SUCHE
Erweiterte Suche
NEUER LESESTOFF
Prog 50. Progressive Rock Around the World in Fifty Years (22.11.2017)
ARCHIV
NEUE REZENSIONEN
23.11.2017
Grombira - Grombira
22.11.2017
Maat Lander - Seasons of Space - Book #1
Alan Simon - Songwriter
Wings Of Destiny - Kings Of Terror
Lifesigns - Cardington
Damn the Machine - Damn the Machine
King Crimson - Live in Chicago
French TV - Operation: Mockingbird
21.11.2017
French TV - Operation: Mockingbird
Peter Hammill - From the Trees
Orpheus Nine - Transcendental Circus
20.11.2017
Jeffrey Biegel - Manhattan Intermezzo
Badger - One live Badger
Various Artists - AMIGA Electronics
19.11.2017
Taylor's Universe - Almost Perfected
Hans-Hasso Stamer - Digital Life
French TV - Ambassadors of Good Health and Clean Living
ARCHIV
STATISTIK
24107 Rezensionen zu 16474 Alben von 6406 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Pink Floyd

Ummagumma

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1969
Besonderheiten/Stil: live; Folk; Psychedelic; RIO / Avant; sonstiges
Label: EMI
Durchschnittswertung: 11.33/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

David Gilmour Guitars,vocals
Roger Waters Bass,vocals
Nick Mason Drums
Richard Wright Keyboards,vocals

Tracklist

Disc 1
1. Astronomy Domine 8.28
2. Careful with that axe,Eugene 8.47
3. Set the controls for the heart of the sun 9.22
4. A saucerful of secrets 12.49
Gesamtlaufzeit39:26
Disc 2
1. Richard Wright-Sysyphus Part 1 1.06
2. Richard Wright-Sysyphus Part 2 3.25
3. Richard Wright-Sysyphus Part 3 1.48
4. Richard Wright-Sysyphus Part 4 6.56
5. Roger Waters-Grantchester Meadows 7.28
6. Several species of small fury animals gathered together in a cave and grooving with a pict 4.57
7. David Gilmour-The narrow way Part 1 3.29
8. David Gilmour-The narrow way Part 2 2.53
9. David Gilmour-The narrow way Part 3 5.52
10. Nick Mason-The grand vizier's garden party Part 1 0.59
11. Nick Mason-The grand vizier's garden party Part 2 7.06
12. Nick Mason-The grand vizier's garden party Part 3 0.40
Gesamtlaufzeit46:39


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 4)


Laut den Pink Floyd-Biographen und - viel wichtiger - den Musikern, war die Zeit nach dem Rausschmiß Barretts bis zum Album "Meddle" von ziemlicher Richtung-, Lust- und Ideenlosigkeit gekennzeichnet. Das Projekt "Pink Floyd" soll fast ausschließlich vom eisernen Willen Roger Waters zusammengehalten worden sein..., nein, ich hoffe nicht nur den Selbstarstellungskünsten von Waters auf den Leim gegangen zu sein... Angesichts der wegweisenden Alben, die in diesem Zeitabschnitt entstanden -wie z.B. "Ummagumma" oder "Atomheartmother"-, sind das doch einigermaßen überraschende Erkenntnise.

