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Hamadryad

Safe In Conformity

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2005
Besonderheiten/Stil: HardRock; RetroProg
Label: Unicorn
Durchschnittswertung: 9/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Jean-Francois Désilets lead & backing vocals, bass, taurus bass pedals
Denis Jalbert electric & acoustic guitar
Yves Jalbert percussion
Francis Doucet B3 organ, keyboards, acoustic guitar

Gastmusiker

Sébastien Cloutier keyboards (9)
The "Quidam Anodin Choir" choral (11)

Tracklist

Disc 1
1. Anatomy Of A Dream 5:52
2. Sparks And Benign Magic 1:05
3. Self Made Men 7:43
4. Gentle Landslide 0:42
5. 24 6:29
6. Frail Purpose 3:11
7. Sunburnt 5:13
8. One Voice 3:31
9. Polaroid Vendetta 6:44
10. Alien Spheres 5:59
11. Omnipresent Umbra 11:42
Gesamtlaufzeit58:11


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 3)


Die Kanadier Hamadryad haben mit ihrem Debüt "Conservation Of Mass" sicherlich eine der Überraschungen des Jahres 2001 abgeliefert. Und nicht wenige dürften gespannt auf einen Nachfolger gewartet haben, der Rezensent inklusive (auch wenn für mich die Wartezeit nicht so lang war, denn ich habe das Debüt erst viel später kennengelernt).

Das es nun doch an die vier Jahre gedauert hat, bis Hamadryad diesen Wunsch erfüllen, nun das liegt sicherlich an einem entscheidenden Wechsel in der Band: Sänger Jocelyn Beaulieu, der mit seinem hohen, klaren Gesang, das Debüt-Album entscheidend mitgeprägt (und für eine gewisse Yes-Lastigkeit gesorgt) hat, hat die Band verlassen. Dies geschah wohl während der Aufnahmesessions zum zweiten Album und ziemlich überraschend, wenn auch nicht direkt im Streit. Trotzdem war man sich wohl über die zukünftige musikalische Ausrichtung uneins. Hamadryad durchliefen in der Folge eine ziemliche Krise und es war unklar, wie es weitergehen sollte. Schliesslich entschloss man sich zu viert weiter zumachen und Bassist Désilets, der ja schon einen Song auf "Conservation Of Mass" gesungen hatte, sollte der neue Lead-Sänger werden. Mit dieser Entscheidung war auch eine gewisse musikalische Neuausrichtung verbunden, so dass das bis dahin aufgenommene Material komplett gekippt wurde und die Band sozusagen noch mal von vorne begann... So was kann dann schon mal etwas länger dauern.

So gesehen ist "Safe In Conformity" ist fast etwas das zweite Debüt der Kanadier... Musikalisch ist der erste Eindruck: Der Yes-Sound des ersten Albums ist praktisch weg. Das liegt natürlich wesentlich an der Stimme von Désilets, die viel tiefer und dunkler als die von Beaulieu ist. Und er klingt nicht selten ein bisschen wie Peter Gabriel himself. Leider ist die Stimme trotzdem nicht wirklich ausdrucksstark und in manchen Passagen, gerade wenn es etwas härter zu geht, wirkt Désilets auch nicht ganz sicher. Ich befürchte erneut dürfte der Gesang ein Diskussionspunkt bei Hamadryad werden.

Zum Genesis-Eindruck tragen aber auch die Kompositionen der ersten CD-Hälfte bei. Insgesamt sind diese meist etwas ruhiger, im Mid-Tempo, gehalten und atmen durchweg den Geist gepflegten, 70er-Jahre inspirierten Retro-Progs. Dazwischen gibt es auch einige sanft angefolkte Stellen. Nach wie vor fallen Hamadryad nicht dem Klontum anheim, aber es gibt doch einen ganzen Schwung Hackett-Gitarren (sehr viel die 12-saitige Akustische), Banks-artige Keyboards, Mellotron-Sounds im Hintergrund, dröhnende Bass-Pedals, ab und zu klingt das eine oder andere akustische Gitarren-Solo auch mal nach Steve Howe ...trotzdem, der dominante Eindruck ist ein bisschen "moderne Genesis mit Gabriel". Das ist nicht schlecht und weiss nach einer gewissen Anlaufzeit mich auch durchaus zu begeistern, nur ist es vielleicht nicht ganz das, was man von Hamadryad erwartet hätte.

