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Overhead

Zumanthum

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2001
Besonderheiten/Stil: RetroProg
Label: Mellow Records
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Alex Keskitalo vocals / flute
Jaakko Kettunen guitars
Janne Pylkkönen bass
Tarmo Simonen piano / synthesizers
Markus Wallasvaara drums / percussion

Tracklist

Disc 1
1. Beginning to End 20:23
2. Asleep pt. 2 Awake 8:54
3. Confessions of The Grim Reaper 8:43
4. Wasteland 5:09
5. Zumanthum 13:45
Gesamtlaufzeit56:54


Rezensionen


Von: Jürgen Meurer @


Um den Prog-Nachwuchs muss man sich offensichtlich keine Sorgen machen. Schaut man sich die auf ihrem Debütalbum abgedruckten Fotos an, so könnte man vermuten, die 5 jungen Finnen hätten gerade einen U20-Wettbewerb mit einem Plattenvertrag beim italienischen Label Mellow Records als Preis gewonnen. Ob dies allerdings ein sonderlich lukrativer Hauptgewinn ist, sei mal dahin gestellt.

Hält man das Alter der Musiker und die Tatsache, dass es sich bei "Zumanthum" um ihr Debütalbum handelt, im Hinterkopf, so muss man anerkennen, dass hier eine sehr talentierte Band an den Start geht. Gewisse Schwächen sind zwar noch vorhanden, aber sie stehen ja noch am Anfang ihrer "Karriere" und ich traue ihnen locker das Potenzial zu, sich in der Prog-Szene immerhin so weit zu etablieren, dass ihr Name nicht nur exklusiv in Finnland und in strikt limitierten Insiderkeisen bekannt wird. Da könnte durchaus mehr drin sein, wenngleich gerade in ihren Breitengraden die Konkurrenz ausgesprochen groß ist (wie beispielsweise die neuen Acts wie Retrohead oder Magic Pie zeigen).

Die Musik der Finnen ist an den klassischen 70er Prog angelehnt, ohne allerdings allzu retromäßig zu klingen. Dies mag an den Keyboards liegen, die eben nicht das volle 70er Instrumentarium auffahren (also mal kein Mellotron), im Wesentlichen aber sicherlich am - aus meiner Sicht - Star der Band, dem Gitarristen Jaakko Kettunen. Er weiß beinahe jeden Song durch sehr erfrischende Gitarrensoli aufzuwerten.

Der Opener ist gleichzeitig schon das Highlight des Albums. "Beginning to end" ist ein klassischer Longtrack, der gerade in den ausführlichen instrumentalen Ausarbeitungen seine Stärken aufweist. Schon hier wird deutlich, dass Kettunen selbst oft die Melodielinien vorgibt. Der von Keskitalo vorgetragene Gesang gehört eher zu den Schwachpunkten des Albums. Seine teils nölige, teils dreckig-rotzige Art versprüht nicht gerade viel Charme, ist aber nicht so arg, dass er die Songs komplett kaputt singt. Ist halt gewöhnungsbedürftig.

Im Opener ist der Gesang gerade so dosiert, dass er den positiven Gesamteindruck nicht lindert. Starke, vielseitige Gitarrensoli, die auch mal recht floydig klingen, dazu Tasteneinlagen an Synthi oder Piano, am Ende auch mal eine - wenn auch kaum wahrnehmbare - Flöte, das sind die wesentlichen Zutaten zu einem gelungenen Auftaktsong.

So ähnlich geht es auch in den beiden 8-Minütern weiter. Guter Songaufbau, hervorragende Soloeinlagen, mittelprächtiger Gesang.

Der kürzeste Titel des Albums ist ein sehr ruhiges, von schöner Gitarrenarbeit und sphärigen Keyboards getragenes Instrumental.

Der abschließende Titelsong enttäuscht mich zunächst, denn als Song funktioniert dieser kaum, aber ein starker Abschlussteil reisst es fast wieder heraus. Wobei das Ende ein dickes Fragezeichen hinterlässt, denn der Song endet vollkommen abrupt mitten in einem Gitarrensolo. Klingt nach schwerem Auf(s)nahmefehler, ist aber wohl so beabsichtigt.

Auf dem Opener zeigen sie auch mal ganz kurz, dass sie sich auch in Dream Theater- Gefilden behaupten könnten, aber der heavy-Anteil ist auf Zumanthum noch sehr zurück geschraubt.

Sie offenbaren schon recht viel Potenzial auf ihrem Debüt. Und ihr zweites Album Metaepitome zeigt, dass sie sich weiter entwickeln konnten. In puncto Gesangsarbeit besteht allerdings weiterhin Verbesserungsbedarf.

Overhead - ein Name, den der Fan klassischen Symphonik-Progs in modernem Gewand bei nicht allzu hohem Frickelfaktor im Auge behalten sollte.

Zumanthum ist ein sympathisches Debüt, das mir gut gelaunte (wenn auch vielleicht einen Punkt zu hoch gegriffene) 10 Punkte wert ist.

Anspieltipp(s): beginning to end
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 17.7.2005
Letzte Änderung: 7.3.2012
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Overhead

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2005 Metaepitome 11.50 2
2008 And We're Not Here After All 11.00 2
2009 Live After All 9.00 1
2012 of sun and moon 12.00 1

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