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A Silver Mt. Zion

'this is our punk-rock,' thee rusted satellites gather+sing

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2003
Besonderheiten/Stil: Postrock
Label: Constellation
Durchschnittswertung: 11.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Efrim, Sophie, Thierry, Beckie, Ian, Jessica und 24 Chorsänger.

Tracklist

Disc 1
1. sow some lonesome corners so many flowers bloom 16:27
2. babylon was built on fire/starsnostars 14:44
3. american motor over smoldered field 12:05
4. goodbye desolate railyard 14:25
Gesamtlaufzeit57:41


Rezensionen


Von: Achim Breiling @ (Rezension 1 von 2)


Für ihre dritte CD haben Efrim, Sophie, Thierry, Beckie, Ian und Jessica 24 Sänger angeheuert (deren Vornamen aufzulisten ich mir mal erspare; sie rekrutieren sich aber teilweise aus den Mitgliedern von Godspeed You Black Emperor! und set fire to flames). Dieser Chorgesang ist es auch, der ein entscheidend neues Element in diese Musik einbringt: Viel Gesang, der mitunter eine ziemlich beschwörend-mystische Atmosphäre erzeugt.

Ansonsten gibt es hier mehr oder weniger den üblichen Post-Rock aus Montreal zu hören (siehe die Rezensionen zu den beiden Vorgängerscheiben, zu Godspeed You Black Emperor! oder set fire to flames). Allerdings sind auf "'this is our punk-rock,' thee rusted satellites gather+sing" verstärkt Keyboardklänge vorhanden, die der Scheibe ein stärker symphonisches Gepräge geben und zusammen mit der punkig-alternativen Rohheit der Musik stellenweise eine fast krautig-elektronische Stimmung erzeugen. Sehr homogene, dichte Klangmassen prägen diese CD, die, kontrastiert vom teilweise mehrstimmigen Gesang, der Musik eine erstaunliche Intensivität verleihen.

Der erster Track gehört wohl mit zum Besten, was mir im Post-Rock-Bereich bisher zu Ohren gekommen ist. Eine brilliante Kombination von Streicherklängen, Chorgesang und symphonisch-psychedelischen Gitarren/Keyboardsounds. Das Ergebnis ist sehr packend und klangvoll, ohne bombastisch zu werden.

"babylon was built on fire/starsnostars" bietet eine gelungene Verschmelzung, von Elektronikklängen und "normalen" Instrumenten, zu einem melancholischen Klangwabern, in das immer wieder die Streicher einstimmen. Dazu kommt der verzweifelt-brüchige Gesang von Efrim. Gegen Ende wird das Stück recht schräg und fast laut. Verzerrte Gitarren setzen heftig ein, bis der Chor die intensive Nummer zu Ende bringt.

"american motor over smoldered field" beginnt als schlichtes Lied: Akustiggitarre, Gesang und dezente Streicher. Recht beschaulich wäre das, wenn Efrim nicht so krank singen würde. Nach einiger Zeit explodiert das Ganze verhalten, klingt wieder ab, der Chor läßt mal wieder etwas von sich hören ... und es entwickelt sich der nun schon typische Stil und Klang der Scheibe. Auch "goodbye desolate railyard" klingt zu Beginn nicht viel anders. Es schleicht sich hier wieder diese Post-Rock-übliche Angewohnheit ein, sich auf einem einmal gefundenen Stil festzureiten. Zum Glück geht das Stück aber nach 5 Minuten in ein ziemlich wüstes Elektronik-Klangdröhnen über, das immer lauter und schräger wird und schließlich in einem stark hallenden Gerumpel mündet, welches sich dann als Fahrgeräusch eines Zuges herausstellt (siehe Songtitel). Zum Schluß gibt es dann wieder den depressiven Gesang zu krachiger Gitarre, dem sich auch der Chor wieder anschließt.

"'this is our punk-rock,' thee rusted satellites gather+sing" ist eine wirklich gelungene Scheibe! Während Godspeed You! Black Emperor etwas die Luft auszugehen scheint, ist die Kreativität der Band offenbar auf Efrims Seitenprojekt übergegangen. Allerdings ist das Teil, auch für Post-Rock-Verhältnisse, ziemlich melancholisch, fast depressiv geraten. Trotzdem: Eine frische Brise aus Montreal!

Anspieltipp(s): sow some lonesome corners so many flowers bloom
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 5.4.2004
Letzte Änderung: 29.7.2012
Wertung: 12/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 2)


So langsam muss mal die Lücken in meiner Sammlung von Alben der kanadischen Postrocker schließen. Wobei diese Sammlung eigentlich nur eine, allerdings große Lücke enthält, die die ersten fünf Veröffentlichungen von Efrim und Gefolge umfasst.

Das 2003er Album der Kanadier unterscheidet sich recht deutlich von den mir bekannten späteren Werken. Viel ruhiger geht es hier zu, den punkigen Charakter späterer Alben gibt es hier noch nicht. Die Musik fließt meist sanft dahin, getragen von den mäandernden Streichern. Bisweilen wird es, wie im ersten Stück, richtiggehend orchestral, dann wieder geradezu zerbrechlich, wenn zu sporadisch hingeworfenen Gitarrenklängen Efrims charakteristischer, brüchiger bis weinerlicher Gesang einsetzt.

In der zweiten Albumhälfte geht es dann vermehrt heftiger zur Sache mit krachigen Gitarren oder lang anschwellenden elektronischen Geräuschsequenzen, die an krautige Klangexperimente gemahnen; aber auch hier überwiegen letzten Endes die ruhigen Passagen, die dann auch schon mal folkige Anklänge zeigen; am Schluss scheinen dann alle ums Lagerfeuer zu sitzen, so klingt der Chorgesang zur Akustik-Klampfe jedenfalls.

Die CD kommt übrigens mit einem hübschen Heftchen voller Zeichnungen und Kritzeleien, aus denen man nicht immer schlau wird, die aber wunderbar zur musikalischen Stimmung passen. Schönes Teil!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.3.2010
Letzte Änderung: 7.3.2010
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von A Silver Mt. Zion

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2000 he has left us alone but shafts of light sometimes grace the corner of our rooms 11.50 2
2001 born into trouble as the sparks fly upward 9.50 2
2004 Pretty Little Lightning Paw 11.00 1
2005 Horses In The Sky 11.00 1
2008 13 Blues For Thirteen Moons 11.00 2
2010 Kollaps Tradixionales 11.00 1
2014 Fuck Off Get Free We Pour Light On Everything 11.50 2

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