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The Muffins

Double Negative

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2004
Besonderheiten/Stil: instrumental; Canterbury; Jazzrock / Fusion; RIO / Avant
Label: Cuneiform Records
Durchschnittswertung: 10.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Thomas Scott Sax, Flute, Clarinets, Keyboards, Percussion, Programming
Dave Newhouse Keyboards, Sax, Bass Clarinet, Flute, Flarinette
Billy Swann Bass, Acoustic Guitar
Paul Sears Drums, Electric Guitar

Gastmusiker

Marshall Allen Sax
Knoel Scott Sax
Doug Elliott Trombone
Amy Taylor Violin
Kristin Snyder Viola
Okorie Johnson Cello
Laura Dent Cello

Tracklist

Disc 1
1. The Highlands 6:04
2. Writing Blind 5:54
3. Choombachang 2:45
4. The Ugly Buttling 3:39
5. The Man In The Skin-Painted Suit 2:44
6. Childhood's End 6:15
7. Exquisite Corpse 6:52
8. They Come On Unknown Nights 4:18
9. Cat's Game 3:51
10. Stethorus Punctum 4:01
11. Dawning Star 5:20
12. 5:00 Shadow 3:16
13. Metropolis 3:35
14. Angel From Lebanon 6:55
15. Frozen Charlotte 2:53
16. Maya 4:24
17. The Two Georges 5:19
Gesamtlaufzeit78:05


Rezensionen


Von: Achim Breiling @ (Rezension 1 von 2)


Zwei Jahre nach "Bandwidth" legen die Muffins eine neue Studioscheibe vor. All zu viel hat sich auf "Double Negative" im Vergleich zur Vorgängerscheibe nicht verändert. Einen sehr bläserlastigen, leicht canterburesken Jazzprog gibt es hier zu hören, der nicht so ohne weiteres an die Musik erinnert, die die Band vor 25 Jahren gemacht hat.

Das liegt vor allem an der starken Präsenz von Sax und Klarinette, die fast ständig von mindestens zwei Musikern bedient werden. Dazu kommt noch Doug Elliots Posaune. Sehr warm und erdig ist das Ergebnis, werden die melodiebestimmenden Klangfarben doch meist von Tenor-, Bariton-, Altsax und Bassklarinette geliefert. Dazu kommt noch der charakteristisch brummende Bass von Swann. Keyboardinstrumente kommen etwas stärker zum Einsatz als auf "Bandwidth", was der Scheibe, zusammen mit den ab und zu im Hintergrund auftauchenden Streichern, eine symphonische, proggige Atmosphäre verleiht. Nach Soft Machine klingt das noch am ehesten, so um "Fourth" oder "Fifth", allerdings weniger jazzig, dafür abwechslungsreicher (vor allem was die Sax- und Keyboardarbeit anbelangt).

Bigband trifft auf Canterbury. Was Ralf in seiner Rezension zu "Bandwidth" geschrieben hat, trifft auch auf "Double Negative" zu. Sonderlich aufregend, innovativ und anstrengend ist auch diese Scheibe für RIO- und Jazzrock-gestählte Hörer nicht. Ein wenig kantiger und schräger geht es auf "Double Negative" meiner Meinung nach zwar schon zu (man höre z.B. "They Come On Unknown Nights"), aber im Vergleich mit z.B. Henry Cow ist das hier Gebotene natürlich eher harmlos. Trotzdem (oder gerade deswegen) macht das Zuhören durchaus Spass, gibt es auf "Double Negative" doch viel zu entdecken. Vielleicht etwas zu viel. Mit fast 80 Minuten ist das Teil nämlich etwas lang. Über diese Dauer verliert man den Überblick, klingen die Stücke dann doch sehr ähnlich, wird es anstrengend, bei der Musik zu bleiben. Etwas Straffung hätte hier zur Steigerung des Hörvergnügens beitragen können. In kleineren Happen genossen ist die Scheibe jedoch durchaus gut bekömmlich. Wer allerdings mit Holz- und Blechblasinstrumenten überhaupt nichts anfangen kann, der sollte die Platte meiden!

Anspieltipp(s): egal
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 22.9.2004
Letzte Änderung: 22.9.2004
Wertung: 11/15

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Von: Kristian Selm @ (Rezension 2 von 2)


“Double negative“, das zweite Muffins-Album nach deren Reunion im Jahr 1998, nimmt den Begriff „progressiv“ in der wahren Bedeutung sehr wörtlich und versucht sich daran, Musik neu zu definieren, bisher vorhandene Grenzen zu überschreiten. Dabei wird sich meist an den Grenzen von Jazz Rock, moderner Klassik und Avantgarde Rock entlang gehangelt, auch wenn das Endresultat dann doch weit weniger „neuartig“, sogar sehr klar strukturiert, ohne orientierungsloses Freispiel ausfällt. Dass aber so ein Ansatz nicht gerade einfach zu bewerkstelligen ist, beweist der Blick ins Booklet, denn schaut man sich die verbissenen, entschlossenen Gesichter der Musiker an, so scheint die Musik der Muffins eine wirklich ernste Angelegenheit, ohne jegliches, lockeres Augenzwinkern zu sein.

Dennoch erstaunen einen die Muffins nicht mit atonaler Kompromisslosigkeit, sondern ihre Einfälle wirken melodisch fokussiert, rhythmisch meist direkt und geradlinig gehalten, bisweilen finden sich in den interessanten Ideen sogar Elemente, die Erinnerungen an „echten“ Progressive Rock im Canterbury-Stil aufkommen lassen. Dennoch sind es meist die verschiedenen Blasinstrumente (Saxophon, Flöte, Klarinette), die für ein besonderes Klangambiente sorgen. Der amerikanische Fünfer, der sich zur Unterstützung gleich ein kleines Kammerorchester mit ins Studio eingeladen hat, benötigt keine ausufernden Strukturen, sondern bei den Muffins tummeln sich auf dem aktuellen Longplayer gleich mal 17 Titel, die aber dennoch vor Abwechslungsreichtum nur so strotzen. Vor allem durch die Hinzunahme der Streicher erfährt die Musik eine Anlehnung an den Chamber Rock von Bands wie Univers Zero, an anderen Stellen klingt der Bigband-Sound der Muffins wiederum so, als ob die Blues Brothers so tief in den Topf mit den psychedelischen Pilzen gegriffen hätten.

Nicht unbedingt das, was im Normalfall den Weg in meinem Player findet, da ich nicht ein sehr großer Freund von zu viel Blechgebläse bin, aber es bleibt doch immer interessant, mal die Fühler außerhalb der eigenen Hörgewohnheiten auszustrecken, auch wenn „Double negative“ aufgrund seiner Länge einige Kürzungen hätte vertragen können.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 10.11.2006
Letzte Änderung: 10.11.2006
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von The Muffins

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1978 Manna/Mirage 12.00 1
1981 <185> 14.00 1
1993 Chronometers 11.00 1
1994 Open City 13.00 1
2002 Bandwidth 8.50 2

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