Bis zum siebten Track ist auch der progmetallische Unterton, der auf "Conservation Of Mass" immer wieder für einen wohligen Drive gesorgt hatte, weitgehend verschwunden. Lediglich bei "Self Made Man" wird anfänglich etwas Gas gegeben, aber das ist mehr ein Strohfeuer.

Das ändert sich auch erst, und dann ziemlich unvermittelt, mit dem achten Track, "One Voice". Hier dröhnen Hamadryad plötzlich ziemlich hardrockig los. Plötzlich wird es proggig, sprich ziemlich breaklastig, die Gitarre darf heftig riffen und man bewegt sich gelegentlich an der Grenze zum schräg-atonalen. Ein ziemlich heftiger Umschwung, der zunächst auch nicht gerade organisch wirkt. Zumal auch Sänger Désilets, wie schon oben erwähnt, hier immer ein bisschen neben der Spur zu liegen scheint und stimmlich dem plötzlichen Rockdruck nicht immer gewachsen scheint. Musikalisch geht dafür zunehmend der Bär ab, zumal "Polaroid Vendetta" übergangslos an "One Voice" anknüpft und die heftige Schiene weiterfährt. Bis hin zu einer wahrhaft orgiastischen Steigerung zum Ende inklusive einem wilden Moog(?)-Solo, ich schätze mal von Gast-Keyboarder Cloutier.

Danach wird es wieder etwas ruhiger, es bleibt aber interessant. "Alien Spheres" ist ein wunderbar schwebender Song, der den Genesis-Retro-Sound mit einem ziemlichen Touch von Spät-60er-Psychedelic mischt. Und zum Abschluss gibt es mit "Omnipresent Umbra" den vielleicht besten Song von "Safe In Conformity", der schliesslich wie die Quintessenz des Albums wirkt. Hamadryad schaffen es hier, alle Stilemerkmale in einen Song zu packen und das ganze Album rauscht in etwas mehr als 11 Minuten nochmal an einem vorbei. Ausladende Keyboard- und Gitarrensoli, extrem wuselige Percussion und im Hintergrund der Chor, der zunächst fast wie eine Keyboard-Spur wirkt, ein genialer Abschluss.

Was bleibt nun? Hohe Erwartungen liessen mich zunächst etwas enttäuscht zurück. Allerdings hat das Album letztlich schon einen stimmigen Spannungsaufbau (wenn man mal den "Schock" des Umschwungs bei Track 8 überstanden hat) und steigert sich nach etwas verhaltenem Beginn deutlich. Die ersten sieben Tracks fliessen glatt wie eine zusammengehörige Suite dahin, die Band nützt einige kurze Zwischenspiele sozusagen als Brücken. Danach gibt's dann auch noch das vielleicht etwas vermisste Futter für die frickeligere Fraktion, so gesehen ist dieses Werk mindestens mal ein Antesten wert...

Anspieltipp(s): One Voice / Polaroid Vendetta
Vergleichbar mit: moderne Genesis der Gabriel-Phase mit einem HardRock-Touch...
Veröffentlicht am: 5.6.2005
Letzte Änderung: 5.6.2005
Wertung: 10/15
"Omnipresent Umbra" alleine eine '13'

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Von: Thorsten Gürntke @ (Rezension 2 von 3)


Es gibt kaum ein Album, auf welches ich dieser Tage freudiger gewartet habe, als auf "Safe In Conformity" der Kanadier Hamadryad. Die Band spielte sich mit ihrem Debüt gleich in meine persönlichen Champions-League Ränge. Doch wie wir alle wissen ist ja die zweite Scheibe immer die Schwerste.

Für Hamadryad mag die Zeit zwischen den CDs sicher die schwerste gewesen sein. Einen solch charismatischen Sänger wie Jocelyn Beaulieu ersetzt man eben nicht so leicht. Und so ist die Zwangspause von 4 Jahren leicht zu erklären. Dass Hamadryad sich jedoch für die einfachste und sicherlich nicht gerade beste Lösung in der "Sängerfrage" entscheiden, hätte ich am wenigsten vermutet. Jean-Francois Désilets, der schon auf dem Debüt ein Stück "versungen" hat, singt nun auf dem gesamten Album. D a s ist ein entscheidendes Manko von "Safe in Conformity". Der Mann hat kaum Ausdruck, wenig Stimmvielfalt, wirkt unauffällig und vor allem hier und da einfach eine Spur zu weit neben dem Ton. Bei aller Liebe, auch die Nähe zu Peter Gabriel reisst da nix raus. Hamadryad haben mit diesem Schritt viel gewagt, leider aber meines Erachtens aufs falsche Pferd gesetzt.

