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24836 Rezensionen zu 17011 Alben von 6632 Bands.
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Grobschnitt

Illegal

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1981 (Remaster-Ausgabe mit Bonustiteln 2008/Doppel-LP-Remaster-Ausgabe 2018)
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog; Krautrock; Rock / Pop / Mainstream
Label: Brain/Vertigo/Universal
Durchschnittswertung: 9/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Joachim Ehrig Schlagzeug, elektronische Effekte
Gerd Kühn Gitarre
Stefan Danielak Gesang, Gitarre
Volker Kahrs Keyboards
Milla Kapolke Gesang, Bass, Gitarre
Rainer Loskand Gesang, Percussion

Tracklist

Disc 1
1. The Sniffer 5:28
2. Space-Rider 4:49
3. Mary Green 8:20
4. Silent Movie 3:15
5. Joker 4:54
6. Illegal 8:12
7. Simple Dimple 4:42
8. Raintime 4:16
9. Illegal   (Bonustitel, live 1981) 11:30
10. Silent Movie   (Bonustitel, alt. Mix) 3:28
11. Raintime   (Bonustitel, alt. Mix) 4:16
Gesamtlaufzeit63:10
Disc 2
1. Mary Green   (Live LP der 2018-er Neuauflage) 8.15
2. The Sniffer 8.13
3. Du schaffst das nicht 9.20
4. Vater Schmidt 10.20
5. Simple Dimple 5.30
6. A.C.Y.M. 6.46
Gesamtlaufzeit48:24


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 3)


"Illegal" setzt die auf "Merry-Go-Round" begonnene Tendenz zu kompakteren Songs fort, fast alle Titel haben hier normale Längen. Auch musikalisch geht es etwas einfacher zur Sache, dennoch ist "Illegal" ein sehr abwechslungsreiches Album geworden. So gibt es mit "Space-Rider" einen krachenden Rocker (das dünne Stimmchen von Ko-Sänger "Toni Moff Mollo" wirkt hier schon fast parodistisch), romantische Akustik Titel wie "Silent Movie", aber auch Reminiszenzen an den symphonischen Prog der 70er wie "The Sniffer" und "Simple Dimple". Aber auch diese Songs sind eine Spur einfacher gestrickt als auf früheren Grobschnitt Platten. Negativ fällt der abschließende Song "Raintime" auf, da etwas zu süßlich-klebrig gemacht.

Insgesamt noch ein ganz ordentliches Werk, von Grobschnitts Studioalben der 80er sicherlich das beste.

Anspieltipp(s): The Sniffer, Simple Dimple
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 3.5.2002
Letzte Änderung: 3.7.2003
Wertung: 8/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 3)


Im Dezember 2008 erschien Illegal in einer Remaster-Ausgabe mit Bonustiteln. Für das Remastering war wieder Eroc persönlich zuständig, der Klang ist also wieder hervorragend: glasklar, druckvoll und dennoch nuancenreich. Die Aufmachung entspricht der des einige Wochen zuvor neu erschienen Ballermann: schmuckes Klappcover, dazu ein lesenswertes Beiheft, das einige Hintergrundinfos zur Entstehung des Albums enthält. So erfährt man beispielsweise, dass Eroc die Einnahmen aus seinem Überraschungshit Wolkenreise (siehe Eroc 3) in ein topmodernes Studio investierte, das in der Scheune eines von der Gruppe angemieteten Bauernhofes eingerichtet wurde; und da der Bauernhof weitab jeglicher Siedlung lag, schleppte man des öfteren Instrumente und Verstärker ins Freie, um dort spontan aufzuspielen. Da wäre ich gerne mal heimlicher Zuschauer gewesen...

Als Bonus gibt es zum einen eine Liveversion des Titelsongs, aufgenommen am 2. April 1981 bei einem Konzert in Koblenz, sowie zwei Alternativmixe. Bei dem von Silent Movie bin ich aber nicht sicher, ob das nicht doch eher eine Liveaufnahme ist, es klingt zumindest so, auch wenn kein Publikum zu hören ist; bei Raintime ist der Fall dagegen klar, hier sind noch ein paar Gitarrenspuren dazugekommen (der Song ist praktisch nur mit Akustik-Gitarren instrumentiert), deren Mandolinen-ähnliches Tremolo den Song noch ein gutes Stück süßlicher klingen lässt.

Auch in diesem Fall sei den Besitzern der alten CD-Ausgabe zum Umstieg geraten!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 5.12.2008
Letzte Änderung: 1.4.2009
Wertung: keine s.o.

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Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 3 von 3)


Grobschnitts Black & White-Vinylserie geht weiter, diesmal mit „Illegal“ von 1981, das unter den Grobschnitt-Experten gewissermaßen als Übergangsalbum zwischen dem Prog der 70er und dem darauffolgenden, in jeder Hinsicht Prog-freien Musizieren gilt, das Grobschnitt auf den darauffolgenden Alben ihren alten Fans zumuteten.

Aber 1981 war es noch nicht soweit, dass sich die Fans enttäuscht abwenden würden. Zu der Vinylserie gehört bekanntlich auch ein reichlich bebildertes, 9-seitiges Heft im LP-Format, das eine Fülle an Lesestoff, vor allem in Form von gescannten Zeitungsartikeln, bietet. Meistens sind diese sogar vollständig abgebildet und damit lesbar und informativ. Dort erfahren wir, dass Grobschnitt im Gegensatz zu vielen Kollegen 1981 steigende Zahlen von Konzertbesuchern vermelden konnten.

