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Le*Silo

8.8

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2004
Besonderheiten/Stil: improvisiert; instrumental; Moderne Klassik; RIO / Avant
Label: Tutinoko
Durchschnittswertung: 12/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Yoshiharu Izutsu guitar
Michiaki Suganuma drums
Miyako Kanazawa piano

Tracklist

Disc 1
1. Le Sloeil 3:55
2. Enormous Trees With The Holy Spirits #1 2:24
3. Oiseaux 9:41
4. The Doctor's Helicopter 3:12
5. Le Silo 6:40
6. Numazapa 1:43
7. On A Magic Carpet Ride 4:09
8. The Hard Metallic Pigeon 9:35
9. Turkish... 5:28
10. Enormous Trees With The Holy Spirits #2 1:56
11. Twisting Waist 5:43
12. Pendule de la Vie 5:41
Gesamtlaufzeit60:07


Rezensionen


Von: Ralf J. Günther @ (Rezension 1 von 2)


Liebe Leser! Wie unser jüngster BBS-Poll beweist, ist der Ansturm auf Besprechungen japanischer Avantgarde-Trios mittlerweile so groß geworden, dass wir die Benutzungszeiten leider einschränken müssen. Leser, deren Nachnamen mit Buchstaben von A bis N beginnen, dürfen folgende Rezension daher nur zu ungeraden Stunden aufrufen (also von 9.00 bis 9.59, dann wieder von 11.00 bis 11.59 usw.) Leser mit Buchstaben von O bis Z mögen sich an die geraden Stunden halten. Wir bitten um Verständnis für diese Maßnahme.

Ah, ähnlich muss sich Moses gefühlt haben, als er die Fluten des Roten Meeres teilte. Vor meinem geistigen Auge sehe ich auch schon die Massen an den Bildschirmen sich diszipliniert in Zweierreihen aufstellen... Wenn ich aber die wirklichen Augen aufmache, dann bleibt mir nichts übrig als zu murmeln: moin-udo-moin-achim-moin-dominik, moin ihr paar andere schwankende Gestalten, die früh sich einst dem trüben Blick gezeigt. Versucht bitte mal auszusehen wie eine vielköpfige Menschenmenge, dann macht das Schreiben mehr Spaß.

Doch nun: medias in markt, äh, res:

Le*Silo (der Stern scheint dazu zu gehören) haben im Jahr 2004 ihre bislang einzige CD veröffentlicht, und die hat es in sich. Wie so viele andere nipponesische Gruppen sind offenbar auch sie angetreten, um der Welt zu beweisen, dass in Japan die Veröffentlichung wirrer Progavantgarde ungefähr so normal ist, wie das begeisterte Mitsingen von Schni- Schna- Schnappi unter deutschen Großeltern in Begleitung ihrer volljährigen Enkel. In schlichter Triobesetzung bewegt sich die Band auf einem schwer beschreibbaren stilistischen Feld zwischen Avant-Prog, Jazzigkeit, die fast ohne jeden Jazz auskommt, und - tja - und Retroelementen.

Die Musik auf "8.8" ist nicht so comicartig zugespitzt wie auf vielen der japanischen Alben aus dem Ruins-Umfeld, sie hat durchaus eine gewisse Dramatik, ja, eigentlich liegt sogar eine Band wie Änglagard in vielen Passagen gar nicht so weit weg. Dazu trägt nicht zuletzt der klassizistische Ton der "Keyboards" bei, die hier einfach ein Piano sind (das mich übrigens veranlasst hat, bei der Genrezuordnung frech auch die Kategorie "moderne Klassik" anzugeben). Wenn die Klavierspielerin Miyako Kanazawa repetitiv in die Tasten haut, liegt natürlich auch der Vergleich zu Magma nicht fern, aber darauf würde ich nicht gerne herumreiten, um nicht immer wieder den gleichen Rezensentensud umzurühren.

Der Punkt, auf den es mir ankommt: Diese Platte mit ihren oft heftigen Ausbrüchen, ihren verwirrenden Verschlingungen, ihrem improvisatorischen Ansatz hat zugleich etwas Edles, "Schönes" (jawoll!), einen starken klassisch-proggigen Impuls, der sich vielleicht nicht jedem aufs erste Hinhören erschließt, der dem Album aber eigentlich viel mehr Hörer geneigt machen könnte, als es vermutlich je haben wird. Die Musik ist anstrengend, sie ist aber nicht nur anstrengend. Man wird fürs Zuhören auch mit mancher Süßigkeit belohnt. Okay, wer mit Porucpine Tree gut ausgelastet ist, der wird hier vermutlich keine Bonbons entdecken. Es gibt sie aber trotzdem.

Ihr Leserscharen, lasst Euch erweichen!

P.S.: Auf der Platte erklingen einige Male Stimmen, es ist aber trotzdem ein Instrumentalalbum.

P.P.S.: Im Gegensatz zu den Angaben auf der Band-Homepage ist das Album auch bei deutschen CD-Versendern erhältlich,. So bei a-musik in Köln oder bei Charly Heidenreich (Adressen in unserer Linksammlung).

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 13.4.2005
Letzte Änderung: 10.3.2012
Wertung: 12/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 2)


Eigentlich ist Ralfs Besprechung nicht viel hinzuzufügen. Aber es gibt Alben, die einfach nicht genug gewürdigt werden können, und das Erstlingswerk der Japaner Le*Silo gehört eindeutig dazu. Also werde ich noch ein paar Sätze dazu produzieren, in der Hoffnung, dass dieses Werk doch noch ein paar mehr Hörer gewinnt.

Ich gebe zu, ich habe lange gezögert, mir dieses Album zuzulegen. Nicht aus Angst vor dem, was mich darauf erwarten würde; einen langjährigen Freakshow-Besucher schreckt so leicht nichts mehr. Aber der Gedanke, mehr als 20 € für eine einzelne CD ohne besondere Aufmachung hinzublättern (Japan-Import), wirkte nicht unbedingt einladend. Die Lektüre der obigen Rezension (natürlich vorschriftsmäßig nur zu den geraden Stunden) und Empfehlungen anderer Rezensenten ließen jedoch die Bedenken nach und nach schwinden, und so landete das Album mit dem seltsamen Titel 8.8 schließlich in meiner Sammlung. Natürlich gleich zusammen mit dem Nachfolger, man gönnt sich ja sonst nichts.

Das erste Anhören der CD beim gemeinsamen Frühstück mit einem Freund war gleich eine echte Offenbarung. Heftige Attacken wechseln mit klassisch inspirierten Passagen, krachig zwirbelnde Gitarren mit exakten Pianoläufen. Die Musik klingt dabei keineswegs permanent wirr oder durchgeknallt, wie man es bei japanischer Avantgarde erwarten könnte; vielmehr wirkt das Trio, von gelegentlichen Eskapaden abgesehen, äußerst diszipliniert. Neben viel Avantgarde finden sich dabei durchaus auch einige Retro-Elemente. Dass es sich dabei nicht um die Art Retro handelt, die den Hörer vor jeglichen neuen Erfahrungen zu bewahren sucht, dürfte klar sein.

Anstrengend ist diese Musik sicherlich. Es ist so wie nach einer langen Radtour: hinterher ist man einerseits ziemlich geschafft, hat aber andererseits das schöne Gefühl, etwas erreicht zu haben.

Von daher also auch meine unbedingte Kaufempfehlung. Die CD ist nicht billig, aber ihren Preis wert.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 19.4.2010
Letzte Änderung: 3.11.2012
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Le*Silo

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2006 3.27830 12.00 4
2014 Kesamino 12.00 1

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