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Wicked Minds

From the Purple Skies

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2004
Besonderheiten/Stil: HardRock; Psychedelic
Label: Black Widow records
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Lucio Calegari guitar, vocals
Paolo "Apollo" Negri hammond organ, mellotron, synthesizer, piano, e-piano
J.C. lead & harmony vocals
Andrea Concarotti drums
Enrico Garilli bass

Gastmusiker

Patrizio Borlenghi flute

Tracklist

Disc 1
1. From the purple skies 6:08
2. The elephant stone 6:33
3. Drifting 7:41
4. Across the sunrise 8:53
5. Forever my queen 2:57
6. Rising Above 7:03
7. Queen of violet 6:20
8. Space Child 9:09
9. Gypsy 5:22
10. Return to uranus 18:14
Gesamtlaufzeit78:20


Rezensionen


Von: Ralf J. Günther @


Es gibt historisch eine unverkennbare Nähe zwischen Hardrock und Prog, woraus irgendwann der Progmetal wurde. Das verbindende Element war wohl nicht zuletzt die Virtuosität. Hardrocker, die ihr Instrument weltmeisterlich beherrschten, suchten nach größeren musikalischen Schwierigkeiten, als sie der pure Geradeaus-Rock bot - um sie desto triumphaler überwinden zu können.

Ferner gibt es eine Übereinstimmung in den Bilderwelten des Artworks und der Texte: Fantasy, Mythen, Könige, Monster, Drachen - kurz, ein selbstgebasteltes, namenloses Mittelalter fasziniert Teile der Progwelt ebenso wie viele Hardrocker und Metaller.

Und nicht zu vergessen: die Ambition. Deep Purple z.B. beschäftigten mit Jon Lord einen Keyboarder, der sich an ausladenden Orchesterwerken versuchte. Zwischenzeitlich ziemlich in Verruf geraten, haben solche Rock meets Classic-Projekte heute wieder eine gewisse Konjunktur.

Grund genug also, die Ohren aufzusperren, wenn eine Band sich einerseits auf das Erbe von Bands wie Deep Purple, Warhorse, Uriah Heep u.v.a. beruft, andererseits aber explizit auch psychedelische und progressive Elemente bieten will. Wicked Minds sind eine solche Band (sie covert übrigens auf ihrer CD "Gypsy" von Uriah Heep und "Forever my queen" von Pentagramm.)

Das Album heißt "From the Purple Skies". Nomen est omen. Deep Purple-Fans werden dabei ganz gewiss auf ihre Kosten kommen, denn die alte 70er Jahre-Hardrocktradition lebt hier fort, als ob es die letzten 30 Jahre gar nicht gegeben hätte. So wie Wobbler den klassischen Prog, reanimieren Wicked Minds den klassischen Hardrock so perfekt, dass die (italienische) Kopie vom (britischen) Original praktisch nicht mehr zu unterscheiden ist.

Doch wie sieht´s mit Prog und Psychedelik aus? Tatsächlich enden die 80 CD-Minuten mit einem "Longtrack" von 18 Minuten, in dem sich solche Elemente - wie auch über den Rest der Platte verstreut - finden. Sehr entscheidend sind sie aber nicht. So nahe an den Prog hatten sich jedenfalls in den 70ern von Hardrockseite auch schon Captain Beyond mit dem ehemaligen Deep-Purple-Mark-1-Sänger Rod Evans angenähert (an den mich der Wicked Minds-Sänger teilweise stark erinnert, obwohl er selbst sich eher in der Nachfolge von David Byron und Paul Rodgers sieht). Bei Wicked Minds kommen noch ein paar sanfte (und seltene) floydische Tupfer hinzu.

Meiner Ansicht nach liegt der Fall ähnlich wie bei Pursuit (auch wenn Wicked Minds keinen explizit religiösen Rock machen). Es handelt sich um angeproggten Hardrock, kaum um mehr. Die Seelenverwandtschaft, die viele Musiker und Hörer aus beiden Stilrichtungen verspüren, sollte nicht die Gehörgänge verstopfen: Gruppen wie Pursuit und Wicked Minds verwenden nicht die gleichen musikalischen Mittel wie diejenigen Progbands, die sich wirklich Komplexität auf die Fahnen geschrieben haben (und das auch umsetzen).

Aber das ist natürlich noch kein musikalisches Werturteil. Fassen wir es so: Progpuristen sind Wicked Minds kaum zu empfehlen. Für die erweiterte Klientel all jener, die den 70ern nachtrauern, ohne irgendwie modern sein zu wollen, ist dies aber ein Tipp, wie es wenige andere gibt. Die Umsetzung des Vorbilds gelingt instrumental und soundtechnisch in Perfektion. Selbst eine der größten Schwachstellen des Rocks, der Gesang, ist hier sehr ordentlich. Ansonsten muss jeder selbst entscheiden, ob er dem Genre des puren Nachahmungsrocks etwas abgewinnen kann.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 25.10.2005
Letzte Änderung: 7.11.2005
Wertung: 10/15
Aber es gibt viele Abzugsmöglichkeiten. Wegen Nichteinlösens des Proganspruchs, wegen Abkupferei. Je nach Belieben.

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Wicked Minds

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2006 Witchflower 10.00 1
2007 Live at Burg Herzberg Festival 2006 11.00 1
2011 Visioni, Deliri e Ilusioni 9.00 1

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