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Steve Walsh

Shadowman

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2005
Besonderheiten/Stil: HardRock; Melodic Rock / AOR; Rock / Pop / Mainstream; sonstiges
Label: Frontiers Records
Durchschnittswertung: 9.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Steve Walsh vocals, keyboards
Joe Franco drums
Joel Kosche guitar, bass

Gastmusiker

David Ragsdale violin on 7
Michael Romeo giga symphony on 2, 6, 7
Matt Still percussions on 5

Tracklist

Disc 1
1. Rise 5:16
2. Shadowman 6:44
3. Davey and the Stone that Rolled Away 5:54
4. Keep on Knockin 5:54
5. Pages of Old 4:55
6. Hell is Full of Heroes 6:03
7. After 9:58
8. The River 4:13
Gesamtlaufzeit48:57


Rezensionen


Von: Thorsten Gürntke @ (Rezension 1 von 3)


Steve Walsh ist bekanntermaßen ja der Frontmann der Rocklegende Kansas. Und was bei Walsh einfach auffällt ist, dass nach 30 Jahren Kansas die Stimme auch nicht mehr die frischeste ist. Um so erstaunter war ich, als ich kürzlich das neue Solowerk des Walsh in die Finger bekam.

Nun, um es vorweg zu nehmen: Es ist in der Tat der Gesang, der das Album geringfügig abwertet. Das geht soweit, dass ich doch zahlreiche Anläufe brauchte, um Shadowman endlich mal in ganzer Länge durchzuhören. Nun, nach einigen Durchläufen, erscheint mir der Gesang gar nicht mehr so schlimm, wenn auch immer noch sehr gepresst.

Musikalisch ist Shadowman eine Überraschung. Ich war von schnödem Melodic Rock ausgegangen, wie das bei Frontiers Records überwiegend so ist. Allerdings ist der Opener ein echter (Prog)-Metal-Kracher. Das Dingen kracht schonmal rein. Klar, dass auch der Melodic Rock nicht zu kurz kommt. Schon mit dem Titelsong sind wir dort angekommen. Mit einer Spur Orchester dabei lässt sich das Stück sogar anhören, wenn auch teilweise die Melodien dieses Kinderliedfeeling rüberbringen. Rockig gehts mit dem dritten Song weiter, der mit 'ner Spur Geige sicher auch als Kansas Stück Verwendung gefunden haben könnte. Mit "Keep On Knockin'" sind wir dann spätestens beim typisch amerikanischen Hardrock angelangt, den man so gern als AOR betitelt. Kann als belanglos abgestempelt werden. "Pages Of Old" ist eine Akustikgitarrenballade, die so ein bisschen R.E.M. Feeling rüberbringt, leider aber auch die kratzige Walsh-Stimme exzellent bloßstellt. Mit "Hell is Full Of Heroes" wagt die Band ein echtes Experiment - technoartige Rhythmik zu Beginn lässt aufhorchen und entwickelt sich zu einem harten Rocker. Mit "After" kommt das Kernstück des Albums. Ein Beginn, der an WASPs "The Crimson Idol" erinnert, macht schonmal Laune. Die eingebauten symphonischen Elemente machen Spaß, das Riffing ist heavy, die einzelnen Parts geschickt arrangiert. Ein schönes Stück. Obligatorisch braucht natürlich jedes AOR/Melodic Rock Scheibchen die schnulzige Ballade. Die kommt hier zum Schluß und läßt furchteinflößende grünliche Flüssigkeiten aus den Boxen laufen. Muss man nicht haben.

Nun, insgesamt bin ich von dem Album nicht wirklich fasziniert, die guten Ansätze stimmen mich jedoch milde. Allein der Opener und das gute "After" reißen viel raus. Einige mittelprächtige und teilweise leider auch klischeehaft grausame Tracks sind allerdings auch dabei. Walshs Stimme wirkt hier und da angestrengt und anstrengend zugleich (besonders deutlich wird dies bei "Pages Of Old"), nach einigen Durchläufen hat man sich daran aber gewöhnt. Antesten ist unbedingt nötig.

Anspieltipp(s): Rise, After
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 16.7.2005
Letzte Änderung: 16.7.2005
Wertung: 8/15

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Von: Sebastian Mack (Rezension 2 von 3)


Was kann man über STEVE WALSH schon noch sagen? Jedem, der sich ernsthaft mit der Geschichte der (progressiven) Rockmusik auseinandersetzt, sollten die Charthits „Dust In The Wind“ und „Carry On My Wayward Son“ seiner Stammcombo Kansas aus den Siebzigern einigermaßen bekannt sein, schließlich sind sie doch auf jedem zweiten Rocksampler zu finden. In den letzten Jahren ist es um KANSAS jedoch zunehmend ruhiger geworden, ein neues Album lässt bereits einige Zeit auf sich warten; man verbringt die Zeit mit ausführlichem Touren in Amerika und zuletzt auch Europa. Ganz schon beeindruckend, dass sich die mittlerweile in den Fünfzigern befindlichen Herren nun schon seit gut vier Jahren, mit der ein oder anderen Unterbrechung, „on the road“ befinden.

Solche Pausen nutzt Walsh dann, um den verbliebenen Fans auch noch ein bisschen neues Material für den CD-Player zuhause bieten zu können, wenn schon seine Band nichts von sich hören lässt. Anstatt jedoch brav auf der Kansas-Schiene zu fahren, ufern seine Projekte mehr den je in Klangexperimente aus, die sich selbst hinter dem Avantgardismus manch jugendlicher Progband nicht verstecken müssen.

Sein Solodebüt gab WALSH im Jahre 1980 mit dem Hardrock-Album „Schemer-Dremer“, welches jedoch bis heute zwischen den ganzen Kansas-Alben und Sideprojects von Walsh nicht sonderlich große Aufmerksamkeit genießt. Zwanzig Jahre sollten ins Land gehen, bis „Glossolalia“, Walsh’s nächstes Solowerk und eine Zusammenarbeit mit Magellan-Songwriter Trent Gardner, das Licht der Welt erblicken sollte. Gemessen an den üblichen Verkaufszahlen ist „Glossolalia“, auch auf Grund von schlechter Distribution, quasi nie erschienen. In der Progszene jedoch wurde das Album mit Lobeshymnen überschüttet und gilt sozusagen als Geheimtipp für moderne, komplexe Musik mit Einflüssen aus Rock, Metal, Blues und Klassik. Es ist in der Tat eines der besten Szene-Alben der letzten Jahre, welches sich hinter Namen wie Pain Of Salvation oder Porcupine Tree vom Innovationsgrad her keineswegs verstecken muss.

Fünf Jahre später veröffentlicht WALSH nun „Shadowman“, welches die unangenehme Aufgabe hat, in die Fußstapfen von „Glossolalia“ zu treten. Und um es gleich vorweg zu nehmen: „Shadowman“ hat gegen seinen Vorgänger nicht den Hauch einer Chance. Denn das neuste Offering ist nur „sehr gut“. Nach dem Hardrock von „Schemer-Dremer“ und dem Avantgardesound von „Glossolalia“ versucht man hier ganz bewusst den goldenen Mittelweg zu gehen. Bleibt anspruchsvoll, aber präsentiert sich auch wieder wesentlich zugänglicher. Irgendwo zwischen Hard-, Melodic- und Progrock lässt sich auch das neue Album einordnen. Aber festlegen lässt es sich innerhalb der gut 49 Minuten nicht. Neben dem atmosphärisch-rockigen, modernen „Rise“, finden sich auch Songs, die eine breit angelegte symphonische Orchestrierung aufweisen, z.B. der Titeltrack, der mit einem tollen Refrain ausgestattet ist, oder etwa „Davey And The Stone That Rolled Away“, welches als klischeetriefender Hardrocker startet und eine interessante Wendung nimmt. Typische WALSH-Balladen wie „Pages Of Old“ oder „The River“ dürfen natürlich auch nicht fehlen. Bemerkenswert, wie reif und erfahren, wie lehrreich sein Gesang hier rüberkommt. Egal, was oder wie Walsh singt, er hat immer etwas zu erzählen, ist immer der typischen Storyteller mit der kratzigen Rockröhre, die aber auch mal ganz sanft sein kann. Er ist einer der variantenreichsten, charismatischsten Sänger, die ich kenne. Jede Emotion kann er perfekt in seinem Gesang ausdrücken, seine Stimme ist absolut einmalig und sofort herauszuhören. Stücke wie „Keep On Knockin’“ oder „Hell Is Full Of Heroes“ klingen auf den ersten Hördurchgang auch sehr nach Hardrock, sodass man in der Tat Gefahr läuft, das Album unter diesem Etikett abzustempeln. Aber die Produktion ist so frisch, dynamisch und die verwendeten Sounds so interessant, dass wesentlich mehr dahinter steckt. In dem letztgenannten Song stehen Sägezahn-Gitarren neben Claps, Technobeats, Orchesterpassagen und Rap-Sprechgesang. Trotzdem bleibt der Gesamtsound äußerst stimmig.

