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Frank Zappa

Cruising with Ruben & the Jets

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1968 (CD-Remix erschienen 1985)
Besonderheiten/Stil: Zappaeskes; sonstiges
Label: Barking Pumpkin Records
Durchschnittswertung: 6/15 (1 Rezension)

Besetzung

Ray Collins lead vocals
Frank Zappa low grumbles, oo-wah, lead guitar
Roy Estrada high weazlings, dwaedy-doop, electric bass
Jimmy Carl Black lewd pulsating rhythm
Arthur Dyer Tripp III lewd pulsating rhythm
Ian Underwood redundant piano triplets, tenor and alto saxs
Don Preston redundant piano triplets
Motörhead Sherwood baritone sax, tambourine
Bunk Gardner tenor and alto saxs
Jay Anderson Remix: string bass tracks
Arthur Barrow Remix: bass tracks
Chad Wackerman Remix: drums tracks

Tracklist

Disc 1
1. Cheap Thrills 2:39
2. Love Of My Life 3:08
3. How Could I Be Such A Fool   (Original auf Freak out!) 3:34
4. Deseri 2:09
5. I'm Not Satisfied   (Original auf Freak out!) 4:08
6. Jelly Roll Gum Drop 2:24
7. Anything 3:06
8. Later That Night 3:00
9. You Didn't Try To Call Me   (Original auf Freak out!) 3:58
10. Fountain Of Love 3:23
11. "No. No. No." 2:16
12. Anyway The Wind Blows   (Original auf Freak out!) 3:02
13. Stuff Up The Cracks 4:38
Gesamtlaufzeit41:25


Rezensionen


Von: Ralf J. Günther @


Die edle Kunst des Doo Wop ? des rock´n´rolligen Schubiduaaa-Harmonie-Gesangs der 50er Jahre ? hat auf vielen Zappa-Stücken ihre Spuren hinterlassen. Insbesondere, wenn der Meister mal wieder zur Parodie schritt, was er ja ziemlich oft tat, setzte er im Gesang gern Doo Wop-Elemente ein.

Einmal ? und zwar zu einem ziemlich frühen Zeitpunkt seiner Karriere ? spielte Zappa mit den Mothers of Invention sogar ein komplettes Doo Wop-Album ein: ?Cruising with Ruben and the Jets? von 1968. Wobei ?Ruben Sano? die erfundene Figur eines Sangeskünstlers ist, dessen Band erst den Durchbruch erlebt, als er selbst sie schon wieder verlassen hat. Ach, ja. Und trotzdem blieben sie Freunde...

Die Fiktion wird auf dem Albumcover mit einer ?Story of Ruben and the Jets? untermauert und durch ein Foto illustriert, das Zappa im Schmalzlocken-Putz zeigt (sein Highschool-Abschlussbild von 1958). Natürlich bleibt der Käufer nicht im Unklaren darüber, dass es sich bei den Musikern in Wirklichkeit um die Mothers of Invention handelt. Und weil sich dieser Käufer zugleich wohl auch fragen mag, warum ihn die Mothers hier mit einer ganzen LP voll von ?greasy love songs? und ?cretin simplicity? zu beglücken versuchen, so findet sich auf dem Cover auch dazu die Erklärung: Die schmierigen Liebeslieder und das kretinhafte Simpeltum habe die Band allein deshalb eingespielt, weil sie die Art von Musik eben möge, bei der man ein bisschen in Rock ´n´Roll-Klamotten herumsitze und von den guten alten Tagen sabbele.

Klingt nach Satire, oder? Und die Lyrics sind teilweise auch nicht ohne. In Zappa-Biographien wird aber immer wieder betont, dass Zappa den Doo Wop, mit dem er groß geworden war, wirklich mochte, dass ?Ruben and the Jets? also keineswegs eine bitterböse Satire sei, eher eine liebevolle Parodie. Okay, aber eine Parodie ist´s schon. Wie sollte es darüber auch ein Missverständnis geben, wenn dem geneigten Hörer per Zeichnung nicht nur die Maßregeln zur Herstellung einer 1a-Geleerollenfrisur, sondern auch noch die notwendigen Tanzschritte zum Erlernen des ?Bops? vermittelt werden (denn dem Tanzdrang könne man beim Anhören der Platte einfach nicht Herr werden, wie uns zugleich versichert wird)?

Was die Musik angeht, so sind es nicht etwa Doo Wop-Oldies, die Zappa auf dem Album aufwärmte, er hat vielmehr fast alle Nummern selbst geschrieben. Manches klingt dabei so authentisch, als müsse es einfach schon in den Fifties existiert haben. Manchmal werden aber die Harmonien auch verdächtig schräg und zeigen, dass Zappa doch nicht nur in Nostalgie schwelgte. Vier Tracks sind Coverversionen von Stücken, die sich bereits auf ?Freak out!? befanden, teilweise ziemlich zur Unkenntlichkeit umarrangiert.

