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Derek Sherinian

Mythology

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2004
Besonderheiten/Stil: Progmetal
Label: InsideOut
Durchschnittswertung: 7/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Derek Sherinian all keyboards
Zakk Wylde guitar, vocals
Allan Holdsworth guitar
Tony Franklin bass
Jerry Goodman violin
Brian Tichy drums, guitar
Steve Stevens guitar
Simon Phillips drums, timbales, shakers
John Sykes guitar
Marco Mendoza bass, vocals
Mike Shapiro udu, bata
Steve Lukather guitar
Rufus Philpot bass

Tracklist

Disc 1
1. Day of the Dead 8:20
2. Alpha Burst 4:55
3. God of War 5:16
4. Goin' to Church 4:54
5. El Flamingo Suave 4:46
6. Trojan Horse 4:56
7. One Way Or The Other 3:55
8. A View From The Sky 4:55
9. The River Song 3:51
Gesamtlaufzeit45:48


Rezensionen


Von: Henning Mangold @ (Rezension 1 von 2)


Wie schafft man es, am laufenden Band Alben zu veröffentlichen, obwohl einem nichts mehr einfällt? Vielleicht, indem man namhafte Musiker zu seinem Freundeskreis zählt und fest im Sattel eines wichtigen Labels sitzt? Ich habe Derek Sherinian’s Alben seit längerer Zeit immer wieder mit Interesse und mäßiger Zufriedenheit verfolgt, aber jetzt wird’s Zeit für einen Schlussstrich.

Dabei muss ich zugeben, dass ich bisher nie etwas gegen ihn hatte: zwar assoziiere ich ihn automatisch mit dem m.E. bisher schwächsten Album von Dream Theater („Falling into infinity“), aber das muss ja nicht seine Schuld gewesen sein. Dass er nun aber ein frickeliges Progmetal-Album nach dem nächsten bei InsideOut veröffentlicht und auch trotz guter Musiker keinerlei Feeling rüberbringt, das muss ich ja wohl ihm persönlich ankreiden.

Gleich mal was zum Titel: „Mythology“ hat wirklich gar nichts mit Mythologie zu tun. Proggies mögen ja bekanntlich zum Teil diese inhaltliche Schiene, und auch mich kann so was ansprechen, aber wie gesagt: ohne Feeling kein Darjeeling, keine geheimnisvollen Geheimnisse, keine zeitübergreifenden Wahrheiten (und am Rande: auch seine „Black Utopia“ klang weder schwarz noch utopisch).

Nun zur Musik: freilich beginnt alles heavy und aufwändig; die Metaller-Gewerkschaft demonstriert ihr Können an den Instrumenten, und dass die bei Sherinian was können, steht wie immer außer Frage (wenn mich auch hier schon die blechern klingende Produktion stört). Aber das Schema ist altbekannt und altbacken: da ruppen die Gitarren und Bässe im Vordergrund, während der Meister selbst dahinter seine Keyboardwände hinstellt – wie sollte es sonst auch klingen? Er macht das nicht einmal schlecht, aber: so klingen bei Dream Theater hin und wieder sekundenkurze Übergänge zum jeweils nächsten Hauptteil, bei Derek dagegen wird daraus gleich ein kompletter Track. Manchmal werden die Gitarren an rhythmisch exponierten Stellen unvermittelt hochgezogen – wie in Dream Theater’s aktuellem Album „Train of thought“ in Titel 3 („Endless sacrifice“); ja, er hört also immer noch die Musik seiner Ex-Clique – wer hätte das gedacht?

Das ist natürlich zu verschmerzen; mit so was kann man heutzutage bei InsideOut sicher ein ganzes Album füllen. Aber wozu braucht man dann noch Einlagen wie diesen gewollt südländisch anmutenden Tanz („El flamingo suave“), diesen unendlich öden Blues („Goin‘ to church“) und diese einschläfernde Barmusik („A view from the sky“)? Vielleicht, damit wenigstens 45 Minuten ausgefüllt werden, wenn man sonst schon nicht weiß, was man noch spielen soll?

