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24902 Rezensionen zu 17072 Alben von 6653 Bands.
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Kingdom Come

Journey

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1973 (CD-Reissue 2003 (Castle) und 2010 (Esoteric Recordings))
Besonderheiten/Stil: Elektronische Musik; Klassischer Prog; Psychedelic; sonstiges
Label: Polydor
Durchschnittswertung: 12.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Arthur Brown drum machine,vocals
Andy Dalby electric guitar,vocals
Phil Shutt bass,vocals,percussion
Victor Peraino melotron,synthesizer,theramin,percussion,vocals
Les Adey lights

Tracklist

Disc 1
1. Time Captives 8:18
2. Triangles 3:19
3. Gypsy 9:14
4. Superficial Roadblocks

1. Lost Time
2. Superficial Roadblocks
3. Corpora Supercelestia

6:57
5. Conception 2:18
6. Spirit of Joy 3:09
7. Come Alive 8:50
8. Spirit of Joy (Alternative take)   (cd bonus track) 2:49
9. Time captives (Alternative take)   (cd bonus track) 7:08
10. Conception (Alternative take)   (cd bonus track) 2:01
11. Come Alive (Alternative take)   (cd bonus track) 8:26
12. Slow Rock (BBC Session)   (cd bonus track) 7:08
13. Spirit of Joy (BBC Session)   (cd bonus track) 8:35
Gesamtlaufzeit78:12


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 2)


Man nehme eine billige Drummaschine, darüber eine der mächtigsten Stimmen des Rock, die sich hier allerdings mannschaftsdienlich im einfühlsamen Chorgesang übt, dazu stelle man sich noch suggestive Synthies vor, einen obsessiven Gitarrenton, das alles von einer Bassgitarre unterstützt...Das ergibt den melodisch gelungenen, ungeheuer atmosphärischen, elektronisch eingefärbten Opener "Time captives".

Aus irgendwelchem Grund hatte man nämlich auf "Journey", dem letzten Werk von Kingdom Come, auf einen "echten" Schlagzeuger verzichtet. Für eingefleischte Rockfans vielleicht schwer nachvollziehbar, scheint die Verwendung von einer Drummaschine erstaunlich gut zu der schwermütigen, keyboardorientierten Musik zu passen. Mit "Triangles" folgt dann ein dissonantes, möglicherweise leicht verstörendes Elektronik-Instrumental. "Gypsy" beginnt mit stimmunsgvollen Mellotron/Synthie-Passagen, zu denen sich passende Gitarrenarpeggios gesellen. Zum maschinellen Samba-Rhythmus und Mellotron mit Gitarren/Bass-Hintergrund erklingt die einmalige, aussdruckstarke Stimme von Arthur Brown, die (vorsicht, es folgt ein schlechter, aber hoffentlich hilfreicher Vergleich), in tiefen Lagen an Tom Jones, in hohen an Ian Gillan erinnern könnte.

Wo gibt es sonst Mellotron en masse, dazu summende Synthies, hektische Gitarre und ein primitives Schlagzeugimitat der (wahrscheinlich) ersten Generation, das alles - wie auf "Gypsy"- sich zu dramatischen Instrumentalpassagen zusammenfügend?

"Superficial Roadblocks" wird von psychedelisch-schrägem Gesang (diesmal ist es nicht Mr.Brown) getragen. Beeindruckend dabei die pathetischen, pastoralen Keyboardparts, die den Sprechgesang manchmal mit elektronischen Chören ergänzen. Ich wiederhole mich gerne: selten gehörte Klangkombinationen allenthalben. Paukenschläge am Anfang und zum Ausklang verleihen dem Stück einen bombastischen Touch. In dem kurzen "Conception" setzt Arthur Brown seine berühmten hysterischen Schreie ein. "Spirit of joy" klingt am ehesten nach einer spacigen Hippienummer, und wirkt damit nach einer Reihe origineller Stücke ziemlich unpassend. Die dank dem knackigen Bass und dem charismatischen Sänger beinahe groovende, gitarrenorientierte Rocknummer "Come alive" zeigt noch einmal, wie man einen echten Schlagzeuger erfolgreich durch eine Maschine ersetzen kann.

Für manche Ohren werden die Arrangements dieses Albums ab und zu knapp am Kitsch vorbeischrammen, wie zum Beispiel in den leicht schaukelnden, teilweise mit zappaesken Gesangseinlagen ausgestatteten letzten Minuten von "Come alive". Aber solche Grenzgänge sind es ja gerade, was ich besonders amüsant und anregend finde.

