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Dream Theater

Live at Budokan (DVD)

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2004
Besonderheiten/Stil: improvisiert; live; DVD; Dokumentation; Progmetal
Label: Atlantic Recording Corporation
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

John Petrucci Guitars, Vocals
Mike Portnoy Drums, Vocals
Jordan Rudess Keyboards
John Myung Bass Guitar, Chapman Stick
James LaBrie Vocals, Percussion

Tracklist

Disc 1
1. As I Am
2. This Dying Soul
3. Beyond This Life
4. Hollow Years
5. War Inside My Head
6. The Test That Stumped Them All
7. Endless Sacrifice
8. Instrumedley
9. Trial Of Tears
10. New Millenium
11. Keyboard Solo
12. Only A Matter Of Time
13. Goodnight Kiss
14. Solitary Shell
15. Stream Of Consciousness
16. Disappear
17. Pull Me Under
18. In The Name Of God
Disc 2
1. Riding The Train Of Thought   (Professionelle Doku über die Japan Tour 2004)
2. John Petrucci - Guitar World
3. Jordan Rudess - Keyboard World
4. Mike Portnoy - Drum Solo
5. The Dream Theater Chronicles 2004   (Eröffnungsfilm der Tour - Bilder aus der Bandgeschichte)
6. Instrumedley Multiangle Bonus   (Kamera zeigt einen der fünf Musiker im Fokus)


Rezensionen


Von: Markus Wierschem @


24. April 2004. Japan. Tokyo. Das Budokan. Dream Theater. Live.

Damit wäre eigentlich alles gesagt, könnte man meinen. Es ist ja auch nicht so, dass es nicht schon drei offizielle Live-Alben, und drei DVDs gegeben hätte (Fanclub-Releases, Bootlegs und offizielle Bootlegs gar nicht mitgezählt). Stets bekam der Besucher des Traumtheaters ein buntes, variables Programm, mit allem, was man von Dream Theater erwartet: Komplexe Kompositionen im Wechsel mit eingängigeren Stücken, eine gute Portion virtuos dargebotenen instrumentalen Wahnsinn, melodiöse Gedankenfilme für's Herz und einen Sänger, der mal bessere, mal schlechtere Tage hatte.

Der Fan weiß das. Und als langjähriger Fan fragt man sich, was die Band eigentlich noch verbessern könnte, was man von einem neuen Live-Album noch zu erwarten hat, außer dem grade aktuellen Studio-Album. Im Falle der Visualisierung auf DVD ist die Antwort nicht all zu schwer: Alle bisherigen DVDs bieten "Value for money", dennoch gibt es in jedem Fall ein paar Wehmutstropfen: "Live in Tokyo" ist eine angestaubte Low-Budget-Produktion und durch (lustige) Dokuschnipsel im Rhythmus gestört. Der Fortsetzung "5 Years in a LIVEtime" gelingt der Hybrid aus Konzertfilm und Dokumentation etwas besser; im Grunde hat sie aber die gleichen Probleme. "Metropolis 2000: Scenes from New York" bietet einen reinen Konzertfilm mit hochklassigem Soundtrack und perfekter Setlist. Leider ist der Schnitt zum Teil katastrophal und man konnte sich ebenso billige wie sinnlose Psychedelic-Effekte nicht verkneifen. Zudem ist das Konzert um gut eine Stunde kastriert worden. Nun also der vierte Anlauf. Im Budokan, wo schon so "große Namen" wie die Beatles, Bob Dylan und Eric Clapton auftraten.

Das Gute vorweg: Schnitt und Kamera sind diesmal wirklich gelungen – der jeweilige musikalische Protagonist steht auch visuell im Fokus, es gibt ruhige Kamerafahrten und genaue Blicke auf's Griffbrett. Die Bildqualität ist gestochen scharf, der Ton sauber, druckvoll und transparent. 5.1. Sound oder Stereo, optionale Untertitel, knappe drei Stunden Film und auch an Zusatzmaterial wurde nicht gespart: Eine interessante und unterhaltsame Tourdokumentation, Gear-Talk mit Petrucci und Rudess und eine Version des Instrumedley aus verschiedenen Kamerawinkeln runden das Paket ab. Um noch einen drauf zu setzen gibt es ein Schlagzeug-Solo von Mike Portnoy, das zwar nicht zu seinen inspiriertesten zählt, dafür aber die Fans aus dem Publikum mit einbezieht, und den Eröffnungsfilm, den die Band vor jedem Konzert ihrer 2004-Welt-Tournee zeigte.

Auch die Performance stimmt, selbst als James LaBrie-Skeptiker hat man diesmal wenig zu meckern. Die Band agiert spielfreudig, souverän, sicher – nahezu perfekt. Gibt es also nichts zu kritisieren?

Mitnichten.

Die Setlist ist schwach. Nicht nur konzentriert man sich in zu hohem Maße auf die Alben "Train of Thought" und "Six Degrees of Inner Turbulence", nein, man hat leider auch noch die schwächeren Songs dieser Alben ausgewählt. Die straighten Brecher As I Am, War Inside My Head und The Test That Stumped Them All gehören zum langweiligsten und farblosesten Material der New Yorker. New Millenium wird zwar von Rudess sehr frisch umgesetzt, aber dadurch immer noch kein besonders guter Song. Ähnlich verhält es sich mit dem melodisch-lahmen und kitschigen Goodnight Kiss das ein schönes Petrucci-Solo aber halbwegs rettet.

