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Zinkl

Circus Maximus

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1999
Besonderheiten/Stil: instrumental; Konzeptalbum; Elektronische Musik
Label: BSC/Prudence
Durchschnittswertung: 8.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Anton Zinkl

Tracklist

Disc 1
1. The Inimitable Celloking 4:59
2. Anna Conda 3:21
3. The Digital Pachyberm 5:47
4. Pipo & Gaston 2:28
5. The Fabulous Butterfly Boys 2:23
6. The Shrinking Johnny 1:58
7. Talented Fleas Inc. 4:42
8. Heartbreaker Lucy 4:08
9. The Grand Parade of Lifeless Bavarians 5:19
10. The Pina Coladas 2:10
11. Celloking's Solo Career 0:27
12. The Illustrated Ventriloquist 4:29
13. Soaring Virgin Phoebe 1:43
14. The Unholy Life of Abbot Basusu

1. The Unholy Life
2. The Holy Sleep
3. Resurrection

7:23
Gesamtlaufzeit51:17


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 3)


Schon die Abbildung auf dem Cover macht deutlich, dass es hier nicht so ernst und bedeutungsschwanger zugeht wie bei manch teutonischem Elektroniker. "Circus Maximus" kann man als eine Art Konzeptalbum betrachten. Nicht in dem Sinne, dass eine Geschichte erzählt wird; vielmehr werden verschiedene Attraktionen eines imaginären Zirkus dargestellt. Und das nicht nur musikalisch, sondern auch bildlich, denn für jedes Stück findet sich noch eine Abbildung im Beiheft der CD.

Musikalisch unterscheidet sich "Circus Maximus", wie schon erwähnt, deutlich von dem, was man üblicherweise unter elektronischer Musik erwartet. Keine Sequencerrhythmen à la Tangerine Dream oder Klaus Schulze, kein Elektro-Pop à la Kraftwerk - Zinkl hat seine ganz eigene musikalische Sprache. Allenfalls zur ironischen Synthesizer-Kunst des Duos Cluster (vgl. "Zuckerzeit") kann man die ein oder andere Parallele finden.

Die Musik ist sehr abwechslungsreich. Da gibt es das melancholische Klavierstück "Shrinking Johnny", das herrlich burleske "Talented Fleas Inc." mit deutlichem Einfluss von Cluster, das immer schräger werdende "The Grand Parade of Lifeless Bavarians", und bei "Soaring Virgin Phoebe" gibt es dann auch mal elektronische Sphärenklänge zu hören. Manchmal, wie bei "The Inimitable Celloking", wird es sogar richtig "rockig". Köstlich auch "The Digital Pachyderm", das gleichzeitig schwerfällig und grazil wirkt.

Neben typisch elektronischen Klängen hört man u.a. Klavier, Cello und allerlei Schlaginstrumente - ob auf natürlichem oder elektronischem Wege erzeugt, erfährt man nicht; dem Klang nach könnten es durchaus echte Instrumente sein.

"Circus Maximus" bietet abwechslungsreiche, herrlich un-ernste Musik, die oft gar nicht so sehr "elektronisch" klingt. Von daher sollten ruhig auch mal Elektronik-Skeptiker ein Ohr riskieren, sofern sie einer gewissen Skurrilität nicht abgeneigt sind.

Anspieltipp(s): The Digital Pachyderm
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 12.4.2004
Letzte Änderung: 12.4.2004
Wertung: 11/15

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Von: Sal Pichireddu @ (Rezension 2 von 3)


In "Circus Maximus" führt uns Zinkl in einen - wen wundert's? - Zirkus voller obskurer Attraktionen, doch was mein Vorredner "nicht so ernst und bedeutungsschwanger" einschätzt, finde ich geradezu prototypisch teutonisch und "krampfhaft unkrampfhaft". Nun ja - Geschmackssache.

Musikalisch jedoch gilt für "Circus Maximus" letztenendes aus meiner Sicht im Großen und Ganzen das, was ich auch schon für "Plexus Andromeda" geschrieben habe (wenn auch vielleicht einen Tick weniger eindeutig): Zinkls Musik ist Musik aus dem Elfenbeinturm, soll heißen, von einem Elektronik-Freak für Elektronik-Freaks. Die von meinem Vorredner zitierten ironischen Brechungen sind keineswegs für jeden nachvollziehbar (OK, das liegt dann eher am Hörer), noch reichen diese meiner Meinung nach aus, um das Album wirklich zu einem Gewinn für Elektronik-Neulinge oder gar "Elektronik-Skeptiker" zu machen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 5.6.2004
Letzte Änderung: 5.6.2004
Wertung: 5/15

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Von: Thorsten Gürntke @ (Rezension 3 von 3)


Was schreibt man zu so einer Scheibe, die eine Ausnahme im Prog darstellt? Zinkl setzt auf Programming. Somit entstehen alle seine Songs am und mit dem Computer. Man könnte die Musik von Zinkl daher als Synthie-Prog bezeichnen, der, versucht man mal einen etwas bekannteren Vergleich zu ziehen, am ehesten an Tangerine Dreams Synthie-Passagen erinnert. Aber Zinkl ist eben anders. Man kann das nicht in Worte fassen, denn der gute Anton weiß, wie man geschickte Überraschungs- und Schockmomente in die Musik einzubauen hat.

So erübrigt es sich hier, auf Einzelheiten einzugehen. Das Album wirkt am Besten als Gesamtkunstwerk. Und dieses Wort trifft den Nagel auf den Kopf. Allerdings gibt es auch hier keinen Gesang. Aber die angesprochenen Überraschungsmomente verleihen den Songs sehr viel Wiedererkennungswert. Trotzdem würde ich empfehlen sich für die knappe Stunde Zinkl Zeit zu nehmen und das Album mehrmals komplett durchzuhören. Erst dann entfalten sich die Stücke richtig gut. Ein Song wie "Pipo & Gaston" würde ohne den Rest drumherum wohl eher in einen "Kleine Strolche" Film passen. So aber reiht sich das Teil als musikalisches Zwischenspiel herrlich in die Reihe Songs ein.

Für mich ist Zinkl progressiv - und zwar in der eigentlichen Bedeutung des Wortes.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 1.7.2004
Letzte Änderung: 10.7.2004
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Zinkl

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1994 No snaildance, please 10.50 2
1995 Lovely Night Creatures 10.00 2
1997 Plexus Andromeda 8.67 3
2002 Dance music for insects 11.00 3
2004 The Temptations of St.Anthony 11.00 1
2014 Cockaigne 10.00 1

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