Dieser Erfolg liegt laut Presse nicht nur an der Musik von „Illegal“, sondern auch an der einfallsreichen Show mit der einzigartigen Atmosphäre, Humor in Gestalt alberner Sketche inklusive. Das zehnjährige Bandjubiläum und die vorausgegangene eineinhalbjährige Tourneepause mögen auch eine gewisse Rolle bei den überwältigenden Zuschauerzahlen gespielt haben. Die versammelte Journaille berichtet zudem etwas von einem mindestens dreistündigen Spektakel, von „Rock mit Rahmenprogramm“. Laut weiterer Artikel wird die Gruppe erst nach 90 Minuten richtig warm. Am Ende gehörte die „Illegal“-Tour zu den beliebtesten Tourneen in der Geschichte der deutschen Rockmusik.

Wie üblich bei der von den vereinigten Kräften von Vertigo, Capitol und Universal Music Group veröffentlichten Grobschnitt-Vinylserie gibt es das Studio-Original als schwarze und die Live-Aufnahmen als weiße Langspielplatte.

Die schwarze Langrille mit dem Originalalbum von 1981 lässt den vorbildlich kristallklaren Klang aus den Boxen strömen, als wäre das Album etwa 2018 aufgenommen worden. War ja klar, ist schließlich remixt und remastert von Eroc himself. Im Gegensatz zu den vorigen Platten wollte man diesmal „ein wenig locker, nicht so sauber und clean“ klingen und zudem sowieso etwas Neues versuchen. NDW und Punk machten solche Trends offenbar ansteckend. Die Musik des Albums verbindet also den damaligen Trend zur Einfachheit und Bodenständigkeit mit den Elementen des symphonischen Prog, der die Band ursprünglich populär gemacht hat. Der Albumtitel wurde durch eine wahre Geschichte inspiriert, in der die Stadt Dortmund den Auftritt von zwei Straßenmusikern als illegal einstufte und verbot.

„Illegal“ wird von Leuten, die es wissen müssten, als das möglicherweise abwechslungsreichste Album von Grobschnitt bezeichnet. Es gibt also Anklänge an den symphonischen Prog („The Sniffer“, „Mary Green“), harten Rock (ein Textausschnitt: „Die Zündapp unter’m Arsch, it make me feel so gladiou, There’s nothing to confess, forget about Mum and Dadiou“) sowie einen auf mich etwas seicht wirkenden Instrumental-Hit, passend zur Entspannung vor den Tagesnachrichten im Radio („Silent Movie“, wurde auch als Single veröffentlicht).

Auf der zweiten LP-Seite geht es weiter mit der Abwechslung bis zum Abwinken: auf das (gegen Ende mit Sympho-Prog-Stimmungen versehene!) Neue Deutsche Welle-Pop-Rock-Instrumental „Joker“ folgt die schräge Rock-Comedy des Titelstücks (zusammen mit einem kleinen Space-Jam mittendrin). Als Abschluss gibt es den mit kurzen Kirmes-Einwürfen versehenen, progressiv eingefärbten Rock („Simple Dimple“) und die folkige Ballade „Raintime“.

Wie die Konzertaufnahmen auf der weißen LP belegen, verbanden die Auftritte – ähnlich der Studioscheibe - alte und neue Trends, alles natürlich mit der Prise des Grobschnitt-Humors gewürzt. Rockiges, Folkiges, Humoriges sowie Progressives (in diesem Fall das Grobschnitt-Evergreen „Vater Schmidt“ und zwei Stücke aus der LP „Merry-go-round“) – auf der weißen Konzert-Scheibe alles in erstklassiger Klangqualität - ergaben zusammen ein vielseitiges Programm. Wie die Presse es schon versprochen hat.

Wer also Grobschnitt auch in dieser speziellen „Übergangsphase“ zu schätzen weiß (oder zusammen mit den zur gleichen Zeit entstandenen Konzertausschnitten kennenlernen möchte) und zudem einen Plattenspieler besitzt, der sollte die vorliegende Doppel-LP-Version schnellstmöglich bestellen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 27.3.2018
Letzte Änderung: 27.3.2018
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Grobschnitt

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1972 Grobschnitt 10.33 3
1974 Ballermann 11.33 4
1975 Jumbo 10.67 3
1977 Rockpommel's Land 11.00 5
1978 Solar Music Live 13.50 3
1979 Merry-Go-Round 8.33 3
1980 Volle Molle 10.00 2
1982 Razzia 5.75 4
1984 Kinder und Narren 1.00 1
1985 Sonnentanz 10.00 1
1987 Fantasten 1.50 2
1990 Last Party - Live 5.00 1
1994 Die Grobschnitt Story 11.00 1
1998 Die Grobschnitt Story 2 10.00 1
2002 The History of Solar Music Vol. 1 12.00 3
2002 The History of Solar Music Vol. 2 12.33 3
2002 The History of Solar Music Vol. 3 11.67 3
2003 The History of Solar Music Vol. 4 12.67 3
2003 Illegal Tour 1981 Complete 12.00 2
2004 The History of Solar Music Vol. 5 9.50 2
2004 Die Grobschnitt-Story 5 12.00 2
2006 Die Grobschnitt Story 6 - Rockpommel's Land And Elsewhere 12.00 2
2006 The International Story 12.00 1
2007 Grobschnitt Live (1/2007) 11.00 1
2007 Grobschnitt Live (2/2007) 10.00 1
2008 2008 Live 9.00 1
2008 Grobschnitt Live (1/2008) 12.00 1
2010 Die Grobschnitt Story 0 10.00 1
2010 2010 Live 11.00 1
2013 Symphony Live 2012 10.00 1
2015 79:10 14.00 1
2016 Solar Movie 13.00 1

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