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24966 Rezensionen zu 17119 Alben von 6671 Bands.
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Fates Warning

No exit

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1988
Besonderheiten/Stil: Progmetal
Label: Metal Blade
Durchschnittswertung: 9/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Jim Matheos Gitarre
Ray Alder Gesang
Frank Aresti Gitarre
Joe DiBiase Bass
Steve Zimmerman Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. No exit 0:41
2. Anarchy divine 3:46
3. Silent cries 3:17
4. In a word 4:25
5. Shades of heavenly death 5:56
6. The ivory gates of dreams

1. Innocence 1:13
2. Cold daze 2:15
3. Daylight dreamers 3:06
4. Quietus 4:25
5. Ivory tower 3:17
6. Whispers on the wind 2:24
7. Aquiescence 4:24
8. Retrospect 1:01

21:25
Gesamtlaufzeit39:30


Rezensionen


Von: Georg Heep (Rezension 1 von 2)


Es fällt schwer, dieser Platte gerecht zu werden: Sie wurde zwischen den beiden so unterschiedlichen Meisterwerken "Awaken the guardian " und "Perfect symmetry" veröffentlicht, da ist man im Rückblick versucht, "No exit" "nur" als musikalische Überleitung zu interpretieren. Auf der anderen Seite ist "No exit" die erste Fates Warning Platte mit Ray Alder am Mikrophon. Also keine Überleitung, sondern ein Neuanfang? Auch leidet "No exit" am "2112"-Syndrom: Ein die B-Seite ausfüllender Longtrack läßt den vier "kurzen" Liedern der A-Seite keine Luft zum atmen. Es besteht die Gefahr, Kracher wie "Anarchy divine" oder vielschichtige Tracks wie "Shades of heavenly death" zu übersehen. Schließlich ist da noch dieses schreckliche Cover, das vermuten läßt, die Band hätte den Künstler aus Ärger über den ersten Entwurf einfach die Tür des Proberaums verschlossen. Das Cover-Konzept stammt allerdings laut Booklet von der Band höchstpersönlich, also Schwamm drüber. Die melancholisch-hoffnungslose Stimmung der Musik transportiert diese Sackgassenmontage allerdings unbestritten.

Nachdem man durch das kurze "No exit" ein- und traurig gestimmt wurde, poltert "Anarchy divine" aus den Boxen. Der damals noch recht junge Ray Alder feiert bei 1:27 mit einem hoch gebrüllten "Enter, young man ..." seinen wahren Einstand. Er zeigt in diesem Track und in dem folgenden "Silent cries", daß er sowohl in den hohen Stimmlagen, als auch in der Tiefe ein Könner ist. Vielleicht einen Tick näher an Queensryches Geoff Tate als sein Vorgänger und noch nicht mit ähnlich viel Volumen wie John Arch, aber wirklich nicht schlechter - wie viele Freunde der ersten drei Platten unbekehrbar verkünden. Vielleicht stören sich die Archisten gar nicht so sehr am Sänger, als an dem, was er singt oder singen muß. Tatsache ist, daß die Gesangslinien der A-Seite zwar mitunter recht schön sind (z.B. in "Silent cries"), aber eindeutig nicht in "Awaken the guardian" Dimensionen vorstoßen. So findet sich in keinem der vier Lieder eine Stelle, die an die Intensität von "Guardian" ("I had a dream I was you ...") heranreicht. Auch wirkt das Riffing nicht immer besonders inspiriert. Ich vermute, hier wird deutlich, daß Matheos nicht nur auf den Sänger, sondern auch auf den Mitkomponisten John Arch verzichten mußte.

"In a word", ein balladeskes Lied aus der Feder von Frank Aresti, gibt der A-Seite eine besonders düstere Schlagseite ("How much more - can I take - 'till I break"). Hier schimmert bereits die dichte und kontrollierte Atmosphäre vom Nachfolgealbum "Perfect Symmetry" durch, das ja fast zur Hälfte von Aresti komponiert wurde. Nur, mußte dieses poppige Ausblenden sein?

