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Seid

Among The Monster Flowers Again

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2002
Besonderheiten/Stil: Psychedelic; RetroProg; Spacerock
Label: Luftwaffel Records
Durchschnittswertung: 10/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Burt Rocket Bass, vox, percussion, roland space echo, guitar, sitar, minikorg 700s, korg ms10 & ms20, oscar, russion psynth, mellotron, solina string ensemble, vox continental, wurlitzer 200a
Jørgen Kosmos Guitars, vox, fishfinder, wino-perc duelling, bass, banjo, sitar, vox continental, korg ms20
Cpt. Laizer Drums, russion psynth, mellotron
Janis Guitars, lap-steel, percussion, drums
Organ Morgan Hammond organ, farfisa compact, rhodes, piano, yamaha cs5, korg ms20

Gastmusiker

Micke Moog Mellotron, harpsicord, vox continental, psynthesizers
Ernie Chung Lap steel magic, wino-perc duelling
The Lasaruus Bros Euphonium, Mellophon, Horns
Bjørn Hagelund Theremin
Eyvin Yri Bass clarinet, clarinet and kaval

Tracklist

Disc 1
1. The Monster Flowers 1:25
2. Fire Song 3:13
3. Jellyfish 4:02
4. King Leon 6:45
5. 5/4 8:07
6. Lois Loona 4:22
7. The Tale Of The King On The Hill 6:27
8. Red Planet 2:31
9. Sleep 8:31
10. Among The Monster Flowers... Again 3:32
Gesamtlaufzeit48:55


Rezensionen


Von: Udo Gerhards (Rezension 1 von 2)


Wenn eine Band ihre Biographie mit "Kosmonautes Unidos, Ministry of Space" unterschreibt, Mitglieder im Booklet des Debutalbums unter "Burt Rocket", "Jørgen Kosmos" und "Cpt. Laizer" firmieren und obendrein einer der Songs "Red Planet" heisst, ist eigentlich klar, was hier angesagt ist: Space Rock. Was nicht von vorneherein klar ist: dass das Ganze so unterhaltsam und mitreissend wie hier umgesetzt wird...

Los geht's mit "The Monster Flowers": 60er Jahre Science-Fiction-Zeichentrick-Serien-Sound pur, mit quietschigen Keyboard-Sounds, schleppendem Rhythmus und blubbernden Synthies. Das Ganze dient aber nur als kurze Einleitung, mit dem folgenden, ohne Pause übergehenden "Fire Song" geht's danach richtig energisch zur Sache: fette Schrammelgitarren, trippiger Gesang, Garagensound, treibender Rhythmus, und durch die Textzeile "Go like a killer machine" liegt Hawkwinds "Silver Machine" nicht nur musikalisch nahe. Die Lead-Gitarre jault, die Drums scheppern, die Sitar plingt, das Theremin tiriliert, und schon geht's weiter mit dem konsequent in 11/8 gehaltenen (hier zeigt sich die von der Band auch selbst zugegebene Verbundenheit mit klassischem Prog, siehe auch den Song "5/4"...) "Jellyfish": mehr gesprochen als gesungene Vocals, Filter-Spielereien am Synthie, plötzlich übernehmen in einem folklorisierenden Zwischenspiel Klarinette und Bassklarinette das Kommando, jawoll, da ist das Theremin wieder und Flöten-Arabesken sorgen für orientalisierende Melodiefragmente.

"King Leon" erinnert dank spaciger Pedal-Steel-Glissandi anfangs ein bisschen an Pink Floyd, wandelt sich danach aber wieder zum flotten Up-Tempo-Spacerock-Kracher. "5/4" (natürlich in 5/4) hat zwischendrin schönen Mellotron-Bombast, der zusammen mit jaulenden Gitarren-Arpeggios wehmütige Erinnerungen an selige Anekdoten-Zeiten wachwerden lässt, ebenso wie die ordentlich schrägen Passagen in "Lois Loona".

Nicht alle Songs überzeugen total. Es gibt zwar eigentlich immer die volle Packung an Vintage-Keyboard-Sounds (60er Jahre Orgel, Mellotron, String Ensemble, analoge Blubbersynthies und Co.), viele trippige, effekt-verhangene Vocals und Schrammel-Gitarren, aber hin und wieder - insgesamt eher selten - rutscht das Ganze ein bisschen in eher konventionelle Alternative-Rock-Gefilde ab. Wenn dies andererseits richtig auf die Spitze getrieben wird, wie im herrlichen, hymnischen Bombast-Gelage gegen Ende von "Sleep" mit voller Gitarren-Packung sowie meilenhoher Orgel- und Mellotron-Wand, schaffen Seid eine Intensität, wie sie die ansatzweise vergleichbaren aktuellen Anekdoten leider nur noch sporadisch erreichen. Und wenn mitten in diese Bombast-Wand auch noch ein kleiner Bläsersatz fährt, denkt der geneigte Proggie: "jaaaaa, noch 'ne Schippe drauf!" Leider dauert die Wonne nur anderthalb Takte. Dann klingt der Bombast ziemlich unvermittelt aus, und plingendes E-Piano und sanfte Mellotronstreicher lassen das Stück ruhig ausklingen. Das ist zwar herrlich kitschfrei und Klischee-vermeidend, aber dennoch irgendwie frustrierend... Zum Abschluss gibt es eine quäkige Reprise von "The Monster Flowers", bei der sich Blubber-Synthesizer, Sitar und Bläser beim extraterristischen Picknick unter Riesenpilzen ein letztes Stelldichein geben.

Spacerock-Aficionados und alle, die sich mit spacigeren, psychedelischeren Anekdoten oder auch Motorpsycho anfreunden könnten, sollten Seid mal antesten, insbesondere, da es das Album direkt beim Label für freundliche 12 Euro gibt.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 16.2.2004
Letzte Änderung: 16.2.2004
Wertung: 10/15

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Von: Andreas Pläschke @ (Rezension 2 von 2)


Was ist das denn? Beginnt die CD wie MAGMA meets Syd Barrett, wechseln sie nach nur eineinhalb Minuten zu "Psychopunk". Ich kann Udo nur zustimmen; die Jungs hauen gleich mit dem "Fire Song" in eine Kerbe, die mich gute 35 Jahre jünger werden läßt. Soviel Spaß hatte ich das letzte Mal mit den The Dukes of Stratosfear. Allerdings sind sie härter im Sound, die Gitarre fliegt einem nur so um die Ohren, die Synthies flirren noch kosmischer herum und der Sänger paßt in jede Metallband.

So geht es das ganze Album über weiter in einer Zeitreise in für mich seelige Zeiten, als die Haare lang, die Hemden bunt und rüschenverziert und die Lieder noch nicht zu lang waren. "4/5" (ich kann im Gegensatz zu Udo die Takte nicht erkennen - evtl. kann Udo mir da ja mal Nachhilfe geben;->) klingt für mich stellenweise nach Amon Düül II im Gesang. Dazu schwelgt das Mellotron in schönsten Steicherakkorden - Schmalz pur :-). Es folgt mit "Lois Loona" ein einfacher Basston auf dem Synthie mit Gepiepse und Wind, bevor es dann wieder voll zur Sache geht.

Und im Kontrast zu Udo empfinde ich das gemeine Abwürgen am Ende von "Sleep" als herrlich. Auch der letzte Track mit seiner Mischung von Zirkus- und Kirmesmusik und elektronischem Geblubber überzeugt mich vollends - selbst Griegs Bergkönigzitat klingt hier mal nicht kitschig, wie bei anderen.

Anspieltipp(s): Sleep
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 11.12.2004
Letzte Änderung: 11.12.2004
Wertung: 10/15
manchmal sogar 11

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Seid

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2002 Mines of Moria (Vinyl Single) 10.00 1
2003 Meet the spacemen (Vinyl Single) 9.00 1
2006 Creatures from the underworld 11.00 1
2012 Magic Handshake 10.00 1

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