Und warum man an Stelle des aggressiven Break-und-Riff-Hammers Honor Thy Father das chorus-schwache Endless Sacrifice ausgewählt hat, das zudem in der zweiten Hälfte einen der wenigen wirklich sinnlosen (weil unmotivierten) Frickel-Parts des Traumtheaters bietet, weiß wohl auch nur die Band. Vielleicht nicht mal die – immerhin beendet man das Konzert mit der bombastisch-überladenen Hymne In The Name of God. Fanatismus-Kritik kann man auch weniger pathetisch und ohne moralischen Zeigefinger äußern.

Dafür gibt es eine absolute Hammer-Version von Beyond This Life. Das Stück vereint ohnehin hervorragend alle Seiten von Dream Theater – Eingängigkeit und Komplexität, Verspieltheit und Melodie und dazu einen guten Schuss Rock'n'Roll-Spirit (Petruccis und Rudess' Soli!). Hier wurde der Song auf 20 Minuten ausgedehnt: Plötzlich befindet man sich mitten in einem Zappaesken Jam, bei dem Petrucci einem die Sextolen in atemberaubender Geschwindigkeit nur so um die Ohren fliegen lässt und Portnoy und Rudess sich ein absolut hörenswertes Drum-Keyboard-Duell liefern. Der Meister selbst ist auf einer Leinwand im Hintergrund zu sehen. Schließlich landet man wieder im Song und fragt sich, wo man soeben eigentlich war.

Bei Hollow Years zeigt Petrucci das, was man nach "Metropolis pt.II" so bei ihm vermisst hat. Sein Solo hier ist eine traumhafte Vereinigung emotionsgeladener Melodie und brillanter Spieltechnik. Akustischer Sex. Der Song selbst liegt vielleicht in seiner definitiven Version vor.

Und dann wäre da natürlich noch das Instrumedley. Für alle Freunde exzessiver Zurschaustellung instrumentalen Genies ist dies ganz großes Kino. In scheinbar spielerischer Leichtigkeit spielen sich die Jungs in 13 Minuten durch die verschiedenen instrumentalen Großtaten ihrer Karriere: Der Bach-inspirierte Ytse-Jam, das wahnwitzige Dance of Eternity, das groovige Erotomania, Metropolis, Teile des Magnum-Opus A Change of Seasons, Hell's Kitchen und die Liquid-Tension-Lichtgeschwindigkeits-Nummern Paradigm Shift und Universal Mind – alles wird hier zitiert und zu DEM Instrumental fusioniert.

Ansonsten gibt es als weitere kleine Glanzlichter das selten gespielte Atmo-Epos Trial Of Tears und mit Only A Matter Of Time einen der Kracher vom Debut.

Oh – und natürlich die inzwischen neunte oder zehnte Version von Pull Me Under.

Insgesamt also wieder mal "Value for money" – Perfektion mit Schönheitsfehlern, stete Gewohnheit mit einigen Aha-Effekten, die ebenfalls zu erwarten waren.

24. April 2004. Japan. Tokyo. Das Budokan. Dream Theater. Live.

Damit wäre eigentlich alles gesagt.

Anspieltipp(s): Beyond This Life, Hollow Years, Instrumedley
Vergleichbar mit: Dream Theater
Veröffentlicht am: 27.8.2005
Letzte Änderung: 8.10.2013
Wertung: 12/15
10 für die gelungene Darbietung einer durchwachsenen Setlist, 2 Punkte für das Bonusmaterial und die gelungene technische Umsetzung.

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Dream Theater

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1986 Majesty - the official 1986 Demo 9.00 1
1989 When Dream And Day Unite 11.00 3
1992 Another day (Single) - 1
1992 Images and Words 12.00 4
1993 Live at the Marquee 7.00 1
1994 Lie (Single) - 1
1994 The silent man (Single) - 1
1994 Awake 12.33 3
1995 A Change Of Seasons 9.50 2
1997 Falling Into Infinity 6.00 2
1997 Hollow years (Single) - 1
1998 Once In a LIVEtime 7.67 3
1999 Metropolis Pt. II - Scenes From a Memory 12.00 7
2000 Through her eyes (Single) - 1
2001 Metropolis 2000: Scenes From New York 11.00 1
2001 Live Scenes From New York 10.00 1
2002 Six degrees of inner turbulence 6.00 3
2003 Train of thought 9.67 6
2003 Master of Puppets (Official Bootleg) 10.00 2
2003 The Number of the Beast (Official bootleg) 8.00 2
2004 Live at Budokan 10.50 2
2004 When dream and day reunite (Official bootleg) 11.00 1
2005 Dark Side of the Moon (Official bootleg) 9.00 2
2005 Octavarium 10.29 7
2006 Score - 20th Anniversary World Tour 7.00 1
2006 Score - 20th Anniversary World Tour (DVD) 12.00 1
2006 Made in Japan (Official bootleg) 10.00 1
2007 Systematic Chaos 8.00 4
2008 Chaos in motion 2007-2008 10.00 1
2009 Black Clouds & Silver Linings 10.00 2
2009 Uncovered 2003-2005 (Official bootleg) 8.00 1
2011 A Dramatic Turn of Events 11.80 5
2013 Dream Theater 8.67 3
2013 Live at Luna Park 13.00 1
2016 The Astonishing 8.50 3

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