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The Pineapple Thief

10 stories down

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2005
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; Independent / Alternative; New Artrock
Label: Cyclops
Durchschnittswertung: 10/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Bruce Soord guitars, keyboards,vocals
Matt O'Leary keyboards, cow bell
Wayne Higgins guitars, backing vocals
Keith Harrison drums, cymbals, backing vocals
Jon Sykes bass guitar, backing vocals

Gastmusiker

Richard Hunt violin ensemble (1, 4, 5, 8)
Libby Bramley backing vocals (4, 8)

Tracklist

Disc 1
1. Prey for Me 6:39
2. Clapham 4:28
3. Wretched Soul 4:58
4. The World I Always Dreamed Of 7:12
5. Start Your Descent 3:53
6. My Own Oblivion 3:39
7. It's Just You and Me 4:57
8. The Answers 5:21
9. From Where You're Standing 4:06
10. Light Up Your Eyes - I 7:22
11. Light Up Your Eyes - Who 7:55
Gesamtlaufzeit60:30


Rezensionen


Von: Christian Rode @ (Rezension 1 von 2)


Man hätte es eigentlich schon beim Vorgängeralbum ahnen können. Bislang musste ja immer der Vergleich mit Porcupine Tree herhalten. Aber mit 10 Stories Down positionieren sich Pineapple Thief musikalisch zwischen Bands wie Radiohead, Coldplay, Wilco und auch modernen R.E.M. Ein paar psychedelisch-spacige Klänge wie man es bislang von Pineapple Thief gewohnt war, sind schon noch dabei, aber die hat ja heutzutage u.a. jede der genannten Bands in ihrem Repertoire.

Beim ersten Hören von 12 Stories Down war ich nicht grade begeistert. Denn was da in Erwartung eines köstlichen Nachfolgers von Variations on a Dream aus den Boxen quoll, klang wenig aufregend, irgendwie mehr nach Indie bzw. Alternative Pop als nach New Artrock oder gar Progressive Rock. Aber das war im vergangenen Jahr und es handelte sich ja nur um die mittlerweile vergriffene Fan-Club-CD 12 Stories Down inkl. Bonus-CD 8 Days Later (plus 3 Extra-Songs).

Für die Veröffentlichung von 10 Stories Down mussten nun 4 Songs von der ersten CD weichen, dafür wurden 2 Songs von der Bonus-CD hinzugefügt. Es wurde der Ablauf der CD komplett verändert und auch die Songs wurden (z.T. deutlich) überarbeitet, sodass sie vom Klang her dazugewonnen haben.

Die Grundstimmung des Albums ist insgesamt bedeckt, geht es inhaltlich doch um das Leiden an der Welt und den Selbstmord (Zehn Stockwerke runter). Hierbei kontrastieren ruhige Stücke mit schrammeligen Riffattacken, die dem Album teils auch eine gewisse Rauheit geben. Sehr stimmungsvoll klingt die Violine, die auf einigen Songs, insbesondere The World I always dreamed of zu hören ist. Hier zeigen sich die Vorzüge der Überarbeitung gegenüber der Fanclub-Ausgabe ganz besonders, denn die Violinenklänge erstrahlen hier geradezu in melancholischer Stimmung und auch die verlängerte Spielzeit hat dem Song gutgetan.

Die Scheibe geht dabei zunächst noch reichlich indie-mäßig los. Da sind zwar schöne Melodien, aber irgendwie will es noch nicht so recht zünden. Das war schon bei 12 Stories down so und hat sich bei 10 Stories down anfangs eher noch dadurch verschärft, dass das überwältigende The World I always dreamed of erst an vierter Stelle kommt. Aber danach bezaubert eben dieses Stück und auch das verträumt-schwelgerische It's just you and me. Nur am Ende übertreiben Bruce Soord und Co. es dann etwas, wenn sie I will light up your Eyes, das auf der Bonus-CD von 12 Stories down noch eine Spielzeit von knapp 4 Minuten hatte, auf über 15 Minuten zerdehnen.

Die rausgekickten Titel von 12 Stories down sind übrigens in etwa ebensogut wie die verbliebenen Titel. Allerdings besteht wohl nur für harte Fans ein Muss sich deswegen auch noch 12 Stories down zuzulegen. Aber harte Fans haben die ja vermutlich eh schon...

