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24537 Rezensionen zu 16775 Alben von 6533 Bands.
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Camel

Rain Dances

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1977 (Remaster-Ausgabe mit Bonustiteln 2009)
Besonderheiten/Stil: ArtPop; Canterbury; Klassischer Prog; Rock / Pop / Mainstream
Label: Deram
Durchschnittswertung: 8.5/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Andy Latimer Gitarre, Flöte, Gesang
Peter Bardens Keyboards
Andy Ward Schlagzeug
Richard Sinclair Bass, Gesang
Mel Collins Saxofon, Klarinette, Flöte

Gastmusiker

Martin Drover Trompete (6), Flügelhorn (8)
Malcolm Griffiths Posaune (6,8)
Brian Eno Keyboards (7)
Fiona Hibbert Harfe (7)

Tracklist

Disc 1
1. First Light 5:01
2. Metrognome 4:15
3. Tell Me 4:06
4. Highways of the Sun 4:29
5. Unevensong 5:33
6. One of These Days I'll Get an Early Night 5:53
7. Elke 4:26
8. Skylines 4:24
9. Rain Dances 2:53
10. Highways of the Sun   (Single Version, Bonustitel) 3:57
11. First Light   (ab hier Bonustitel der Remaster-Ausgabe, live 1977) 5:01
12. Metrognome 4:55
13. Unevensong 5:47
14. Skylines 5:36
15. Highways of the Sun 4:59
16. One of These Days I'll Get an Early Night 4:12
Gesamtlaufzeit75:27


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 3)


Auf "Rain Dances" stieß der ehemalige Caravan-Bassist Richard Sinclair zu Camel und brachte deren Musik eine Portion Canterbury, der vor allem in der zweiten Hälfte des Albums deutlich wird. Höhepunkt ist dabei das instrumentale "One of these Days I'll get an Early Night" mit dem Canterbury-typischen perlenden E-Piano, von Sinclairs knackigem Bass getrieben und einer kleinen Bläsersektion (u.a. Mel Collins) begleitet.

Auch das ebenfalls instrumentale "Skyline" geht in diese Richtung, ist aber mehr gitarrenorientiert. Beide Stücke zeigen, welch interessanten Weg Camel hätten einschlagen können, wenn... ja, wenn 1977 nicht das Jahr gewesen wäre, das den Niedergang des klassischen Progressive Rock eingeleitet hätte. Der zunehmenden Kommerzialisierung mussten auch Camel ihren Tribut zollen, und dies geschah in Form der Möchtegern-Hitsingle "Highways of the Sun", die auf der CD Ausgabe von "Rain Dances" überflüssigerweise noch in einer weiteren Version vertreten ist.

Glücklicherweise ist dies der einzige "Ausrutscher" des Albums, das noch einige schöne Sachen wie das ätherische "Tell Me" oder das lyrische Flötenstück "Elke" enthält.

Anspieltipp(s): One of these Days I'll get an Early Night, Skyline
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 28.4.2002
Letzte Änderung: 12.4.2009
Wertung: 9/15

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 2 von 3)


"Rain Dances" ist eine Art Antwort von Camel auf den Punk. Peter Bardens: "It's a very optimistic album compared with much of the material that is being released at the moment. We've branched out into different directions from jazz to classical, yet "Rain Dances" is more accessible than any of it's predecessors. I suppose it's just a logical progression." Progression? Prog? Man mag darüber streiten, wie progressiv Camel jemals waren, mit ihrem fünften Album haben sie sich im Vergleich zu "Moonmadness" sicher weiterentwickelt. Ob dies allerdings ein Fortschritt war, wage ich doch sehr zu bezweifeln.

Mit Richard Sinclair kam eine Stimme in die Gruppe. Sein Gesang in "Tell Me" ist schlichtweg wunderschön, genauso wie seine warmen Basstupfer. Dass ausgerechnet das poppige, von Latimer gesungene "Highways Of The Sun" dieser kleinen Perle folgt, ist ein kleines Verbrechen. Mit "Metronome" und "Unevensong" gibt es zwei weitere Popsongs, die allerdings um einiges erträglicher, fast nett geraten sind. Ansonsten herrschen Instrumentalnummern auf "Rain Dances" vor. Sie bieten meist, womit Jochen (in seiner Rezension oben) Camel einen interessanten Weg hat einschlagen sehen. Ich würde diese Musik als symphonischen Jazzrock bezeichnen, der ein wenig in Richtung der typischen, glatten Mainstream-Fusion der späten 70er geht, die bis heute in vielen Supermärkten und Fahrstühlen Konjunktur hat. Zumindest wäre solche Muzak vermutlich das Ende des Weges gewesen, wenn sich Camel mit ihrem nächsten Album nicht ganz dem Pop ergeben hätten (wobei aber wohl in progressiver Hinsicht letztendlich egal ist, in welch seichten Gewässern eine Gruppe herumschippert).