Aber es kommt alles noch viel schlimmer: im Schlusstrack („The river song“) hört man zum ersten Mal bei Sherinian Gesang: Zakk Wylde quält quetschend Vocals heraus, die ein unglaublich primitives Hardrock-Gerüst mit Leben zu füllen versuchen. In den Linernotes schreibt Sherinian, der Engineer hätte Zakk schnell das Mikro bereitgestellt und das sei gar nicht geplant gewesen – und so klingt das auch. Ferner schreibt er, er selbst, Brian Tichy und besagter Zakk hätten sich während der Aufnahme gefühlt wie sechzehn. Was soll ich dazu sagen – ich fürchte, ich habe mich noch nie im Leben in diesem Sinne wie sechzehn gefühlt und kann darauf auch verzichten.

Ich denke, die Gefahr bei (vorwiegend) instrumentalem Progmetal ist eben immer wieder, dass die Instrumente und ihre Handhabung die Seele der Musiker absorbieren und diese zu ausführenden Organen der Technik machen. Die Zukunft dieses Stils, wie ich sie sehe, wird in etwa so sein: Kein Mensch wird das noch hören wollen, denn für die echten Progfans ist es zu seelenlos, und den Metallern wird es nicht metal-head-bangig genug sein. Und das ist auch gut so: meine Sammlung jedenfalls verträgt nicht noch eine weitere Sherinian-CD: das Leben ist zu kurz, um es mit solch platter Musik zu vergeuden – es sei denn, man sucht noch einen Kandidaten für den Flop des Jahres 2004...

Anspieltipp(s): Den Blues („Goin‘ to church“) – danach dürfte wohl jeder genug haben.
Vergleichbar mit: Wenn Dream Theater sich erdreisten würden, ihre inspirationslosesten Jam-Demos aus zehn Jahren zu veröffentlichen, dann würde selbst das wahrscheinlich noch lebendiger klingen.
Veröffentlicht am: 17.11.2004
Letzte Änderung: 17.11.2004
Wertung: 3/15
Normalerweise gebe ich bei technisch guter Progmetal-Arbeit wenigstens 5 Punkte, aber angesichts der Stilblüten auf diesem Album schaffe ich es nicht einmal, diese 5 zusammenzukratzen...

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Von: Thomas Kohlruß (Rezension 2 von 2)


Nachdem für mich doch überraschenden "Inertia" war ich gespannt, was als nächstes von Derek Sherinian kommen würde. Nun, dass war "Black Utopia", mit ähnlicher Besetzung wie "Inertia" (die inzwischen so etwas wie der "Solo-Stamm" von Sherinian ist) plus ein paar neuen Gästen aufgenommen. Dieses Album konnte mich aber bei ein paar "Reinhörversuchen" nicht überzeugen, so habe ich es mir schliesslich nicht gekauft. Aus welchen Gründen auch immer habe ich mir aber dieser Tage das 2004er Werk "Mythology" praktisch ungehört gekauft....

"Mythology" wartet wieder mit der üblichen Sherinian-Spezl-Riege als Musiker auf. Davon sind die Kollegen Steve Lukather (Toto), Tony Franklin (The Firm, Blue Murder), Simon Phillips (vieles, u.a. auch Toto), Zakk Wylde (Ozzy-Band, diverse Solo-Aktivitäten) und Jerry Goodman (Mahavishnu Orchestra) jetzt schon seit "Inertia" dabei. Neu hinzukommen auf diesem Album Gäste wie Allan Holdsworth (zu dem muss man nicht viele Worte verlieren, oder), Steve Stevens (Billy Idol-Band, Bozzio Levin Stevens), John Sykes, Marco Mendoza (beide von den anscheinend wiederauferstandenen Blue Murder), um mal die wesentlichen zu nennen. So eine Musikeransammlung sorgt schon alleine wegen ihres vorhanden seins für ein gewisses Interesse.