Daneben gibt es auch noch eine Single mit dem Titel 4 Stories down.

Bleibt die Frage nach dem Mehrwert der Bonus-CD mit dem fast einstündigen Songcyclus 8 Days later. Dieser ist auf der Bonus-CD der vergriffenen 12 Stories down enthalten, soll aber auch auf der Bonus-CD von 10 Stories down enthalten sein. 8 Days later bietet - in z.T. ausladenden instrumentalen Passagen - mindestens genauso viele schöne Momente und gehobene Songwriterqualität wie Stories down. Sie wirkt auf mich außerdem für Proggies interessanter, weil noch vielschichtiger, deutlicher psychedelisch-spaciger und einfach stärker am Sound der alten Pineapple Thief dran als 10 Stories down. Daher unbedingt auf die Bonus-CD-Ausgabe achten!

Pineapple Thief trennt auf 10 Stories down von der musikalischen Qualität her gesehen praktisch nichts mehr von Bands wie Coldplay oder Radiohead.

Anspieltipp(s): The World I've always dreamed of, It's just you and me, 8 Days later
Vergleichbar mit: Coldplay, Radiohead
Veröffentlicht am: 9.7.2005
Letzte Änderung: 17.3.2014
Wertung: 10/15
mit 8 Days later: 11

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Von: Kristian Selm (Rezension 2 von 2)


Ganz medienwirksam nennen sich Pineapple Thief seit "10 stories down" THE Pineapple Thief, da es seit einiger Zeit ja so ungeheuer hip ist, sich mit dem "The" im Namen zu schmücken. Man möge mir verzeihen, dass ich den "The" Vorsatz aus reiner Faulheit einfach weglasse.

Glücklicherweise geht die Anpassung an den Zeitgeist nicht konform mit dem Inhalt des Albums, denn immer noch bestimmt moderner Alternative Rock gepaart mit analogen Keyboardsounds (Mellotron, Hammond, Fender Rhodes) sowie atmosphärischer Tiefe den Sound von Pineapple Thief. Als einziger markanter Unterschied zu den Vorgängeralben sticht einem sofort der insgesamt wesentlich songorientiertere Gesamtansatz ins Ohr, beinhaltet lediglich der 15-minütige, zweigeteilte Schlusstrack "Light up your eyes" ausufernde Instrumentalpassagen und atmosphärische Steigerungen. Dennoch sind die einprägsamen, aber niemals langweiligen Songs von Pineapple Thief weiterhin keine Meterware aus dem Chartseintopf. Auch wenn komplett auf Song und Melodie gesetzt wird, so lassen sie sich auch einfach mal über 5 Minuten Zeit, bis ihre melancholischen Ideen zu völliger Reife gefunden haben, während sich die Melodien unnachgiebig in den Ohren festsetzen. "Opfer" ist damit der immer weniger durchscheinende Prog / Space Rock Anteil, dafür experimentieren Pineapple Thief mit wesentlich moderneren Sounds, sowie teils rumpelndem, teils härterem Riffing.

Mit der entsprechenden Werbung wäre aus dieser Band sicherlich noch viel mehr herauszuholen, ist hier inzwischen etwas gereift, was breitenwirksam gehöriges Verkaufspotenzial besitzt. Alles in allem überzeugt "10 stories down" als songbasiertes Album, auch wenn man als Proggie natürlich den fast völlig verschwundenen langgedehnten Instrumentalpassagen durchaus eine Träne nachweint.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 16.2.2008
Letzte Änderung: 2.3.2012
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von The Pineapple Thief

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1999 Abducting the unicorn 12.33 3
2002 137 10.00 2
2003 Variations on a Dream 12.33 3
2005 4 stories down (EP) 10.00 1
2006 Little Man 12.00 2
2007 What we have sown 11.50 2
2008 Tightly Unwound 9.75 4
2010 Someone here is missing 11.00 2
2012 All The Wars 11.00 2
2013 Build a World 11.00 1
2014 Magnolia 10.50 2
2016 Your Wilderness 8.00 2
2017 Where We Stood 11.00 1

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