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27619 Rezensionen zu 19129 Alben von 7440 Bands.
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Kate Bush

Aerial

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2005
Besonderheiten/Stil: ArtPop
Label: EMI
Durchschnittswertung: 10.8/15 (5 Rezensionen)

Besetzung

Kate Bush Piano & Keyboards
Peter Erskine drums
Stuart Elliott drums
Steve Sanger drums
Eberhard Weber bass
John Giblin bass
Del Palmer bass
Bosco D`Oliveira percussion
Dan McIntosh electric & acoustic guitars
Gary Brooker hammond organ, backing vocals
Rolf Harris Didgeridoo
Lol Creme backing vocals
Paddy Bush backing vocals
Michael Wood vocal on "a coral room"
Chris Hall accordion
Richard Campbell, Susan Pell viols
Eligio Quinteira renaissance guitar
Robin Jeffrey renaissance percussion

Tracklist

Disc 1
1. King Of The Mountain 4:56
2. Pi 6:12
3. Bertie 4:21
4. Mrs. Bartolozzi 6:01
5. How To Be Invisible 5:35
6. Joanni 4:58
7. A Coral Room 6:14
Gesamtlaufzeit38:17
Disc 2
1. Prelude 1:26
2. Prologue 5:42
3. An Architect`s Dream 4:50
4. The Painter`s Link 1:36
5. Sunset 5:59
6. Aerial Tal 1:01
7. Somewhere In Between 5:01
8. Nocturn 8:34
9. Aerial 7:53
Gesamtlaufzeit42:02


Rezensionen


Von: Jörg Schumann @ (Rezension 1 von 5)


Zwölf lange Jahre hat Kate Bush sich mit diesem Album Zeit gelassen. Zwölf Jahre, in deren Verlauf ich immer weniger daran geglaubt habe, dass es nach The Red Shoes noch ein weiteres Album von ihr geben würde. Und jetzt halte ich "Aerial" in den Händen. Und es ist, als ob sie nie weggewesen wäre. Als ob die Zeit stillgestanden hätte.

Der Appetizer "King of the Mountain" hat mir in den letzten Tagen schon den Mund wässrig gemacht und ist, welch Wunder, in den britischen Single-Charts gar von 0 auf Platz 4 eingestiegen. Das ist Kate Bush meines Wissens auch noch nicht passiert und zeigt letztlich, wie sehr man auf dieses Album gewartet hat. Diese Chart-Platzierung ist umso überraschender, als die Hommage an Elvis kaum Hitcharakter besitzt.

Und jetzt ist "Aerial" da. Ich nehme es vorweg: ein wundervolles Album. Einer der musikalischen Höhepunkte des ausklingenden Jahres.

Es ist, als wäre die Zeit stehengeblieben. Da ist sie wieder: die vielschichtige, wandelbare, mal warme, mal schrille Stimme. Da sind die zarten Pianomelodien, die Streicher, die "Trio Bulgarka"-Chöre.

"Aerial" ist zeitlos, ist wie ein Monolith, wie etwas, das schon immer da war und das überdauern wird. Nur ganz selten meint man zarte Tupfer der Musik des 21. Jahrhunderts zu hören. Ansonsten ist das einfach Kate Bush, ein Album, das sich fast nahtlos an die früheren Werke anschliesst.

Kate Bush hat ihr achtes Studioalbum in zwei Teile gegliedert. Die erste CD des Doppelalbums trägt die Überschrift "A Sea Of Honey", CD 2 heißt "A Sky Of Honey". Dabei erscheint mir vor allem der Honighimmel wie eine grosse Suite ineinander überleitender Themen.

Das Honigmeer beginnt mit der erwähnten Singleauskopplung "King Of The Mountain", einem fliessenden, wohlig-einlullenden Oeuvre, welches seine Faszination vor allem aus einer sich durch das ganze Stück ziehenden, monotonen 4er-Tonfolge bezieht. Man erinnere sich in diesem Zusammenhang an die Pianolinie in "Life`s What You Make It" von Talk Talk.

Das ruhige "Pi" besteht im wesentlichen aus sanften, stakkatoartigen, wabernden Keyboardakkorden, einem electronic-bass und der darüber schwebenden Stimme der Protagonistin. "Bertie" ist eine Liebeserklärung an ihren Sohn. Eine Mischung aus folkloristischem Tanz, vorgetragen mit akustischer Gitarre und Cello, und zerbrechlicher, zarter Ballade. Das Stück leitet mit einem Pianointerludium über in "Mrs. Bartolozzi", ein Liebeslied über eine Waschmaschine.

Ehrlich: von 100 Liebesliedern kann ich mit 95 nichts anfangen. Dieses allerdings ist klasse.

Nach dem beinahe schon rockigen "How To Be Invisible" nimmt sich Kate Bush der Johanna von Orleans an. Und sie schafft es, in diesem Stück sowohl das Kämpferische und die Siegeszuversicht des Bauenmädchens aus der französischen Provinz, als auch das tragische Element zu vereinen. "A Coral Room" schliesslich ist eine herrlich-schöne Ballade im Stile von "Hello Earth" oder "This Woman`s Work".

Alleine diese sieben Perlen hätten schon gereicht, und ich wäre glücklich gewesen. Doch es kommt noch besser. Der Honighimmel macht aus einem sehr guten ein ausgezeichnetes Album.

Prologue ist ein erstes Highlight. Wieviel Stimmung, wieviel Gefühl und Gänsehaut man mit einem Klavier, einem Bass und einer begnadeten Stimme erzeugen kann... Mir fehlen die Worte. Kate erzählt Geschichten, von Architekten und Malern, erzählt in ruhigen, beruhigenden, fliessenden, schlichten und schönen Melodien. Melodien, in welchen man sich verlieren kann, in welche man ein- und aus welchen man nicht mehr auftauchen möchte. Und dazwischen platziert sie immer wieder Vogelstimmen, pure Lebensfreude verkörpernd, vermischt mit fröhlichen, unbeschwerten Kinderstimmen.

Das Album nähert sich seinem Höhepunkt. Aus dem erst ruhigen, einen umgarnenden "Sunset" wird ein Samba. In "Aerial Tal" singt Kate dann verschiedene Vogelstimmen, zwitschert gewissermassen mit den gefiederten Zeitgenossen um die Wette.

Mit "Somewhere In Between" beginnt das lange Finale. Der Tag, der mit Prologue begann und eben den Sonnenuntergang sah, geht langsam zu Ende. "Nocturn" beginnt wie ein sanftes Gute-Nacht-Lied, um dann in einen monotonen, vom Bass getragenen Groove zu wechseln, über welchem Kate betörend zu singen beginnt. Im Titelstück schliesslich gewinnt das Ganze noch an Intensität, gipfelt in abwechselndem Vogelgezwitscher und Lachen von Kate, unbeschwert, lebenslustig, glücklich, um schliesslich abrupt zu enden und den Vögeln das Feld und den Schluss zu überlassen.

Kate Bush hat mit "Aerial" ihr reifstes Werk geschaffen. Die Musik hat ein Selbstverständnis, strahlt aus einer inneren Ruhe und Gewissheit heraus eine Kraft aus, die einem das Gefühl gibt, die Frau sei angekommen, habe ihr absolutes Glück gefunden.

Kritikpunkte? Für mich gibt es keine. Dass ich nicht die Höchstnote vergebe liegt daran, dass die Musik nicht revolutionär neu ist und das Album den "Test Of Time" noch bestehen muss. Ansonsten: Kaufpflicht!

Anspieltipp(s): Alles....., immer und immer wieder!
Vergleichbar mit: Kate Bush
Veröffentlicht am: 7.11.2005
Letzte Änderung: 3.8.2011
Wertung: 13/15
Das Warten hat sich gelohnt!

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Von: Christian Rode @ (Rezension 2 von 5)


Kate Bush hat mit Aerial ein reifes Alterswerk voll heiterer Gelassenheit geschaffen. Nach zwölf (!) Jahren ist das Verlangen nach einem neuen Meisterwerk unter den Fanboys groß, vielleicht zu groß, zumal das Vorgängeralbum Red Shoes - meiner Meinung nach übrigens zu Unrecht - gemeinhin eher als mittelmäßig eingestuft worden war.

