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Soft Machine

Floating World Live

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2006 (Aufnahmen von 1975)
Besonderheiten/Stil: instrumental; live; Jazzrock / Fusion
Label: Moonjune Records
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Mike Ratledge Lowrey Organ, E-Piano, Synthesizer
Karl Jenkins E-Piano, Piano, Oboe, Sax, Recorder
John Marshall Drums, Percussion
Roy Babbington Bass
Allan Holdsworth Guitars, Violin

Tracklist

Disc 1
1. The Floating World 4:53
2. Bundles 4:53
3. Land of the Bag Snake 5:07
4. Ealing Comedy 6:08
5. The Man Who Waved At Trains 4:57
6. Peff 6:29
7. North Point 4:05
8. Hazard Profile (Part One) 4:49
9. J.S.M. 10:14
10. Riff III 8:42
11. Song Of Aeolus 4:17
12. Endgame 6:40
13. Penny Hitch (Coda) 2:41
Gesamtlaufzeit73:55


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Anfang 1972 verließ Elton Dean Soft Machine und wurde durch Karl Jenkins (der von Nucleus kam) ersetzt, vornehmlich um an Oboe und Sax den vakanten Bläserposten auszufüllen. Jenkins, ein klassisch ausgebildeter Oboist und Pianist, entwickelte sich allerdings recht schnell zum neuen Kern der Gruppe. Schon auf "Seven", nach "Six" dem zweiten unter seiner Mitwirkung entstandenen Soft Machine-Album, stammt die Mehrheit der Kompositionen von ihm. Zudem hatte sich mit Mike Ratledge eine Arbeitsteilung an den Tasten entwickelt - Ratledge bediente Orgel und Synthesizer, Jenkins E-Piano und Piano -, die ihn immer seltener zu Sax oder Oboe greifen ließ. So kam es, dass die Softs im Herbst 1973 nach einem weiteren Musiker Ausschau hielten, nach einem Solisten. Das Material von "Seven" gab live offenbar nicht so viel her. Es fehlte an Schwung und Originalität, an etwas Neuem. John Marshall: "It felt like it needed some extra thing to push it." Das "extra thing" fand die Gruppe mit Alan Holdsworth, der gerade bei Tempest ausgestiegen war. Mit Holdsworth entwickelten Soft Machine neues Material, welches im Sommer 1974 eingespielt wurde, aber vorerst nicht erschien, weil die CBS die Gruppe fallen ließ. "Bundles" kam erst ein Jahr später auf dem Harvest-Label von EMI heraus.

Im Januar 1975 gaben Soft Machine ein Konzert in Bremen, welches von Radio Bremen aufgezeichnet und gesendet wurde. Moonjune Records hat nun diese Aufnahmen ausgegraben, remastered und mit umfangreichem Beiheft voller Kommentare der Protagonisten auf CD veröffentlicht. "Floating World" bietet somit - in exzellenter Klangqualität - das "Bundles"-Material, zuzüglich zweier Gruppenimprovisationen ("Riff III", "Endgame"), eines Basssolos von Babbington ("Ealing Comedy"), dem Schlagzeug-Synthesizer-Duo "North Point", dem furiosen Schlagzeugsolo "J.S.M" und dem Stück "Song of Aeolus", welches auf "Softs" in einer Studioversion zu finden ist. Riesige Unterschiede zum im Oktober desselben Jahres mitgeschnittenen, auf "British Tour '75" zu findenden Konzert gibt es nicht, doch sind einige vorhanden. Für Holdsworth, der Soft Machine im Sommer 1975 ziemlich überstürzt verlassen hatte, um sich Tony Williams anzuschließen, ist auf "British Tour '75" John Etheridge zu hören. Um es kurz zu machen: Etheridge ist sehr gut, Holdsworth ist grandios! Zudem bedient er auf "Floting World" gelegentlich eine Violine (am Anfang von "The Man Who Waved at Trains" z.B.), ein Instrument, welches er später kaum noch zur Hand nahm. Auch sonst scheint mir "Floting World" etwas frischer und abwechslungsreicher zu sein, als die einige Monate später entstandene Aufnahme aus England. Jenkins greift hier noch ab und an zu Oboe und Sax, gelegentlich auch zur Blockflöte (gleich zu Beginn der CD, im Titelstück z.B.), Marshall trommelt sich die Seele aus dem Leib und auch Babbington am Bass arbeitet sich öfter nach vorne (ganz besonders natürlich in seiner Solo-Nummer "Ealing Comedy").

"Floating World" bietet somit einen hervorragenden Mitschnitt der "Bundles"-Formation, der jedem Freund von britischer Fusion und Holdsworth-Fans sehr zusagen sollte. Einen kleinen Wehrmutstropfen gibt es allerdings: Von der "Hazard Profile"-Suite ist nur Teil 1 vorhanden. Der Rest des Stückes fiel - so steht es zumindest im Beiheft - dem Werbe- und Nachrichtenblock von Radio Bremen zum Opfer. Wer trotzdem in den Genuss einer Live-Version dieser Nummer mit Holdsworth kommen möchte, sollte sich "BBC Radio 1971-1974" zulegen. Schrieb ich zu "British Tour '75" noch, dass jenes Album den Studioscheiben "Bundles" und "Softs" vorzuziehen sei, so trifft dies auf "Floating World" fast noch mehr zu. Wer die Soft Machine der Nach-CBS-Phase kennen lernen möchte, sollte sich dieses Album (und vielleicht noch die eben erwähnten BBC-Sessions zulegen). Bei Gefallen könnte man dann noch mit "British Tour '75" nachlegen. Die - im Moment wohl auch nicht auf CD erhältlichen - Studioalben braucht man dann eigentlich nicht mehr!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 12.3.2006
Letzte Änderung: 12.3.2006
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Soft Machine

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1968 Volume 1 10.50 2
1969 Volume 2 13.00 2
1970 Third 14.50 2
1971 Fourth 10.00 2
1972 Jet Propelled Photographs 7.50 2
1972 Fifth 10.00 2
1973 Six 11.00 3
1973 Seven 10.50 2
1975 Bundles 11.00 2
1976 Softs 9.00 2
1978 Alive & Well - Recorded in Paris 8.00 3
1978 Rubber Riff 6.00 2
1981 Land of Cockayne 5.50 2
1988 Live at the Proms 1970 10.00 1
1991 as if... - 1
1993 BBC In Concert 1971 12.00 1
1994 Softstage - BBC In Concert 1972 9.00 1
1995 Live At The Paradiso 1969 9.50 2
1996 Spaced 11.50 2
1998 Virtually 10.00 1
2000 Noisette 11.00 1
2001 Turns On Vol.1 4.00 1
2001 Turns On Vol.2 6.00 1
2002 Backwards 10.00 1
2003 BBC Radio 1971-1974 11.00 1
2003 BBC Radio 1967-1971 13.00 2
2004 Breda Reactor 10.00 1
2004 Live In Paris 9.50 2
2004 somewhere in Soho 7.00 1
2005 Out-Bloody-Rageous - An Anthology 1967-1973 12.00 1
2005 The Story Of Soft Machine 5.00 1
2005 British Tour '75 11.00 1
2006 Middle Earth Masters 9.00 1
2006 Grides 10.00 1
2008 Drop 11.50 2
2009 Live at Henie Onstad Art Centre 1971 13.00 1
2010 NDR Jazz Workshop 12.00 1
2015 Switzerland 1974 12.00 1

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