"Shades of heavenly death" ist schließlich das schrägste Lied der ersten "No exit" Seite. Ein wirrer Anfangsteil, Spannung erzeugende Chöre und die Akustische im Mittelteil, aber wieder keine unbedingt zwingende Melodie und vor allem: schon wieder grausam ausgeblendet.

Leider verhindert eine im Vergleich zum Vorgänger eher drucklose Produktion, daß "Anarchy Divine" und Co. ordentlich krachen. Man muß hier schon bewußter zuhören, entdeckt dann auch die Höhepunkte der Lieder am ehesten in den Soli von Matheos und Aresti.

Wer aber an "No exit" denkt, dem fällt in erster Linie das sich über 20 Minuten erstreckende "The ivory gate of dreams" ein, das ganz auf das Konto von Matheos geht und für manche Schwächen der A-Seite mehr als entschädigt. Ausdrücklich sei auf die ausgezeichneten Texte dieses Werks hingewiesen. Sie beschreiben die Flucht eines Tagträumers vor der Realität und sind offen für eine intensive persönliche Auseinandersetzung. Ich denke, man kann die Texte als Beschreibung einer eskapistischen Lebenseinstellung verstehen. Persönlich bevorzuge ich allerdings die Deutung, daß Matheos hier den kurzen Moments zwischen Schlafen und Aufwachen einfangen wollte, in dem man sich noch nicht von seinen Träumen trennen will, aber irgendwann einsehen muß, daß der beginnende Tag stärker ist. Resignierend wischt man sich den Schlaf aus den Augen.

Rein musikalisch finden sich hier einige der schönsten Fates Warning - Momente. Das mehrmals bei unterschiedlichen Instrumenten auftauchende Motiv, das gleich in "Innocence" von der (akustischen) Gitarre als lyrisch-verträumtes Klagelied vorgestellt wird, kann eigentlich für das gesamte Schaffen von Fates Warning stehen. Abgesehen von diesem Motiv werden die einzelnen Teile von "TIGOD" aber wie in "Epitaph" auf "The spectre within" nur durch eine Spannungskurve verbunden. Diese steigt während der ersten drei Teile stetig bis "Quietus" an. Hier findet sich der Höhepunkt der ganzen Platte. Melodie und ein über der Musik liegender Hauch von Verlust erinnern an "Still remains" auf "Disconnected", die Musik vertont in genialer Weise den wunderschön traurigen Text, der von der Anmut und Geborgenheit der allen anderen unzugänglichen Traumwelt und der Angst um die Beständigkeit dieses Zufluchtsorts erzählt. Das Motiv wird hier von den Keyboards vorgetragen. Quietus hat auch auf dem Best-Of "Chasing time" als eigenständiges Stück seinen Platz gefunden.

Mit klagend verzerrten Gitarren verstärkt bleibt die Musik in "Ivory towers" recht bewegt, langsam wird deutlich, daß der Elfenbeinturm des Tagträumers der Macht der Wirklichkeit nicht Stand halten wird. Er bricht auseinander. "Whispers on the wind" ist ein schönes, ruhiges Zwischenspiel, während es in "Acquiescence" noch einmal recht schnell und laut wird. Hier erklingt das Motiv in einer selbtbewußten, fast trotzigen Version.

Trotz der nicht zu verbergenden Begeisterung halte ich "TIGOD" nicht für völlig gelungen. Einige Übergänge erscheinen mir doch zu unmotiviert hart, auch denke ich, daß das Stück etwas zu lang geworden ist, um die Hörer von Anfang bis Ende zu fesseln. Ich vergleiche hier mit dem nur halb so langen "Epitaph". Dennoch ist es wunderschöne Musik, die mich persönlich sehr bewegt und einen der Höhepunkte des Progmetals darstellt.

Nebenbei darf ich anmerken, daß ich das "Fischmaul"-Photo von Ray Alder im Booklet recht schmunzelig finde.

Da eine Benotung von "No exit" beide Seiten der Platte berücksichtigen muß, trifft man sich am besten in der Mitte, und die liegt bei (jetzt :-) )10 Punkten.