Instrumental betrachtet gibt es gar nicht so viel zu bekritteln. Auffallendste Veränderung zum Debüt ist sicher der doch erheblich düsterere und basslastige Sound (Klar, wenn der Bassist/Sänger abmischt) . Die Retroelemente überwiegen: Wummernde Bässe, Moog und Hammond, dazu etliche Synthiesounds aus längst vergessenen Zeiten lassen eine hardrockig-proggige Klangwelt entstehen. Teilweise erinnert das an Pink Floyd zu The Wall Zeiten, grundsätzlich liegt der Tenor aber auf der "Frühe-Genesis"-Schiene. Fragt sich nur, wo die Mellotron-Sounds abgeblieben sind. Die hört man auf dem Album nämlich gar nicht.

Leider fehlt einigen Stücken, besonders in der ersten Albumhälfte (bis Track 7) ein wenig das spannende Moment, so dass auch hier etwas Leerlauf entsteht. Immerhin donnert "Self Made Men" da schonmal ganz kernig dazwischen und das ruhige "Frail Purpose" lässt durch interessante Synthie-Bässe aufhorchen. Mit dem Doppel "One Voice/Polaroid Vendetta" kommt dann wieder etwas Fahrt in das Album. Trotz hard-rockiger Gitarren hat das Stück nicht dieses prog-metallische Charisma wie bspw. "Amora Demonis" auf dem Vorgängeralbum, dazu bratzen die Gitarren nicht genug. Den Abschlusstrack "Omnipresent Umbra" sollte man sich dann unbedingt anhören, bietet er doch nochmal alle Zutaten des Albums.

Hamadryad konnten sich mit dem Debüt den Champions League Platz sichern, bestehen können sie mit Safe In Conformity dort noch nicht. Entscheidendes Manko ist sicherlich der schwache Gesang. Aber auch in anderen Bereichen überzeugen Hamadryad nicht voll - mancher Song wirkt unausgegoren und belanglos, der Sound ist mir insgesamt zu dumpf abgemischt, die Gitarren entwickeln selten wirklich viel Druck im Mittelfeld. Bei all dem Negativen lassen sich auch positive Aspekte finden. Besonders wenn die Band das Tempo im Sturm erhöht und offensiver wird, dann können sie ihre Stärken voll ausspielen. So reicht das Album nicht mehr in den zweistelligen Bereich hinein. Und die 9 gibt es auch nur, weil der gute Eindruck des Debüts mich überzeugt hat, dass die Jungs mehr können.

Anspieltipp(s): Self Made Men, Frail Purpose, Omnipresent Umbra
Vergleichbar mit: frühe Genesis meets Hardrock
Veröffentlicht am: 19.6.2005
Letzte Änderung: 19.6.2005
Wertung: 9/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 3 von 3)


War Conservation Of Mass ein veritabler Orkan, so ist "Safe in Conformity" grösstenteils bloss noch ein laues Lüftchen. Ab und zu frischt der Wind zwar etwas auf und lässt an das Debut der Kanadier erinnern, oft herrscht aber Flaute. Die neue Leadstimme, oft durch Effektgeräte aufgemotzt (exemplarisch in Track 3) und stellenweise wie erwähnt an Gabriel erinnernd, hat bei weitem nicht die Strahlkraft und den Ausdruck derjenigen von Jocelyn Beaulieu. Auch die Kompositionen sind über weite Strecken weniger vielfältig, weniger überraschend und packend, als dies noch auf dem Debutalbum der Fall war. Das ändert sich erst gegen Ende, wenn den Stücken zudem eine Portion Metal verpasst wird. Da wirds härter, frickeliger, rhythmisch vertrackter, geht endlich die Post ab und wird die bis dahin vorherrschende Eintönigkeit durchbrochen. So kriegt das Album gerade noch die Kurve und schafft den Sprung über den Strich.

Anspieltipp(s): Omnipresent Umbra
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 13.1.2008
Letzte Änderung: 13.1.2008
Wertung: 8/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Hamadryad

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2001 Conservation Of Mass 12.25 4
2007 Live in France 2006 9.25 4
2010 Intrusion 10.50 2
2017 The Black Hole 11.67 3

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