Die Grundstimmung des Albums ist entspannt, auch bei den etwas lebhafteren Stücken. Und Kate Bushs Gesang ist weit entfernt von der sich überschlagenden Kicksigkeit ihrer Jugend. So ist Aerial auch gesanglich ein Album, das positiv gestimmt ist und in sich ruht. Insgesamt ist es äußerlich betrachtet daher zunächst eher überraschungsarm und gleichmütig.

CD 1 (A Sea of Honey) ist dabei für mich die schwächere CD, denn sie zeigt einige Längen. Insbesondere Pi über die gleichnamige Zahl (mit feinem Bassspiel), Mrs. Bartolozzi über die neue Waschmaschine (warum nicht auch Songs über den Hausfrauenalltag?) und A Coral Room über Kindheitserinnerungen plätschern schon etwas langatmig daher. King of the Mountain ist eine mäßig packende Hitsingle im Reggae-Rhythmus, Bertie ein wirklich nettes kleines Tänzchen über Kate Bushs Sohn Bertie und How to be invisible ein poppig-spinnertes Liedchen. Der Höhepunkt der 1. CD ist aber eindeutig Joanni über die Jungfrau von Orleans, der sich bereits so effektvoll intensiviert, wie es insgesamt bei der 2. CD der Fall ist.

CD 2 (A Sky of Honey) beginnt noch etwas fahrig, aber das liegt in der Konzeption der CD begründet. Erst mit Sunset, das sich in treibende Latino-Rhythmen steigert, beginnt die CD wirklich zu fesseln und bietet mit Somewhere in Between einen samtig-frischen Pop mit einem der wenigen nennenswerten Refrains des Albums. Die CD findet in Nocturn ihren ergreifenden Höhepunkt, um mit dem Titelsong Aerial noch sanft rockend auszuklingen. Das ist in der Tat "großes Kino für die Seele".

Schön übrigens auch, dass Gary Brooker an der Hammond und Lol Creme bei den Backing Vocals zu hören sind.

Aerial entfaltet vor allem auf der 2. CD seinen ganz speziellen, unter die Haut gehenden Charme.

Anspieltipp(s): Joanni, Nocturn
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 8.11.2005
Letzte Änderung: 13.3.2012
Wertung: 10/15
CD 1: 10, CD 2: 12

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Von: Andreas Pläschke @ (Rezension 3 von 5)


Ich hoffe, es gibt irgendwann eine Besprechung einer weiblichen Schreiberin, denn alle männlichen scheinen beim Hören dieser CDs von Pheromonen überwältigt zu werden ;->>

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Nur, mir geht es nicht anders - seit Tagen lege ich (fast) nix anderes mehr in den Player, CD 2 eignet sich hervorragend bei der morgendlichen Fahrt zur Arbeit, wenn die Sterne noch funkeln und die Dämmerung langsam einsetzt.

Aber, um mal etwas mehr Distanz zu schaffen: Kate spielt auf diesem Album für meine Ohren fast unplugged. Vergangen sind die Zeiten mit vollgefüllten 64 Spuren. Hier herrschen das Klavier und die Stimme vor. Alles andere bleibt dezent und "nur" unterstützend. Dadurch "fehlen" Widerhaken, die mich bei meiner Lieblingsplatte "The dreaming" immer wieder in den Bann ziehen.

Auf der anderen Seite gewinnt die Stimme durch den vorhandenen Freiraum eine Präsenz, die sie bisher nie hatte. Dies ist besonders auf der ersten CD zu bemerken während die zweite dieses "Unplugged"- Konzept stärker mit ihrer Vergangenheit verbindet. Hier gibt es mehr Soundexperimente - besonders sei ""Arial tal" zu nennen - Kate zwitschert mit den Vögeln, für mich hätte das Stück noch länger sein können. Höhepunkte sind die letzten beiden Titel "Nocturn" und "Aerial". Beim ersteren läßt sie es wunderbar swingen, beim letzteren rocken. Und zu meiner Freude gibt es bei beiden auch wieder mehr "Vertracktes" zu hören.