Sinclairs Bass wummert verspielt dahin (und sein Beitrag ist wohl noch das Interessanteste auf dieser Scheibe), Ward überanstrengt sich nicht gerade an seinem Schlagzeug, Latimer rockt solide mit der Gitarre dazwischen, und Bardens sorgt für flächige Keyboarduntermalung oder jazzig-funkige E-Pianolinien. Ab und zu trötet Mel Collins noch ein kraftvolles Saxophon-Solo dazwischen. Das ist nicht schlecht gemacht, doch finde ich "First Light", "One Of These Days I'll Get An Early Night" und "Skylines" alles in allem ziemlich unspektakulär. "Elke" und das Titelstück sind noch ganz nett, erinnern sie doch mit ihrer elegischen Atmosphäre und den Flötenklängen (in "Elke") noch am ehesten an die "alten" Camel.

"Rain Dances" zeigt Camel auf dem Weg zur Kommerzialität, etwas - Jochen hat es schon erwähnt - für das Jahr 1977 nicht unbedingt Ungewöhnliches. Durchaus qualitätvoll gehen Camel diesen Weg, und ich könnte mir vorstellen, dass Hörer, die den entspannten Symphoprog der ersten vier Camel-Alben wirklich lieben, auch dieser Scheibe noch etwas abgewinnen können.

Anspieltipp(s): Tell Me
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 8.8.2005
Letzte Änderung: 8.10.2010
Wertung: 8/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 3 von 3)


Im Frühjahr 2009 erschien Rain Dances in einer remasterten Neuausgabe. Diese bietet neben deutlich besserem Klang noch sieben Bonustitel, von denen einer, die Single-Version von Highways of the Sun, bereits auf der alten CD-Ausgabe drauf war. Dazu kommen sechs Albumsongs in Liveversionen von 1977, ebenfalls in guter Klangqualität. Leider wird beim letzten Titel ausgeblendet, was ich bei Liveaufnahmen stets besonders ärgerlich finde! Und dass Highways of the Sun durchweg falsch als Highways to the Sun geschrieben wird, zeugt von Schlampigkeit in der Verarbeitung.

Das Beiheft enthält einen Abriss der Bandhistorie von den Anfängen bis zum Ausstieg von Peter Bardens 1978. Dabei erfährt man auch die Hintergründe des Wechsels in der Position des Bassisten von Doug Ferguson zu Richard Sinclair. Ferguson war mit der stärker jazzorientierten Ausrichtung der Band, die der kurz zuvor eingestiegene Mel Collins mitbrachte, nicht einverstanden, und verließ Camel im Januar 1977. Ironischerweise war es gerade Ferguson, der Collins in die Band gebracht hatte!

Auf Grund des besseren Klangs und der Bonustitel lohnt sich hier der Umstieg.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 12.4.2009
Letzte Änderung: 12.4.2009
Wertung: keine s.o.

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Camel

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1973 Camel 8.50 2
1974 Mirage 11.67 3
1975 The Snow Goose 11.67 3
1976 Moonmadness 10.75 4
1978 A Live Record 11.00 2
1978 Breathless 6.00 1
1979 I Can See Your House From Here 7.00 3
1981 Nude 8.50 2
1982 The Single Factor 5.50 2
1984 Stationary Traveller 8.00 1
1984 Pressure Points - Live in Concert 10.00 3
1991 Dust And Dreams 11.00 2
1992 On The Road 1972 12.00 1
1993 Never Let Go 11.00 1
1994 On The Road 1982 5.00 1
1996 Harbour of Tears 12.00 1
1997 On The Road 1981 9.00 1
1998 Coming Of Age 11.00 1
1999 Rajaz 9.67 3
2000 Gods of light 10.00 1
2001 The Paris Collection 12.00 1
2002 A Nod And A Wink 10.00 3
2003 Curriculum Vitae (DVD) - 1

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