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Reflexionen zum Progressive Rock (16.11.2017)
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The Pineapple Thief

Abducting the unicorn

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1999
Besonderheiten/Stil: Independent / Alternative; New Artrock
Label: Cyclops
Durchschnittswertung: 12.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Bruce Soord guitars, keyboards, samples, vocals
Nick Lang all the rest

Tracklist

Disc 1
1. Private paradise 11:47
2. Drain 6:36
3. What ever you do - do nothing 6:19
4. No one leaves this earth 5:56
5. Punish yourself 4:27
6. Everyone must perish 4:37
7. Judge the girl 6:12
8. Parted forever 18:27
9. (Untitled) 4:27
Gesamtlaufzeit68:48


Rezensionen


Von: Henning Mangold @ (Rezension 1 von 2)


Über dieses Album weiß ich nicht viel zu sagen: es ist einfach zu gut für viele Worte.

Ernsthaft: Für mich ist das ein Musterbeispiel dafür, wie neuer Artrock sein kann und sollte, wie Musik klingen müsste, damit sie dem Prog neue Anregungen und Impulse geben kann, in welcher Richtung musikalisches Neuland liegen könnte. Porcupine Tree zeigen das immer mal wieder, und Pineapple Thief, die oft zu recht mit den anderen "PT" verglichen werden, legen uns mit ihrem Debüt eine bemerkenswerte Selbständigkeit auf den Plattenteller, in der Vergleiche zu Vorbildern gar nicht so selbstverständlich zu äußern sind; zwar gibt es vieles, was man hier hört, auch woanders, aber dann nicht unbedingt in einem so gelungenen Mischungsverhältnis.

Zum Beispiel: gleich der erste Titel hat etwas, das mich schon beim ersten Hören an die Smashing Pumpkins erinnert hat; selbst der Gesang zeigt ein wenig die Corgan-Orientierung, aber da spielt sich so viel Feinarbeit im Hintergrund ab, dass man bei genauem Hinhören zweifellos feststellt, wie anspruchsvoll hier alles arrangiert ist und wie weit dieser Anspruch auch über die Pumpkins hinausweist.

Ähnlich verhält es sich mit der Würze, die hier in der Länge liegt: streckenweise klingt das Album immer wieder wie eine nicht enden wollende Jamsession, aber gerade das ist so toll daran, weil es so erfrischend dargeboten wird, dass ich mir beim Hören gar kein Ende wünsche. Solche Musik reißt den Hörer auch dann noch mit, wenn sie stundenlang andauert.

Das liegt vor allem an der Geschicklichkeit, mit der Kleinigkeiten zu enormer Wirkung gebracht werden: Track 3 zum Beispiel beginnt mit einem einfachen Kontrast aus heller Gitarre und dumpfem Bass; so klingt seine Einleitung, aber diese könnte meinetwegen noch viel länger so ähnlich weitergehen – nicht im entferntesten droht hier Langeweile aufzukommen. Oder wie die Keyboardakkorde in Track 4 den Song zwar verhalten beginnen lassen, aber durch ihre Klangfarbe unmissverständlich androhen, dass man sich gleich wird warm anziehen müssen, wenn die Gitarre losdröhnt: man ahnt, was kommt – und ist dann trotzdem überrascht. Ähnlich, nur in viel großzügigerem Rahmen, zeigen die zwei leisen Gitarren zu Beginn von Track 8 auf, dass in diesem Stück gewaltige Entwicklungen zu erwarten sind – und was dann kommt, ist noch beeindruckender als Porcupine Tree's "Russia on ice". Oder das seltsam geniale Gemisch aus Schulze-artiger Elektronik, Akustikgitarre, Ethno-Schlagzeug und indianisch anmutenden Stimmen in Track 6: darauf dürfte sogar Peter Gabriel neidisch werden. Ganz zu schweigen von den Drums in Track 5, die nun wirklich wie Deckel von Mülltonnen klingen, aber gerade dadurch den sonst recht einfachen Song bestens zur Geltung bringen.

