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Grobschnitt

Jumbo

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1975 (deutsch betextete Version 1976; Repertoire-CD-Ausgabe enthält beide Versionen)
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog
Label: Brain - Metronome
Durchschnittswertung: 10.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Joachim Ehrig Schlagzeug
Gerd Kühn Gitarre
Stefan Danielak Gitarre, Gesang
Volker Kahrs Keyboards
Wolfgang Jäger Bass

Tracklist

Disc 1
1. Jupp / The Excursion of Father Smith 9:53
2. The Clown 6:42
3. Dream and Reality 5:28
4. Sunny Sunday's Sunset 11:27
5. Auf Wiedersehen 0:52
6. Jupp / Vater Schmidts Wandertag 9:52
7. Der Clown 6:49
8. Traum und Wirklichkeit 5:26
9. Sonntags Sonnabend 11:27
10. Auf Wiedersehen 0:53
Gesamtlaufzeit68:49


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 2)


Das dritte Grobschnitt Album erschien im Herbst 1975 zunächst in einer englischsprachigen Ausgabe, Anfang 1976 folgte eine Ausgabe mit deutschen Texten. Die kurze Spielzeit der Platte (knapp 35 Minuten) erlaubte es, beide Fassungen auf der CD Ausgabe unterzubringen, inklusive eines "mystery bonus track".

"Jumbo" besteht, abgesehen von zwei Klamaukstücken (die ich hier nicht als nebensächlich abtun will, schon gar nicht "Auf Wiedersehen"), im wesentlichen aus zwei langen und zwei kürzeren Stücken. Die beiden Seiten der Vinylausgaben unterscheiden sich in ihrer Stimmung recht deutlich. Die erste Seite ist ziemlich flott gehalten: "The Excursion of Father Smith" bzw. "Vater Schmidts Wandertag" ist typischer 70er Jahre symphonischer Prog mit satten, aber nicht bombastischen Keyboards, Gitarre im Steve Hackett Stil und dem unnachahmlichen Gesang von "Willi Wildschwein" (Stefan Danielak). "Clown" ist dagegen eher ein "normaler", sehr dynamischer Rocksong. Schändlicherweise fehlt der auf der Vinylausgabe die deutsche Version abschließende Rülpser!

Die zweite Seite hat dagegen eine schon fast elegische Atmosphäre. Besonders gefällt mir hier "Sunny Sunday's Sunset" / "Sonntags Sonnabend". Dieses Stück gehörte damals schon länger zum Live Repertoire der Gruppe, eine ältere Version findet sich auf einem Soloalbum von Schlagzeuger "Eroc". Vor allem die zweite Hälfte des Songs schlägt sehr melancholische Töne an. Natürlich muss es auch hier einen kleinen Gag geben: an einer Stelle schlägt Gitarrist "Lupo" den falschen Ton an, was ihm ein leises "Oh! Scheiße!" entlockt. Die deutsche Version ist übrigens keine Übersetzung, sondern hat einen vollkommen anderen Inhalt.

Ging es in "Sunny Sunday's Sunset" noch um eine verlorene Jugendliebe, ist "Sonntags Sonnabend" (ein zeimlich beknackter Songtitel, wie ich finde) eine fast schon deprimierende Betrachtung eines eintönigen Lebens. Zeilen wie "das Jahr frisst die Wochen wie die Wochen die Tage / bis eines Tages dein Leben erlischt" sind für Grobschnitt doch ziemlich ungewöhnlich. Auffällig ist übrigens, wie sich Willi Wildschweins Gesang in den beiden Fassungen dieser Platte unterscheidet. Sein englischsprachiger Gesang klingt deutlich angestrengter und oft irgendwie "gepresst", in der deutschen Version klingt er viel entspannter.

Zum Schluss gibt es dann noch das kurze Klamaukstück "Auf Wiedersehen", das in den beiden Versionen unterschiedlich (aber beide Male in deutsch) betextet wird. Hinter dem oben erwähnten "mystery bonus track" verbirgt sich schließlich ein kurzer Kommentar von Schlagzeuger "Eroc" zur Remaster Ausgabe von "Jumbo". Eigentlich nix Essentielles, aber Erocs Sprechweise hat doch immer wieder hohen Unterhaltungswert.

