SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
19.10.2017
My Soliloquy - Engines of Gravity
Liquid Orbit - Liquid Orbit
John Zorn - Simulacrum
18.10.2017
Amorphis - My Kantele
Reckoning Storm - The Storm Engine
17.10.2017
Aquaserge - laisse ça être
Southern Empire - Southern Empire
TNNE - Wonderland
16.10.2017
Pere Ubu - 20 Years in a Montana Missile Silo
Nump - Sun is cycling
15.10.2017
Tangerine Dream - Quantum Gate
Collapse Under The Empire - The Fallen Ones
Kolkhöze Printanium - Vol. 1 Kolkhöznitsa
14.10.2017
Zeit - Waves from the Sky
35007 - Especially for You
Shadow Ray - Eyes,Gleaming Through The Dark
13.10.2017
John Zorn - Simulacrum
Anubis Gate - Covered in Black
ARCHIV
STATISTIK
23969 Rezensionen zu 16371 Alben von 6363 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Sleep Dirt

Shades Of Meaning

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2000
Besonderheiten/Stil: HardRock; Klassikrock / Adaptionen; Progmetal
Label: Eigenverlag
Durchschnittswertung: 9/15 (1 Rezension)

Besetzung

Marco van Tiggelen guitar, vocals
Martin Zemke bass, backing vocals, additional keyboards
Frank Konditt drums, percussion, backing vocals, sampling

Gastmusiker

Gero John e-cello
Constantin Dorsch e-violin

Tracklist

Disc 1
1. Intro 0:40
2. Walk In The Domain Of... 5:05
3. Lost In A Dream 6:22
4. Rondeau 1:39
5. Menuet 1:30
6. Badinerie 1:24
7. Far Beyond The Morning Sun 6:59
8. Shreds Of Truth 2:37
9. Legacy 5:58
10. The Last Mile 8:13
11. Agony & Fear 9:33
Gesamtlaufzeit50:00


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß


Bereits seit den 90er Jahren ist die Bremer Formation Sleep Dirt aktiv. Im Jahr 2000 (welches nun ja auch schon wieder etwas zurückliegt) erschien das selbstproduzierte Debutalbum "Shades Of Meaning", welches nun - Ende 2004 - den Weg in meinen Player gefunden hat...

...und es geht gleich gut los: Nach einem kurzen Intro startet "Walk In The Domain Of..." zunächst ruhig, fast akustisch, allerdings nur, um dann zügig Fahrt und Druck aufzunehmen. Fahrt und Druck = Power, das könnte ohnehin das Motto des Bremer Dreiers sein. Auf Basis des 70er-Jahre-Progressive Rock und dessen Motiven zünden Sleep Dirt einige deutlich in Richtung ProgMetal gehende Feuerwerke. Soundmässig kommen Sleep Dirt für mich wie eine Kreuzung aus frühen Rush und Fates Warning daher. Die einzelnen Kompositionen wirken dabei erstaunlich durchdacht und reif, so dass man keinesfalls auf die Idee kommen könnte, dass man es hier mit dem ersten Album einer jungen Band zu tun hat.

Die Arrangements kommen vertrackt, aber nachvollziehbar daher. Es bleibt ausreichend Raum für den Aufbau von Stimmungen, die dann wieder geschickt in unerwartete Richtungen geführt werden. Und es gibt immer wieder Melodien, die sich in die Gehörgänge schrauben und dort festsetzen. Sehr schön das gelungene Zusammenspiel von solidem, druckvollem Bass und der virtuos-wuseligen Schlagzeugarbeit. Nur gelegentlich wird das Doublebass-Spiel etwas übertrieben, hier wäre weniger mehr. Die Gitarre hat ausreichend Gelegenheit zu schönen, gelungenen Soli.

Die Stimme von Gitarrist und Sänger Marco van Tiggelen ist ausdrucksvoll und liegt in einer angenehmen Stimmlage, so dass hier kein heavy-typisches Kreischen und Schreien zu befürchten ist. Im Gegenteil, gelegentlich wird der Gesang auch geschickt "gegen den Strich" eingesetzt, wie im zweiten vollen Track "Lost In A Dream", was förmlich zu einer positiven Reizung der Hörnerven führt. Und der überfallartige "Höreranschiss" zu Beginn von "The Last Mile" entlockt mir immer wieder ein Grinsen.

Schöne Akzente werden gelegentlich von den Gastmusikern gesetzt, gerade die E-Violine jault ab und zu gänsehautmässig durchs Klangbild, denn Sleep Dirt agieren auf "Shades Of Meaning" noch als Quintet. Aktuell und in Zukunft wollen Sleep Dirt aber als Trio agieren, wobei im Liveumfeld einige Sounds via Sampleboard vom Schlagzeuger (vielleicht eine weitere Parallele zu Rush) eingespielt werden.

Eine gewisse Begeisterung scheinen Sleep Dirt auch für Adaptionen klassischer Motive entwickelt zu haben. So gibt es im Mittelteil der eine kurze Folge von direkten klassischen Adaptionen (wohl von Bach inspiriert), aber auch in den anderen Songs hat man immer mal wieder das Gefühl, das Melodiefolgen und Arrangements an Vorbilder aus der klassischen Musik angelehnt sind. Während mir diese Einflüsse in den "normalen" Rocksongs gut gefallen, finde ich die drei klassischen Adaptionen (Tracks 4 bis 6) nicht gelungen. Zu sehr leiert mir die Gitarre das klassische Thema herunter, während das Schlagzeug mit Vollgas-Doublebass alles niederknüppelt. Nein, das klingt fast wie metallische Ekseption (und die Niederländer mag ich auch nicht besonders) oder gar wie Rondo Veneziano auf Speed. Nicht so mein Ding...

Die Soundqualität der CD ist aufgrund der vermutlich begrenzten Möglichkeiten nicht immer optimal, mal ist das Schlagzeug zu "knallig", mal ist die Gitarre einfach zu weit hinten im Mix, aber wirkliche Abstriche muss man deswegen nicht machen. Der musikalische Genuss kommt deswegen keinesfalls zu kurz.

Ein sehr interessantes Debut einer deutschen Band, insbesondere für die etwas rockorientierteren unter uns Proggern ;-) Die Band hat bereits neues Material in der Pipeline, was noch nicht auf CD gebrannt wurde. Hier wird versprochen, dass die Härte etwas zu gunsten mehr Komplexität und Verspieltheit reduziert wird... das klingt verheissungsvoll. Sleep Dirt sollte man im Auge behalten. Und es wäre der Band zu wünschen bei einem Label unterzukommen, damit die komplexen Songs auch das entsprechende technische Umfeld bekommen und voll zur Geltung kommen können.

Anspieltipp(s): Lost In A Dream, The Last Mile
Vergleichbar mit: ziemlich eigenständig, aber frühe Rush und Fates Warning sind ein Anhaltspunkt
Veröffentlicht am: 4.12.2004
Letzte Änderung: 13.12.2004
Wertung: 9/15
mit Tendenz nach oben

Zum Seitenanfang

© 1999-2017; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum