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Czeslaw Niemen

Enigmatic

(Archiv-Tipp 12/2006)
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1969
Besonderheiten/Stil: Blues; Jazzrock / Fusion
Label: Polskie Nagranie
Durchschnittswertung: 11.5/15 (5 Rezensionen)

Besetzung

Czeslaw Niemen vocals, hammond organ
Zbigniew Namyslowski alto saxophone
Janusz Zielinski bass
Tomasz Jaskiewicz guitar
Czeslaw "Maly" Bartkowski drums
Zbigniew Sztyc tenor saxophone
Michal Urbaniak tenor saxophone, flute

Tracklist

Disc 1
1. Bema pamieci zalobny rapsod 16:29
2. Jednego serca 7:34
3. Kwiaty ojczyste 7:22
4. Mow do mnie jeszcze 4:48
Gesamtlaufzeit36:13


Rezensionen


Von: Ralf J. Günther @ (Rezension 1 von 5)


Dass ich ein besonderer Kenner polnischer Rockmusik wäre, kann ich nicht behaupten, auch wenn ich z.B. SBB mag. Die Mitteilung, dass Czeslaw Niemens "Enigmatic" einen Meilenstein des polnischen Rocks darstellt, ist also stramm nachgeplappert. Man kann es überall lesen, auch in seriösen Quellen, und daher habe ich keinen Anlass, an der historischen Bedeutung dieses Albums für die Rockmusik in Polen zu zweifeln.

"Enigmatic" ist kein klassischer Prog, wir befinden uns immerhin erst im Jahr 1969. Die vier Stücke bieten vielmehr so etwas wie einen "Kunst-Blues" - einen ziemlich "unafrikanischen" Blues, der mit sakralen Orgelklängen und Chören europäischer Herkunft garniert ist, wodurch eine Musik irgendwo zwischen Zeitlupen-Gospel und weihevollem Oratorium entsteht - und zwar direkt aus den Gefilden des real existierenden Sozialismus. Genuin bluesig ist dabei allerdings die Expression, mit der Niemen singt. Diese außerordentliche Leidenschaft lässt seine Musik weniger brav erscheinen als vieles, was z.B. in der DDR produziert wurde. (Wobei man sich aber des Glatteises bewußt sein sollte, das durch das Sprachproblem entsteht: Manches wirkt halt einfach biederer, wenn man die Texte Wort für Wort versteht.)

Dreh- und Angelpunkt der Platte ist Track 1. Er zeichnet sich schon durch seine Länge aus und er bietet mit seiner feierlichen, langsamen Einleitung, den Glockentönen, den Chören und den Orgelklängen fast das gesamte musikalische Arsenal der Platte auf. Der eigentliche Bluesteil ist dann ziemlich ausgedehnt und ergeht sich in sehr vielen Wiederholungen, die mich aber nicht so sehr stören, weil ich die Gesangsstimme spannend finde. Bei geringerem Wohlwollen gegenüber dieser Stimme können derartige Passagen wohl auch nerven. Eine Übersetzung der Lyrics ins Deutsche findet man übrigens hier: www.ostmusik.de/niemenbemm.htm

Die dei restlichen Stücke bieten gewissermaßen verschlankte Abkürzungen des Musters aus Track 1, fügen dafür aber noch einige jazzige Passagen hinzu, ohne dass diese den Gesamteindruck dominieren würden.

Wem kann man die Platte empfehlen? Ganz sicher denjenigen, die Procol Harum mögen. Ähnlichkeiten sind unüberhörbar. "Enigmatic" ist aber keineswegs ein Abklatsch, wie obige Beschreibung vielleicht deutlich macht.

Czeslaw Niemen verstarb im Januar 2004 im Alter von 64 Jahren.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Procol Harum
Veröffentlicht am: 11.2.2004
Letzte Änderung: 11.2.2004
Wertung: 10/15

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Von: Holger Grützner @ (Rezension 2 von 5)


Niemen ist tot.

Niemen ist unsterblich...

...denn Niemen ist - Gott.

Mit ihm beginnt der Ostprog. Um ihn ranken sich Legenden.

Er konnte einen frühen Hit seiner souligen swinging Sixties Phase an Marlene Dietrich verkaufen.

Er feuerte 1968 seine Bläsersektion um von da an mit Prog zu experimentieren; entdeckte 3 Nobodies, die sich Schlesische Blues Band nannten, ihn ein Jahr lang begleiteten, um anschließend ihr Namenskürzel umzudeuten und als SBB selbst zum Kult zu werden.

