SUCHE
Erweiterte Suche
Leitfaden: Canterbury
Caravan
Egg
Gilgamesh
Gong
Hatfield and the North
Henry Cow
Khan
Matching Mole
National Health
Nucleus
Quiet Sun
Soft Machine
Persönliche Tips
Centipede
Hugh Hopper
Isotope
Pip Pyle
Robert Wyatt
STATISTIK
24642 Rezensionen zu 16862 Alben von 6564 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Hugh Hopper

1984

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1973
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; Jazzrock / Fusion; RIO / Avant
Label: Cuneiform Records
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Hugh Hopper bass,percussion,mellophone,comb,paper,piano,bells,voice,loops,soprano sax
John Marshall drums,percussion
Pye Hastings guitar
Lol Coxhill soprano sax
Gary Windo tenor sax,bass clarinet
Malcolm Griffiths trombone
Nick Evans trombone

Tracklist

Disc 1
1. Miniluv 14:38
2. Minipax I 3:17
3. Minipax II 3:09
4. Minitrue 1:24
5. Miniplenty 17:03
6. Minitrue (reprise) 3:08
7. Miniluv (reprise) 5:02
Gesamtlaufzeit47:41


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @


In dem CD-Heft beschreibt der ex-Soft Machine-Basser Hugh Hopper, wie er Anfang der 70-er begann, mit der zehn Jahre früher bei Daevid Allen und Gilli Smythe gelernten Tonbandschleifentechnik zu experimentieren. Das bedeutet, dass Hopper auf seinem ersten Soloalbum "1984", einem durch George Orwells Buch inspirierten Avantgarde-Jazz-Rock-Konzeptwerk, diese Technik anwendet. Die Stücke heißen ironisch-zweideutig "Miniluv" (ministry of love), "Minipax" (entspricht eigentlich ministry of war), oder Minitrue (angeblich ministry of truth, in Wirklichkeit ministry of lies), alles Institutionen, die im von Orwell geschilderten, stalinistischen Grossbritannien absolute Macht besitzen würden.

Musikalisch ist "1984" zweitgleisig konzipiert: einerseits sind da "Miniluv" und "Miniplenty", die zwei experimentellen, ohne erkennbaren Rhythmen auskommenden, langen und düsteren Solostücke von Hopper, die Improvisation mit Elementen der Elektronik, Ambient- und Kammermusik vermischen. In "Miniluv" dominieren verfremdete und "naturbelassene" Bassgitarren, die um sparsame Tonbandeffekte, sowie um Mellophon- und Perkussionseinsätze erweitert wurden. Die depressive Stimmung der beiden Longtracks soll offenbar dem Alltag in der totalitären Gesellschaft Ausdruck verleihen. Die hier verwendeten Tonbandschleifen sind aber keineswegs leicht auszumachen, so dass der Hörer meist nur Vermutungen über ihre genaue Anwendung anstellen kann. Am Anfang von "Miniplenty" tauchen meditativ-ethnische Passagen auf, die mich zuerst an Australien, dann an Fernost erinnern. (Möglicherweise wurde das Gesellschaftsystem, um das es auf diesem Album geht, auch den ehemaligen britischen Kolonien und sogar ihren Nachbarstaaten aufgezwungen....) Im weiteren Verlauf mutiert "Miniplenty", das wohl originellste Stück des Albums, zeitweilig zu einer avantgardistischen, elektronisch klingenden Nummer mit langgezogenen, verstörenden Tönen, die höchstwahrscheinlich mal wieder von einer Bassgitarre stammen. Dieses wird von jazzrockigen Bass-Solos begleitet, die, nachdem sie für einige Minuten die führende Rolle übernommen haben, in eine Art free-jazzig angehauchte Kammermusik für mehrere Bläser übergehen. Laut Cover wurde "Miniplenty" nur von Hopper mit Hilfe von John Marshall eingespielt, also können die Ensembleparts nur durch Tonbandmanipulationen entstanden sein. In den zwei langen Instrumentals tauchen immer wieder kurze repetitive Strukturen auf, die sich bald in ansonsten frei anmutenden Stücken auflösen. Die hängenden Bläsermotive von "Minipax II" sind noch ein Indiz für regelmäßige Anwendung von Loops.

Bei "Minipax I", "Miniluv reprise" und den beiden Teilen von "Minitrue" handelt es sich dagegen um kompakte, treibende Jazzrock-Stücke. "Minipax I" wartet mit beunruhigenden, von einer erstklassigen Bläsertruppe dargebrachten Themen und mit aggressiven Saxsolos auf. "Miniluv reprise" ist mit mehrstimmig-dissonanten Bläserparts und engagierten Posaunensolos auch sehr energetisch ausgefallen.

Anspieltipp(s): Miniplenty
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 11.7.2004
Letzte Änderung: 11.7.2004
Wertung: 12/15

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Hugh Hopper

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1977 Hopper Tunity Box 12.00 1
1978 Monster Band 9.00 1
2010 The Gift of Purpose 11.00 1

Zum Seitenanfang

© 1999-2018; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Datenschutzerklärung - Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum