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Kaipa

Mindrevolutions

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2005
Besonderheiten/Stil: RetroProg
Label: InsideOut Music
Durchschnittswertung: 6.5/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Morgan Ågren Drums
Aleena Vocals
Hans Lundin Keyboards, Vocals
Patrik Lundström Vocals
Jonas Reingold Bass
Roine Stolt Electric and Acoustic Guitars, Percussion, Vocals

Tracklist

Disc 1
1. The Dodger 8:09
2. Electric Leaves 4:14
3. Shadows of Time 6:51
4. A Pair of Sunbeams 5:20
5. Mindrevolutions 25:47
6. Flowing Free 3:53
7. Last Free Indian 7:27
8. Our Deepest Inner Shore 5:00
9. Time Bomb 4:33
10. Remains of the Day 8:02
Gesamtlaufzeit79:16


Rezensionen


Von: Dennis Egbers @ (Rezension 1 von 4)


Gäbe es ein Kochbuch für Prog und würde man nach dem "Retroprogger-Teller" suchen, dann fände man wohl als Rezept etwas, das fast haargenau auf Kaipas Mindrevolutions zutrifft (oder auf Notes from the Past, oder auf Keyholder). Denn das Album bedient von vorne bie hinten die "niederen" Bedürfnisse, die auch Progger ja durchaus mal befallen, so dass man sich nur noch ins gemachte Nest setzen möchte.

Eigentlich wird auf dem Album alles geboten, was auch mich glücklich machen müsste: Starker Rückgriff auf die goldenen Siebziger, Melodienseeligkeit, abwechslungsreiche Kompostitionen, an Perfektion grenzende Arrangements, ab und an modernere Einsprengsel. Dazu kommt mit Patrick Lundström von Ritual ein hervorragender Sänger und auch Aleena Lundin (verwandt mit Bandcheffe Hans?) kann durchaus überzeugen.

Trotzdem: Ich werde mit der Platte alles andere als warm. Warum? Das Album klingt perfekt. Perfekt, aber auch kalt, kalkuliert und schrecklich gewollt. Sicher, instrumental ist das erste Sahne: Stolt spielt eine tolle Gitarre, die Keyboards klingen durchaus geschmackvoll und den Kompositionen kann man streng genommen wenig vorwerfen. Außer der Tatsache, dass sie unnötig sind wie ein Kropf, wie eigentlich die gesamte Kaipa-Reunion. Im Grunde haben Kaipa in den letzten vier Jahren drei Alben herausgebracht, die sich wenn auch nicht im Detail so doch im Gesamteindruck gleichen wie ein Ei dem anderen. Dabei will ich es den Schweden gar nicht mal verübeln, wenn sie in der Vergangenheit schwelgen - die dürfen das, die kommen ja noch aus der Zeit. Aber, wenn das der Sinn der Reunion war, warum klingen sie dann nicht mehr nach den alten Kaipa (die ich wirklich sehr mag) sondern nach einer Art "Best of..." von Genesis und Yes mit Stock im Arsch? Irgendwie geht das nicht in meinen Schädel...

Noch ärgerlicher wird das dadurch, dass man das verschenkte Potential nicht nur ahnt, sondern auf dem Silbertablett serviert bekommt: Der Titeltrack schafft es nämlich tatsächlich, nicht nur gekonnt, sondern auch fließend und natürlich daherzukommen (und das ausgerechnet beim Longtrack, sehr merkwürdig). Und siehe da: Prompt ist das wirklich gut und macht Spaß.

So aber fällt mein Fazit zwiespältig aus: Offensichtlich und von den Kompositionen her kann man der Band wenig vorwerfen, da die Musik irgendwo auch meine niederen Bedürfnisse anspricht (und ich mir vorstellen kann, dass sie z.B. im Empire gut wegkommen wird), bleibt sogar die Bewertung im durchaus ordentlichen Bereich. Trotzdem finde ich das Album irgendwo ziemlich ärgerlich. Warum zum Geier serviert uns eine Band so kalkulierte, eiskalte und von anderen Bands inspirierte Musik, obwohl sie es doch eigenständiger und zumindest in den Siebzigern auch wesentlich weniger verkrampft konnte. Ich würde den Herren Lundin und Stolt empfehlen, sich mal wieder ihr Debüt und "Inget Nytt Under Solen" anzuhören...

