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Art Zoyd

Le Marriage du Ciel et de l'Enfer

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1985
Besonderheiten/Stil: Moderne Klassik; RIO / Avant
Label: Atonal
Durchschnittswertung: 14/15 (1 Rezension)

Besetzung

Patricia Dallio Keyboards
Gerard Hourbette Viola, Violine, Keyboards, Percussion
Jean-Pierre Soarez Trompete, Percussion
Thierry Zaboitzeff Bass, Cello, Stimme, Tonbandregie, Keyboards, Percussion

Tracklist

Disc 1
1. Sortie 134 - Part 1 11:00
2. Cryogenese - Reve Artificiel 18:12
3. IO 1 3:51
4. IO 2 2:15
5. IO 3 5:15
6. Mouvance 2 3:34
7. Mouvance 1 5:54
8. Cryogenese - Les Portes du Futur 14:30
9. Sortie 134 - Part 2 3:48
Gesamtlaufzeit68:19


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @


"Le Marriage du Ciel et de l'Enfer" ("Die Hochzeit von Himmel und Hölle"; der Titel stammt von einem Gedicht des englischen Mystikers William Blake) entstand als Auftragskomposition für ein Ballett des französischen Tänzers und Choreographen Roland Petit. Auch dieses Album ist enthält wieder eine faszinierende Mischung aus Elementen moderner Klassik und des (Free) Jazz, die Atmosphäre ist durchgehend düster. Gerade auf Atmosphäre wird bei "Marriage" sehr viel Wert gelegt; hier wird nicht Virtuosität um der Vituosität willen zelebriert, sondern die Musiker schlagen auch mal "einfachere", ruhigere Töne an, wenn dies der musikalischen Aussage dienlich ist.

Im Gegensatz zu den früheren Art Zoyd Werken gibt es auf "Marriage" weniger hektische Sprünge in der Musik, alles wirkt insgesamt getragener. Häufig wird ein bestimmtes Thema über einen längeren Zeitraum wiederholt, was der Musik eine starke Intensität verleiht. So ist der Anfang von "Reve Artificiel" von einem monotonen Rhythmus und einzelnen Trompetenstößen geprägt, die eine immer stärkere Spannung aufbauen, bis das Stück sich in einer wilden, ekstatisch kreischenden Trompetenorgie (herausragend wieder J.-P. Soarez) entlädt. Die drei Teile von "IO" basieren jeweils auf gleichförmigen, sich ständig wiederholenden Strukturen, über denen mal chaotische Geräuschcollagen, mal free-jazzige Bläsereinsätze liegen.

Weiterhin zeigt sich hier eine Tendenz zur stärkeren Verwendung elektronischer Instrumente, wobei allerdings nach wie vor das kammermusikalische Instrumentarium dominiert. Lediglich in manchen Passagen treten Keyboards in den Vordergrund, so gibt es beispielsweise in "Les Ports du Futur" eine majestätische Orgelsequenz, die eigentlich mehr das mächtige Auf-und-ab-Wallen eines Tones ist, bei der man tatsächlich den Eindruck hat, als würden sich die Pforten der Zukunft öffnen. Überhaupt ist "Les Ports du Futur" mein absoluter Favorit dieses Albums, ein perfektes Tongemälde, vom Auftakt mit hektischen Klavierstakkato über die schon erwähnte Orgelsequenz bis zum dramatischen Ausklang, der von einer gleichförmigen rhythmischen Figur geprägt ist, über die sich wieder eine mächtig wallende Orgel legt.

Insgesamt ist Art Zoyd mit "Marriage" mal wieder ein grandioses Werk gelungen.

Anspieltipp(s): die beiden Teile von "Cryogenese"
Vergleichbar mit: Univers Zero
Veröffentlicht am: 27.4.2002
Letzte Änderung: 27.4.2002
Wertung: 14/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Art Zoyd

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1976 Symphonie pour le Jour où Brûleront les Cités (Originalfassung) 12.00 1
1979 Musique pour l'Odyssee 13.00 1
1980 Génération Sans Futur 13.00 1
1981 Symphonie pour le Jour où Brûleront les Cités (Neueinspielung) 14.00 2
1982 Phase IV 14.00 1
1983 Les Espaces Inquiets 14.00 1
1987 Berlin 13.00 1
1989 Nosferatu 14.00 2
1993 Marathonnerre I & II 12.00 1
1995 Faust 12.00 1
1997 Häxan 13.00 1
2001 u.B.I.Q.U.e 11.00 2
2002 Metropolis 14.00 1
2006 Le champ des larmes 13.00 1
2008 La Chute de la Maison Usher 14.00 1
2011 Eyecatcher 13.00 1
2013 Armageddon 12.00 1
2018 Phase V 13.00 1

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