Er sollte anlässlich einer USA Tour (hört, hört!) Al Kooper bei Blood, Sweat and Tears ersetzen, also "abhauen" - was er nicht tat, wodurch seine polnischen Veröffentlichungen also auch nicht vom Markt genommen werden mussten, wie die Werke so vieler anderer privilegierter Ostkünstler, die der Versuchung nicht widerstanden und (abgesehen von UNSERER Nina!) untergingen.

Er tourte als Vorband des Mahavishnu Orchestra durch Westeuropa.

Trat er im Osten auf, war stets er der Haupt-Act und jeder, der vor ihm auftrat, fühlte sich geadelt; "in Sopot haben wir dann vor Niemen gespielt!" (Stern Combo Meißen). Er war der Guru, der aus dem Osten kam: Rasputinerscheinung mit breitkrempigem Hut, langem Mantel und provokantem Künstlernamen, an dem die DDR seltsamerweise keinen Anstoß nahm und seine Platten über das "Polnische Kultur-und Informationszentrum" in Leipzig und Berlin anstandslos vertrieb.

Man male sich aus, was wohl passiert wäre, wenn es einem "Tanz-und-Unterhaltungskunstschaffenden" der Volksrepublik Honeckerien eingekommen wäre, seine Kapelle Manfred Memel Band zu nennen! Ingo Insterburg hätte in die DKP eintreten können, er hätte trotzdem keine Auftrittserlaubnis auf dieser Seite der Mauer bekommen - mit DIESEM Namen.

In Unkenntnis der Brisanz des bewusst gewählten Pseudonyms rangierte Niemen in meiner Altersgruppe, die erst in der 2.Hälfte der 70er musikalischen Geschmack entwickelte nur als Aufhänger für diverse Gags Marke:

"In Dresden soll ein Rockfestival steigen."

"Wer spielt?"

'Jazzwaff Njemen und Popka Rockowski."

Hieraus wird ersichtlich, dass er der Gott unserer großen Brüder war, jedoch 'schon zu unserer Zeit" sich in den Bereich Freejazz abgeseilt hatte und lediglich in oben bezeichneten Verkaufstellen mit westlich anheimelnden Plattencovern präsent war.

Erschwerend kommt dazu, dass die gesamten 70er die Diskussion nicht abriss, ob zum Beispiel Deutsch überhaupt eine Rocksprache sei, wie Englisch und Ungarisch.

Wenn einem schon Deutsch mit Rock untermalt nur ansatzweise gefällt, was ist dann erst mit den slawischen Sprachen und ihren gehäuften Zischlauten?

Speziell Niemen nun singt auf seinen Progplatten recht viel. Man muss also gesungenes Polnisch mögen, ohne es zu verstehen.

Und hier komme ich nun bei speziell dieser Platte an:

Es ist die "Proggigste'.

Mit dem mystischsten Cover.

Und dem meisten Text.

Man hört Glocken. Man hört Chöre. (Man denkt vielleicht an Therion.) Aber dann kommt abrupt der Punkt, an dem das einsetzt, was Ralf als "unafrikanischen Blues" bezeichnet. Bei mir verflüchtigt sich an dieser Stelle die Begeisterung. Niemens Gesang verdrängt in meiner Wahrnehmung die unterlegte Instrumentierung derart, dass es mir wie a capella vorkommt. Polnisch. Und immer sehr lange. Zu lange.

Sicher, man lernt dazu. Man liest, dass es sich bei Niemen Texten dieser Phase um vertonte nationale Epen des 18. und 19. Jahrhunderts handeln soll. (Der vertriebene Ostpole singt in poststalinistischer Zeit Vermächtnisse der anderen Unfreiheitsepoche!)

Alle Achtung! Er ist auch da seiner Zeit - und was das Verwenden historischer Inhalte angeht - dem internationalen Prog voraus.

Da ich inzwischen norwegisch-, finnisch-, slowakisch-, in geringer Dosis auch japanisch Gesungenes vertrage, frage ich mich, weshalb eigentlich ausgerechnet Niemen in meinen Gehörgängen nicht zünden will.

Fazit: Wer sich diese Platte zulegt, erwirbt eine Nagelprobe, ob er sich Hardcore Proggie nennen kann oder eher nicht. Ich bin's wohl nicht und wage hier keine Punktvergabe.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 6.3.2004
Letzte Änderung: 29.1.2014
Wertung: keine

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Von: Thoralf Koss @ (Rezension 3 von 5)


Großes Erschrecken!

Es begab sich vor langer, langer Zeit, dass der Begriff "Progressive Rock" erfunden wurde - in der großen, freien Welt, von großen, freien Musikern, die sich wenigstens zum Teil nach Monarchen nannten, auch wenn sie etwas anders eingefärbt waren und ihr erstes progressives Album gleich mit einem Titel begannen, der sich um einen Typen im 21. Jahrhundert drehte, auch wenn er auf dem Hofe dieses Königs geboren wurde.

Nur in einem ganz kleinen Dorf, noch von kommunistischen Besatzern regiert, gab es einen Musiker, der sich zur Wehr setzte: mit polnischer Stimme, faszinierendem Georgel + Glockengeläut und aggressiver Gitarre sowie dominant-exzessivem Schlagzeug. Er bekämpfte die Monarchie, zwar dort ungehört, aber immerhin durchaus beachtet - und er hieß nicht Asterix oder Obelix - sondern einfach Niemen.

Irgendwie ergibt sich hieraus die Frage: Was war zuerst da, die freie Henne oder das unfreie Ei, "In The Court Of The Crimson King" oder "Enigmatic"? Eine musikalische Philosophie, die die nunmehr "Freie Welt" vielleicht plötzlich an ihre progressiven Grenzen stoßen lässt!

Nachdem ein Mann wie Niemen, ein begnadeter Sänger und Multiinstrumentalist, sich mit schlagerhaften Pop-Nummern durchaus erfolgreich in Polen etabliert hatte, scharrte er drei faszinierende Musiker, die später als SBB legendären Prog-Status erlangen sollen, um sich und verband das, was als Klassik- & Fortschritts-Rock in die östliche, also als Art- & Prog-Rock in die westliche Musikgeschichte einging, in seiner Musik. Er pupste auf musikalische und schiss auf ideologische Grenzen, um neue Winde wehen zu lassen. Seine Texte haben klassische Vorbilder, die man ihm nicht vorwerfen, aber knallharte politische Kritiken, die jeder (der ein wenig seinen vorurteilsfreien Geist bemüht) verstehen kann, zum Inhalt. Oder kann sich der "gemeine Wessi" (Entschuldigung!) nicht vorstellen, was im "unterdrückten Ossi" (Entschuldigung!) vor sich ging, als er eine Strophe wie:

"Und ziehe weiter im Reigen, Trauer zu bringen in die Städte, die Schlaf befallen hat, um die Urnen gegen die verschlossenen Tore zu schmettern, ohne auf irgendwelche Äxte zurück zu greifen, bis endlich die MAUERN von Jericho wie ein Scheit zerbersten und die kraftlosen Herzen erwachen, um den Schlaf aus den Augen der Völker zu wischen!", hören und lesen konnte?

Jahre später wurden die musikalischen Ideen eines Niemen auch im Osten kopiert (neudeutsch) oder besser geklaut (altdeutsch) - und zwar von der Band Electra, deren "Tritt ein in den Dom" und ihre "Sixtinische Madonna" genau eine Vielzahl von Anlehnungen zum fast 17 Minuten langen Titel "Bema Pamieci Zalobny - Rapsod" enthalten. Aber den Mut, auch dieses unglaubliche Saxofonspiel in ihre Musik mit einzuflechten, wie es der "verrückt-geniale" Niemen besaß, brachten selbst sie nicht auf.

Genauso wenig wie diese Arroganz des westlichen Abendlandes ...

Darum sollte man irgendwann einfach aufhören mit solchen unsinnigen Pathos- und Sprach-Diskussionen, wenn es um progressive Rock-Musik geht, denn wir leben nicht mehr am Hofe eines Königs, der zwar eine interessante Farbe, aber kaum noch interessante Ideen hat.

Und wer der Meinung ist, progressive Rockmusik definieren zu können und deren Anfänge "In The Court Of The Crimson King" nennt, der sollte zumindest deren östliche Definition dagegen setzen, die sich nicht in so vielen, sondern nur in einem einzigen Wort(en) verliert: "Enigmatic"!

Lächelnd schaut auf diesen Hof ein Herr, der früher einmal ein großer Musiker war und heute im Himmels-Chor versucht, die progressive Rock-Kultur gegen jegliche Harfenklänge einzuführen.

Wer lacht denn da lauter, der bodenständige König oder der himmlische Niemen???

Anspieltipp(s): Bema Pamieci Zalobny - Rapsod
Vergleichbar mit: den Jahre später erschienenen Titeln "Tritt ein in den Dom" & "Die sixtinische Madonna" von Electra
Veröffentlicht am: 16.12.2006
Letzte Änderung: 16.3.2012
Wertung: 14/15
Göttlich, zumindest aus atheistischer Sicht!