Diese Doppel-LP/CD enthält eine Konzertplatte mit den Aufnahmen des Quartetts, und eine Studioplatte, die Solostücke von jedem der vier Musiker präsentiert. Man kann der Sache positive und negative Aspekte abgewinnen. Negative Auslegung würde hier heißen, Pink Floyd des pseudointellektuellen, musikalisch blutleeren, minimalistischen sich Durchmogelns zu bezichtigen. Positiv betrachtet, bleibt es eine Kunst, mit sehr bescheidenen instrumentalen Fähigkeiten hypnotische, mitreißende Konzerte zu geben oder im Studio mutige Soundexperimente zu zelebrieren. Damit sei das Wesentliche zur Konzertplatte des Albums gesagt, die viel zur Popularität der Truppe in den USA beigetragen haben soll. Die Band kämpft sich dort souverän durch Barretts Klassiker "Astronomy Domine" und zeigt sich überzeugend in den minimalistischen Zweiakkorde-Songs, wie "Set the controls..." oder "Careful with that axe Eugene". Das zuletztgenannte Stück findet seinen Ausdruck in der ansteigenden Spannung, die anschließend in den unheimlichen Schreien von Waters ihren Höhepunkt erfährt. Die Konzertversion von "Saucerful of Secrets" läßt die Studioausführung ziemlich lau erscheinen. Dank der Fähigkeit, gekonnt die Spannungsmomente einzusetzen und nicht zuletzt durch die improvisatorischen Talente von Wright und Gilmour, klingt das Konzert niemals langweilig. Zu jener Zeit hat Mason noch einen passablen Drummer, mit erkennbarem Stil abgegeben, einer Mischung aus Ringo Starr und Ginger Baker. Zur Zeit wird die Tradition der langgezogenen, langsam an- und abschwellenden Stücke -wie auf der Konzertplatte von "Ummagumma" zu hören- am eindrucksvollsten von "Godspeed you black emperor" fortgeführt. Die Pink Floyd-Konzerte jener Zeit haben auch maßgeblich die elektronische Szene Deutschlands mitgeprägt.

Nun zur Studioplatte: Das Konvenzionellste hierauf bleibt das Stück von Gilmour -mit zum Teil einfallslosen, pseudofolkigen Gitarrengeklimper-, auch wenn manche Parts nach späteren, noch einflußreicheren Pink Floyd-Alben klingen. Nachdem Gilmour mit seinen Texten auf "Narrow Way" unzufrieden war, hat er sich nach eigenen Aussagen gesanglich durchgemogelt, indem er seinen Gesang so undeutlich wie nur möglich gestaltet haben will. Das war nicht das einzige Mal, dass Mr.Gilmour durch seine entwaffnende, coole Offenheit aufgefallen ist.

Das vierteilige Werk von Richard Wright,"Sysyphus", von dem er sich übrigens deutlich zu distanzieren pflegt, ist dem bekanntlich sinnlosen Bestreben des Sysyphus gewidmet, eine vernünftige Arbeit zu verrichten. Illustriert wird das durch einen dunklen, heavyklingenden Mellotronriff, der das Eröffnung- und Abschlußthema bildet.Dazwischen gibt es lyrische Pianoparts, die sich dann auf dramatische Weise ins Bombastisch-Avantgardisch-Atonale steigern. Wirklich gelungen.

Waters kommt uns hier mit einem ruhigen, jedoch stimmungsvollen folkigen Song daher, der sich dann in eine meisterhafte Soundcollage verwandelt, eingeleitet durch Fliegenjagd, mit Horden von singenden wilden Zwergen und einer verrückten Rede in schottischem Dialekt. "....and the wind cries mary...". Sehr abgefahren.

Nick Masons "The Grand Vizier's Garden Party" ist ein mit Hilfe von Studiotechnik (wie z.B. Overdubs und manipulierte Tonbänder) entstandenes und mit durchdachtem Ablauf beeindruckendes, avantgardistisches Drumsolo. Dieses wird von lyrischen Mellotronflöten eröffnet und abgeschlossen.

"Ummagumma" hat durch Originalität und Mut zum Ungewöhnlichen unzählige Hörer staunen lassen und ebenso viele Musiker zum Experimentieren angeregt. Das Aufnahmestudio wurde hier zum fünften Bandmitglied und wer daraufhin glaubt, diese Band hatte konzertmäßig nichts zu bieten, wird durch die Konzertplatte von "Ummagumma" eines Besseren belehrt.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 25.4.2002
Letzte Änderung: 2.5.2004
Wertung: 13/15

Zum Seitenanfang

Von: Christian Rode @ (Rezension 2 von 4)


Mit Ummagumma ist das so eine Sache. Die eine Scheibe Live, die andere Studio, aber doch kein normales Studio-Album. Das lässt einen zwiespältigen Eindruck zurück.

Dabei ist dem Live-Teil nur eines vorzuwerfen: Er ist zu kurz, denn den Sound möchte man gerne noch länger hören, ach was, der sollte gar nicht mehr aufhören! Hier ist live der Brüller "Careful with that Axe, Eugene". Und "A Saucerful of Secrets" wirkt live tatsächlich lebendiger als im Studio. So soll es sein! Insgesamt kommt der ursprüngliche Pink Floyd-Weltraumsound schon ganz schön breit rüber.

Tja. Und dann der Studio-Teil von Ummagumma, der den Pink Floyd Gelegenheit gibt, solistische Ideen zu präsentieren. Sowas kann - man weiß es z.B. von Emerson Lake & Palmer, die dies später auch versuchten - durchaus in die Hose gehen. Das ist bei Ummagumma erfreulicherweise nicht ganz so schlimm. Aber ein Highlight im Schaffen von Pink Floyd würde ich diese Studio-Übungen nicht nennen wollen. Trotzdem haben die Stücke in ihrem z.T. experimentellen, z.T. folkigen, z.T. sphärischen Charakter durchaus einen gewissen Charme.

Live phantastisch, im Studio reichlich bemüht artifiziell - und doch mit dem gewissen Etwas, das diese Band auch im Studioteil von Ummagumma Pink Floyd sein lässt.

Anspieltipp(s): Careful with that Axe, Eugene
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 3.6.2005
Letzte Änderung: 23.5.2016
Wertung: 11/15
Live 15, Studio 7

Zum Seitenanfang

Von: Markus Peltner @ (Rezension 3 von 4)


Gerade mal drei Monate nach dem Soundtrack “More” brachten Pink Floyd mit „Ummagumma“ ihr viertes Werk auf den Markt. Der Titel „Ummagumma“ ist ein Slangwort und bedeutet nichts anderes als Sex. Und genau so ungewöhnlich wie der Titel, so ist auch die Musik auf diesem Album – ungewöhnlich und absolut nicht alltäglich. Das liegt zum einen daran, dass das Album aus zwei Tonträgern besteht. Auf der ersten Platte beziehungsweise CD sind vier live eingespielte Titel zu hören, die zweite Platte beinhaltet dann eine Studio-LP. Aber auch darin liegt etwas Besonderes, denn hier sollte jedem Bandmitglied Raum gelassen werden. Jedem der vier Musiker stand eine halbe LP Seite zur Verfügung, die er mit seiner Musik füllen konnte. Und daraus resultiert mit „Ummagumma“ ein Album, welches eine halbe Live-Platte ist, zum anderen jedoch einen sehr experimentellen Ritt durch die Inspirationen der vier Pink Floyd Mitglieder Ende der 60er Jahre darstellt.

CD 1 oder Platte 1 wurde an drei Orten live eingespielt. Das waren Manchester, Birmingham und Bromley Common, eine kleine Gemeinde südlich von London. Die Songauswahl setzte sich dabei aus „Astronomy Dominé“ von „The Piper At The Gates Of Dawn“. sowie aus zwei Stücken von „A Saucerful Of Secrets“ zusammen. Dies sind die Lieder „Set The Controls For The Heart Of The Sun“, sowie der Titeltrack des zweiten Albums „A Saucerful Of Secrets“. Dazu gesellte sich als neuer Titel „Careful With The Axe Eugene“, ein Lied, welches bisher noch auf keiner LP erschienen war.

Nun die Stücke, soweit sie bisher auf Platten erschienen waren, klingen „live“ sehr viel kräftiger und druckvoller, rockiger eben. Es sind Variationen der ursprünglichen Nummern, wobei beide, die ursprünglichen Studioaufnahmen auf den ersten beiden Platten Pink Floyds, wie diese Live-Einspielungen, ihren Charme haben. „Careful With The Axe Eugene“, bis dorthin nur als B-Seite der Single „Point Me At The Sky“ erschienen, ist ein kraftvolles Stück, welches durchaus auch melodiös klingt. Allerdings schwebt über der Nummer durchgängig diese psychedelische Atmosphäre, bei der es einem in der Mitte des Stücks eiskalt den Rücken runterläuft, wenn man bemerkt, dass der gute Eugen doch nicht so vorsichtig mit der Axt hantiert hat. Die Live-Atmosphäre hört man den vier Stücken übrigens nur jeweils ganz am Ende an, wenn man den Applaus des Publikums mehr wahrnimmt als hört.