Und natürlich der Wahnsinns-Übergang vom ersten zum zweiten Track: nach ausgiebigen Solo-Kapriolen treibt der erste Song ins gewohnte Rhythmus-Fahrwasser zurück, dann wird der Ton langsam dumpf, gleitet immer stärker weg (das klingt genauso wie früher die Tapedecks kurz vor dem Bandsalat), und wenn man schon überprüfen will, was an dem Gerät nicht stimmt, setzt knallig der zweite Song ein und führt den Weg so genial weiter, dass jeder weiß, der erste Song ist zwar zuende, aber passender als so könnte man ihn nicht fortsetzen.

Dieses Album ist kurzweilig in seiner Ausgedehntheit, anspruchsvoll in seiner Einfachheit und leichtfüßig in seiner Ernsthaftigkeit. Das muss man einfach haben – auf seine Art ist es noch gelungener als die bisherigen zwei Nachfolgealben.

Und es wurde ja auch Zeit, endlich mal das "Einhorn zu entführen" (:-).

Anspieltipp(s): Private Paradise - aber bis zum Songende und Übergang warten!
Vergleichbar mit: Smashing Pumpkins; Porcupine Tree (nur noch "progressiver" - im besten Sinne des Wortes!)
Veröffentlicht am: 3.3.2004
Letzte Änderung: 17.3.2014
Wertung: 14/15

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Von: Kristian Selm (Rezension 2 von 2)


Was verbirgt sich hinter der Entführung des Einhorns der Ananas Diebe? Hauptsächlich eigentlich der Gitarrist einer der innovativsten und recht unterschätzten Neo Prog Bands Englands, nämlich Bruce Soord seines Zeichens bei Vulgar Unicorn tätig.

Sein vorliegendes erstes Solowerk spricht nun ein wesentlich breiteres Publikum an, verdrängt die sinfonischen Ideen des Neo Progs, saugt dafür aktuelle Strömungen auf und rettet die Grundideen der Rockmusik der 70er in das neue Millenium. Als Vergleichsmomente seien hier vor allem alternative Gitarrenbands à la Smashing Pumpkins, Radiohead oder aber auch Porcupine Tree oder The Urbane (Soloprojekt des Arena Gitarristen John Mitchell) angeführt.

Die Stärke dieses Albums liegt schlicht und einfach darin, dass einprägsame Melodien mit hypnotischen, fast schon psychedelisch angehauchten Gitarrenakkorden und bohrenden Synthiesounds verfeinert wurden. Die wirklich guten Ideen sind in ausufernde, wabbernde Songlandschaften verpackt, die sich auch mal jenseits der 10 Minuten (bei "Parted forever" sind es sogar 25 Minuten) ausdehnen, ohne dass dabei Langeweile aufkommt.

Vor allem die Gitarre (keine Wunder, es handelt sich ja schließlich um das Soloalbum eines Gitarristen) gibt den Ton an, da sie mal verschmitzt spacig davon treibt, stakkatoartig die Akkorde rühren lasst oder minimalistisch die Spannung aufbaut, während die Rhythmik eher einfach gestrickt ist. Neue Sounds mit einprägsamer Saitenakrobatik, ein wunderbarer Hörgenuss, der sich aber stellenweise dennoch für manche sicherlich zu weit von dem entfernt, was man noch der progressiven Schiene zuordnen kann.

Aber dennoch sollte man mit einem aufgeschlossenen Musikverstand einiges zum Entdecken finden, da gitarrendominierter Alternative Rock mit Space Rock sehr eindringlich und harmonisch verbunden wurde.

Anspieltipp(s): Private paradise, Parted forever
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 17.9.2004
Letzte Änderung: 12.10.2004
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von The Pineapple Thief

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2002 137 10.00 2
2003 Variations on a Dream 12.00 2
2005 10 stories down 10.00 2
2005 4 stories down (EP) 10.00 1
2006 Little Man 12.00 2
2007 What we have sown 11.50 2
2008 Tightly Unwound 9.75 4
2010 Someone here is missing 11.00 2
2012 All The Wars 11.00 2
2013 Build a World 11.00 1
2014 Magnolia 10.50 2
2016 Your Wilderness 8.00 2
2017 Where We Stood 11.00 1

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