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Zinkl

Lovely Night Creatures

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1995
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik
Label: Prudence/BSC Music
Durchschnittswertung: 10/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Anton Zinkl

Tracklist

Disc 1
1. Lovely night creatures 3.40
2. Pope's lullaby 1.57
3. Dark hope 5.45
4. Yokohama reggae 3.18
5. Jekyll & Hyde 0.41
6. Axolotl's echolot 2.27
7. Get easy! 4.17
8. Piano concerto no.1 0.17
9. Blind session 2.45
10. Epos 23.52
11. Total rehearsal 0.33
12. Flagg's hoofdance 5.11
Gesamtlaufzeit54:43


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 2)


Der spröde Charme von "Lovely night creatures", der zweiten CD von Zinkl, erschloss sich mir erst nach mehreren Durchgängen. Anton Zinkl hatte nach eigener Aussage 1995 nur ein Keyboard und einen leistungsschwachen Computer zur Verfügung, so dass der Hörer klangtechnisch gesehen, vor allem was den Drumsound anbelangt, etwas Verständnis aufbringen sollte.

Aber die Mühe lohnt sich, einfach weil "Lovely night creatures" unter dem Strich hörenswerte elektronische Musik bietet. Es sind die originellen, nicht immer einfachen, aber oft einprägsamen kompositorischen Einfälle, die ich hier fesselnd finde. Diese Einfälle offenbaren ab und an - eine Überraschung für jemand wie mich, der die letzten drei Zinkl-Alben zuerst kennenlernte - eine leicht romantische bzw. melancholische Färbung, die bei Zinkl jedoch ohne weiteres eine unerwartete Wendung hin zu dunklen, oder avantgardistisch angehauchten Momenten einleiten kann. Bei Zinkl werden besinnliche Momente eben nicht minutenlang zelebriert, vielmehr werden diese schnell von beunruhigenden, oder erfrischend dissonanten Einwürfen abgelöst, so dass das weit verbreitete elektronisch-symphonische Pathos hier gar keine Chance bekommt.

Die Stücke wirken bei alledem noch nicht so dicht mit Ideen vollgepackt und atemlos, wie auf den späteren Alben des Musikers. Düstere, manchmal mit schwarzem Humor gespickte Passagen, sorgen, ebenso wie die wenigen seltsamen Stimmsamples, für zusätzliche Abwechslung. Das kurze und witzige "Jekyll & Hyde" verwurstet ausnahmsweise mal ein bekanntes Kinderlied.

Besonders hervorheben möchte ich die komplexen, zugleich logisch und im positiven Sinne unendlich anmutenden Keyboardläufe von "Epos", sowie die sich wiederholenden klassisch inspirierten Motive von "Flagg's hoofdance", die ihre bizarre Note durch den vorausgehenden weiblichen Schrei gewinnen. Guter schwarzer Humor eben. Mit "Flaggs's hoofdance" gelang Zinkl der verstörende, horrormäßige Abschluß des Albums.

Manchmal erinnern mich Zinkls schmucklose aber effektive Arrangements von "Lovely night creatures" an Cluster oder an Peter Baumann's zwei erste Soloalben, aber das ist nur eine entfernte Assoziation. Vor allem die Anwendung von scheinbar unspektakulären, auf Melodie basierenden Keyboardlinien, sowie die gelegentliche Nutzung von Marimba-ähnlichen Sequencersounds, E-Piano und gesampelten Glocken haben Baumann in der zweiten Hälfte der 70-er und Zinkl anno 1995 gemeinsam.

Trotz der finanziellen Einschränkungen sind die Keyboard-Arrangements dieser CD am Ende doch ziemlich reichhaltig ausgefallen. Damit meine ich vor allem die oft wechselnden Keyboardsounds, die den unermüdlichen Ideenfluss trotzdem unbeirrt fortführen können.

Denjenigen, die mal was Außergewöhnliches, anfangs vielleicht schwer Zugängliches, kennenlernen möchten, und die sich nicht durch die stellenweise auftretenden klanglichen Handicaps einer elektronischen Low-Budget-Eigenproduktion abschrecken lassen, möchte ich dieses kurzweilige Album ans Herz legen.

Anspieltipp(s): Epos,Flagg's hoofdance
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 30.5.2004
Letzte Änderung: 30.5.2004
Wertung: 11/15

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Von: Thorsten Gürntke @ (Rezension 2 von 2)


Anton Zinkl ist Solokünstler und dies ist sein zweites Werk. Zinkl's Musik zu beschrieben ist nicht leicht und Prog ist es auch nicht wirklich. Elektronisch ist alles - ausgenommen von Zinkl selbst und dem Gesang: Den gibts nämlich gar nicht! Elektronische Beats paaren sich mit tollen Keyboard und Synthesizer Melodien. Immer wieder fällt mir der Vergleich zu Tangerine Dream ein. Und das, obwohl Zinkl anders klingt und nie mit denen in einen Topf passen würde...

Das zeigt, welche Eigenständigkeit Zinkl-Sounds haben. Zinkl läßt sich nix vorschreiben. Ich finde einige Arrangements wirklich total interessant. Diese Melodien in "Dark Hope" zum Beispiel rechtfertigen den Kauf dieser CD schon. Klasse. Oder diese musikalischen Zwischenspiele. Hört euch nur den Anfang von "Jekyll & Hyde" an. Köstlich ;-) Das Ganze toppen kann jedoch der 24 Minüter (!!!) "Epos". Spannungen werden erzeugt. Mit Minarettklängen wird gearbeitet. Dazu gibts lustige, verfälschte Xylophonspielereien. Ja, das kommt gut. Das Grundthema des Songs taucht immer wieder total verfälscht auf! Das klingt toll. Und wird nicht langweilig.

Trotzdem sei hier nochmal gewarnt. Zinkl ist kein Prog. Jedenfalls nicht, was alle darunter verstehen. Ich weiß nicht ob ihr Zinkl mögen werdet. Entscheidend ist dafür lediglich eure Offenheit für Fremdes!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 8.7.2004
Letzte Änderung: 1.7.2004
Wertung: 9/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Zinkl

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1994 No snaildance, please 10.50 2
1997 Plexus Andromeda 8.67 3
1999 Circus Maximus 8.67 3
2002 Dance music for insects 11.00 3
2004 The Temptations of St.Anthony 11.00 1
2014 Cockaigne 10.00 1

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