Nun zur zweiten Platte beziehungsweise CD. Da ist mit Sicherheit nicht unbedingt für jeden etwas dabei. Das ist schon zum Teil sehr experimentell, sehr abgefahren, sehr avantgardistisch oder wie auch immer man diese Werke der vier Musiker nennen will. Rick Wrights Komposition macht den Anfang. „Sysyphus“ heißt sie, der griechischen Mythologie Gestalt entsprechend und ist in vier Teile untergliedert. Sehr kraftvoll und bombastisch beginnt das Stück mit einem dicken Orgelteppich und einer durchaus eingängigen Melodie. Teil 1 ist allerdings bereits nach etwas über einer Minute beschlossen und geht in einen Piano Solo Part über. Ist dieser zu Beginn noch sehr melodiös, so wird er im weiteren Verlauf des Stückes immer atonaler. Mit Händen, Armen und Ellenbogen scheint Rick Wright sein Piano hier zu bearbeiten, welches mit dumpfen und verstörenden Klängen darauf antwortet. Teil 3 von „Sysyphus“ ist dann völlig atonal und klingt mehr nach einer Aneinanderreihung von Tönen, als an Musik. Dazu gesellen sich seltsame hohe, schreiartige Laute und eines der ungewöhnlichsten Musikstücke ist perfekt. Im vierten und letzten Teil, der sieben Minuten dauert, geht es dann wieder sehr viel ruhiger zu. Sphärisch klingt es hier, fast so, als ob erneut eine Szene aus dem Film „More“ untermalt werden sollte, was durch die zeitliche Nähe beider Veröffentlichungen auch nicht weiter verwundern dürfte. Und so bleibt der Sound schwebend, bis etwa zur Mitte des Stücks die „Hölle losbricht“, kurz wieder ruhiger und atonal wird, um schließlich wieder in den ersten Part zu münden.

„Grantchester Meadows” heißt der erste Beitrag von Roger Waters. Mit Vogelgezwitscher beginnt das Stück und erinnert ein wenig an eine Folk-Nummer. Ein schöner und entspannter Titel entwickelt sich hier, der nur durch Gesang, mittels einer akustischen Gitarre und durch das bereits erwähnte Vogelgezwitscher instrumentiert ist. Legendär das Ende des Songs. Da hört man dann eine Fliege Brummen, jemand kommt die Treppe heruntergerannt und macht der Fliege lautstark den Garaus. Der zweite Beitrag Roger Waters’ heißt „Several Species Of Small Fury Animals Gathered Together In A Cave And Grooving With A Pict”. Und genauso abgefahren wie der Titel, so ist auch die Musik in diesen fünf Minuten ihrer Dauer. Alles ist rhythmisch, alles huscht irgendwie herum und man kann diese kleinen, zornigen Viecher fast schon auf dem Boden herumwuseln sehen. Das Stück besteht nur aus bearbeiteten Stimmen, auf Instrumente wurde völlig verzichtet, lässt man mal das rhythmische Fingerklappern zu Beginn der Nummer außen vor. Wahrlich eines der seltsamsten Stücke der Musikgeschichte.

David Gilmour hat sich mit „The Narrow Way” auf Ummagumma verewigt. Aus drei Teilen besteht dieses Stück, das nun wieder sehr melodiös und harmonisch klingt. Die Akustikgitarre steht in „Part One“ im Vordergrund, es entwickelt sich eine angenehme Stimmung, die erst gegen Ende des Stücks durch manchmal sphärische, manchmal verspielte Töne angereichert wird. Im zweiten Teil wird es dann härter. Jetzt hat die E-Gitarre ihren Auftritt. Bis die Handlung vom Synthesizer übernommen wird. Nun wabert die Musik sphärisch bis weltraummäßig aus den Boxen, eine Melodieführung ist nicht mehr zu erkennen und die Atmosphäre des Stücks steht im Vordergrund. Der dritte Teil von „The Narrow Way“ ist schließlich der eingängste Abschnitt des Stückes. Das Lied ist ganz klassisch mit Strophe und Refrain aufgebaut und erinnert in all seiner Stimmung schon sehr an die nächste Platte „Meddle“.