Anspieltipp(s): The Excursion of Father Smith, Sunny Sunday's Sunset
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 2.5.2002
Letzte Änderung: 15.12.2003
Wertung: 11/15

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Von: Piotre Walter @ (Rezension 2 von 2)


Unter dem Namen „Black & White“ sollen alle Alben der deutschen Progrock- bzw. Krautrock-Legende „Grobschnitt“ als Doppel-Vinyl-Ausgaben erneut veröffentlicht werden. Den Anfang machten „Grobschnitt“, das Debutalbum, und „Ballermann“. Jetzt folgt die Ausgabe des dritten Streiches: „Jumbo“ – das Album, das 1975 zuerst in englischer Sprache und 1976 dann auch mit deutschen Texten und Gesang veröffentlicht wurde. Dieses Mal startet die Wiederveröffentlichung mit der deutschen Version.

Der Name der Reihe „Black & White“ ergibt sich aus der Zweiteiligkeit: Das ursprüngliche Album, remastered, auf der schwarzen LP - die weiße LP enthält dann als Bonus zusätzliche Liveaufnahmen. Ein schöner Zug, da Grobschnitt eine hervorragende Liveband waren und inzwischen wieder sind. Auch bei Jumbo zeigt sich, dass die Liveversionen druckvoller sind.

Das Album startet mit dem Song “Vater Schmidt's Wandertag“ einer schaurig-schönen Zukunftsfantasie von einer blitzsauberen Plastikwelt. Schon die erste Minute präsentiert das für Grobschnitt typische treibende Zusammenspiel von Bass und Schlagzeug. Darüber legen sich weiche, elegische Gitarrenklänge und Solis, spacige Keyboards sowie der unverwechselbare Gesang von Stefan Danielak mit seinem starken Vibrato. Vor allem die langen Stücke besitzen Merkmale des symphonischen Progs, aber auch eine Verwandtschaft zu Longtracks von Pink Floyd.

Das überwiegend ruhige Stück Traum & Wirklichkeit“ erinnert mich textlich und musikalisch an die Band Novalis. Aus ähnlichem Holz geschnitzt, ist der andere short track „Der Clown.“


Das stärkste Stück ist der abschließende elegische Longtrack: „Sonntags Sonnabend“ mit seinem durchaus aktuellen, sozialkritischen Text:



Kaum jemand traut sich zu sein wie er mag
In Kirchen zu lachen,
zu rülpsen am Sarg
Ihr alle tut so, als spürt ihr den Sinn
Doch ihr spürt gar nichts,
ihr döst nur dahin



Nicht ein Wort Zeigt die Gedanken
(Oh Scheiße)
Kaum ein Licht Weist diesen Weg
Niemand lehrt uns zu durchbrechen Tausend Schranken
Die man schon In Kinder legt



Wegen des nicht geringen Preises, der für diese feine Luxusausgabe mit Gatefold-Cover, zwei 180 gr LPs und mehrseitigem Booklet durchaus angemessen ist, vermutlich eher was für echte Fans und Vinyl-Freaks.



Ihr Meisterstück sollten Grobschnitt mit "Solar Musik Live“ dann drei Jahre später veröffentlichen.

Anspieltipp(s): Sonntag's Sonnabend, Sonnenflug
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 23.9.2017
Letzte Änderung: 24.9.2017
Wertung: 10/15
für die Musik 10, für die schöne Remastered-Vinylausgabe mehr...

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Grobschnitt

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1972 Grobschnitt 10.33 3
1974 Ballermann 11.33 4
1977 Rockpommel's Land 10.50 4
1978 Solar Music Live 13.50 2
1979 Merry-Go-Round 9.00 1
1980 Volle Molle 8.00 1
1981 Illegal 8.00 2
1982 Razzia 6.00 3
1984 Kinder und Narren 1.00 1
1985 Sonnentanz 10.00 1
1987 Fantasten 1.50 2
1990 Last Party - Live 5.00 1
1994 Die Grobschnitt Story 11.00 1
1998 Die Grobschnitt Story 2 10.00 1
2002 The History of Solar Music Vol. 1 12.00 3
2002 The History of Solar Music Vol. 2 12.33 3
2002 The History of Solar Music Vol. 3 11.67 3
2003 The History of Solar Music Vol. 4 12.67 3
2003 Illegal Tour 1981 Complete 12.00 2
2004 The History of Solar Music Vol. 5 9.50 2
2004 Die Grobschnitt-Story 5 12.00 2
2006 Die Grobschnitt Story 6 - Rockpommel's Land And Elsewhere 12.00 2
2006 The International Story 12.00 1
2007 Grobschnitt Live (1/2007) 11.00 1
2007 Grobschnitt Live (2/2007) 10.00 1
2008 2008 Live 9.00 1
2008 Grobschnitt Live (1/2008) 12.00 1
2010 Die Grobschnitt Story 0 10.00 1
2010 2010 Live 11.00 1
2013 Symphony Live 2012 10.00 1
2015 79:10 14.00 1
2016 Solar Movie 13.00 1

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