Anspieltipp(s): Mindrevolutions
Vergleichbar mit: Genesis, Yes, aber irgendwie nicht mit den 70er-Kaipa
Veröffentlicht am: 31.5.2005
Letzte Änderung: 31.5.2005
Wertung: 6/15
perfekt und kalt wie ein Fisch

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Von: Sebastian Mack (Rezension 2 von 4)


Flower Kings-Chefdenker Roine Stolt spielt, so scheint es zumindest, heutzutage auf jeder zweiten Progressive Rock-Platte mit. Denn neben seiner Stammband gibt bzw. gab es auch noch Transatlantic, The Tangent, Karmakanic, Soloalben und eben KAIPA. Bei solch einer Veröffentlichungsflut könnten schon einmal Zweifel an der Qualität der Werke aufkommen. Im Falle von Roine Stolt sind diese aber völlig unbegründet, wenn man von dem Fakt absieht, dass alle Platten einen recht ähnlichen Grundsound haben, was jedoch nur auf sein äußerst charakteristisches, weiches Slidegitarrenspiel zurückzuführen ist.

KAIPA ist nicht nur ein weiteres Nebenprojekt, sondern eigentlich der Ursprung Stolts. Hier begann er in den 70er Jahren als Gitarrist, ehe die Band Anfang der 80er zerbrach und er sich vorübergehend dem Pop zuwandte. Im Jahre 2002 kam es dann zu einer Auferstehung der Band mit dem Album „Notes From The Past“, wobei jedoch nur Stolt und Keyboarder Lundin von der Originalbesetzung dabei sind. Flower Kings-Kollege Jonas Reingold bedient den Bass, Patrik Lundström von Ritual übernimmt die Vocals. Bereits 2003 folgte mit „Keyholder“ der nächste Streich. Nun liegt „Mindrevolutions“, das dritte Werk der „neuen“ KAIPA, auf den Ladentischen.

Charakteristisch für die Musik von KAIPA ist insbesondere der Einfluss des schwedischen Folk und die große Melodiösität des Materials. In den 80 Minuten von „Mindrevolutions“ findet man kaum eine Passage, die gewollt schräg oder verquer rüberkommt. Symphonischer Progrock dient hier eindeutig als Grundgerüst, ohne besonders kopflastig zu wirken. Zuckersüße Melodien, teilweise auch im Duett von den beiden Gesangsstimmen vorgetragen, projizieren eine „Schöne-Welt-Stimmung“, ebenso übertrieben fröhlich, wie auch nachdenklich, aber immer episch und mit einer seltsam friedlichen Ausstrahlung. Wärme wird bei KAIPA ganz groß geschrieben. Das Material stammt übrigens, mit Ausnahme mancher Songtexte, aus der Feder von Keyboarder Lundin, erst durch die Interpretation von Stolt kann man Ähnlichkeiten mit den Flower Kings ausmachen. Andererseits hat die frühere Musik von KAIPA sicherlich einen großen Einfluss auf das Songwriting von Stolt gehabt, welches wir nun bei den Flower Kings hören.

Gerade die erwähnten zuckersüßen Melodien könnten es dabei einigen Hörern erschweren, mit den Songs klarzukommen. Der Kitschfaktor durchbricht fast das Skalenende. Ein Vergleich von „Mindrevolutions“ mit früheren Alben der zweiten KAIPA-Inkarnation kann insbesondere bei den ersten Hördurchgängen eher negativ ausfallen. Das neue Album konzentriert sich nämlich vornehmlich auf ein homogenes Gesamtbild, einzelne Songs wollen erst entdeckt und erarbeitet werden und lassen sich nicht sofort erschließen. Denn neben den schönen Gesangsparts gibt es eine Unmenge an Instrumentalparts, die teils improvisiert sind und recht hohe Ansprüche an den Hörer stellen. Dies fällt insbesondere beim 25-minütigen Titeltrack auf. Kürzere Songs wie „Electric Leaves“ und „Flowing Free“ lassen sich da schon schneller erfassen. Insbesondere Letzteres halte ich für ein wunderschönes, zeitloses Kleinod, welches wiedereinmal beweist, dass gute Musik oder Progressive Rock nicht zwingend Longtracks benötigt.

Am Ende der langen Reise hat man tatsächlich eine Art „Mindrevolution“ durchgemacht. So gewinnt das Album nach einigen Hördurchgängen deutlich!

Anspieltipp(s): "Flowing Free"
Vergleichbar mit: Kaipa
Veröffentlicht am: 12.6.2005
Letzte Änderung: 12.6.2005
Wertung: 11/15

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Von: Sal Pichireddu @ (Rezension 3 von 4)