Die Bonustracks der meines Wissens höchstens zweiten CD-Neuauflage (diesmal von 2003) bringen nur leicht abgeänderte, meistens unausgereift wirkende Versionen einiger "Journey"-Tracks. Die zwei BBC-Tracks bieten zudem nur Bootleg-Qualität.

Ca. 1972 begann für Arthur Brown (ähnlich wie für Robert Fripp) ein durch die philosophischen Lehren von Bennett und Gurdjieff angeregter spiritueller Selbstfindungsprozess, der ihn schließlich dazu veranlasste, Kingdom Come zu verlassen, um u.a. einen ausgedehnten Meditationskurs und eine Indien-Reise zu absolvieren. Das führte nach drei ausgezeichneten Alben zum vorzeitigen Ende von Kingdom Come.

Anspieltipp(s): Time captives
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 14.3.2004
Letzte Änderung: 4.11.2006
Wertung: 12/15

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 2 von 2)


Bentley Rhythm Ace, so war der Name des Schlagzeugers, der auf "Journey" zu hören ist. Seit den frühen 60er Jahren entwickelte die japanische Firma Ace Electronic Industries Inc. (oder Ace Tone - initiiert von Ikutaro Kakehashi, der später die Firma Roland gründen sollte) Rhythmusmaschinen, die ab 1967 unter dem Namen Rythm Ace vertrieben wurden, in Großbritannien als Bentley Rhythm Ace. Zudem wurden die Geräte von der Hammond Organ Company lizenziert, und teilweise in ihre Heimorgeln eingebaut (z.B. in die Piper-Serie). Die Rhythm-Ace-Geräte konnten eine Reihe von vorprogrammierten Rhythmen erzeugen, einfache Basisgetrommel und elaboriertere Tanzbegleitmuster (Rumba, Tango, Bossa Nova ... etc.). Zudem konnte man Tempo, Lautstärke und die Balance verändern.

Auch aus dem umfangreichen Beihefttext des derzeit neuesten CD-Reissues von Esoteric Recordings geht nicht hervor, warum genau man bei den Aufnahmen von "Journey" die Rhythm Ace einsetzte. Jedenfalls wurde das Album - so Brown im nämlichen Beihefttext - um die Drummachine herum konstruiert, was erstaunlicherweise sehr gut funktioniert hat und "Journey" zum ersten Album der Rockgeschichte gemacht hat, welches komplett mit einer Rhythmusmaschine eingespielt wurde.

Als Progger mit Hang zu Vintagesounds wird man ob des Schlagzeugersatzes aus der Dose erst einmal die Nase rümpfen. Doch muss man schnell eingestehen, dass "Journey" gerade durch den Einsatz des Rhythm Ace seinen eigenen Charakter erhält. Das Album bietet ein ausgesprochen originelles und überzeugendes Gemenge an elektronischen Sounds, klassischen Tastenklängen (Synthesizer, Orgel, Mellotron, Piano) und ausladenden E-Gitarrenexkursen, das für die frühen 70er Jahre ziemlich einzigartig dasteht. So homogen und dicht ist die Verbindung von Rockband und Elektronik selten gelungen. Dazu kommt, als Sahnehäubchen, der ausdrucksstarke, nicht minder einzigartige Gesang Browns.

Das Esoteric-CD-Reissue kommt übrigens als Doppelalbum, welche auf CD1 das remasterte, originale Album in all seiner Pracht beinhaltet und auf CD2 zwei Singletracks ("Spirit of joy"/"Slow rock" - teilweise wieder mit Schlagzeug), drei Alternativversionen von Albumtracks (darunter eine noch wirrere und elektronischere Ausgabe des grandiosen "Time Captives") und drei klanglich ziemlich unterdurchschnittliche, offenbar von irgendwem mit einem Kassettenrekorder vom Radio mitgeschnittene BBC-Sessionstücke der Band (die Originalaufnahmen sind wohl nicht mehr im Archiv der BBC vorhanden) bietet.

"Journey" ist ein wirklich tolles und durch und durch progressives Album, welches Psychedelisches, Spaciges, Elektronik und klassischen Prog auf äußerst gelungene und originelle Weise miteinander verbindet. Ein Meisterwerk!

Anspieltipp(s): Time Captives
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 25.12.2011
Letzte Änderung: 25.12.2011
Wertung: 13/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Kingdom Come

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1971 Galactic Zoo Dossier 12.00 2
1973 Kingdom Come 12.00 1
2017 Live 1973 6.00 1

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