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Von: Horst Straske @ (Rezension 4 von 5)


Czeslaw Niemen als schon zu Lebzeiten legendäre Ikone der polnischen Rockmusik hat mit "Enigmatic" ein auf traditionellen Blueselementen basierendes Werk geschaffen, das mit einer sakralen Anmut aufwarten kann. Beschwörende Orgeleinsätze prägen in einer ehrfürchtigen Spiritualität ein hypnotisches Klanggemälde, über dem die eindringliche Gesangsästhetik des Protagonisten thront.

Der schwarze Blues erfährt hier eine slawische Transformation. Die Ursprünglichkeit dieser uramerikanischen Variante der populären Musiktradition erhält hier einen fast völlig eigenständigen Anstrich. Es könnte beinahe der Eindruck erweckt werden, dass der wahre Ursprung dieser Musik in den weiten Wäldern Ostpolens liegt. In dieser ursprünglichen Naturlandschaft, in welcher der Wisent seine weiten Kreise zieht und die Bevölkerung von einer tiefen Religiosität erfüllt ist.

Niemen fungiert innerhalb dieses Klanggeflechts als Mittler zwischen zwei formal völlig unterschiedlichen Musiktraditionen, die er gleichsam als musikalischer Kosmopolit während des Kalten Krieges vereinigt hat. Sein Anspruch kennt keinerlei Grenzen und Berührungsängste. Schwebender Choralgesang wird mit einem erdigen Bluesrhythmus verschmolzen.

Auch ohne Kenntnis der polnischen Sprache wird der Hörer dieses Albums Zeuge der von einer tiefen Freiheitsliebe bestimmten Vision von Czeslaw Niemen, in deren musikalischer Umsetzung gleichsam alle stilistischen Grenzen beseitigt werden. Somit ist hier auch ein Brückenschlag über alle ideologischen und politischen Grenzen hinweg gelungen. Sicherlich spiegelt sich hier ebenfalls die sehr bewegte Geschichte Polens wider, die Niemen als Zeitzeuge hautnah miterlebt hat. Die schrecklichen Ereignisse, die in seinem Geburtsjahr 1939 ihren Anfang nahmen, sprechen schon Bände. Sein Album widmete er dem polnischen Freiheitshelden Józef Bem (1794-1850).

Jedenfalls muss niemand ein "Hardcore Progger" sein, um zu diesem Album Zugang zu finden. Vielmehr ist dieses Werk in seiner sakralen und innigen Eindringlichkeit von der üblichen Charakteristik des Progrock-Genres losgelöst zu sehen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 20.12.2006
Letzte Änderung: 20.12.2006
Wertung: 12/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 5 von 5)


Wenn in vorangehenden Rezensionen schon Vergleiche zu ITCOTCK gezogen werden, muss ich doch mal etwas auf die Euphoriebremse treten. Grund dafür ist nicht das lange Stück 1, das eine grandiose Verbindung sakraler Klänge mit Blues bietet und den Vergleich mit dem erwähnten epochalen Album nicht zu scheuen braucht. Vielmehr sind es die drei kürzeren Stücke, die mich nicht so ganz begeistern wollen. Die sind im wesentlichen doch gewöhnlicher Blues, vor allem Jednego Serdca und Mow do mnie jeszcze. Wohlgemerkt, keinesfalls schlecht gemacht, aber doch nix außergewöhnliches und noch dazu mit etwas arg nervendem Background-Gekreische. Kwiaty Ojczyste gefällt mir da schon besser, es hat etwas von frühen Pink Floyd, nur halt mit mehr Blues und Jazz (und leider auch mit mehr Background-Gekreische).

Also: Stück 1 - ein absoluter (Proto-?) Prog-Klassiker, Rest - OK. Mach insgesamt immer noch ein mehr als ordentliches Album.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 27.12.2007
Letzte Änderung: 28.12.2007
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Czeslaw Niemen

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1971 Niemen Enigmatic 9.00 1
1972 Marionetki 12.00 1
1972 Strange is this world 11.00 1
1973 Ode to Venus 10.00 1
1974 Aerolit 12.00 1
1974 Mourner´s Rhapsody 8.00 1
1975 Katharsis 11.00 1
1977 Idée Fixe 11.00 1
1980 Postscriptum 10.00 1
2007 41 Potencjometrów Pana Jana 10.00 1
2009 Kattorna / Pamflet na Ludzkosc 11.00 1
2010 Terra Deflorata - Koncert 10.00 1

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