All das hört sich wahrscheinlich an, als sei dieses Album äußerst unterhaltsam. Aber da muss man doch große Abstriche machen. Denn die meisten Nummern sind tatsächlich bloß tranig-schmalzig und gar nicht flott genug, um volle Tanzpartystimmung aufkommen zu lassen. Außerdem ist die CD-Version des Albums von einem schweren Verhängnis gezeichnet: 1985 hat Zappa die Platte als Remix veröffentlicht, bei dem schreckliche, seelenlose Dosen- und Plastiksounds als Rhythmen unterlegt wurden. Es sind dabei einige üble musikalische Bastarde entstanden. Wenn man sich vergegenwärtigt, dass hier teilweise 60er-Jahre-Beatnummern (von ?Freak Out?) zuerst ins 50er-Jahre-Gewand rückarrangiert, zugleich leicht angeschrägt wurden, um das Ganze später mit 80er-Jahre-Billig-Rhythmen zu kombinieren, dann könnte man unter der Trademark "Zappa" zwar vielleicht auf etwas besonders Geniales hoffen. Aber das bliebe leider vergeblich.

Es ist viel unterhaltsamer über ?Cruising with Ruben and the Jets? zu erzählen, als die Platte zu hören. Sie schleppt sich manchmal wirklich müde dahin (es gibt jedenfalls weitaus flotteren Doo Wop). Für Zappa-Einsteiger ist das Album ungeeignet, da es einen über das musikalische Spektrum des Maestros völlig in die Irre führen könnte. Wohl lässt sich an ihm studieren, wie sehr Zappa an einem Ausdrucksmittel hing, das er auch später immer wieder benutzte ? eben dem Doo Wop.

Übrigens: Ein paar Jahre nach Veröffentlichung des Albums fand sich (in Zusammenarbeit mit Zappa) auch eine reale "Ruben and the Jets"-Band zusammen, deren Leader Rubén Guevara war und deren erste Platte konsequenterweise "For Real" hieß.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 27.7.2004
Letzte Änderung: 31.7.2004
Wertung: 6/15
Für die Remixversion ist das fast schon zu viel.

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Frank Zappa

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1966 Freak out! 7.00 1
1967 Absolutely Free 13.00 1
1968 Lumpy Gravy 12.00 1
1968 We're only in it for the money 12.50 2
1969 Uncle Meat 13.00 1
1969 Hot Rats 11.00 1
1970 Weasels Ripped My Flesh 11.00 1
1970 Burnt Weeny Sandwich 10.00 1
1970 Chunga's Revenge 8.00 1
1971 200 Motels 11.00 1
1971 Fillmore East, June 1971 9.00 1
1972 Waka/Jawaka 9.00 1
1972 The Grand Wazoo 12.00 1
1972 Just Another Band From L. A. 10.00 1
1973 Overnite Sensation 9.00 1
1974 Roxy & Elsewhere 11.50 2
1974 Apostrophe' 9.00 1
1975 Bongo Fury 9.00 1
1975 One Size Fits All 12.00 1
1976 Zoot Allures 7.00 1
1978 Studio Tan 12.00 1
1978 Zappa In New York 13.00 1
1979 Sheik Yerbouti 12.50 2
1979 Sleep Dirt 10.00 1
1979 Joe's Garage 11.00 1
1981 You Are What You Is 10.00 1
1981 Shut Up 'N Play Yer Guitar 9.00 1
1981 Tinseltown Rebellion 6.50 2
1982 Ship arriving too late to save a drowning witch 9.50 2
1983 The Man From Utopia 10.00 1
1984 Francesco Zappa 1.00 1
1984 Them or us 11.00 1
1984 Thing-Fish - 1
1986 Jazz from Hell 12.00 1
1988 You Can't Do That On Stage Anymore, Vol.2 (The Helsinki Concert) 11.00 1
1988 Guitar 9.00 1
1988 You Can't Do That On Stage Anymore, Vol.1 10.00 1
1989 Broadway The Hard Way 10.00 1
1991 Make A Jazz Noise Here 11.00 1
1991 The Best Band You Never Heard In Your Life 7.00 1
1992 You Can't Do That On Stage Anymore, Vol.6 10.00 1
1993 The Yellow Shark 13.00 1
1994 Civilization Phaze III 13.00 1
1995 Strictly Commercial - 1
1995 Does humor belong in music? 11.00 1
1996 Läther 14.00 2
1996 The Lost Episodes 10.00 1
1999 Son of Cheep Thrills 11.00 1
2003 Ensemble Modern Play Frank Zappa - Greggery Peccary & Other Persuasions 11.50 2
2003 Does Humor Belong in Music? (DVD) 7.00 1
2004 Baby Snakes (DVD) 11.00 1
2005 The Dub-Room Special (DVD) 11.00 1
2006 Imaginary Diseases 9.00 1
2006 Trance-Fusion 9.00 1
2007 Classic Albums: Apostrophe ('), Over-Nite Sensation (DVD) 10.00 1

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