SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
16.10.2018
Soft Machine - Hidden Details
15.10.2018
Sherpa - Tigris & Euphrates
14.10.2018
Hokr - Klid V Bezčasí
The Flaming Lips - Clouds Taste Metallic
Seventh Wonder - Tiara
Bi Kyo Ran - Anthology vol.1
Sanguine Hum - Now We Have Power
13.10.2018
DRH - Thin Ice
Various Artists - Hamtai! - Hommage à la musique de Christian Vander
ALU - Die Vertreibung der Zeit (1980-1986)
Riverside - Wasteland
12.10.2018
Datashock - Kräuter der Provinz
Rotor - Sechs
Gösta Berlings Saga - ET EX
11.10.2018
Dream Theater - When dream and day reunite (Official bootleg)
Dan Caine - Cascades
Crippled Black Phoenix - A Love Of Shared Disasters
Neal Morse - The Similitude Of A Dream Live In Tilburg 2017
ARCHIV
STATISTIK
24968 Rezensionen zu 17121 Alben von 6671 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Ahvak

Ahvak

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2004
Besonderheiten/Stil: RIO / Avant
Label: Cuneiform Records
Durchschnittswertung: 12/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Yehuda Kollon Guitars
Ishay Sommer Bass
Udi Susser Keyboards, Woodwinds, Vocals, Baglama, Darbooka
Roy Yarkoni Keyboards, Piano
Dave Kerman Drums, Percussion
Udi Koomran Computer

Tracklist

Disc 1
1. Vivisektia 8:30
2. Bherta 8:25
3. Regaim 2:41
4. Ahvak 16:21
5. Melet 2:53
6. Hamef Ahakim 13:32
7. Pirzool 0:58
Gesamtlaufzeit53:20


Rezensionen


Von: Achim Breiling @ (Rezension 1 von 2)


Der Name Udi Koomran wird dem einen oder anderen Proghörer schon einmal untergekommen sein, zumindest dann, wenn er sich für die belgische Band Present interessiert. Koomran war nämlich als Toningenieur und Klangmischer maßgeblich an der Entstehung der (bis dato) letzten beiden Present CDs ("No.6" und "High Infidelity") beteiligt. Stilistisch liegt die Musik von Ahvak (was "Staub" bedeutet) nicht allzu weit weg. Wie Present bietet die Band aus Tel Aviv eher düsteren, neoklassischen Prog mit Zeuhl-Einschlag. Ein weiterer stilverwandschaftlicher Fingerzeig ist die Beteiligung von Schlagzeuger Dave Kerman (5 UU's, Thinking Plague) an diesem Projekt, der auch auf den eben erwähnten Present-Scheiben die Felle bearbeitet hat. 5 UU's und Thinking Plague sind dann neben Present und Univers Zero wohl auch die besten Vergleichsbands zu Ahvak.

Mit verfremdeten, hallenden Gitarrenklängen fängt die Scheibe an, die dann von fast arabischer Perkussion, begleitet von Entengschnatter abgelöst wird, ehe Gitarre(n), Keyboards, Bass und Flöten einsetzen und das Stück richtig los geht.

Eine komplexe Klangwelt lassen Ahvak in den vier langen Nummern auf dieser CD - "Vivisektzia", Bertha", "Ahvak" und "Hamef Ahakim" - entstehen, dominiert von der treibenden Rhythmusgruppe, einer Myriade von Keyboardklängen und der ähnlich vielseitigen Gitarre. Frickelig, schräg, zeuhlig-repetitiv und wüst ist die Musik hier meist, vorangepeitscht von Kermans Schlagzeug und dem kraftvollen Bass. Die beiden Keyboarder toben sich aus, die Gitarre jault und harte Pianoklänge sorgen für das neoklassische Element. Düstere, ekstatisch-rhythmische Klangorgien sind das, ein verstörend-experimentelles Durcheinander von Klängen von Keyboard, Gitarre und Computer. Dazu erklingen noch diverse Blasinstrumente, insbesondere Flöten, obwohl es bisweilen unklar bleibt, ob diese nun "echt" sind oder elektronisch erzeugt wurden. Es gibt aber auch immer wieder ruhigere Stellen, an denen die Töne eigenartig flirrend aus den Boxen strömen, quäken, dröhnen, brummen, zischen, rauschen, blubbern? Dazu kommt eine faszinierende, hebräisch-nahöstliche Stimmung, die dem Ganzen anhängt: Einflüsse von Klezmer und Polka auf der einen, und Spuren von arabischen Blasinstrumenten, Perkussion und Rhythmik auf der anderen Seite. Nur auf "Vivisektzia" und "Ahvak" gibt es kurzen verzerrten "Gesang".

