken sich häufig hinter dieser Soundwand, nur um plötzlich mit messerscharfen Soli auf sich aufmerksam zu machen. Der Gesang ist gewöhnungsbedürftig, allerdings auch sehr angenehm 'temperiert'.

Die Songs werden durchzogen von einer Spur Dramatik, was besonders durch ein häufig eingesetztes langsameres Tempo erzeugt wird. Dadurch bekommt das Album auch eine gewisse Langatmigkeit. Es fehlt hin und wieder an dem nötigen Kick. Das beginnt schon beim Opener. Das zweigeteilte "Terminus/Oh My" leitet sanft ein, baut Spannung auf, nur um dann melodisch zu enden. Sehr zäh hingegen kommt "Now" daher, welches fast ausschließlich durch Grooves und Gesangsmelodien lebt. Sehr eingängig und gerade heraus ist "I Can't Help You". Ich denke der Song dürfte als Singleauskopplung dienen. Die Ballade "The Drinking Mans Wine" versprüht einen sehr sinnlichen Charme und bringt ziemlich gute Melodien mit. "Shangri-La" hat etwas spirituelles in sich und kommt ebenfalls recht ruhig daher. Mit "Salt And Vinegear...." kann ich mich auch nach etlichen Durchläufen nicht anfreunden. Der Song hat was rotziges, was freches und dreckiges, begeistert mich allerdings kaum. "The Prodigal Son" lebt fast ausschließlich durch den Gesang, der hier ziemlich stark ist und durch den klappernden Bass stark begleitet wird. "Be Tonight" ist auch sehr eingängig, mit traurigen Melodien ausgestattet und erinnert etwas an die Rockmusik der frühen 80er, als Bands wie FOREIGNER und ASIA noch Akzente setzten. Mit "Day 9" wird dann das Thema vom Opener "Terminus" wiederholt und songtechnisch etwas aufbereitet. Die Spannungsbögen sind hier gut gezogen und der Song lebt dadurch.

NEKTAR bewegen sich mit diesem Album in einem Zwiespalt. Ich denke, für heutige Ansprüche klingt es - wahrscheinlich sogar bewußt - 'altbacken'. Was dem Album fehlt sind Überraschungsmomente, ein wenig mehr pepp. Akzente setzen wird man mit diesem Album nicht, dafür jedoch die Nostalgiker unbedingt zufrieden stimmen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 30.9.2001
Letzte Änderung: 5.2.2004
Wertung: 7/15
zeitlose Rockmusik ohne viele Schnörkel

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Von: Kristian Selm (Rezension 2 von 2)


Verheißungsvolle Vorankündigungen, erwartungsvolle Spannung und die Realität. Nach mehr als 20-jähriger Pause kehren Nektar mit ?Prodigal son? wieder auf die Bildfläche und wie auch andere Rückkehrer müssen sie sich zum einen ihrer Vergangenheit stellen, zum anderen soll ihnen aber auch ein Neuanfang zugestanden werden. Bereits an diesen Worten kann man erkennen, dass es die Reunion von Nektar bei mir äußerst zwiespältige Reaktionen auslöst.

Mit dem atmosphärischen Opener "Terminus" geht die Sache schon mal recht vielversprechend los, doch bereits der zweite Teil "Oh my" geht dann mehr in Richtung professionellen AOR / Melodic Rock und der von der Plattenfirma vollmundig angebrachte Aufkleber "File Under: Progressive Rock" bekommt bereits die ersten Kratzer. Doch was dann folgt sind souverän eingespielte Rocknummern, die mal ein bisschen Hard Rock, mal eine balladeske Melodie einstreuen, aber mit Progressive Rock rein gar nichts mehr zu tun haben.

Roye Albrighton setzt seine Gitarre als führendes Instrument ein, unter dem die Rhythmusmannschaft lässig vor sich hin groovt. Doch was den Songs fehlt, ist irgend etwas Fesselndes bzw. Melodien, die über einen Wiedererkennungswert verfügen. So rotiert der Silberling fast so unbemerkt im Player vor sich hin, wie die Musik, die dazu aus den Boxen tönt. Doch hat auch "The prodigal son" durchaus seine spannenden Momente, wie z.B. der sich langsam steigernde, eher ruhige Titelsong, bei dem Stimmung und sinfonische Elemente die Wurzeln zweifellos erkennen lassen und vor allem das sehr gefühlvolle Gitarrensolo dem Song die Tiefe verleiht, die man sonst über weite Strecken vermisst.

Eine Rückkehr zu den frühen 70ern, in denen Scheiben wie "Remember the future" oder "Down to earth" Goldstatus erreichten, erwartete wohl niemand ernsthaft, aber etwas mehr Esprit hätte "The prodigal son" ruhig bieten können. So müssen sich Nektar leider Sätze, wie "nett, aber unauffällig" oder "gut gemeint, aber recht harmlos" anhören. Schade, schade, schade.

Anspieltipp(s): Terminus, Now
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 2.9.2004
Letzte Änderung: 29.8.2004
Wertung: 3/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Nektar

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1972 Journey to the Centre of the Eye 10.80 5
1972 A Tab in the Ocean 8.80 5
1973 Remember The Future 9.67 3
1973 Sounds Like This 9.00 2
1974 Sunday night at the London Roundhouse 10.00 1
1974 Unidentified flying abstract 8.00 1
1974 Down To Earth 5.00 2
1975 Recycled 9.50 2
1977 Magic is a Child 4.00 2
1977 Live In New York 6.50 2
1980 Man in the moon 6.00 1
1994 Highlights 10.00 1
2002 Greatest Hits Live 11.00 1
2004 Evolution 8.67 3
2005 Door to the future - The light show tapes Vol.1 8.00 1
2008 Book of Days 8.00 1
2012 A Spoonful of Time 4.50 2

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