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Sieges Even

The Art of Navigating by the Stars

(Tipp des Monats 11/2005)
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2005
Besonderheiten/Stil: Progmetal
Label: Inside Out
Durchschnittswertung: 11.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Arno Menses Vocals
Markus Steffen Guitars
Oliver Holzwarth Bass
Alex Holzwarth Drums

Tracklist

Disc 1
1. Navigating By The Stars 0:30
2. The Weight 10:14
3. The Lonely Views Of Condors 6:14
4. Unbreakable 9:00
5. Stigmata 8:22
6. Blue Wide Open 5:13
7. To The Ones Who Have Failed 7:26
8. Lighthouse 7:41
9. Styx 8:55
Gesamtlaufzeit63:35


Rezensionen


Von: Markus Wierschem @ (Rezension 1 von 3)


Düster hallt es durch die Meernacht, ein Baby lacht – irgendwie wie ... Walgesänge? Dann bricht das schwere "The Weight" mit Bass, Gitarre und Schlagzeug in durch die Oberfläche ins Klangwasser. Eine Stimme erklingt, klar wie das Wasser selbst – man weiß nicht wirklich, woher sie kommt: The View from here – it is so frightening.

So beginnt "The art of navigating by the Stars", das nach acht Jahren heiß ersehnte sechste Album der deutschen Kult-Progmetal-Band Sieges Even. Die Erwartungshaltung dürfte gleichermaßen hoch und unbestimmt gewesen sein – wie würde das neue Werk der lang Verschollenen klingen?

Zunächst einmal fällt auf, dass der Sound wunderbar transparent, klar und differenziert aus den Boxen schallt – Bass, Schlagzeug, Gitarre, jedes Instrument ist jederzeit für sich auszumachen, und dennoch verschmelzt das Ganze zu einem absolut homogenen, stimmigen Gesamtsound. Zu diesem trägt Sänger Arno Menses mit seiner sauberen und gleichzeitig variablen, hellen Stimme bei. Seine Gesangslinien – etwa oben zitierte aus "The Weight", aber auch quasi in jedem anderen Song – sind gleichermaßen unverbraucht, kraftvoll und melodisch, nicht ohne Spuren eines gewissen Sehnens, nach dem Blau des Meeres, nach dem Flug auf den Winden, den rauen Klippen ... Für mich hat man mit ihm die perfekte Wahl für einen Neusänger und für dieses Album getroffen. Er gefällt mir sogar noch besser als der hochgelobte Jogi Kaiser, mit dessen halbopereskem "Rumgeknödel" auf "A Sense of Change" ich nicht ganz so viel anfangen kann wie mit Menses pointierten Gesangsaussagen.

Bei den acht Sequenzen fällt es sehr schwer, einzelne herauszugreifen – jede für sich ist eine Perle. Bereits in "The Weight" – schleppend und doch leicht, verspielt und melodisch, lässig und romantisch – ist eigentlich alles angelegt, was das Album ausmacht. "The Lonely Views of Condors" besticht durch lockeren Uptempogroove und einen fantastischen Refrain-Chor, an dem ich mich kaum satthören kann. Das mit dem Rauschen der Wellen einleitende "Unbreakable" ist eine nachdenkliche, melancholische und doch in seiner Traurigkeit kraftvolle Waise auf den Verlust. Because to me because to me you were unbreakable - wunderschön und sehr "sophisticated". "Stigmata" ist dann etwas beschwingter – eine Einladung zur Wanderung am Fluss, wo Geheimnisse ihres Entdeckers harren. Am Ende wird das Anfangsthema aus "The Weight" wieder aufgegriffen. "Blue Wide Open" ist eine erneut nachdenklich und fragil wirkende Akustikballade mit fantastischen Gitarren- und Gesangsmelodien – offen und weit treffen sie mitten ins Herz. "To the Ones who have failed" ist rockiger und bis zum Sieges-Even-typischen Mittelteil recht geradlinig. In "Lighthouse" wechseln wieder perlende, in sich ruhende Melodien mit kurzen, technisch verspielten Parts, variablem Gitarrenspiel und einer Flöte, die erneut diese leichte Schwermut heraufbeschwört, die hier in allen Songs angelegt ist. Am Ende sonar-artige Klänge, bis man in der letzten Sequenz den "Styx" überquert – in der griechischen Mythologie der Fluss, der das Reich der Lebenden von dem der Toten trennt. Der Song greift, ähnlich wie "The Weight", dass auch am Ende zitiert wird, noch einmal alle Elemente und Stimmungen auf, nutzt noch einmal alle technischen Stilmittel, vermischt sie, wie das Album selbst, zu einer stimmigen Gesamtästhetik.