Was bleibt als Resümee: Dieses Jahr wird in meine Progsammlung als Jahr der Comebacks eingehen: MAGMA, VdGG und nun Kate Bush. Alle drei führen meine Playingliste aus diesem Musikbereich an. Neben dem erwähnten "The Dreaming" ist das ihr Meisterwerk, nur "Ninth waves" kann da noch mithalten. Kate Bush auf dem Pfad zur "eingängigeren" Singer-/Songwriterin, vergißt dabei aber nicht ihre einmalige Musikalität. Besser als Jörg kann ich es auch nicht ausdrücken, daher hier als Zitat noch einmal:

"Kate Bush hat mit ´Aerial´ ihr reifstes Werk geschaffen. Die Musik hat ein Selbstverständnis, strahlt aus einer inneren Ruhe und Gewissheit heraus eine Kraft aus, die einem das Gefühl gibt, die Frau sei angekommen, habe ihr absolutes Glück gefunden." .. .. .. Und nun wieder zurück unter den Kopfhörer, Kate hören."

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 8.11.2005
Letzte Änderung: 9.11.2005
Wertung: 12/15
Als versuchte "objektive" Wertung, bei mir persönlich unbewertbar, bin Fanboy und schmachte.

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Von: Thomas Thielen (Rezension 4 von 5)


Hm.

Naja.

Aha.

Kate Bushs neue Platte also. Ich werde glücklicherweise beim Ansehen oder Anhören dieser Dame keineswegs von Pheromonausschüttungen durchgerüttelt. Trotzdem höre ich ihre Musik eigentlich sehr gern. Eigentlich, sage ich, und damit meine ich, dass man eigentlich gravierende Einwände gegen die positiven Kritiken haben müsste, die sich über Aerial ergießen. Denn eigentlich passiert nicht gerade viel.

Böse Zungen könnten behaupten, dass Frau Bushs ca. 0,7 Ideen pro Track einfach nicht reichen. Für die einen "fließt" die Musik daher, für die anderen ist es eine schier endlose Enttäuschung des Wartens auf das Aha-Erlebnis einer Auflösung, einer Pointe. Aerial, z.B., reitet eigentlich die ganze Zeit auf einem einzigen Ton rum. Nocturn wiederholt dasselbe Akkordfölgchen, und dieses ist nicht gerade originell (t-sP-t-sP...), minutenein, minutenaus.

Der Sound beschränkt sich auf Klavier plus ein bisschen was anderes. Das kann man als stimmig bezeichnen, als back to the roots, als Betonung des Songs und nicht des Klangs. Man darf aber auch nicht verwundert sein, wenn manchem Rezensenten schwant, es mangele an Ideen, sie vertraue vielleicht gar auf den Spät-Radiohead-Effekt: Ich bin Kunst, wer das nicht versteht, ist eh doof und out.

Dann gibt es auf CD1 ein wirklich nicht besonders geschmackssicheres Stück mit mittelalterlichem Arrangement. Muss das wirklich immer noch sein? Haben sich damit nicht schon genügend Bands Bankrott gesetzt? In dieselbe Schublade stecke ich das Vogelgezwitscher, das CD2 begleitet. Sie singt dazu, manchmal sind die Vogelstimmen mit einem Pitchshifter ihrer Stimme auch angeglichen (übrigens, zum Thema "Pitch Shifter" und "Stimme" auf Aerial schweige ich mal lieber still...), tontechnisch gar nicht schlecht, aber... so plakativ, so überdeutlich, so offensichtlich im Effekt für die Musik; so ein dicker Pinselstrich für die Message der Platte; so ein billiges Gimmick inmitten der oben angeführten Zurückhaltung.

