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Aksak Maboul

Onze danses pour combattre la migraine

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1977
Besonderheiten/Stil: instrumental; RIO / Avant; Worldmusic / Ethno
Label: Crammed
Durchschnittswertung: 9/15 (1 Rezension)

Besetzung

Mark Hollander Farfisa organ, darbuka, drum machine, fx, alto sax, clarinet, bass clarinet, piano, mandoline, flute, dumbeg, fender rhodes, xylophone, pygmy whistle
Vincent Kenis Accordion, electric & acoustic guitars, bass, slide guitar, darbuka, percussion, pygmy whistle, fender rhodes

Gastmusiker

Paolo Radoni guitars
Jeannot Gillis violin
Catherine Jauniaux voice
Lucy Grauman voice
Ilona Chale voice
Juliette voice
Chris Joris fender rhodes, soprano sax
Frank Wuyts keyboards
Denis van Hecke electric cello
Michel Berckmans bassoon
Geoff Leigh sax
Lee Schloss Soprano sax

Tracklist

Disc 1
1. Mercredi Matin 0:22
2. Saure Gurke 2:21
3. Animaux Velpeau 0:36
4. Milano per caso 3:19
5. Fausto Coppi arrive ! 1:09
6. Chanter est sain 3:09
7. Son of l'idiot 3:21
8. DBB (Double Bind Baby) 3:28
9. Cuic steppe 4:20
10. Tous les trucs qu'il y a là dehors 1:59
11. Ciobane 0:24
12. The mooche 1:36
13. Vapona, not glue 6:54
14. Glympz 4:37
15. Three epileptic folk dances 2:20
16. Mastoul alakefak 9:17
17. Comme on a dit 1:12
Gesamtlaufzeit50:24


Rezensionen


Von: Udo Gerhards


Als Projekt von Mark Hollander und Vincent Kenis wird "Aksak Maboul" beschrieben, etwa auf der Website des Crammed-Labels, bei dem das besprochene Album ("11 Tänze um Migräne zu bekämpfen") vor kurzem im Rahmen der "Crammed Global Soundclash 1980-89"-Reihe auf CD mit ausführlichen Liner Notes wiederveröffentlicht wurde. Schaut man sich die Credits der einzelnen Stücke aber an, drängt sich der Verdacht auf, das Crammed-Chef Mark Hollander auch für das erste Aksak Maboul-Album tonangebend war: immerhin 8 der 17 Tracks hat er an Keyboards und Blasintrumenten komplett im Alleingang aufgenommen.

Musikalisch bietet "Onze danses pour combattre la migraine" einen durchaus interessanten Mix aus Weltmusik, Minimalismus und anderem mit einem gewissem Avantgarde-Feeling und wohl auch -Anspruch. Nicht umsonst wurden "Aksak Maboul" später zum Teil der "Rock In Opposition"-Bewegung, als sie zu einer Live-Band umgebaut worden waren. Die einzelnen Nummer - das kann man schon oben an der Tracklist und den Titellängen fast ablesen - wirken eher fragmentarisch und teils mehr wie Detail-Studien als ausgewachsene Kompositionen. Hollander experimentiert dabei teilweise mit - damals modernen technischen Klangerzeugern - teils mit Overdubbing-Techniken, die aus einzelnen Instrumenten im Schichtenverfahren ganze Ensemble-Klänge entstehen lassen. Grundlagen der Stücke sind oft orientalische oder sonstig Volksweisen, die in verfremdeter Form verarbeitet werden: gleich die Eröffnungsnummern entstand nach diesem Prinzip und basiert auf einem französischen Kinderreim, der mit Farfise-Orgel und Darbuka (eine nahöstliche Handtrommelart).

Die schleimig-fiese Farfisa-Orgel spielt auch zweiten Stück sowie späteren Nummern die Hauptrolle, wo sie durch eine Drummachine ergänzt wird. Zwar hat die Komposition "(Mit 1) Saure Gurke (aus 1 Urwald gelockt)" einen mit ihrer minimalistischen Rhythmik und repetitiven Strukturen einen gewissen Minimal Music Charme, aber trotzdem: Farfisa-Orgel und Drum-Machine klingen so im übelsten Fall nach C64-Computerspielsoundtrack, um besten, als ob der Demo-Song einer Heimorgel mit Begleitautomatik einen Knacks bekommen hätte. Im kurzen "Animaux Velpeau schichtet Hollander verschiedene Klarinettensounds zu düsteren Klängen während das folgende "Milano per Caso" ein bisschen nach leicht surrealer Salon-Musik klingt, während die Ankunft des Radrennfahrers Fausto Coppi wieder von Klarinetten-Gebirgen akustisch untermalt wird. "Chanter est sain" klingt erst wie ein Klavier-Lied aus der "Dreigroschenopen" mit weiblichem Gesang, dann wird das Schichtenprinzip auf die Stimme der beiden Sängerinnen übertragen. "Son of l'idiot" ist dann die erste Nummer, die einem herkömmlichen Song nahekommt: asiatische Percussion und ein E-Bass bilden das Fundament für sanfte E-Piano-Riffs und sägende Leadgitarre. "DBB (Double Bind Baby)" klingt dann wiederum fast wie ein neuklassisches Stück für Piano und Klarinetten-Ensemble, während "Cuic steppe" an den Ragtime-artigen Children Song von Chick Corea angelehnt scheint, nur dass hier neben dem Klavier auch ein Xylophon zum Einsatz kommt.

Und in dieser Art und Weise geht es den Rest des Albums weiter: ständig überraschend, aber fragmentarisch und ein bisschen sehr zerfahren. Dennoch: der Ansatz von Aksak Maboul / Mark Hollander für eine Kombination von Rock-Sounds und Ästhetik mit Weltmusik und moderner Klassik dürfte 1977 seiner Zeit ziemlich voraus und wegweisend gewesen sein.

Anspieltipp(s): Son of l'idiot
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.11.2004
Letzte Änderung: 7.11.2004
Wertung: 9/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Aksak Maboul

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1980 Un peu de l'âme des bandits 13.50 2
2014 Ex-Futur Album 12.00 1
2016 16 Visions of Ex-Futur 12.00 1

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