Musikalisch gibt's denn auch gehörig 'was auf die Ohren: Zu Beginn wird drei Tracks lang gebrazzelt, gefrickelt und gerockt, was das Zeug hält. Es wird instrumentaler ProgMetal, mitreissend und beeindruckend, geboten. Interessant vor allem, dass sich der Jazz-Rock-Gitarrist Holdsworth in diesem Umfeld richtig wohlzufühlen scheint und im ersten Track Zakk Wylde aufs härteste und angenehmste Paroli bietet. Brian Tichy, ein weiterer Musiker aus dem Billy Idol-Umfeld, passt mit seinem straighten, druckvollen Drumming auch recht gut zu der härteren Gangart. Simon Phillips stellt dann allerdings im weiteren Verlauf bei den etwas verspielteren Stücken seine Extra-Klasse noch genügend unter Beweis.

Nach diesem Beginn sorgen die südamerikanisch-flamencohafte Einlage "El Flamingo Suave" und der, nun ja, Jazz-Blues (??) "Goin' To Church" für die notwendigen Ruhepunkte. "Going To Church", von Sherinian selbst geschrieben, offenbart auch wieder dieses Jeff Beck-Feeling, an dem Sherinian offenbar einen Narren gefressen hat.

Danach ist es wieder an der Zeit mit dem Tempo etwas anzuziehen: Mit "One Way Or The Other" folgt mein persönliches Album-Highlight. Jerry Goodmann, Allan Holdsworth und Derek Sherinian entfachen ein Frickel-Gewitter sondersgleichen. Gitarre, Violine, Keyboards spielen die Melodielinien mal unisono, mal gegenläufig, dabei werfen sich die Musiker so geschickt die Bälle zu, dass man schon genau hinhören muss, um zu erfahren, wer jetzt genau welchen Part spielt. Beeindruckend! Das folgende "Trojan Horse" gibt dann den heftigsten (aber auch geradlinigsten) Rocker des Albums.

Mit "A View From The Sky" wird schliesslich wieder einmal ein Ausflug in die Jazz-Rock-Fusions-Welten des Jeff Beck unternommen. Erstaunlich, dass nicht nur Steve Lukather, sondern auch Steve Stevens den typischen Jeff Beck-Gitarrensound fast perfekt kopieren kann. Zum Abschluss gibt es dann noch, dass vielleicht nicht ganz ernst zunehmende, Blues-HardRock-Stück "The River Song". In dieser Form mit düsterem Blues-Piano, tonnenschweren Gitarrenriffs, schleppendem Drumming und dem versoffenen Gesang von Zakk Wylde hätte man das sicherlich eher auf einem Zakk Wylde-Soloalbum oder der Black Label Society vermutet. Harter Tobak für eher traditionelle Proggies...

Derek Sherinian hat interessanterweise ein Gitarren-Album aufgenommen. Die Gitarren-Parts stehen hier klar im Vordergrund und Sherinian steuert gelassen einige seiner ultraschnellen Läufe, aber vor allem viel Synthie-"Drumherum", Flächen, Wände, Zwischenspiele bei. Damit entsteht gewissermassen in der Tradition von "Inertia" ein sehr abwechslungsreiches Instrumentalalbum ("The River Song" lassen wir mal aussen vor), welches aber deutlich härter und metallischer als sein 'geistiger' Vorgänger daherkommt. Im Gegensatz zu "Black Utopia" gibt es hier auch genügend Seele bei aller Frickelei, so dass das Album eben gut hörbar ist.

So lieber Leser, nun müssen Sie Ihre Entscheidung treffen... die babyblauen Rezensenten haben ihre deutlich unterschiedliche Wahrnehmung dieses Albums deutlich gemacht ;-)

Anspieltipp(s): Day Of The Dead, One Way Or The Other
Vergleichbar mit: Dream Theater meets Jeff Beck, aber diesmal mit viel mehr ProgMetal-Anteilen
Veröffentlicht am: 21.11.2004
Letzte Änderung: 21.11.2004
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Derek Sherinian

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1999 Planet X 4.50 2
2001 Inertia 8.50 2
2006 Blood of the Snake 10.50 2
2009 Molecular Heinosity 6.00 2
2011 Oceana 11.00 1

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