Was machen wir jetzt damit? Trotz alledem mag ich die Platte, was ich vor allem auf den fesselnden Gesang, den grandiosen Bass´, das variantenreiche Piano und nicht zuletzt auf das phantasievolle Schlagzeug zurückführe (naja, bestimmt nicht auf die längst überholten 80er-01w-Keyboardsounds). Trotzdem beschleicht mich die Vermutung, dass wir diese Platte bald wieder vergessen würden... wenn nicht Kate Bush (=Kunst, Leute, KUNST!!!!) draufstünde. Für dieses eine Album noch mag das durchgehen (siehe auch unter S wie Sigur Ros), liebe Kate, aber beim nächsten brauchen wir wieder kompositorische Arbeit und nicht essayistische Sontagsspaziergänge.

So, jetzt hab ich die Platte ungefähr fünfzehn Male gehört... und ich nehme vieles zurück. Vor allem meinen vorsichtigen Ton! Die erste CD wirkt immer inspirationsloser, je öfter ich sie höre. Das Menuett wird immer mehr von Klischees durchwandert, Pi immer langweiliger, der Rest immer verschwommener und hoffnungslos überwiederholt, vielleicht in der Hoffnung auf eine Atmosphäre, die sich aber vor lauter Drängeln, sie möge sich einstellen, nur widerwillig und gähnend in den Kopfhörer zerren lässt.

CD2 hingegen ist besser, weil inmitten dieses Nicht-passiert-hier einfach bessere Ideen und greifbarere Motive vorherrschen. Gegen Ende wird dann auch noch einiges an Musik geboten, auch wenn Nocturn wieder zu lang ist (nicht am Ende, in der Mitte) und Aerial nicht ganz konsequent.

Irgendwie haben wir das bei Tori Amos alles schon mal besser gehört. Irgendwie muss ich auch an "des Königs neue Kleider" denken, wenn ich Aerial höre. Ich wiederhole meine These: Ohne den Namen Kate Bush wäre dieses Album bestimmt weniger abgefeiert worden.

Anspieltipp(s): Nocturn, Somewhere between...
Vergleichbar mit: Tori Amos goes Psychedelic
Veröffentlicht am: 10.11.2005
Letzte Änderung: 17.11.2005
Wertung: 8/15
CD1: 5, CD2: 10 und aufgerundet für unser aller Käthe

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 5 von 5)


In meiner Rezension zur Single zeigte ich mich bereits zuversichtlich, dass "Aerial" nicht enttäuschen würde, und das hat sich auch bewahrheitet. Erfreulich finde ich die vor allem auf CD 1 deutliche Tendenz zur reduzierten Instrumentierung, bis hin zu den reinen Klavierballaden wie "Mrs. Bartolozzi" oder "A Coral Room". So kommt der Gesang viel besser zur Geltung. Gerade "A Coral Room" finde ich einen der schönsten Songs auf "Aerial".

Auch das leicht mittelalterlich beeinflusste "Bertie" gefällt mir besser als meinem direkten Vorredner. "Haben sich damit nicht schon genügend Bands bankrott gesetzt?", heißt es da. Ja, nämlich genau die zahlreichen Bands, bei denen sich hinter dem Begriff "MIttelalter-Musik" lediglich simple Sauf-und-Gröhl-Lieder verbergen. Kate Bush zeigt hier, wie man mittelalterliche (eigentlich hier eher Renaissance-) Elemente weniger plakativ und dafür um so ausdrucksvoller in die Musik einbringt.

Auf CD 2 sind die Arrangements insgesamt etwas voller, aber keineswegs überladen. Gleichzeitig wird des öfteren mit modernen Elementen in Form Drum'n'Bass-inspirierter Rhythmen sowie diversen Soundexperimenten geflirtet. Höhepunkte sind hier das trippig-elektronische "Nocturn" und der überraschend rockige (verglichen mit dem Rest des Albums) Titelsong.

Alles in allem ein überzeugendes Comeback, mit dem ich eigentlich gar nicht mehr gerechnet hätte. Aber bitte nicht wieder 12 Jahre Pause bis zur nächsten CD!

Anspieltipp(s): A Coral Room, Nocturn, Aerial
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 13.11.2005
Letzte Änderung: 13.11.2005
Wertung: 11/15
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1993 The Red Shoes 6.67 3
2005 King of the Mountain (Single) 9.00 1
2011 Director's Cut 8.00 1
2011 50 Words For Snow 10.00 3
2016 Before The Dawn 12.00 2

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