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Arcturus

La Masquerade Infernale

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1997
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; Metal; Moderne Electronica
Label: Candlelight
Durchschnittswertung: 11/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Kristoffer Garm Rygg vocals
Steinar "Sverd" Johnsen keyboards
Knut M. Valle guitar
Jan Axel "Hellhammer" Blomberg drums
Hugh Steven James Mingay bass

Gastmusiker

Simen Hestnaes vocals (1,3,7)
Carl August Tidemann guitar (2,8)
Erik Olivier Lancelot flute (2)
Idun Feldberg coronet (2)
Vegard Johnsen violin
Dorthe Dreier viola
Hans Josef Groh cello
Svein Haugen double bass

Tracklist

Disc 1
1. Master Of Disguise 6:46
2. Ad Astra 7:43
3. The Chaos Path 6:09
4. La Masquerade Infernale 2:02
5. Alone 4:45
6. The Throne Of Tragedy 6:37
7. Painting My Horror 6:01
8. Of Nails And Sinners 5:33
Gesamtlaufzeit45:36


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 2)


Die Norweger Arcturus legen mit "La Masquerade Infernale" ihr zweites Album vor. Aufmerksam wurde ich auf Arcturus durch verschiedene interessante Beschreibungen, die ich im Internet gefunden hatte. Sonst wäre ich sicherlich niemals auf die Idee gekommen, mich mit einer Band aus dem Black-Metal-Umfeld zu beschäftigen. Und jetzt gab noch ein Leserwunsch den letzten Kick zu einer Rezension...

...tja, bisher gab es noch keine Rezension (obwohl sich das Album sicherlich schon bald ein Jahr in meinem Besitz befindet), weil dieses Album nicht so richtig leicht zu beschreiben ist. Arcturus kommen aus dem Black- / Death-Metal und wollten den Beweis antreten, dass "satanische" Musik auch mit anderen Mitteln als denen des "richtigen" Black Metals adäquat umzusetzen ist. Ob ihnen das gelungen ist, müssen andere beurteilen (ich glaube schon). Was ihnen in jedem Fall gelungen ist, ist es die Grenzen des Black Metals, ja "metallischer" Musik überhaupt zu sprengen.

Die acht Tracks des Albums fungieren als eine Einheit, daher werde ich auf Einzelsezierungen (es macht einfach keinen Sinn) verzichten. Über allem liegt eine düstere, unheimliche, ja geradezu beunruhigende Stimmung. Das Ganze wirkt irgendwie krank oder verrückt? Der teilweise fast deklamierende Sprechgesang (mit seiner eigenwilligen Intonation) trägt zu dieser Düsterness genauso bei, wie die unglaublich passend in den Gesamtklang integrierten Streicher (welche mit ihren orchestralen Akzenten fast schon Assoziationen zu Klassik-Adaptionen wecken).

Metalkomponenten liefern vor allem noch die teilweise virtuos-komplexen, teilweise brachial-donnernden Drums sowie immer wieder geschickt eingestreute Hochgeschwindigkeits-Solos der Gitarren. Ansonsten dominiert eine eigenwillige Kombination aus heftiger Rockmusik gepaart mit elektronischen Spielereien, Trip-Hop-Parts und fast jazzigen Anleihen (besonders durch die immer wieder eingestreuten schrägen E-Piano-Läufe). Während die ersten vier Titel schon fast eher klassisch-erhaben daherkommen, wird gegen Ende die metallische Komponente immer stärker (ohne aber wirklich in richtige metallische Gefilde abzugleiten).

Wenn man schon etwas meckern möchte, dann vielleicht, dass die Kompositionen bisweilen etwas sperrig und überambitioniert wirken, aber das ist wirklich nur ein kleines Manko.

Ein faszinierendes Album für offene, abenteuerwillige Ohren, welches trotz seines leicht verrückten Stilmixes als Einheit daherkommt und geeignet ist als Soundtrack für wüste Tagträume zu dienen (...ein Wissenschaftler in einer dunklen Kutte mischt in einem düsteren Kellerlabor allerlei obskure Substanzen, während im Hintergrund eine gefesselte Maid sich des buckligen Faktotums zu erwehren versucht... oder so).

Avantgarde-Metal?