„The Grand Vizier's Garden Party” von Nick Mason ist ebenfalls in drei Abschnitte untergliedert. Teil 1 dauert eine Minute und besteht aus einem Querflötensolo, wobei hier zwei dieser Instrumente zu hören sind. Dann gibt es einen Trommelwirbel, der gleichzeitig auf den nächsten Part überleitet. Hier kann sich Nick Mason jetzt austoben. Im zweiten Teil gibt es Rhythmusparts, gefolgt von einem sehr schwebenden, mit dem Synthesizer instrumentierten Abschnitt, bis wieder die Rhythmusgeräte die Oberhand gewinnen und alles in einem heillosen Durcheinander mündet. Abschließend gibt es noch „Part Three“ zu hören, ein wahrer Kontrast, denn hier haben die Querflöten erneut ihren Auftritt und führen das Lied zu einem lieblichen Ende.

Fazit: „Ummagumma“ ist ein beeindruckendes Album. Sicherlich nichts für jeden, für Pink Floyd Fans allerdings ein absolutes Muss. Die erste CD ist eine interessante Alternative zu den Studioaufnahmen, da es aus dieser Zeit auch nur sehr wenige Live-Einspielungen von Pink Floyd gibt. Die zweite CD ist dann eine Achterbahnfahrt aus schönen und verstörenden Klängen. Und dabei sind hier Stücke oder zumindest Teile von Liedern enthalten, die man so bis dahin noch nie, danach allerdings auch nicht mehr gehört hat. Beeindruckend, allerdings nicht immer ganz überzeugend.

Anspieltipp(s): Die erste CD, Sysyphus Part I und IV, Several Species Of Small Fury Animals Gathered Together In A Cave And Grooving With A Pict, The Narrow Way Part III
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.3.2012
Letzte Änderung: 7.3.2012
Wertung: 10/15
Psychedelisch und experimentell.

Zum Seitenanfang

Von: Marc Colling @ (Rezension 4 von 4)


Nachdem PF ja ihren gesamten Backkatalog bereits vor einigen Jahren „Remastered“ auf CD wiederveröffentlicht haben, kommen jetzt die LP Fassungen zu Ehren. Dabei sind die darauf enthaltenen Songs genau dieselben wie auf den Originalscheiben, es gibt keine Bonustracks.

Die Aufmachung ist schon mal sehr hochwertig und die ausklappbare LP Hülle aus sehr stabilem Karton hergestellt. Die Fotos sind identisch zum Original, außen genau so wie innen. Und die Schutzhüllen der LP's sind ebenfalls von hoher Qualität und gefüttert.

Klanglich habe ich eine meiner Lieblings LP's von PF noch nie so gut erlebt. Ist auch bereits die remasterte CD Fassung besser als das Original von 1969, so schaffen es die Toningenieure hier nochmal eine Schippe drauf zu legen. Sie benutzten die Original Analogbänder um möglichst nah an den Originalaufnahmen zu bleiben. Der Klang ist somit auch unwahrscheinlich klar, druckvoll und transparent, trägt aber nicht zu dick auf. So sind die zu Beginn spielenden Gitarren auf ASTRONMY DOMINE noch nie so deutlich zu hören gewesen. Und der Urschrei auf CAREFUL WITH THAT AXE, EUGENE ging mir noch nie so durchs Mark.

Die orientalisch klingenden Keyboards auf SET THE CONTROLS FOR THE HEART OF THE SUN sind ebenfalls besser ortbar. Das Schlagzeug ist auch hörbarer abgemischt und treibt noch mehr nach vorne als vorher. Doch erst bei den folgenden leisen Passagen merkt man den Unterschied am besten: die im Hintergrund agierenden Keys mit allerlei verfremdeten Mitteln klingen wesentlich präsenter.

Auf A SAUCERFUL OF SECRETS sind die verstörenden Klanggebilde am Anfang wesentlich aggressiver und sie wirken bedrohlicher als auf dem Original. Wenn dann das Schlagzeug übernimmt hört man im Hintergrund Geräusche, die mir früher eigentlich nie aufgefallen sind. Diese stammen von der Gitarre oder den Keys, jedenfalls ist das alles sehr experimentell und schwer definierbar.

Die Keyboards haben am meisten von den Restaurierungsmaßnahmen profitiert. Diese klingen zwar immer noch nach der Aufbruchszeit des Prog, aber sie waren andererseits auch noch nie so „modern“ wie heute.

LP 2 beinhaltet die Studioaufnahmen der einzelnen Bandmitglieder. Hier scheinen mir die Restaurierungen noch mehr bewirkt zu haben. Wrights SYSYPHUS beginnt mit schwerem Keyboard und das anschließende Klavier klingt wie neu aufgenommen. Da ist kein Rauschen, kein Knistern, da ist nur Klavier zu hören. Die bei Teil 3 auftauchenden hohen Schreie und Töne sind dabei schon zu real, denn sie tun dir fast weh in den Ohren. Die beiden Parts von Roger Waters, GRANTCHESTER MEADOWS und SEVERAL SPECIES.....folgen und gewinnen enorm an Tiefe und Transparenz. Das Geschrei der Wasservögel ist unglaublich plastisch. Kein Witz: unser Hund hat die Lautsprecher angebellt, was bei meiner CD Version noch nie passiert ist. Dass der Schluss von Teil 1 mit der Fliegenklatsche ebenfalls echt klingt, ist wohl klar. Und dass die Collage von Teil 2 noch nie so nach Stereo klang wohl auch.

David Gilmour's Beitrag heißt THE NARROW WAY und seine A-Gitarre klingt viel besser und echter als auf dem Original. Er hält sich noch am meisten in der Gegend des zu der damaligen Zeit typischen PF-Sounds auf, während die anderen Mitglieder der Band wesentlich avantgardistischer klingen. Nick Mason bringt jedenfalls als letzter der 4 Musiker sein THE GRAND VIZIER'S GARDEN PARTY mit einem von einer Flöte begleitenden Percussionsolo ziemlich schräg in die Boxen. Bei ihm sticht am meisten der Flötenteil hervor, denn diese klingt lauter als vorher.

Tja, was soll ich da noch viel schreiben. Diese „Remastered Edition“ auf LP ist eigentlich ein Muss für jeden Fan. Auf die Musik selbst gehe ich nicht mehr ein, die wurde ja schon genügend von meinen Kollegen beschrieben und ich habe diesen Kommentaren eigentlich nichts hinzu zu fügen.

Vielleicht noch eine abschließende Bemerkung zum Sound von 1969 und dem heute vorliegenden Paket, bestehend aus 2 x 180g Vinyl: die klangliche Qualität war bereits 1969 sehr gut. Pink Floyd hatten nicht erst seit DSOTM mit Alan Parsons gute Toningenieure an Bord. So ist es für mich umso erstaunlicher, was James Guthrie, Joel Plante und Bernie Grundman hier noch einmal an Plus herausgeholt haben.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 25.5.2016
Letzte Änderung: 25.5.2016
Wertung: keine keine Bewertung zur Musik, aber diese neue Fassung ist sagenhaft im Klang

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Pink Floyd

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1967 The Piper at the Gates of Dawn 9.50 5
1968 A Saucerful Of Secrets 10.00 6
1969 More 9.75 4
1970 Atom Heart Mother 11.33 4
1971 Meddle 12.00 3
1971 Relics 9.00 2
1972 Obscured By Clouds 9.67 4
1973 The Dark Side of the Moon 12.29 7
1974 Masters Of Rock - 1
1975 Wish You Were Here 11.00 8
1977 Animals 13.00 6
1979 The Wall 8.40 7
1980 Is there anybody out there? - The Wall live 1980/81 7.00 1
1983 The Final Cut 8.75 8
1987 A Momentary Lapse of Reason 6.75 4
1988 Delicate Sound of Thunder 9.00 2
1989 Delicate Sound of Thunder (Video) 4.00 1
1994 The Division Bell 5.40 5
1995 London '66-'67 - 1
1995 P.U.L.S.E. 9.00 3
2003 Live at Pompeii (DVD) 12.00 4
2003 The Pink Floyd & Syd Barrett Story (DVD) 7.00 1
2005 London 1966/1967 (DVD) - 1
2006 P.U.L.S.E. (DVD) 10.00 2
2011 Discovery - 1
2014 The Endless River 10.00 5

Zum Seitenanfang

© 1999-2017; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum