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Frank Zappa

Thing-Fish

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1984
Besonderheiten/Stil: Zappaeskes
Label: EMI
Durchschnittswertung: keine Wertung (1 Rezension)

Besetzung

Ike Willis vocals (Thing-Fish)
Terry Bozzio vocals (Harry)
Dale Bozzio vocals (Rhonda)
Napoleon Murphy Brock vocals (Evil Prince)
Bob Harris vocals (Harry-as-a-boy)
Johnny 'Guitar' Watson vocals (Brown Moses)
Ray White guitar,vocals (Owl-Gonkwin-Jane Cowhoon)
Frank Zappa guitar,synclavier
Steve Vai guitar
Tommy Mars keyboards
Chuck Wild Broadway piano
Arthur Barrow bass
Scott Thunes bass
Jay Anderson string bass
Ed Mann percussion
Chad Wackerman drums
Steve de Furia synclavier programmer
David Ocker synclavier programmer

Tracklist

Disc 1
1. Prologue 2:57
2. The Mammy Nuns 3:31
3. Harry & Rhonda 3:37
4. Galoot Up-Date 5:31
5. The 'Torchum' Never Stops 10:33
6. That Evil Prince 1:18
7. You Are What You Is 4:31
8. The Mudd Club 3:17
9. The Meek Shall Inherit Nothing 3:15
10. Clowns On Velvet 1:52
11. Harry-As-A-Boy 2:38
12. He's So Gay 2:46
Gesamtlaufzeit45:46
Disc 2
1. The Massive Improve'lence 5:07
2. Artificial Rhonda 3:32
3. The Crabb-Grass Baby 3:48
4. The White Boy Troubles 3:34
5. No Not Now 5:49
6. Briefcase Boogie 4:10
7. Brown Moses 3:01
8. Wistful Wit A Fist-Full 4:00
9. Drop Dead 7:56
10. Won Ton On 4:19
Gesamtlaufzeit45:16


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @


"Thing-Fish" war als ein Broadway-Musical angelegt, wobei die üblichen zappaesken Sexmotive im Libretto daraus ein Untergrund-Stück machten, und eine Broadway-Aufführung verhinderten. (Vielleicht wäre das die nächste Herausforderung für die "Sex without nails Bros." aus Wien, die bereits "Joe's Garage" und "Roxy & elsewhere" in ihr Programm aufgenommen haben?).

Zappa tat zumindest das, was man in unserer Zeit mit einem pornografisch durchtränkten Libretto machen konnte: er ließ eine bebilderte "Thing-Fish"-Story in dem Sex-Magazin "Hustler" veröffentlichen, womit die kommerziellen Verbreitungsmöglichkeiten der visuellen Ebene von "Thing-Fish" bis auf weiteres ausgeschöpft wären.

Die Deklarierung von "Thing-Fish" als Broadway-Musical ist am ehesten noch als eine Provokation, oder als ein Scherz zu verstehen, wo es doch klar sein dürfte, dass dieses Musical kaum Chancen haben wird, in den USA öffentlich aufgeführt zu werden. Es ging da vielmehr um eine Broadway-Parodie: Es gibt hier vereinzelt parodierte Broadway-Gesänge zu hören, und die Hauptfigur Thing-Fish (gesprochen vom Zappa-Sänger Ike Willis) bekam einen übertriebenen, von der schwarzen Südstaatenbevölkerung gesprochenen Akzent verpasst und sollte damit so klingen, als würde ihn ein weißer Broadway-Schauspieler nachahmen wollen.

Für die Musik von "Thing-Fish" verwendete Zappa neben neuen Nummern bereits bekannte Stücke aus seiner Feder, für die er neue Texte schrieb und die teilweise leicht abgeänderte Gesangsmelodien aufweisen. Ein Beispiel: Aus "Torture never stops" wurde "The "torchum" never stops". Im Mittelteil dieses Stückes gibt es eine vorher ungehörte, "herzzerreißende Arie" vom Evil Prince, gesungen von Napoleon Murphy Brock, die sich mit dem wenig erbaulichen Zustand von Broadway auseinandersetzt. Die vom Titelhelden dargebrachten Monologe im dem obengenannten Südstaatendialekt sind übrigens phonetisch (oder eher zappesk) aufgeschrieben, so dass ich diese abgedruckten Texte erst beim Hören der CD's verstehen kann. (Als Beispiel: "Gubbnint" heißt ausgesprochen "government", "wattuh" bedeutet "water" und so weiter).

Ich will gar nicht erst damit anfangen, die auf 43 CD-Heft-Seiten in Sprechgesang-Texten und Bühnenanweisungen enthaltene "Thing-Fish"-Geschichte zusammenzufassen. Vielleicht nur einige Beispiele für Zappas Einfälle: Zu einer häßlichen, wie "catholic girl" angezogenen, "Thing-Fish" genannten Kreuzung aus Kartoffel und Donald Duck wird man laut Zappa erst dann, wenn man von der Regierung in den geheimen unterirdischen Labors vorbereitete Mixtur zu sich genommen hat. Die einzige Voraussetzung: man muss vorher bereits gemein und häßlich gewesen sein, sonst ich diese Metamorphose nicht möglich.

"Thing-Fish" entpuppt sich als ein Bühnenstück über ein Bühnenstück. Anfangs geht es da um Inkontinenz auf der Bühne, zwei Theaterbesucher Rhonda und Harry werden "zu ihrem eigenen Schutz" in Ketten gelegt, also kann die Geschichte losgehen.... Dabei ließ sich Zappa teilweise von "Amos and Andy", einer TV-Show aus den 50-ern, inspirieren. Es werden natürlich Zappa-typisch viele Erscheinungen der amerikanischen Gesellschaft durch den Kakao gezogen. Unter anderem auch Women's Liberation Movement (die männerhassende Rhonda treibt es vorzugsweise mit einer Ledertasche) und das Yuppietum (Harry wird "gay for business purposes").

Wenn man nicht gerade Spaß bei seltsamen Sprachscherzen und bizarren Geschichten empfindet, kann "Thing-Fish" musikalisch gesehen als sehr schwerverdaulich und mit Längen behaftet rüberkommen, zumal die meiste Zeit mit gesprochenen Texten zu Schlagzeug und Bassgitarre gefüllt wird. Musikalisch bizarr wird es auch einige wenige Male (leider viel zu selten): Auf "The crab-grass baby" und "Drop dead" erklingt streckenweise eine elektronische Stimme zu Synclavier-Begleitung, auf "Wistful wit a fist-full" wird der Musicalgesang veralbert und auf "Won ton on" der Song "No not now" rückwärts abgespielt. Wie gesagt, wenn nicht gerade gesprochen wird, gibt es auf "Thing-Fish" auch ein wenig Musik. Diese erinnert größtenteils an die pop-rockigen Zappa-Alben wie "Ship arriving too late to save a drowning witch" und "You are what you is" (dessen Titelstück hier auch wiederverwertet wird).

Vielleicht würde die Sache als Bühnenstück funktionieren, als Audio-CD ist das für meine Begriffe nur sehr eingeschränkt der Fall. Diesmal hat Zappas verbale Vorstellungskraft leider über die Musik gesiegt. Wie auch immer: Man mag von "Thing-Fish" halten, was man will: das ist Zappa als Texter in extremster unkommerzieller Ausführung.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 29.8.2004
Letzte Änderung: 1.9.2004
Wertung: keine

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Frank Zappa

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1966 Freak out! 7.00 1
1967 Absolutely Free 13.00 1
1968 We're only in it for the money 12.50 2
1968 Lumpy Gravy 12.00 1
1968 Cruising with Ruben & the Jets 6.00 1
1969 Uncle Meat 13.00 1
1969 Hot Rats 11.00 1
1970 Weasels Ripped My Flesh 11.00 1
1970 Chunga's Revenge 8.00 1
1970 Burnt Weeny Sandwich 10.00 1
1971 200 Motels 11.00 1
1971 Fillmore East, June 1971 9.00 1
1972 The Grand Wazoo 12.00 1
1972 Waka/Jawaka 9.00 1
1972 Just Another Band From L. A. 10.00 1
1973 Overnite Sensation 9.00 1
1974 Apostrophe' 9.00 1
1974 Roxy & Elsewhere 11.50 2
1975 One Size Fits All 12.00 1
1975 Bongo Fury 9.00 1
1976 Zoot Allures 7.00 1
1978 Studio Tan 12.00 1
1978 Zappa In New York 13.00 1
1979 Sleep Dirt 10.00 1
1979 Joe's Garage 11.00 1
1979 Sheik Yerbouti 12.50 2
1981 You Are What You Is 10.00 1
1981 Shut Up 'N Play Yer Guitar 9.00 1
1981 Tinseltown Rebellion 6.50 2
1982 Ship arriving too late to save a drowning witch 9.50 2
1983 The Man From Utopia 10.00 1
1984 Francesco Zappa 1.00 1
1984 Them or us 11.00 1
1986 Jazz from Hell 12.00 1
1988 You Can't Do That On Stage Anymore, Vol.1 10.00 1
1988 Guitar 9.00 1
1988 You Can't Do That On Stage Anymore, Vol.2 (The Helsinki Concert) 11.00 1
1989 Broadway The Hard Way 10.00 1
1991 The Best Band You Never Heard In Your Life 7.00 1
1991 Make A Jazz Noise Here 11.00 1
1992 You Can't Do That On Stage Anymore, Vol.6 10.00 1
1993 The Yellow Shark 13.00 1
1994 Civilization Phaze III 13.00 1
1995 Strictly Commercial - 1
1995 Does humor belong in music? 11.00 1
1996 Läther 14.00 2
1996 The Lost Episodes 10.00 1
1999 Son of Cheep Thrills 11.00 1
2003 Ensemble Modern Play Frank Zappa - Greggery Peccary & Other Persuasions 11.50 2
2003 Does Humor Belong in Music? (DVD) 7.00 1
2004 Baby Snakes (DVD) 11.00 1
2005 The Dub-Room Special (DVD) 11.00 1
2006 Imaginary Diseases 9.00 1
2006 Trance-Fusion 9.00 1
2007 Classic Albums: Apostrophe ('), Over-Nite Sensation (DVD) 10.00 1

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