Elastic Rock
|
|
Informationen
Allgemeine Angaben
|
|
| Label: |
Vertigo |
| Durchschnittswertung: |
12/15 (2 Rezensionen) |
|
Besetzung
| Ian Carr |
Trumpet, Flugelhorn |
| Karl Jenkins |
Sax, Oboe, Keyboards |
| Brian Smith |
Sax, Flute |
|
| Chris Spedding |
Guitars |
| Jeff Clyne |
Bass |
| John Marshall |
Drums, Percussion |
|
Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
1916
|
1:10
|
| 2. |
Elastic Rock
|
4:05
|
| 3. |
Striation
|
2:16
|
| 4. |
Taranaki
|
1:41
|
| 5. |
Twisted Track
|
5:13
|
| 6. |
Crude Blues [Part 1]
|
0:55
|
| 7. |
Crude Blues [Part 2]
|
2:36
|
| 8. |
1916- The Battle of Boogaloo
|
3:06
|
| 9. |
Torrid Zone
|
8:52
|
| 10. |
Stonescape
|
1:43
|
| 11. |
Earth Mother
|
6:00
|
| 12. |
Speaking For Myself, Personally, In My Own Opinion, I Think...
|
1:31
|
| 13. |
Persephones Jive
|
2:12
|
| Gesamtlaufzeit | 41:20 |
|
|
Rezensionen

Jazzrock: Die Vermischung von Jazz und Rock; Jazzmusiker, die elektrisch verstärkte Instrumente benutzen; Rockmusiker, die Holz- und Blechbläser integrieren und anfangen zu improvisieren. Irgendwann Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre entstand dieser neue Stil. In England waren auch einige Musiker aus Canterbury an dieser Verschmelzung beteiligt, hauptsächlich Musiker, die einstmals zusammen in einer Band aus nämlicher Stadt spielten, den Wilde Flowers. Auf diese Formation gehen vor allem zwei Schlüsselbands des britischen Jazzrock zurück: Caravan und Soft Machine. Die Musik dieser beiden und der von ihren Mitgliedern später gebildeten Gruppen trägt seither den Namen der Stadt, in der alles seinen Ursprung genommen hat - Canterbury. Eine Ganze Reihe weiterer Bands wurden und werden mit in diese Stilschublade gesteckt, auch wenn sie ursprünglich gar nichts mit der südenglischen Stadt zu schaffen hatten. Nucleus ist eine von diesen.
Die Band um Ian Carr (der übrigens aus Newcastle stammt) entstand 1969 in London und war auch später dort beheimatet. Da aber vier Nucleus-Mitglieder später bei mehr oder weniger echten Canterbury-Bands spielten (Soft Machine und Gilgamesh - letztere Band aus London wurde auf ähnliche Weise von Canterbury vereinnamt), wurde Nucleus auch eine solche. Nun, stilistisch ist das vielleicht auch gar nicht so falsch. Canterbury ist das Resultat der Bemühungen südostenglischer Jazz- und Rockmusiker in den frühen 70ern ihre Stile zu vereinen und das auf recht eigene, von der US-amerikanischen Miles Davis-Schule unabhängige Art und Weise. Da sowohl London als auch Canterbury im Nordosten Englands liegen, geht die Stilbezeichnung wohl auch geographisch in Ordnung.
1970 kam die erste LP von Nucleus - "Elastic Rock" - heraus, im selben Jahr wie "Third" von Soft Machine (und auch "Bitches Brew" von Miles Davis). Sie gehört damit nicht nur zu den frühesten Scheiben mit Musik, die Jazz und Rock miteinader verband, sondern auch zu den ersten Platten, auf denen diese Synthese auch wirklich gelungen war. Im Gegensatz zu denen von Soft Machine, kamen die Musiker von Nucleus meist vom Jazz. Das hört man der Musik auch deutlich an. Die Musik ist um einges delikater und verspielter als die der meisten anderen Canterbury-Bands, zudem fehlen rockende Härte oder extremere Ausbrüche weitestgehend. Vielmehr erzeugen Keyboards (meist E-Piano), E-Gitarre, Bass und Schlagzeug ein dicht verwobenes Geflecht von eher sanft vorantreibenden Klängen, zu denen Carrs Trompete, verschiedene Saxophone, eine Flöte und die Oboe von Karl Jenkins (der übrigens die meisten Stücke hier komponiert hat) virtuos solieren. Dieses begleitende Geflecht, die mitunter recht einfachen, repetitiven Riffs von E-Piano, Gitarre und Bass und das punktgenaue Schlagzeugspiel von Marschall, geben der Musik aber einen deutlichen Rockcharakter. Eher milde, entspannte Musik ist das Ergebnis, die diese typische, canterbureske Weichheit und Wärme ausstrahlt, die z.B. auch die Kompositionen auf den ersten 3 LPs von Caravan auszeichnet. Sie gerät dabei allerdings nie in Gefahr ins Seichte abzugleiten.
"Elastic Rock" ist eine sehr elegante, hervorragend produzierte Scheibe, eingespielt von ebenso hervorragenden Musikern. Wer gegen Jazziges nicht alergisch ist, sich für die Entstehung des Jazzrock - nicht nur in England - und die Canterbury-Szene interessiert, der sollte dieser Platte einmal ein Ohr leihen!
| Anspieltipp(s): |
Torrid Zone |
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
3.10.2004 |
| Letzte Änderung: |
25.4.2006 |
|
|
|
Zum Seitenanfang

We'll Talk About it Later als Nachfolger dieses Debüts wird häufig als das bessere der beiden ersten Nucleus Alben betrachtet. Das ist schwer festzumachen, bewegte sich die Band doch durchaus in den gleichen musikalischen Gewässern.
Herauszuhören ist aber, dass das hier angesprochene "Elastic Rock" nicht ganz die Kompaktheit und Geschlossenheit des Nachfolgers erreicht. Kleine solierende Intermezzi lassen den Fluß des Albums teilweise stark abbremsen. Und das wird es sein, was dem Nachfolger eben diesen Vorsprung verschafft.
Die Stücke indes sind ebenfalls großartig, sofern man die Bläsereinsätze ertragen kann. Da ich weiß, das viele Proghörer damit ein großes Problem haben, sei davor gewarnt. Elastic Rock ist dicht besiedelt mit quietschigen Tönen aus Saxophon, Trompete, Hörnern und anderen Blasinstrumenten. Bass und Schlagzeug wandeln irgendwo auf der Grenze zwischen jazzigem Spiel und rockigen Strukturen, fast so als würde man sich nicht für das eine oder das andere entscheiden können. Die Gitarre spielt auf eine sehr leichte und lockere Art meistens als Zwischenglied zwischen melodieführenden Bläsern und der kompakten Rhythmusarbeit. Das bringt eine Leichtigkeit in die Kompositionen, die ich in anderen Veröffentlichungen aus dem Jazzrock/Fusion/Canterbury in dieser Form noch nicht so intensiv wahrgenommen habe.
Elastic Rock ist ein großartiges Album, das durch seine Zugänglichkeit beeindruckt. Erstaunlich wie man derartige Komplexität irgendwie mit dem Faktor Easy Listening paaren kann. Macht Spaß und klingt auch noch hervorragend vom Sound.
| Anspieltipp(s): |
1916 (The Battle Of Boogaloo), Torrid Zone |
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
9.3.2008 |
| Letzte Änderung: |
9.3.2008 |
|
|
|
Zum Seitenanfang
Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Nucleus
Zum Seitenanfang
|