Anspieltipp(s): Anarchy divine, Quietus (= Track 6 ab 6:34)
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 25.4.2002
Letzte Änderung: 25.4.2002
Wertung: 10/15
A-Seite 9, TIGOD 11, Quietus 13

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 2 von 2)


Ich hatte und habe immer noch eine leichte Aversion gegen das allzu hohe, oft gepresst wirkende und ebensooft sehr hallend abgemischte Gesinge von Metalbands. Und ich fand es stets schwierig, die einzelnen Interpreten zu unterscheiden. In den 80ern wurde ich von einem Klassenkameraden des öfteren mit dieser Musikrichtung "konfrontiert". Die grosse Masse der Sänger, denen ich da lauschen durfte, hörte sich für mein Ohr meist sehr ähnlich an. Das mag zum einen daran liegen, dass ich mich nie besonders in diese Musik vertieft habe, um entsprechende Unterschiede durch zunehmende Erfahrung besser wahrzunehmen, zum anderen denke ich aber auch, dass in dieser Tonlage einiges an Wärme einer Stimme verloren geht und die Klangfarbendynamik eine andere ist.

Wie dem auch sei: hätte ich es nicht gewusst, ich hätte nicht sofort gemerkt, dass nun nicht mehr Herr Arch sondern Herr Alder am Mikrophon steht. Mit der Zeit realisiert man aber, dass die Gesangsmelodien hier nicht mehr so verschnörkelt und mit Ornamenten versehen sind, wie noch auf den Alben zuvor.

Die ersten Titel haben mich etwas enttäuscht, da sie stilistisch wieder näher an The spectre within heranrückten; speed, straight, uniformes Riffing, zu inbrünstige Metal-Sangeskunst.

Mit "In a Word" folgt der erste "Eisbrecher", ein interessantes Stück, halb Metal-Ballade, halb Gitarren-Gefrickel.

"Shades" fängt zuerst im Stile der ersten Titel an, um dann richtig schön schräg zu werden. Krummtaktig, vielfältiges Riffing, verschlungene Melodien, Akustik-Gitarre, hämmerndes Schlagzeug, Atmosphäre durch Choreinsatz.

"The Ivory Gate of Dreams" hat viel Licht und wenig Schatten. Schön das akustische "Innocence", gut auch das verschleppt stampfende "Daylight Dreamers", dann "Quietus", in welchem das Eingangsthema aus "Innocence" wieder aufgenommen und in eine gelungene uptempo-Metal-Ballade verwoben wird, die gegen Ende an Tempo aufnimmt. "Ivory Tower" ist mein Favorit des Albums, da die sonst meist vorherrschende grade Metrik mal aufgebrochen und darüber auch mal gefrickelt wird. "Whispers" ist eine stimmungsvolle Ballade und stellt einen schönen Kontrast zum sonstigen Stil des Albums dar. Toll hier auch die Stimme Alders, der zeigt, was für Klangfarben sein Organ sonst noch zu bieten hat. "Aquiescence" macht dort weiter, wo "Ivory Tower" aufgehört hat; vertracktes Rhythmusspiel, variables Gitarrenspiel von mächtigem Riffing bis virtuosem Solo. Das abschliessende "Retrospect" ist die Reprise von "Innonence".

Unter dem Strich ein gutes Album, das nicht ganz an seinen Vorgänger heranreicht.

Anspieltipp(s): Ivory Tower, Aquiescence
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 21.2.2011
Letzte Änderung: 22.2.2011
Wertung: 8/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Fates Warning

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1984 Night on Bröcken 7.00 2
1985 The spectre within 7.50 2
1986 Awaken the guardian 12.50 2
1989 Perfect Symmetry 12.00 3
1991 Parallels 8.50 4
1994 Inside Out 6.00 3
1997 A Pleasant Shade of Gray 11.67 6
1998 Still Life 11.33 3
2000 Disconnected 10.00 4
2004 X 10.40 5
2005 Live In Athens (DVD) 11.50 2
2013 Darkness In A Different Light 10.67 3
2016 Theories Of Flight 10.50 4

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