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White Willow

Storm Season

(Tipp des Monats 12/2004)
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2004
Besonderheiten/Stil: Gothic; RetroProg
Label: Laser's Edge
Durchschnittswertung: 11.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Sylvia Erichsen Gesang
Jacob C. Holm-Lupo Gitarre, Keyboards
Johannes Sæbøe Gitarre
Lars Fredrik Frøislie Keyboards
Marthe Berger Walthinsen Bass
Aage Moltke Schou Schlagzeug
Ketil Vestrum Einarsen Flöte, Microsynth, Tambourin
Sigrun Eng Cello

Gastmusiker

Finn Coren Gesang ("Soulburn")
Teresa K. Aslanian Stimme ("Sally Left")

Tracklist

Disc 1
1. Chemical Sunset 7:58
2. Sally Left 6:33
3. Endless Science 3:36
4. Soulburn 9:22
5. Insomnia 5:49
6. Storm Season 4:22
7. Nightside of Eden 9:45
Gesamtlaufzeit47:25


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 2)


Vier Jahre sind seit dem letzten Werk der norwegischen Melancholiker vergangen, und bei den ersten Tönen des einleitenden "Chemical Sunset" könnte man meinen, in dieser Zeit habe sich nichts geändert. Eine elegische Flöte klagt, sanfte Keyboards sorgen für atmosphärische Untermalung - der gleiche schwermütige Klang, der auch den Vorgänger "Sacrament" prägte. Doch alsbald treten kräftige Gitarrenriffs dazu, wie man sie von White Willow bisher nicht kannte.

Auch in den anderen Songs wird der melancholische, mellotrongetränkte Sound durch mit einem kräftigem Schuss Härte in Form Gothic- oder sogar Metal-artiger Riffs verfeinert, und wenn dann noch trippige Rhythmen wie in "Sally Left" dazukommen, klingt es etwas nach The Gathering. Weitgehend verschwunden sind dagegen die Folk-Elemente, die auf "Sacrament" noch deutlich ausgeprägt waren.

Mit "Endless Science" gibt es zwischendurch ein sanftes Stück zu Erholung, aber schon das folgende "Soulburn" kracht wieder ordentlich, wobei es in dem Stück auch lyrische Stellen mit schönem Celloeinsatz gibt.

Ganz bizarr wird es beim Titelsong, wo Sylvia Erichsens Gesang zunächst nur von so etwas wie rhythmischen Störgeräuschen begleitet wird, zu denen erst nach und nach "normale" Instrumente hinzutreten.

White Willow haben ihr eine interessante neue Richtung eingeschlagen, man darf auf weitere Werke der Band gespannt sein. Aber bitte nicht wieder vier Jahre Zeit lassen!

Anspieltipp(s): Sally Left, Nightside of Eden
Vergleichbar mit: The Gathering
Veröffentlicht am: 30.10.2004
Letzte Änderung: 1.11.2004
Wertung: 11/15

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Von: Thomas Schüßler @ (Rezension 2 von 2)


Vier Jahre und einige Besetzungswechsel sind seit "Sacrament" vergangen. Die größten Auswirkungen auf den Sound der Band dürften dabei der Wechsel Johannes Sæbøes vom Bass an die Gitarre sein und das Engagement des Keyboarders Lars Fredrik Frøislie. Ihn kennt manch einer von euch als der Tastenmann der Formation Wobbler, die dieses Jahr hier in Würzburg beim Artrock-Festival spielen durften und die nächstes Jahr ihr Debut bei Laser's Edge veröffentlichen werden (auf das man in jedem Fall gespannt sein darf).

Vier Jahre sind seit "Sacrament" vergangen. Die neuen Songs entstanden innerhalb dieses Zeitraums, spiegeln also die Entwicklung der Band wieder (und es hat sich einiges getan). "Endless science" wurde sogar schon 2001 mit der alten Formation beim NEARfest gespielt. Dieser Song ist auch der am positivsten gestimmte. Sonst geht man düsterer zu Werke. Man schaue sich nur einmal das Cover an: da steht ein schwarz gekleidetes Mädchen (Christina Ricci aus der Addams Family? - sieht zumindest so aus) auf einem kleinen Feldweg inmitten einer endlosen, amerikanischen Getreidefelder-Landschaft; es regnet Bindfäden, hinten sieht man eine total verfallene Scheune. Das hat so gar nichts von der normalen skandinavischen Herbst-Melancholie. Und so ist auch die Musik: nicht nur melancholisch - sie ist düster und trostlos. Aber im positiven Sinne trostlos: man stelle sich nur einmal die A81 Würzburg-Heilbronn vor, an einem Sonntag morgen um 8 Uhr im November. Klar ist da nichts los - aber man hat reichlich Platz, um mal so richtig Gas zu geben!

"Chemical sunset" eröffnet die Platte mit einer traditionellen Melodie auf der Flöte. Hier scheint noch alles zu sein wie früher, obwohl man Sylvia Erichsens Stimme bereits anhört, daß hier keine Freude zu finden ist, nur Angst, Beklemmung, Trauer. Später kommt noch eine tiefe, grummelnde Gitarre dazu und ein sehr schönes Zwischenspiel mit einem Cello, das sehr geschmackvoll eingesetzt wird. Dieses Instrument wird auf dem Album noch häufiger verwendet und stellt eine gute Ergänzung zum etwas kälteren Mellotron dar.

Sally scheint die Hauptfigur der Platte zu sein, da sie in mehreren Songs erwähnt wird. Ein Konzeptalbum also. Aus dem Text werde ich aber nicht so recht schlau. Im Mittelteil von "Sally left" findet sich ein Pink Floyd-Gitarrensolo wie vom Anfang der 70er.

"Endless science" ist der kürzeste und, wie bereits erwähnt, der positivste Song der Platte. Der Gesang erinnert hierbei an Kate Bush.

"Soulburn" sind dann die White Willow des Jahres 2004 in Reinkultur mit tiefen, grummelnden Heavy-Gitarren, wunderbarem Cello-Spiel. Der "Gesang", wenn man dieses paranoide Flüstern denn als solches bezeichnen darf, wird hier von Finn Coren übernommen. Dann gibt's ein (viel zu kurzes) Moog-Solo, das klar von Rick Wakeman inspiriert ist.

"Insomnia" ist der einzige Song, der nicht von Jacob Holm-Lupo stammt sondern vom Keyboarder Frøislie geschrieben wurde. Er paßt sich nahtlos dem Rest der Platte an, auch wenn der Tastenanteil etwas höher ist. Hier erkennt man, welch großer Gewinn Lars Fredrik Frøislie für White Willow ist.

Der Titelsong "Storm season" ist der "trostloseste" auf der Platte. Über dem ryhthmischen Schnarren singt Sylvia Erichsen eine Melodie, die auf einem Adagio von Tomaso Albinoni, einem Zeitgenossen J.S. Bachs, basiert (vielmehr wurde es 1945 von Remo Giazotte komponiert, der zufällig ein Fragment fand, das er Albinoni zuordnete und daraus das Adagio in barockem Stil erstellte). Auf dem gleichen Stück basiert übrigens auch "Cold is being" von Renaissance - man muß schon zweimal hinhören, um die Verwandtschaft zu erkennen. Eben eine komplett andere Stimmung.

Mit "Nightside of Eden" lassen es White Willow am Ende nochmal richtig krachen. Soli an E- und A-Gitarre, Hammond und Moog, dazu wieder dieses düstere Geriffe...

White Willow haben nicht einfach nur einen Nachfolger für "Sacrament" ins Feld geschickt - sie haben ihren Stil neu definiert. Und das ist ihnen mehr als geglückt. Die Folk-Anleihen, wie man sie früher häufig fand, gibt es nur noch in der ersten Minute. Sie mußten dunklen und schweren Gitarren Platz machen. White Willow schaffen es, eine düstere Atmosphäre aufzubauen und fast über die ganze Platte zu halten. Mehr davon - und möglichst bald!

Anspieltipp(s): Chemical sunset, Nightside of eden
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 8.11.2004
Letzte Änderung: 8.11.2004
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von White Willow

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1995 Ignis Fatuus 11.50 2
1998 Ex Tenebris 8.50 2
2000 Sacrament 11.67 3
2006 Signal To Noise 8.50 2
2011 Terminal Twilight 11.00 2
2017 Future Hopes 10.00 1

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