"Quadratur des Kreises"? Ohne Frage ist eine große Leistung dieses Albums, in absoluter Stimmigkeit, in sich selbst ruhend verschiedene Stimmungen wie Freude und Trauer, stets geprägt von einer gewissen, sehr dezenten Grundmelancholie zu einem Gesamtbild zu vereinen. Gefühlte Neugier und Hoffnung der Jugend, Weisheit und Nachdenklichkeit des Alters, die Tiefe und Weite des Meeres, die Offenheit des Himmels – irgendwie lässt sich alles in diesem Album finden. Kartographie des Lebens, seiner Pole, verschlüsselt in einem musikalischen Ozean, der bei aller Eingängigkeit auch beim wiederholten Bereisen stets unverbraucht, frisch und klar wirkt...

Ein ästhetisches Kleinod des Progmetal, ein Kunstwerk, mit dem die Band nicht nur nach den Sternen navigiert, sondern nach ihnen greift, sie bereist wie die See – und den Hörer mitnimmt.

Anspieltipp(s): The Weight, Unbreakable
Vergleichbar mit: Fates Warning, OSI - aber klarer, heller
Veröffentlicht am: 30.9.2005
Letzte Änderung: 10.10.2013
Wertung: 12/15
Konstant sehr hohes Niveau. Geht ins Ohr, trifft ins Herz - und bleibt auch erstmal dort.

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Von: Thorsten Gürntke @ (Rezension 2 von 3)


Das erste Sieges Even Album, an dem ich mal nicht wirklich rumkritteln kann. Mit Steps und A Sense Of Change hat man seinerzeit 2 richtig gute "Kopf-Metal" Alben entworfen. Leider fiel ersteres dem grausigem Gesang zum Opfer und zweiteres kann ich persönlich mir auch nur manchmal anhören, weil mir manche Ecke und Kurve einfach ein Ritt zu viel darstellt. Dann der "Stilbruch" durch den Wechsel an der Gitarre. Mit dem Gitarristen Zenk (jetzt 7for4) veränderte sich der Sound von sperrig-getragen-kalt zu einem rasant-frickelig-kalt. Mir gefiel die zweite Spielart - auf Uneven und Sophisticated nachzuhören - dabei erheblich besser.

Und nun kommt, 14 Jahre nach A Sense Of Change doch tatsächlich dessen Nachfolger daher. Zenk ist nicht mehr dabei, dafür hat man mit Arno Menses den bisher besten Sänger der Bandgeschichte in seine Reihen geholt. Nicht zuletzt wegen seiner Stimme aber besonders auch durch die Art der Arrangements kommt ein Feeling auf, welches bei A Sense Of Change schon vorherrschte. Allerdings ist die von mir vorhin beschriebene Kälte beim 91er Album hier einer wohlig warmen und kuscheligen Soundwand gewichen. Ecken und Kanten hat das Album genug, doch sind diese jetzt gehobelt und es stehen eben keine Holzspäne mehr ab, an denen man sich reißen kann. Was mir ganz gut gefällt ist teilweise die Nähe zu Rush oder Fates Warning (Sequence VI hätte auch zu einem Album wie A Pleasant Shade Of Gray gepasst).

Was soll man groß umhin reden. Nachdem man die Band schon abschreiben konnte und zwischenzeitlich die Nachricht von der Auflösung die Runde machte, hat man nun ein echt gutes Scheibchen in der Tradition der ersten Alben rausgehauen. Daumen hoch, wenn mir die Frickelorgien auf Sophisticated und Uneven auch nach wie vor besser gefallen.

Anspieltipp(s): Sequence I
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 3.12.2005
Letzte Änderung: 3.12.2005
Wertung: 11/15

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Von: Thomas Kohlruß (Rezension 3 von 3)


Das Jahr 2005 neigt sich dem Ende entgegen und die Diskussionen über die Top10 des Jahres sind in vollem Gange. Da möchte ich schnell noch ein paar Worte zu einem Album loswerden, welches mir dieses Jahr besonders ans Herz gewachsen ist und sicherlich einen Platz in der vorderen Hälfte meiner persönlichen Top10 belegt.

Zuerst war ich ja ein bisschen verschnupft über die Tatsache, das Sieges Even "meinen" Riverside den "Tipp des Monats" streitig gemacht haben, aber "The Art Of Navigation By The Stars" hat diese Würdigung sicherlich verdient, wie kaum ein anderes Album.

Als ich hörte, dass uns Sieges Even wieder mit einem Album beehren, war ich skeptisch. Ich kannte nichts von der Truppe, waren die bisherigen Alben auch kaum noch erhältlich. Und wenn: Nach dem über die diversen Rezensionen transportierten Frickel-Image der Band hätte ich da kaum zugegriffen. Auch bei "The Art Of Navigation By The Stars" wollte ich mich eigentlich zurückhalten, bis, ja bis ich in den vorab veröffentlichten Teaser "The Weight" hineingehört hatte. Dieser so unendlich melodische und doch so heftig abrockende Song mit seinen geschickt eingestreuten Frickelparts raubte mir den Atem und sofort war das Album bestellt.

Und das Album kann diese Vorschusslorbeeren in jedem Fall locker bestätigen. Hochmelodische Musik mit heftigem Rock-Schmackes wird hier geboten. Das Ganze wirkt so luftig leicht und verspielt, dass man fast nicht mehr von ProgMetal sprechen möchte. Aber wenn man genau hinhört, dann werden einem schon die heftigen Riffs und die schwere, virtuose Rhythmusarbeit deutlich, welche die Verwurzelung im ProgMetal-Genre dokumentieren. Und diese Kombination aus spielerischer Leichtigkeit und profunder Härte ist das Geniale dieses Albums.

Sozusagen das I-Tüpfelchen ist der hervorragende Sänger Arno Menses. Er setzt dem Ganzen mit seinen vollen, hymnischen, epischen Gesangslinien noch die Krone auf.

Welch' ein Album, das sicherlich das ProgMetal-Album des Jahres 2005 darstellt. Von "The Weight" über "Unbreakable" bis "Stigmata" hält die erste Hälfte einen Kracher nach dem anderen bereit. Leider gerät mir die zweite Hälfte ab "Blue Wide Open" dann doch ein bisschen zu melodisch und zunehmend ruhig, so dass ich eine leicht abfallende Spannungskurve wahrnehme, die mich schliesslich bei der "Meisterwerk"-Wertung etwas zögern lässt. Aber es bleibt ein brilliantes Album, ein Höhepunkt in 2005 und eine Empfehlung für alle, die melodischen, atmosphärischen ProgMetal mögen.

Anspieltipp(s): "The Weight" ist für mich der Hammer des Albums, aber für einen ersten Eindruck ist "Unbreakable" viel typischer
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 28.12.2005
Letzte Änderung: 28.12.2005
Wertung: 12/15
"The Weight" alleine 14 Punkte

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Sieges Even

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1988 Life Cycle 13.00 1
1990 Steps 12.00 2
1991 A Sense Of Change 13.50 2
1995 Sophisticated 9.00 1
1997 Uneven 12.00 1
2007 Paramount 9.00 2
2008 Playgrounds 11.00 1

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