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Viima

Ajatuksia Maailman Laidalta

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2006
Besonderheiten/Stil: RetroProg
Label: Eigenvertrieb
Durchschnittswertung: 10.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Päivi Kylmänen Vocals
Kimmo Lähteenmäki Keyboards, Drums
Jarmo Kataja Bass
Mikko Uusi-Oukari Guitars, Flute

Gastmusiker

Jankke Kuismin Bass (Tracks 2, 3, 5)
Kimmo Alho Alto Sax (Track 5)
Anne Leinonen Flute (Track 5)

Tracklist

Disc 1
1. Leijonan syksy 6:27
2. Ajatuksia maailman laidalta 6:38
3. Ilmalaiva Italia 6:00
4. Meri 7:57
5. Luuttomat 5:57
6. Johdatus 9:31
Gesamtlaufzeit42:30


Rezensionen


Von: Dennis Egbers @ (Rezension 1 von 2)


Der Volksmund behauptet ja bekanntermaßen, dass "Finnen spinnen". Ein flüchtiger Blick auf die Musikszene gibt dabei durchaus Hinweise, dass auch diese Redewendung zumindest in gewissen Fällen korrekt ist. Das Faible der Finnen für Tango und Humppa-Polka im allgemeinen und die Musik, die einige Bands aus dem Land der tausend Seen - wie Alamaailman Vasarat, Höyry-Kone oder Finntroll - auf den Hörer loslassen, ist ja durchaus eher ungewöhnlich. Eine gute Regel kann aber nicht korrekt sein ohne ihre Ausnahme und so schlagen die Newcomer Viima in eine gänzlich andere Kerbe.

Statt Humppa-Rhythmen schallen so dem Hörer altbekannte Klänge entgegen, ist die Formation musikalisch doch eindeutig tief in den Siebzigern verwurzelt. Dabei konzentriert man sich schwerpunktmäßig eher auf die ruhige Seite des Progs, als Vergleich liegen daher v.a. die entsprechenden Momente von Genesis und Camel nahe. Durch den Einsatz einer Sängerin kommt man natürlich in einer "echten" Prog-Rezi auch nicht um den Vergleich mit Renaissance herum, obwohl dieser bei genauerem Hinhören relativ hergeholt ist. Päivi Kylmänen hat eine völlig andere Stimmlage als Annie Haslam und auch musikalisch lassen sich außer der schwelgerisch-melodischen Grundausrichtung kaum größere Gemeinsamkeiten ausmachen. Die Ähnlichkeiten zu Camel und Genesis sind da schon deutlicher: Gitarrist Mikko Uusi-Oukari ist in einigen Momenten deutlich von Hackett, seltener auch von Andy Latimer beeinflusst. Was Viima allerdings neben dem Gesang deutlich von genannten Vergleichen abhebt, ist der nordische Schwermut, der das Album trotz immer wieder eingestreuten, beschwingten Passagen wie ein roter Faden durchzieht. In diesem Punkte merkt man den Finnen dann doch ihre Herkunft an, sind doch nordeuropäische Progbands nicht gerade häufig bekannt für jubilierend-euphorisierende Musik.

Nach so vielen Worten, um die Grundausrichtung der Musik halbwegs festzunageln, stellt sich natürlich noch die Frage nach der Qualität. Und die ist, gerade für ein Debüt, wirklich beachtlich. Es finden sich zwar einige langatmigere Passagen, wenn die Melancholie und Melodieseeligkeit mal etwas übertrieben wird, generell aber ist "Ajatuksia Maailman Laidalta" trotz der ruhigen Atmosphäre nie unspannend oder langweilig. Vor allem das abschließende "Johdatus" weiß dabei durchaus zu begeistern und sorgt für einen angemessen positiven Abschluss eines erfreulichen Debüts.

Anspieltipp(s): Johdatus
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 11.4.2006
Letzte Änderung: 10.4.2006
Wertung: 10/15
nahe an der 11

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Von: Kristian Selm (Rezension 2 von 2)


Viele Infos findet man im Internet nicht zu dieser finnischen Band, auch die eigene Homepage gibt nicht unbedingt sehr viel her. Einzig dass diese CD wohl aus den Jahren 2002-2003 stammt, man seit 2005 mit einem etwas anderen Line Up aktiv ist - Sängerin und Bassist wurden ausgetauscht - aber erst dieses Jahr die CD veröffentlichte. Das war es dann aber auch schon, viel lieber lassen die Nordeuropäer ihre Musik sprechen.

Schon von Anfang an begeistert die auf ihre Art locker-leichte Spielweise des Quartetts, das zwar eindeutig auf die 70er setzt, aber dies nicht mit dem erhobenen Zeigefinger - schaut her wir verwenden auch analoges Equipment und spielen nur komplexes Zeug - bzw. verkrampft um offensichtliche "Progressivität" bemüht. Vielmehr kommt der Mix aus skandinavischer Folklore, einem leichten, aber keineswegs überhand nehmenden Schuss Melancholie und in der Vergangenheit verwurzelten Progressive Rock, handwerklich gut und spielerisch ehrlich und vom Herzen. Wüsste man nicht, dass diese Aufnahmen erst vor einigen Jahren entstanden, könnte man glatt dem Trugschluss unterliegen, hier ein längst vergessenes Rohjuwel vorliegen zu haben.

Dabei kommt die Band ebenfalls ohne aufgeblasene Longsongs auf, bei ihnen genügen, bis auf das über 9½ -minütige ?Johdataus?, Songlängen im Bereich von 5-7 Minuten um alles auszudrücken, was man musikalisch zu sagen hat. Gerade diese innere Verschlankung tut den Stücken außerordentlich gut, da somit die diversen Keyboard- und Gitarrensoli zwar kurz, aber dafür sehr prägnant zur Geltung kommen. Dabei beglücken einen die Finnen nicht mit erschlagender Technik, sondern sie setzen vielmehr auf Gefühl und Melodie, verpackt in einen klassisch geprägten Sound, verfeinert durch einige akustische Passagen. Mitunter geht es aber auch mal etwas virtuoser und kerniger zur Sache, aber niemals zum Selbstzweck, sondern passend im Gesamtkontext. Das wirkt vielleicht zuerst etwas unspektakulär, wie auch Sängerin Päivi Kylmänen eher eine solide, denn herausragende Leistung abliefert, doch das Gesamtpaket passt einfach gut zusammen.

Logischerweise betreten Viima mit ihrem ersten Gehversuch kein unentdecktes Terrain, doch klingt ihre zurückgenommene Spielweise äußerst sympathisch und sollte allen Liebhabern der etwas angestaubten Töne aus der Vergangenheit mehr als ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 2.8.2008
Letzte Änderung: 2.3.2012
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Viima

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2009 Kahden Kuun Sirpit 9.50 2

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