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Koenjihyakkei

Angherr Shisspa

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2005
Besonderheiten/Stil: Zeuhl
Label: Skin Graft Records
Durchschnittswertung: 12/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Yoshida Tatsuya Drums & voice
Sakamoto Kengo Bass & voice
Kanazawa Miyako Keyboards & voice
Yamamoto Kyoko Vocals
Komori Keiko Reeds & voice

Tracklist

Disc 1
1. Tziidall Raszhisst 7:17
2. Rattims Friezz 7:05
3. Grahbem Jorgazz 4:09
4. Fettim Paillu 7:48
5. Quivem Vrastorr 4:25
6. Mibingvahre 4:10
7. Angher Shisspa 6:37
8. Wammilica Iffirom 8:39
Gesamtlaufzeit50:10


Rezensionen


Von: Udo Gerhards (Rezension 1 von 3)


Ein neues Koenjihyakkei-Album ist ein Ereignis. Zum einen natürlich, weil es nur alle paar Jahre soweit ist: die letzte Studioscheibe "Nivraym" stammt von 2001 und die zwischenzeitliche Live-DVD von 2003. Zum anderen sind Koenjihyakkei-Platten (manchmal wird der Gruppenname übrigens auch "Koenji Hyakkei" geschrieben, falls sich jemand auf eine Online-Suche begibt) immer auch ein musikalisches Ereignis. Eins? Was sag ich? Etliche pro Album.

Das ist auch bei "Angherr Shisspa" nicht anders, obwohl Schlagzeuger und Bandchef Tatsuya Yoshida den Grundsound gegenüber den letzten beiden Alben deutlich verändert hat. OK, immer noch gibt es Retro-Zeuhl in technischer Perfektion, der von fetten Riffs getragen, von Yoshidas explosiv-hyperaktivem, aber fetten Schlagzeug-Spiel vorangetrieben und durch hysterische Vokalisen in einer Geheimsprache verziert wird.

Aber die volle Power-Breitseite von "Nivraym" und vor allem "II" ist einem jazzigeren Ansatz gewichen, der manchmal fast an eine Vermählung von Zeuhl und Canterbury-Sound denken lässt. Einige etwas ruhigere und schrägere Passagen verraten vielleicht auch einen deutlicheren RIO-Einfluss. Die Arrangements sind luftiger, die Chöre nicht mehr ganz so massiv, dafür der dominierende Frauengesang deutlich opernhafter. Es kommt viel mehr akustisches Piano zum Einsatz, und vorbei sind die Zeiten von High Rider Jins Bratzelgitarre. Stattdessen wurde mit Keiko Komori eine Holzbläserin integriert. Diese Änderungen, vor allem in den trötigen Sax-Passagen, lassen Koenjihyakkei stellenweise etwas stärker wie Magma klingen, allerdings als ob die Magma-Besetzung des Debütalbums Magma-Kompositionen von Mitte/Ende der Siebziger spielen würde. Auch Zao à la "Z=7L" sind dank der Kombination von jazzigem Zeuhl mit opereskem Frauengesang und Bläserklängen nicht allzu weit entfernt. Allerdings sind Koenji nach wie vor überdrehter, hektischer, seltsamer, eben japanischer.

Wer die früheren Koenjihyakkei-Scheiben kennt, wird sich hier trotz des veränderten Grundsounds sofort heimisch fühlen. Viele der Strukturen und kompositorischen Mittel (schräge synkopisierte Schläge, chromatisch-verzwirbelte Riffs und Co.) sind ähnlich wie bisher. Yoshida vermeidet aber eben die "Alles klingt gleich"-Falle, indem er diese Zutaten deutlich anders anrührt als bisher. Das ist vielleicht nicht mehr ganz so spaßig und überzogen, comic-haft wie bisher, aber musikalisch nicht weniger befriedigend und vielleicht sogar etwas abwechslungsreicher (siehe die von Klavier und Klarinette verströmte schräge Neuklassik des Beginns von "Fettim Paillu", asiatische Ethno-Anklänge kombiniert mit freejazzigem Pseudo-Chaos in "Mibingvahre" oder fast an Renaissance-Musik - die Epoche, nicht die Gruppe - erinnernde Linien in "Quivem Vrastorr").

Dazu kommt als positive Meldung, dass auch die Produktion - passend zu den veränderten Arrangements - diesmal etwas weniger schwammig-dröhnend als etwa auf "Nivraym", dafür sehr durchsichtig und trotzdem fett geraten ist. Und die bizarren Texte gibt's im Booklet zum Mitlesen und Mitsingen. Also: Zugreifen! Denn Koenjihyakkei-Alben scheinen eine Tendenz zu haben, irgendwann ausverkauft zu sein, aber nicht mehr neu aufgelegt zu werden. Also auch zukünftiges Sammlerstück.

Anspieltipp(s): Vorne anfangen
Vergleichbar mit: Magma, irgendwie, manchmal
Veröffentlicht am: 27.10.2005
Letzte Änderung: 28.10.2005
Wertung: 11/15
Tendenz zur 12

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 2 von 3)


Udo hat - wie immer - ganz recht: Ein wundervolles Album. Es fällt derart perfekt in die Kategorie "Was ich schon immer mal George Bush UND Osama Bin Laden schenken wollte", daß ich diese Kategorie extra für dieses Album erfinden mußte. Das ganze Leben ist kompliziert, also warum sollte es die Musik nicht auch sein - wenn man auch hier, wie mir scheint, die Hirnwindungen der Hörer stellenweise nicht ganz so beansprucht wie auf früheren Werken. Der Jazzeinfluß und die klanglichen Bereicherungen sind sehr wohltuend (von Letzterem könnte sich manche japanische Band eine Scheibe abschneiden), nur fehlt mir hie und da die Massivität von "Nivraym". Und auch wenn Koenjihyakkei auf "Angherr Shisspa", da hat Udo recht (hab ich's nicht gesagt?) etwas - hm - ernsthafter (?) zur Sache gehen, ich liebe diese japanische Art, dem Klischeehaften allzu nah zu sein, die auch hier zum Glück nicht ganz aufgegeben ist. Herrlich!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Zao, Magma
Veröffentlicht am: 20.1.2006
Letzte Änderung: 20.1.2006
Wertung: 13/15
Wer Jacksons "King Kong" mochte, mag auch dieses Album

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 3 von 3)


Hier kann ich meinen Vorrednern nur zustimmen, wobei ich allerdings keine Vergleiche zu früheren Koenjihyakkei-Alben anstellen kann. Jedenfalls klingt "Angherr Shisspa" deutlicher nach den Zeuhl-Urvätern Magma als Ruins, eines der (zahlreichen) anderen Projekte Yoshidas. Da ist zum einen das erweiterte Instrumentarium, zum anderen ist der Koenjihyakkei-Sound weniger punkig als der von Ruins, es geht doch tendenziell stärker in die "hymnische" Richtung. Hierfür sorgt nicht zuletzt auch der opernhafte Gesang, den ich anfangs etwas gewöhnungsbedürftig fand. Hinzu kommt, wie in den vorherigen Rezensionen schon erwähnt, ein deutlicher Jazz- und RIO-Einfluss.

Ein weiterer Leckerbissen für alle Zeuhl-Jünger!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 4.3.2006
Letzte Änderung: 4.3.2006
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Koenjihyakkei

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1994 Hundred Sights of Koenji 10.00 3
1997 II 13.00 2
2001 Nivraym 12.00 2
2003 Live at Star Pine's Cafe (DVD) 12.00 1
2006 Live at Doors (DVD) 11.00 1
2008 070531. Live at Starpine's Cafe 13.00 1

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