Den Vogel schießt WALSH jedoch erst mit dem Zehnminüter „After“ ab, einem hardrockigen Progsong, für den er den Ex-Kansasviolinist David Ragsdale gewinnen konnte. Für die symphonischen Parts ist übrigens Symphony X-Klampfer Michael Romeo verantwortlich, der ihm bei der klanglichen Umsetzung seiner Ideen half. „After“ zeichnet sich vor allem durch seinen interessanten Aufbau, die brillianten Melodien und eine absolut mitreißende Klassikinstrumentierung aus. Auch hier finden wir wieder moderne Einflüsse, die uns an Trip-Hop oder Dark-Ambient erinnern.

Insgesamt ist dem Urgestein also ein sehr innovatives Album gelungen, welches genau den Spagat zwischen Hardrock & Progrock mit gelegentlichen Metaleinflüssen und modernen Beats schafft. Kompositorisch ist es zwar etwas hinter „Glossolalia“ anzusiedeln, wer jedoch jenes Album mochte und auch mit den straighteren Sachen von Kansas keine Probleme hat, dem sei dringend empfohlen, diese Platte auf dem Einkaufszettel zu vermerken. Hut ab – Nicht ein Anzeichen von Altersschwäche!

Anspieltipp(s): "After"
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 26.7.2005
Letzte Änderung: 26.7.2005
Wertung: 11/15

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Von: Kristian Selm (Rezension 3 von 3)


Während einige langgediente "Alt-Internationale" behutsam und im eigenen Saft schmorend auf die Rocker Rente zusteuern, gibt es glücklicherweise auch noch solche Künstler wie den Kansas Sänger Steve Walsh, der selbst nach mehr als 30 Jahren im Rockbusiness immer noch etwas zu sagen hat und sich keineswegs nur auf den Lorbeeren der Vergangenheit ausruht.

"Shadowman" ist die konsequente Fortsetzung und Weiterentwicklung seines vor fünf Jahren veröffentlichten letzten Solostreiches "Glossolalia". Die musikalische Frischzellenkur von Steve Walsh geht einher mit den beteiligten Musikern, denn außer einem Gastauftritt seines Kollegen David Ragsdale an der Violine sind nur Musiker der aktuellen Prog- und Rockgarde vertreten. Joe Franco (Magellan) sorgt für Druck hinter der Schießbude, Collective Soul Saitenmann Joel Kosche hat die richtigen Licks und Riffs im Repertoire, während Symphony X Mastermind Michael Romeo einige pompöse Sinfonik Arrangements beisteuert.

Steve Walsh bewahrt auf "Shadowman" seinen eigenen, leicht modernisierten Stil, der wesentlich härter und soundtechnisch aktueller ausfällt (die stampfenden Cowboy Rhythmen bei "Hell is full of heroes" dürften wohl sicherlich bei einigen für Stirnrunzeln sorgen), als das, was man von Kansas gewohnt ist. Einzig "After" erinnert nicht nur durch das Gegeige von David Ragsdale, sondern auch durch den inneren Aufbau, der in einem ausschweifenden Schlusspart gipfelt, am ehesten an eine modifizierte Version von Kansas.

Im Gegensatz zu "Glossolalia" ist "Shadowman" wesentlich gitarrenorientierter und erdiger ausgefallen, gibt sich Walsh wie bei "Keep on knockin'" oder "Davey, and the stone that rolled away" auch gerne mal einfach kernigem Hard Rock hin. Doch selbst letzterer Track überrascht mit einem sinfonischen Zwischenpart, wie "Shadowman" generell vom gekonnten Mix aus eher geradlinigem, aber verspielten Hard Rock und progressiven, mehr ausschweifenden Zutaten lebt. Mehr als nur ein Trost bis zum nächsten Kansas Album.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 21.6.2008
Letzte Änderung: 2.3.2012
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Steve Walsh

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1980 Schemer-Dreamer 7.00 2
2000 Glossolalia 13.00 1
2017 Black Butterfly 7.00 1

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