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Frank Zappa

The Man From Utopia

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1983 (CD-Ausgabe 1993)
Besonderheiten/Stil: Zappaeskes
Label: Zappa Records/Barking Pumpkin Records
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Frank Zappa guitar,vocals,ARP 2600,Lynn Drum Machine
Steve Vai Impossible Guitar Parts (on strat an acoustic)
Ray White Guitar & Vocals
Roy Estrada Pachuco Falsettos, etc
Bob Harris boy soprano
Ike Willis bionic baritone
Bobby Martin keyboards,sax & vocals
Tommy Mars keyboards
Arthur Barrow keyboards,bass,micro-bass,rhythm guitar
Ed Mann percussion
Scott Thunes bass
Chad Wackerman drums
Vinnie Colaiuta drums (on "Dangerous kitchen" & "Jazz discharge")
Craig Steward harmonica
Dick Fegy mandolin
Marty Krystall saxes

Tracklist

Disc 1
1. Cocaine Decisions 3:53
2. SEX 3:44
3. Tink Walks Amok 3:39
4. The Radio Is Broken 5:51
5. We Are Not Alone 3:18
6. The Dangerous Kitchen 2:51
7. The Man From Utopia Meets Mary Lou 3:22
8. Stick Together 3:14
9. The Jazz Discharge Party Hats 4:29
10. Luigi & The Wise Guys 3:25
11. Moggio 2:35
Gesamtlaufzeit40:21


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski


Das Cover mit einem von Mücken geplagten Gitarristen basiert angeblich auf wahren Vorfällen, die Zappa mit seiner Band irgendwo in Italien erlebt haben soll. Nur dass neben Mücken auch Trängengas und italienische Polizei eine Rolle gespielt hat.

"The Man from Utopia", laut Heft meiner CD-Ausgabe das Zappa-Album No.36, beginnt mit "Cocaine decisions", einem musikalisch wenig überzeugenden Versuch, gesangliche Comedy-Elemente mit Mainstream-Rock und improvisierender Mundharmonika zu verbinden. Textlich geht es um von Zappa oft geäußerte Verständnislosigkeit gegenüber Drogenabhängigen, in diesem Fall unter Managern, Anwälten, Filmleuten, etc...

Im "SEX" wechselt sich ein ansprechender Gitarrenriff mit Reggae-Rhythmen ab. Die Ausrichtung der Texte von "SEX" ist nicht besonders schwer zu erraten... Kann dieser Song, vor allem die offensive schreibweise des Titels, vielleicht bedeuten, dass Zappa diesmal einige seiner Hörer oder die Reviewschreiber bewußt ein wenig ärgern wollte, die ihm ständige Wiederholungen seiner Sexthemen langsam übelnahmen?

Das instrumentale "Tink walks amok" wirkt unausgereift, wie unfertige, funkige Parts für Bass und Schlagzeug. Man fragt sich, ob da was vergessen wurde, oder wollte Zappa bloß demonstrieren, wohin cocaine decisions von Studiotechnikern führen können....Anfangs führt der Bass noch obsessive Motive aus, im weiteren Verlauf wird das Stück zur musikalischen Alltagsware.

"The radio is broken" verstehe ich als eine in jeder Hinsicht humorvolle Nummer, in der sci-fi-Themen aufs Korn genommmen werden, wobei einige musikalisch einfallsreiche Momente dargeboten werden. Die schrägen Gesangseinsätze von Zappa und seinen Sängern (Estrada, White, Harris u.a.) sind hier extrem dissonant angelegt.

Das instrumentale "We are not alone" ist eine flotte Ska-Nummer mit Sax und Vibraphon.

Im swingenden "The dangerous kitchen" singt Zappa unisono zu elektrischer Gitarre einen Text über tödliche und gesundheitliche Risiken, die in jedermanns Küche lauern. "Who the fuck wants to clean it?", fragt Zappa den unruhig in Richtung seiner Küche schielenden Hörer..Wer von uns hat sich diese Frage beim Anblick der eigenen oder sogar einer fremden Küche noch nicht gestellt? Aus dem wahren Leben gegriffen, Frank!

"The man from Utopia meets Mary Lou" gehört wahrscheinlich zu den schlechtesten Songs von Zappa: in ähnlicher Form tausendfach gehörter, bluesiger Mainstream-Rock mit Gospelanflügen. Soll wohl witzig und locker wirken.

Textlich offenbar gegen amerikanische (oder sonstige) Gewerkschaften gerichtet, ist "Stick together" musikalisch noch ein wenig einfallsloser als die vorangegangene Nummer. Unispirierte Gospelgesänge zum Reggae-Rhythmus.

Ähnlich wie "Dangerous Kitchen" basiert die "The jazz discharge party hats" auf ellenlangem Text, der komplex und jazzig, von Zappa, diesmal unisono mit Bassgitarre, vorgetragen wird. Diesmal handelt der Text von sexuell eingefärbten Tourerlebnissen. Zappas - ebenso gesungenen - Kommentar zum fröhlichen Treiben finde ich durchaus nachvollziehbar: "(Hey, its the twentieth century, Whatever you can do to have a good time, let's get on with it, So long as it doesn't cause a murder...)". Wie halsbrecherisch gesungenes Tour-Tagebuch....Ähnlich wie bei "Dangerous Kitchen" soll Steve Vai den Sprechgesang von Zappa Note für Note für die Gitarre umgeschrieben haben.

"Luigi & the wise guys" beinhaltet auf die 50-er Jahre getrimmte, ziemlich anarchistich und kommödiantisch anmutende a capella Gesänge.

Zum Abschluss erklingt "Moggio", eine vertrackt zappaeske, vorzügliche Instrumentalnummer, die mit virtuosen Gitarren- und Vibraphonparts überzeugt.

Insgesamt eines der seltsamsten unter den seltsamen Zappa-Alben. Viele scheinen diese Platte für ziemlich schlecht zu halten. Für mich ist die bloß extrem unausgeglichen, allerdings mit einigen interessanten Ansätzen. Vielleicht wollte uns der Meister mal zeigen, wie es ist, wenn man als Künstler extreme textliche und musikalische Albernheiten und Mainstream-Banalitäten miteinander vermischt, so dass sogar die einiges gewöhnte Fangemeinde ins Grübeln kommt. Schwer vorstellbar jedenfalls, dass Zappa seine Scherze nur unbewußt auf die Spitze getrieben haben soll. Für meine Begriffe bleibt "The Man from Utopia" ein Album, das, teilweise Massentauglichkeit vortäuschend und unispiriert wirkend, dem Hörer einen besonders für die 80-er sehr hohen "Antikommerz-Faktor" unterjubelt. Oder anders formuliert: Wollte uns der Meister etwa auf den Arm nehmen, indem er auf diesem Album so tat, als hätte er die Kontrolle über sein Schaffen verloren?

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 17.8.2004
Letzte Änderung: 6.9.2004
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Frank Zappa

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1966 Freak out! 7.00 1
1967 Absolutely Free 13.00 1
1968 We're only in it for the money 12.50 2
1968 Lumpy Gravy 12.00 1
1968 Cruising with Ruben & the Jets 6.00 1
1969 Uncle Meat 13.00 1
1969 Hot Rats 11.00 1
1970 Weasels Ripped My Flesh 11.00 1
1970 Chunga's Revenge 8.00 1
1970 Burnt Weeny Sandwich 10.00 1
1971 200 Motels 11.00 1
1971 Fillmore East, June 1971 9.00 1
1972 The Grand Wazoo 12.00 1
1972 Waka/Jawaka 9.00 1
1972 Just Another Band From L. A. 10.00 1
1973 Overnite Sensation 9.00 1
1974 Apostrophe' 9.00 1
1974 Roxy & Elsewhere 11.50 2
1975 One Size Fits All 12.00 1
1975 Bongo Fury 9.00 1
1976 Zoot Allures 7.00 1
1978 Studio Tan 12.00 1
1978 Zappa In New York 13.00 1
1979 Sleep Dirt 10.00 1
1979 Joe's Garage 11.00 1
1979 Sheik Yerbouti 12.50 2
1981 You Are What You Is 10.00 1
1981 Shut Up 'N Play Yer Guitar 9.00 1
1981 Tinseltown Rebellion 6.50 2
1982 Ship arriving too late to save a drowning witch 9.50 2
1984 Thing-Fish - 1
1984 Francesco Zappa 1.00 1
1984 Them or us 11.00 1
1986 Jazz from Hell 12.00 1
1988 Guitar 9.00 1
1988 You Can't Do That On Stage Anymore, Vol.1 10.00 1
1988 You Can't Do That On Stage Anymore, Vol.2 (The Helsinki Concert) 11.00 1
1989 Broadway The Hard Way 10.00 1
1991 The Best Band You Never Heard In Your Life 7.00 1
1991 Make A Jazz Noise Here 11.00 1
1992 You Can't Do That On Stage Anymore, Vol.6 10.00 1
1993 The Yellow Shark 13.00 1
1994 Civilization Phaze III 13.00 1
1995 Strictly Commercial - 1
1995 Does humor belong in music? 11.00 1
1996 Läther 14.00 2
1996 The Lost Episodes 10.00 1
1999 Son of Cheep Thrills 11.00 1
2003 Ensemble Modern Play Frank Zappa - Greggery Peccary & Other Persuasions 11.50 2
2003 Does Humor Belong in Music? (DVD) 7.00 1
2004 Baby Snakes (DVD) 11.00 1
2005 The Dub-Room Special (DVD) 11.00 1
2006 Imaginary Diseases 9.00 1
2006 Trance-Fusion 9.00 1
2007 Classic Albums: Apostrophe ('), Over-Nite Sensation (DVD) 10.00 1

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