Anspieltipp(s): ganz hören!
Vergleichbar mit: ich kenne da nix, von der Atmosphäre her vielleicht ein bisserl Fantomâs... aber hier gibt's richtige Musik ;-)
Veröffentlicht am: 19.6.2004
Letzte Änderung: 19.6.2004
Wertung: 12/15

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Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 2 von 2)


"La Masquerade Infernale", das zweite Album von Arcturus, ist ziemlich schwierig zu beurteilen. Das liegt natürlich daran, dass dieses Album ebenso schwierig zu hören ist, weil es ambitioniert ist. Ein Konzeptalbum soll es sein, "dedicated to the perilous quest of the Faustian spirit", wie das Booklet behauptet.

Entsprechend hat man Gastmusiker eingeladen, wie es sich für ein Konzeptalbum gehört. Neben einem kompletten Kammerorchester sind da vor allem Simen Hestnæs als Sänger und Carl-August Tidemann zu nennen. Letzteren dürfte wohl die Arbeit an diesem Album zur Gründung seiner Band Winds inspiriert haben.

Schon im Opener wird man mit allerlei ungewöhnlichem konfrontiert. Moderne Streicher und Elektronik, Meckergesang, Kinderchöre, Knarzbass, kein Riffing, aber dafür durchkomponiertes Spiel auf Piano und Zerrgitarre. Ein eklektischer "Master Of Disguise" eben. Allerdings bricht der Refrain doch etwas ungehobelt auf den feinen Ball ein. Im folgenden Lied wird man vornehmlich mit erwähntem Kammerorchester zu den Sternen geschickt, erst gegen Ende kommt sowas wie Metal ins Spiel. Ein schön melancholisches Stück, das den Winds-Stil vorwegnimmt. Streckenweise wirken die Rock-Überbleibsel aber etwas krampfhaft, konsequenterweise hat man auf dem nachfolgenden Remix-Album "Disguised Masters" hiervon eine reine Streicherfassung veröffentlicht.

"The Chaos Path" ist anschließend sowas wie das Quotenlied und noch am ehesten mit dem Debütalbum vergleichbar. Schunkelige Drehorgelkeyboards wechseln sich mit elektronischem Gedröhne ab, wie auch beide Sänger hier zum Einsatz kommen. Gegen Ende gibt's noch einen Drumloop-Teil. Der folgende Titelsong ist dagegen ein intensives Stück, das auf schneidenden Klavierakkorden aufbaut und gesampeltem Rhythmus aufbaut. "Alone" haut dann recht doll zu. Doublebass-Einsätze treiben den Song voran, der Gesang von Kristoffer Rygg fällt aber eher klagend aus, und zum Ende gibt's wieder Kammermusik von der gesamten Band.

Die abschließenden drei Songs schlagen aber, von einigen Ausbrüchen abgesehen, ruhigere und auch theatralischere Töne an. "The Throne Of Tragedy" verbindet hymnische Refrains mit ruhigen Mittelteilen voller elegischer Soli. "Painting My Horror" setzt voll zunächst voll auf gemäßigte Progmetal-Dramatik, bevor ein verdächtig an Pink Floyds "The Trial" erinnernder Verrückten-Part folgt. Schließlich endet das Album mit "Of Nails And Sinners" noch einmal mit hymnischem Gesang und furiosen Instrumentalparts.

Zu "Aspera Hiems Symfonia" hatte ich angemerkt, die Band würde hier wesentlich abwechslungsreicher komponieren. Das tut sie auch, aber diese Änderung kommt einer 180°-Wendung gleich. Die meisten Stücke bauen hier nicht mehr auf wiedererkennbaren Parts und Melodien, sondern sind völlig durchkomponiert, was vom Hörer erhöhte Aufmerksamkeit erfordert. Dass einiges dann aber etwas zusammengeklebt wirkt, hatte ich ja auch schon erwähnt. Somit ist "La Masquerade Infernale" damit ein gutklassiges Zweitwerk mit einigen richtig guten, innovativen Ideen, einem Hauch von Progklischees und ein paar kleineren Macken. Wer Theatralik oder Kammermusik mag, sollte das Album schon näher kennenlernen.

Anspieltipp(s): Master Of Disguise, Painting My Horror
Vergleichbar mit: 1/4 Debütalbum, 1/2 Kammermusik, 1/4 Ulver
Veröffentlicht am: 10.11.2010
Letzte Änderung: 10.11.2010
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Arcturus

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1996 Aspera Hiems Symfonia 10.00 1
1999 Disguised Masters 11.00 1
2002 The sham mirrors 11.67 3
2003 Aspera Hiems Symfonia / Constellation / My Angel - 1
2005 Sideshow Symphonies 10.50 2
2015 Arcturian 12.00 2

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