Dann gibt es auf "Ahvak" noch drei Miniaturen, die wohl zur "Erholung" zwischen die längeren Tracks eingefügt wurden bzw. die Scheibe ausleiten. "Regaim" ist eine recht dissonante Improvisation für Flöte und Piano. "Melet" bietet ein kompliziertes Gitarren-Keyboard-Duett, wobei erstere von akustisch bis elektrisch-verzerrt und letztere von glockenspiel-, orgel- bis pianoartig, diverse Register ihres instrumententypischen Klangs ziehen. "Pirzool" schließlich beendet die Scheibe mit metallisch-elektronischem Krach, zu dem eine Art rauhes, verzerrtes Schreien erklingt.

"Ahvak" ist eine erfrischende Scheibe mit grandios produziertem, schräg-komplexen Avant-Prog, die all denjenigen, die Univers Zero, Present oder die amerikanischen Bands aus dem Betätigungsfeld von Dave Kerman schätzen, begeistern sollte!

Anspieltipp(s): Ahvak
Vergleichbar mit: Univers Zero, Present, 5UU's
Veröffentlicht am: 22.2.2004
Letzte Änderung: 17.1.2007
Wertung: 13/15

Zum Seitenanfang

Von: Kristian Selm (Rezension 2 von 2)


Machen wir es kurz: wer auf schöne Harmonien oder Wohlklang setzt, braucht gar nicht weiterlesen. Wer es gerne außergewöhnlich und fordernd mag, eine Faible für überraschende, dissonante Wendungen und Brüche hat und sich außerdem für fast reine Instrumentalmusik begeistern kann, findet hier das richtige Futter!

Ahvak ist das hebräische Wort für Staub. Mit ihrem Debüt wirbelt die gleichnamige Band jede Menge von demselben auf, lässt kein Sandkorn auf dem anderen liegen, baut lustige Sandburgen, um diese genauso unbarmherzig wieder einzureißen. Wenn dazu noch ein gewisser Dave Kerman (u.a. 5uu's, Thinking Plague, Present) irgendwo mittrommelt, dann weiß man unter Garantie, dass dabei etwas Außergewöhnliches entsteht. So ist der Beitrag, denn der mittlerweile in Israel lebende Amerikaner beim Debüt von Ahvak beisteuert, nicht minder aufregend, als dass, was seine israelische Kollegen im experimentellen Spannungsfeld von R.I.O. und Avantgarde abliefern.

Ahvak agieren im Bereich der langsam aufgebauten Spannungsebenen. Diese münden in vielschichtigen, höchstkomplexen Klangkaskaden, die aus unzähligen Tönen und gleichzeitig laufenden Melodielinien bestehen. Der Reiz dieser Musik beruht vor allem auf dem Unerwarteten, den ständigen Brüchen, dem Spiel mit treibenden Rhythmen und klassischer Verspieltheit. Mit Tempoverschärfung und ständigen Dynamiksprüngen entsteht eine unheilvolle Dramatik, die bisweilen cineastisches Format erreicht.

Die Band agiert dabei meist als Ganzes, beeindruckt durch ausgefeilte Arrangements, in der sich dennoch keiner der Instrumentalisten (Gitarre, Bass, Keyboards, diverse Blasinstrumente, Schlagzeug) zurücknehmen muss. Verfremdete Klänge, von denen man nie weiß, ob sie nur gesampelt oder von irgendwelchen eigenartigen Klangkörpern erzeugt wurden, sorgen für den avantgardistischen Feinschliff. Just in denen Momenten, wo es den Anschein hat, dass sich Ahvak lediglich frickelig oder von allen Strukturen losgelöst austoben, die Grenzen der Erträglichen aufs Neue ausloten und alles scheinbar endgültig in sich zusammenfällt, prasseln auf einmal spannende, energiegeladene Akkorde auf den Hörer nieder. Ganz überraschend gelingt so etwas, wie ein fast schon versöhnliches Gleichgewicht.

Ahvak sind mitnichten leichte Kost. Wer sich aber für Bands vom Kaliber Univers Zero, Present (die letzten beiden Alben produzierte der ebenfalls bei Ahvak hinterm Mischpult sitzende Udi Koomran) oder Thinking Plague begeistern kann, für denn bieten die Israelis einen weiteren Meilenstein an kammermusikalischen, neo-klassischen Rock der ganz anderen Art. Harter Stoff, strukturierter Krach, der begeistert.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 14.4.2006
Letzte Änderung: 6.3.2012
Wertung: 11/15

Zum Seitenanfang

© 1999-2018; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Datenschutzerklärung - Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum