The Man From Utopia
|
|
Informationen
Allgemeine Angaben
|
|
| Label: |
Zappa Records/Barking Pumpkin Records |
| Durchschnittswertung: |
10/15 (1 Rezension) |
|
Besetzung
| Frank Zappa |
guitar,vocals,ARP 2600,Lynn Drum Machine |
| Steve Vai |
Impossible Guitar Parts (on strat an acoustic) |
| Ray White |
Guitar & Vocals |
| Roy Estrada |
Pachuco Falsettos, etc |
| Bob Harris |
boy soprano |
| Ike Willis |
bionic baritone |
| Bobby Martin |
keyboards,sax & vocals |
| Tommy Mars |
keyboards |
|
| Arthur Barrow |
keyboards,bass,micro-bass,rhythm guitar |
| Ed Mann |
percussion |
| Scott Thunes |
bass |
| Chad Wackerman |
drums |
| Vinnie Colaiuta |
drums (on "Dangerous kitchen" & "Jazz discharge") |
| Craig Steward |
harmonica |
| Dick Fegy |
mandolin |
| Marty Krystall |
saxes |
|
Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Cocaine Decisions
|
3:53
|
| 2. |
SEX
|
3:44
|
| 3. |
Tink Walks Amok
|
3:39
|
| 4. |
The Radio Is Broken
|
5:51
|
| 5. |
We Are Not Alone
|
3:18
|
| 6. |
The Dangerous Kitchen
|
2:51
|
| 7. |
The Man From Utopia Meets Mary Lou
|
3:22
|
| 8. |
Stick Together
|
3:14
|
| 9. |
The Jazz Discharge Party Hats
|
4:29
|
| 10. |
Luigi & The Wise Guys
|
3:25
|
| 11. |
Moggio
|
2:35
|
| Gesamtlaufzeit | 40:21 |
|
|
Rezensionen

Das Cover mit einem von Mücken geplagten Gitarristen basiert angeblich auf wahren Vorfällen, die Zappa mit seiner Band irgendwo in Italien erlebt haben soll. Nur dass neben Mücken auch Trängengas und italienische Polizei eine Rolle gespielt hat.
"The Man from Utopia", laut Heft meiner CD-Ausgabe das Zappa-Album No.36, beginnt mit "Cocaine decisions", einem musikalisch wenig überzeugenden Versuch, gesangliche Comedy-Elemente mit Mainstream-Rock und improvisierender Mundharmonika zu verbinden. Textlich geht es um von Zappa oft geäußerte Verständnislosigkeit gegenüber Drogenabhängigen, in diesem Fall unter Managern, Anwälten, Filmleuten, etc...
Im "SEX" wechselt sich ein ansprechender Gitarrenriff mit Reggae-Rhythmen ab. Die Ausrichtung der Texte von "SEX" ist nicht besonders schwer zu erraten... Kann dieser Song, vor allem die offensive schreibweise des Titels, vielleicht bedeuten, dass Zappa diesmal einige seiner Hörer oder die Reviewschreiber bewußt ein wenig ärgern wollte, die ihm ständige Wiederholungen seiner Sexthemen langsam übelnahmen?
Das instrumentale "Tink walks amok" wirkt unausgereift, wie unfertige, funkige Parts für Bass und Schlagzeug. Man fragt sich, ob da was vergessen wurde, oder wollte Zappa bloß demonstrieren, wohin cocaine decisions von Studiotechnikern führen können....Anfangs führt der Bass noch obsessive Motive aus, im weiteren Verlauf wird das Stück zur musikalischen Alltagsware.
"The radio is broken" verstehe ich als eine in jeder Hinsicht humorvolle Nummer, in der sci-fi-Themen aufs Korn genommmen werden, wobei einige musikalisch einfallsreiche Momente dargeboten werden. Die schrägen Gesangseinsätze von Zappa und seinen Sängern (Estrada, White, Harris u.a.) sind hier extrem dissonant angelegt.
Das instrumentale "We are not alone" ist eine flotte Ska-Nummer mit Sax und Vibraphon.
Im swingenden "The dangerous kitchen" singt Zappa unisono zu elektrischer Gitarre einen Text über tödliche und gesundheitliche Risiken, die in jedermanns Küche lauern. "Who the fuck wants to clean it?", fragt Zappa den unruhig in Richtung seiner Küche schielenden Hörer..Wer von uns hat sich diese Frage beim Anblick der eigenen oder sogar einer fremden Küche noch nicht gestellt? Aus dem wahren Leben gegriffen, Frank!
"The man from Utopia meets Mary Lou" gehört wahrscheinlich zu den schlechtesten Songs von Zappa: in ähnlicher Form tausendfach gehörter, bluesiger Mainstream-Rock mit Gospelanflügen. Soll wohl witzig und locker wirken.
Textlich offenbar gegen amerikanische (oder sonstige) Gewerkschaften gerichtet, ist "Stick together" musikalisch noch ein wenig einfallsloser als die vorangegangene Nummer. Unispirierte Gospelgesänge zum Reggae-Rhythmus.
Ähnlich wie "Dangerous Kitchen" basiert die "The jazz discharge party hats" auf ellenlangem Text, der komplex und jazzig, von Zappa, diesmal unisono mit Bassgitarre, vorgetragen wird. Diesmal handelt der Text von sexuell eingefärbten Tourerlebnissen. Zappas - ebenso gesungenen - Kommentar zum fröhlichen Treiben finde ich durchaus nachvollziehbar: "(Hey, its the twentieth century, Whatever you can do to have a good time, let's get on with it, So long as it doesn't cause a murder...)". Wie halsbrecherisch gesungenes Tour-Tagebuch....Ähnlich wie bei "Dangerous
Kitchen" soll Steve Vai den Sprechgesang von Zappa
Note für Note für die Gitarre umgeschrieben haben.
"Luigi & the wise guys" beinhaltet auf die 50-er Jahre getrimmte, ziemlich anarchistich und kommödiantisch anmutende a capella Gesänge.
Zum Abschluss erklingt "Moggio", eine vertrackt zappaeske, vorzügliche Instrumentalnummer, die mit virtuosen Gitarren- und Vibraphonparts überzeugt.
Insgesamt eines der seltsamsten unter den seltsamen Zappa-Alben. Viele scheinen diese Platte für ziemlich schlecht zu halten. Für mich ist die bloß extrem unausgeglichen, allerdings mit einigen interessanten Ansätzen. Vielleicht wollte uns der Meister mal zeigen, wie es ist, wenn man als Künstler extreme textliche und musikalische Albernheiten und Mainstream-Banalitäten miteinander vermischt, so dass sogar die einiges gewöhnte Fangemeinde ins Grübeln kommt. Schwer vorstellbar jedenfalls, dass Zappa seine Scherze nur unbewußt auf die Spitze getrieben haben soll. Für meine Begriffe bleibt "The Man from Utopia" ein Album, das, teilweise Massentauglichkeit vortäuschend und unispiriert wirkend, dem Hörer einen besonders für die 80-er sehr hohen "Antikommerz-Faktor" unterjubelt. Oder anders formuliert: Wollte uns der Meister etwa auf den Arm nehmen, indem er auf diesem Album so tat, als hätte er die Kontrolle über sein Schaffen verloren?
| Anspieltipp(s): |
|
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
17.8.2004 |
| Letzte Änderung: |
6.9.2004 |
|
|
|
Zum Seitenanfang
Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Frank Zappa
Zum Seitenanfang
|