Nein, auch das dritte Album der schwedischen Kultformation Kaipa kann mich nicht versöhnen, im Gegenteil: Exakt dieselben Punkte, die ich schon als Kritik für das Vorgängeralbum Keyholder angeführt habe, stören mich nun erst recht auf "Mindrevolutions". Da wäre zum einen die erschreckend schlechte Sängerin Aleena (die wie eine Esoterik-Ausgabe von Bonnie Tyler klingt), zum anderen ist es dem Album deutlichst anzuhören, wie berechnend wohl erprobte Versatzstücke des Genres zusammengesetzt wurden. Das geht bei "Mindrevolutions" noch weiter als auf der eh schon sehr mäßigen Keyholder; so weit, dass von durchgängigen, logisch aufbauenden Kompositionen kaum noch die Rede sein kann. "Mindrevolutions" ist mir viel zu lieblos; ausserdem ist der Sound erstaunlich schlecht. Wollte man da etwas auch den Low-budget-Sound der 1970er imitieren? Die beteiligten Szenegrößen Roine Stolt und Jonas Reingold (The Flower Kings), Patrik Lundström (Ritual), Morgan Ågren (Mats / Morgan, Zappa´s Universe) und eben Kaipa-Mastermind Hans Lundin lesen sich wie ein Who-is-who der schwedischen Prog-Szene und sollten es allesamt verdammt noch mal besser können. Um zumindest so etwas wie "Prog vom Reißbrett" einzuspielen, bedarf es doch mehr Sorgfalt und Inspiration. In dieser Form sind Kaipa nicht nur überflüssig, sondern auch ärgerlich.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 12.6.2005
Letzte Änderung: 12.6.2005
Wertung: 4/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 4 von 4)


Kaipa scheint eine Band zu sein, die jeden irgendwo interessiert oder bewegt, die man entweder hasst oder liebt, kurz: die bei jeder Neuveröffentlichung reichlich besprochen und rezensiert wird. Und die dabei polarisiert, mal sehr gut und ebenso oft sehr schlecht bewertet wird und die unter dem Strich summa summarum dann immer ganz durchschnittlich wegkommt.

Ich müsste in meiner Wertung und Bewertung wohl konsequent sein, so wie zum Beispiel Sal, der die "neuen" Kaipaalben stets als Ärgernis abstraft, allein: ich schaffe es diesmal nicht. Ich habe Notes from the Past und Keyholder gemocht und ordentlich bewertet, doch jetzt kann ich nicht umhin, "Mindrevolutions" ein schlechtes Zeugnis auszustellen.

Vom Anfang an hatte ich meine liebe Mühe mit diesem Album. "The Dodger", "Electric Leaves" und "A Pair of Sunbeams" haben teilweise ganz ansprechende parts, sind aber als Ganzes belanglos, einfallslos, bekannt, vertraut, kalkuliert, kurz: kalter Kaffee. Die sinngemässe Beschreibung, dass einem hier perfekt produzierte Langeweile geboten wird, kann ich völlig unterschreiben. Auch die Ballade "Shadows of Time" verlangt mir einiges an Goodwill ab. Mit der Stimme von Aleena werde ich ebenfalls nicht so richtig warm. Deutlich besser gefällt mir da im Vergleich diejenige von Lizette von Panajott, die ähnlich aber mit mehr Ausdruck und einer Portion Kratzigkeit daherkommt. Sei`s drum.

Es folgt der Titeltrack. Dieser genügt als einziger gehobeneren Ansprüchen. Hier kommen endlich ein paar Ideen zusammen, zeigen die Protagonisten ihre Fertigkeiten an den Instrumenten, kommt mal so etwas wie progressives feeling auf. Bietet für mich kaum Grund zur Kritik. Alleine: das Stück reicht nicht aus, um die gesamte Platte aus dem Dunstkreis des Mittelmasses zu ziehen.

Denn nachdem ich kurz die Hoffnung hatte, das Album würde in diesem Stile weitergehen, da folgte mit "Flowing Free" bereits die nächste langweilige Ballade. Ein "Müsli" aus Altbekanntem, angereichert mit Klischées, quadratisch-praktisch-rülps!

Über den letzten freien Indianer, der sich wohl besser versteckt gehalten hätte und der ganz frech ein Transatlantic-Thema kopiert, geht`s zum tiefsten inneren Gestade, um Gottes Willen, dann zünden wir die ganz ansprechende Zeitbombe, so dass am Schluss nichts mehr vom Tage übrig bleibt. Klingt zu Inhaltslos? Sorry, mehr ist mir zu den letzten 4 Stücken nicht eingefallen.

Aber was mir aufgefallen ist, ist das Cover. Da steht Frodo mit Gollum vor den Toren von Mordor, oder? Am besten wäre es wohl, er schmisse Kaipa in die Feuer des Schicksalsberges...

Anspieltipp(s): Mindrevolutions
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 24.1.2006
Letzte Änderung: 2.5.2010
Wertung: 5/15
Mindrevolutions 10

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Kaipa

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1975 Kaipa 11.67 3
1976 Inget Nytt Under Solen 11.75 4
1978 Solo 8.50 2
1980 Händer 8.00 1
1982 Nattdjurstid - 1
2002 Notes from the Past 7.60 5
2003 Keyholder 7.11 9
2005 The Decca Years 1975 - 1978 13.00 2
2007 Angling Feelings 7.00 4
2010 In the Wake of Evolution 9.25 4
2012 Vittjar 10.00 1
2014 Sattyg 10.50 4
2017 Children Of The Sounds 10.50 2

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